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07.12.23

Rauhnachtsset für die besondere Zeit, 1 Stück – Kräuterparadies seit 1887

Rauhnächte: Räuchern in den zwölf Nächten zwischen den Jahren

Das Wichtigste in Kürze

Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. Seit Jahrhunderten wird in dieser Zeit „zwischen den Jahren“ geräuchert, zurückgeblickt und das neue Jahr begrüßt. Für den Anfang brauchen Sie nur eine Räuchermischung, eine feuerfeste Schale mit Sand und eine Räucherkohle oder ein Stövchen.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was sind die Rauhnächte?

Wenn das alte Jahr stiller wird und das neue noch nicht begonnen hat, beginnt eine besondere Zeit. Die Rauhnächte, auch Raunächte oder Zwölfnächte genannt, sind die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Meist zählt man vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. In manchen Gegenden beginnt die Zeit schon mit der Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember.

Warum gerade zwölf Nächte? Eine verbreitete Erklärung kommt aus dem Kalender. Ein Mondjahr hat 354 Tage, ein Sonnenjahr 365. Übrig bleiben elf Tage und zwölf Nächte, die gewissermaßen zu keinem Jahr gehörten. Daher stammt auch die Redewendung „zwischen den Jahren“.

Räuchermischung Raunacht mit Rosenblüten und Zimtrinde in einem Räucherlöffel aus Messing, dahinter Kerzenlicht

Unsere Räuchermischung Raunacht: Blüten, Hölzer und Harze für die Zeit zwischen den Jahren.

Woher der Name kommt

Für den Namen gibt es zwei Erklärungen. Die eine führt zum Rauch: Früher sprach man auch von der „Rauchnacht“, weil Häuser und Ställe ausgeräuchert wurden. Die andere führt zum mittelhochdeutschen Wort rûch für „haarig“. Gemeint waren die pelzigen Gestalten, die nach altem Volksglauben in diesen Nächten umherzogen. Im Alpenraum erinnern die Perchtenläufe bis heute daran.

Alte Bräuche zwischen den Jahren

In Bayern und Österreich wurde in den Rauhnächten seit jeher geräuchert. Der Bauer ging mit der Glutpfanne durch Haus und Stall, oft mit Weihrauch aus der Kirche und Kräutern aus dem eigenen Garten. Man wünschte sich damit Schutz für Haus, Hof und Tiere im neuen Jahr.

Dazu kamen viele kleine Regeln: Türen sollte man nicht zuschlagen, Wäsche nicht aufhängen. Träume galten als besonders bedeutsam. Nach altem Brauch stand jede der zwölf Nächte für einen Monat des neuen Jahres. Wer wollte, achtete genau darauf, was er in dieser Nacht erlebte oder träumte.

Viele Menschen nutzen die Rauhnächte heute als ruhige Zeit für sich: zurückblicken, Altes verabschieden und sich auf das neue Jahr einstimmen. Das Räuchern gehört für viele fest dazu.

So räuchern Sie in den Rauhnächten

  1. Ruhe schaffen: Wählen Sie einen Abend, an dem Sie nicht gestört werden. Zünden Sie eine Kerze an und legen Sie alles bereit.
  2. Gefäß vorbereiten: Füllen Sie eine feuerfeste Schale etwa zwei Finger hoch mit Räuchersand.
  3. Kohle anzünden: Halten Sie eine Räucherkohle mit der Zange an die Flamme, bis sie Funken sprüht. Legen Sie sie auf den Sand und warten Sie, bis sie außen grau durchgeglüht ist. Das dauert einige Minuten.
  4. Räuchern: Geben Sie eine kleine Prise der Räuchermischung auf die Kohle. Weniger ist mehr: Lieber öfter nachlegen.
  5. Sanfter mit dem Stövchen: Auf einem Räuchersieb über einem Teelicht verglimmt die Mischung langsamer und duftet milder. Das ist ideal für den Anfang.
  6. Abschließen: Lassen Sie die Kohle in der Schale vollständig ausglühen und lüften Sie den Raum.

Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen. Die Schale wird heiß, stellen Sie sie auf eine hitzefeste Unterlage. Räuchermischungen sind nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Weißer Rauch steigt aus dem schwarzen Räuchertopf Allgäu mit Holzgriff

Kräftiger Rauch auf der Kohle: der Räuchertopf Allgäu.

Drei Rituale für zu Hause

Das Ritual der 13 Wünsche

Schreiben Sie vor dem 25. Dezember 13 Wünsche auf kleine Zettel, falten Sie sie und mischen Sie sie. In jeder Rauhnacht verbrennen Sie einen Zettel ungelesen in der Räucherschale. Den letzten, den 13. Wunsch, öffnen Sie am 6. Januar. Um ihn kümmern Sie sich im neuen Jahr selbst.

Das Rauhnacht-Tagebuch

Notieren Sie jeden Morgen, was Sie geträumt haben und was Ihnen am Tag begegnet ist. Nach altem Brauch steht jede Nacht für einen Monat. Blättern Sie im nächsten Dezember zurück, und Sie werden staunen, was sich wiederfindet.

Die Jahrescollage

Eine Kundin erzählte uns, dass sie in den Rauhnächten räuchert und dabei eine Collage aus Bildern gestaltet, die ihr zufliegen. Beim Jahresrückblick sieht sie, was davon wahr geworden ist.

Goldgelbe Stücke Fichtenharz auf einem Holzlöffel, dahinter aufsteigender Rauch

Fichtenharz, der „bayrische Weihrauch“.

Sabines Tipp

„Fichtenharz nenne ich gern unseren bayrischen Weihrauch. Es lässt sich bei Spaziergängen das ganze Jahr über sammeln. Frisches Harz lasse ich ein Jahr trocknen und bewahre es nie in einem verschlossenen Gefäß auf.“

Was Sie dafür brauchen

Alles zum Räuchern ansehen

Häufige Fragen zu den Rauhnächten

Wann beginnen die Rauhnächte?

Meist in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Sie enden am 6. Januar, dem Dreikönigstag. In manchen Regionen zählt schon die Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember dazu.

Wie viele Rauhnächte gibt es?

Es sind zwölf Nächte. Deshalb heißen sie auch Zwölfnächte.

Muss ich jede Nacht räuchern?

Nein. Viele räuchern an den wichtigsten Abenden: Heiligabend, Silvester und am Vorabend von Dreikönig. Andere nehmen sich jeden Abend ein paar ruhige Minuten.

Was räuchert man in den Rauhnächten?

Traditionell Weihrauch, heimische Harze wie Fichtenharz und Kräuter aus dem Garten. Fertige Mischungen wie unsere Raunacht verbinden Blüten, Hölzer und Harze.

Kohle oder Stövchen?

Auf der Kohle wird der Rauch kräftiger, auf dem Stövchen mit Sieb sanfter und länger. Für den Anfang empfehlen wir das Stövchen.

Rauhnächte oder Raunächte – was ist richtig?

Beide Schreibweisen sind gebräuchlich. „Rauhnächte“ mit h ist die häufigere, „Raunächte“ folgt der heutigen Rechtschreibung.

Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel

Quellen: Stuttgarter Zeitung: Raunächte oder Rauhnächte? · Utopia: Rauhnächte