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22.03.20

Edelgamander, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Edelgamander und Salbeigamander: der Gamander im Porträt

Das Wichtigste in Kürze

Gamander (Teucrium) ist eine Gattung aus der Familie der Lippenblütler. Der Edelgamander (Teucrium chamaedrys) ist ein niedriger Halbstrauch mit glänzenden, eichenlaubartigen Blättern und rosa bis purpurnen Blüten von Juni bis September; er wächst auf kalkhaltigen, trockenen Böden und ist eine beliebte Beeteinfassung. Der Salbeigamander (Teucrium scorodonia) hat salbeiähnliche, runzelige Blätter und blassgelbe Blüten und bevorzugt saure, sandige Böden.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Gamander?

Gamander ist ein Kraut für Kenner. Viele Gartenfreunde haben ihn schon gesehen, als kleine, immergrüne Hecke vor einem Rosenbeet oder auf einer Trockenmauer, ohne seinen Namen zu kennen. Dabei hat die Pflanze eine lange Geschichte in den alten Kräuterbüchern.

Botanisch bilden die Gamander die Gattung Teucrium innerhalb der Lippenblütler. Damit sind sie mit Salbei, Thymian, Lavendel und Minze verwandt. Ihr Erkennungszeichen ist die Blüte: Anders als bei den meisten Lippenblütlern fehlt die Oberlippe fast ganz, die Unterlippe ist dafür groß und weit ausgebreitet.

Bei uns sind vor allem zwei Arten bekannt: der Edelgamander und der Salbeigamander. Daneben gibt es Verwandte wie den Knoblauch-Gamander oder den Berg-Gamander, die in der Natur seltener zu finden sind.

Wie sieht Edelgamander aus?

Der Edelgamander (Teucrium chamaedrys), auch Echter Gamander genannt, ist ein niedriger Halbstrauch. Er wird meist nur 10 bis 30 Zentimeter hoch, verholzt am Grund und bildet mit seinen Ausläufern dichte Polster.

  • Blätter: klein, dunkelgrün, glänzend, am Rand gekerbt. Ihre Form erinnert an winzige Eichenblätter.
  • Blüten: rosa bis purpurn, in lockeren Ähren, meist von Juni bis September.
  • Standort: sonnig, trocken, gern auf Kalk. In der Natur wächst er an felsigen Hängen, auf Trockenrasen und an Weinbergsmauern.

Der Artname chamaedrys kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Eiche am Boden“ oder „Zwergeiche“. Er beschreibt die kleinen gekerbten Blätter sehr treffend.

Getrockneter Salbeigamander neben frischen, länglichen Salbeiblättern in einer dunklen Schale

Salbeigamander: Seine Blätter erinnern an Salbei.

Was ist Salbeigamander?

Der Salbeigamander (Teucrium scorodonia) wird auch Waldgamander genannt. Er ist mit 30 bis 60 Zentimetern deutlich höher als der Edelgamander. Seine Blätter sind länglich, weich behaart und runzelig, so dass man sie auf den ersten Blick für Salbei halten könnte. Daher kommt sein Name.

Auch die Blüten unterscheiden sich: Sie sind blassgelb bis grünlich-weiß und sitzen in einseitigen, schlanken Trauben. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Im Gegensatz zum kalkliebenden Edelgamander bevorzugt der Salbeigamander saure, sandige oder steinige Böden. Man findet ihn an Waldrändern, in lichten Wäldern, auf Heiden und an Böschungen.

Wer beide Arten nebeneinander sieht, kann sie kaum verwechseln: hier der kleine, glänzende Edelgamander mit rosa Blüten, dort der höhere Salbeigamander mit gelblichen Blütentrauben.

Woher hat der Gamander seinen Namen?

Der deutsche Name Gamander geht über das mittelalterliche Latein auf den griechischen Pflanzennamen chamaedrys zurück, also wieder auf die „Eiche am Boden“. Über die Jahrhunderte wurde aus dem fremden Wort im Volksmund der Gamander.

Der Gattungsname Teucrium ist noch älter. Der Überlieferung nach erinnert er an Teukros, eine Gestalt der griechischen Sage, der die Pflanze bekannt gemacht haben soll. Schon in der Antike wurde Gamander in Pflanzenbeschreibungen erwähnt, später in den großen Kräuterbüchern der frühen Neuzeit.

Ein Verwandter mit ähnlichem Klang: der Hohlzahn

Oft in einem Atemzug mit dem Gamander genannt wird der Hohlzahn (Galeopsis), ebenfalls ein Lippenblütler. Der Gelbe Hohlzahn (Galeopsis segetum) ist eine einjährige Pflanze mit großen, blassgelben Blüten. Er wächst auf sandigen, kalkarmen Äckern und Brachen und ist vielerorts selten geworden. Seinen Namen verdankt er zwei kleinen, hohlen Höckern auf der Unterlippe der Blüte, die an Zähne erinnern.

