Labkraut gelb
Galium verum, das Echte Labkraut, gehört zu den traditionsreichen Wiesenkräutern Europas. Mit seinen leuchtend goldgelben Blüten und seinem feinen, honigartigen Duft prägt es im Sommer zahlreiche Wiesen und Wegränder. Die Pflanze ist auch als Gelbes Labkraut, Beinritzenkraut oder Bitterstielkraut bekannt. Bereits in alten Kräuterbüchern findet das Labkraut Erwähnung. Die alten Germanen weihten die Pflanze der Göttin Freya und sahen in ihren goldenen Blüten ein Symbol für Licht, Wärme und Lebensfreude. Auch in den Werken von Maria Treben und Pfarrer Künzle wird das Kraut beschrieben. Seinen Namen verdankt das Echte Labkraut einer besonderen Eigenschaft: Die Pflanze enthält natürliche Enzyme, die Milch zum Gerinnen bringen können. Dadurch wurde sie früher traditionell bei der Käseherstellung verwendet. Auch in historischen Kräuterbieren fand Labkraut seinen Platz. Getrocknet eignet sich Labkraut hervorragend zur Zubereitung eines milden Kräutertees. Sein Geschmack ist angenehm weich, leicht süßlich und von einer feinen blumigen Note geprägt, die an sonnige Sommerwiesen erinnert. Für einen Labkrauttee 1 bis 2 Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Ein traditionsreiches Wiesenkraut voller Geschichte, Duft und sommerlicher Leichtigkeit – geschätzt seit Jahrhunderten und fest verwurzelt in der europäischen Kräuterkultur.