Getrocknetes Hohlzahnkraut auf einem Holzlöffel über einer Glasschale, ein Lippenblütler wie der Gamander

Hohlzahnkraut, getrocknet: balsamisch-würzig im Duft.

Wie riecht und schmeckt Gamander?

Zerreibt man ein Blatt vom Edelgamander zwischen den Fingern, duftet es leicht aromatisch und würzig. Getrocknet riecht das Kraut krautig-herb. Im Geschmack ist der Gamander deutlich bitter-aromatisch, ganz anders als seine milden Verwandten Minze oder Melisse.

Der Salbeigamander duftet zurückhaltender, krautig mit einer leicht herben Note. Das getrocknete Hohlzahnkraut beschreiben viele als balsamisch und würzig.

Hinweis: In diesem Porträt stellen wir Gamander als Pflanze vor, mit Botanik, Namen und Garten. Bitte beachten Sie zur Verwendung die Angaben auf dem jeweiligen Produktetikett.

Wer sich für bittere und herbe Kräuter interessiert, findet bei den Aufgüssen eine große Vielfalt. Einen Überblick gibt unser Ratgeber Kräutertee.

Wie pflanzt man Edelgamander im Garten?

Im Garten ist der Edelgamander ein echter Geheimtipp. Er bleibt niedrig, ist immergrün und lässt sich gut in Form schneiden. Deshalb wird er gern als Beeteinfassung gepflanzt, etwa als Alternative zu Buchs vor Rosen- oder Kräuterbeeten.

  1. Standort wählen: Ein sonniger Platz mit durchlässigem, eher magerem Boden ist ideal. Kalk verträgt der Edelgamander gut, Staunässe gar nicht.
  2. Pflanzen: Im Frühjahr oder Frühherbst pflanzen. Für eine niedrige Einfassung setzen Sie etwa acht bis zehn Pflanzen pro Meter.
  3. Gießen: Nach dem Pflanzen gut angießen. Eingewachsene Pflanzen kommen mit Trockenheit gut zurecht.
  4. Schneiden: Nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr in Form schneiden. So bleibt das Polster dicht.

Während der Blüte ist der Edelgamander ein Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Er passt gut in Steingärten, auf Trockenmauern und zu Lavendel, Thymian und Salbei. Der Salbeigamander eignet sich dagegen für halbschattige Gehölzränder mit saurem Boden.

Getrockneter Lavendel mit blauvioletten Blüten, ein guter Nachbar für Edelgamander im sonnigen Kräuterbeet

Lavendel und Edelgamander teilen sich gern ein sonniges Beet.

Einen weiteren Bewohner trockener, sonniger Wiesen stellen wir im Porträt über das Labkraut vor.

Sabines Tipp

„Wenn Sie Edelgamander als Einfassung pflanzen, schneiden Sie ihn erst nach der Blüte. Dann haben Sie im Sommer den rosa Blütensaum für die Bienen und im Herbst trotzdem wieder eine ordentliche, dichte Kante.“

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Häufige Fragen zum Gamander

Was ist der Unterschied zwischen Edelgamander und Salbeigamander?

Edelgamander ist niedrig, hat glänzende, eichenlaubartige Blätter und rosa bis purpurne Blüten und mag Kalk. Salbeigamander ist höher, hat runzelige, salbeiähnliche Blätter und blassgelbe Blüten und wächst auf sauren Böden.

Ist Edelgamander winterhart?

Ja. Edelgamander ist in Mitteleuropa heimisch, immergrün und gut winterhart. Wichtig ist ein durchlässiger Boden, denn Nässe im Winter verträgt er schlecht.

Ist Gamander mit Salbei verwandt?

Ja, beide gehören zur Familie der Lippenblütler, wie auch Thymian, Lavendel und Minze. Der Salbeigamander trägt den Salbei wegen seiner ähnlichen Blätter sogar im Namen.

Was ist Hohlzahnkraut?

Hohlzahnkraut sind die getrockneten oberirdischen Teile des Hohlzahns (Galeopsis), eines Lippenblütlers. Der Name kommt von zwei hohlen, zahnartigen Höckern auf der Unterlippe der Blüte.

Kann man Edelgamander statt Buchs pflanzen?

Ja, er wird gern als niedrige Beeteinfassung verwendet. Er ist immergrün, schnittverträglich und blüht im Sommer rosa. Er braucht allerdings einen sonnigen, durchlässigen Standort.

Quellen: Wikipedia: Edel-Gamander · Wikipedia: Salbei-Gamander · Wikipedia: Gelber Hohlzahn