Das Wichtigste in Kürze
Labkraut ist der Name einer Pflanzengattung (Galium) aus der Familie der Rötegewächse. Bei uns am bekanntesten sind das gelb blühende Echte Labkraut (Galium verum), das nach Honig duftet, und das Kleblabkraut (Galium aparine), das mit winzigen Häkchen an der Kleidung haften bleibt. Seinen Namen hat das Labkraut, weil man es früher wie Lab zum Dicklegen von Milch bei der Käseherstellung verwendete. Getrocknet wird es heute vor allem in Kräutertee-Mischungen verwendet.
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Inhalt
Was ist Labkraut?
Wer im Sommer über eine trockene Wiese geht, riecht das Labkraut oft, bevor er es sieht. Ein warmer, honigartiger Duft liegt dann in der Luft. Er kommt von den kleinen goldgelben Blüten des Echten Labkrauts.
Labkräuter bilden eine eigene Gattung mit dem botanischen Namen Galium. Sie gehören zu den Rötegewächsen, zu denen auch der Krapp zählt, eine alte Färberpflanze. Typisch für alle Labkräuter sind die schmalen Blätter, die in Quirlen rund um den vierkantigen Stängel stehen, wie die Speichen eines Rades.
In Mitteleuropa wachsen mehrere Arten. Am bekanntesten sind:
- Echtes Labkraut (Galium verum) mit gelben, nach Honig duftenden Blüten,
- Kleblabkraut oder Klettenlabkraut (Galium aparine), das an Kleidung und Tierfell haftet,
- Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) mit weißen Blütenrispen,
- Waldmeister (Galium odoratum), der berühmteste Verwandte, bekannt aus der Maibowle.
Wie erkennt man Echtes Labkraut?
Das Echte Labkraut wird etwa kniehoch. Seine Blätter sind sehr schmal, fast nadelförmig, an den Rändern eingerollt und stehen zu acht bis zwölf in Quirlen. Von Juni bis September trägt es dichte, leuchtend gelbe Rispen aus winzigen Blüten. Ihr Duft erinnert an Honig, manche sagen auch an frisches Heu.
Zu Hause ist das Echte Labkraut auf sonnigen, eher trockenen und mageren Standorten: Halbtrockenrasen, Wegränder, Dämme und ungedüngte Wiesen. Volksnamen wie Gelbes Labkraut oder Liebfrauenbettstroh erzählen von seiner Farbe und seiner Geschichte.

Kleblabkraut, getrocknet und geschnitten.
Was ist Kleblabkraut?
Das Kleblabkraut kennen viele aus dem eigenen Garten, oft ohne seinen Namen zu wissen. Es ist das Kraut, das nach einem Spaziergang an Hose und Pullover klebt. Stängel, Blätter und die kleinen runden Früchte tragen winzige Widerhaken. Kinder werfen es sich gern gegenseitig an die Jacke, und Tiere tragen die Früchte in ihrem Fell weit fort.
Anders als das Echte Labkraut ist das Kleblabkraut einjährig. Es rankt sich an Hecken, Zäunen und Brennnesseln empor und kann dabei über einen Meter lang werden. Die Blüten sind klein und weiß. Am wohlsten fühlt es sich auf stickstoffreichen, gut gedüngten Böden, an Waldrändern, in Hecken und in Gärten.
Die Früchte der Labkräuter, vor allem die des Kleblabkrauts, wurden früher geröstet und als Kaffee-Ersatz aufgebrüht. In der Wildkräuterküche werden die jungen Triebspitzen im Frühling gern in grüne Smoothies gemixt.
Woher hat das Labkraut seinen Namen?
Der Name verrät die alte Verwendung. Lab ist das Mittel, mit dem Milch zum Gerinnen gebracht wird, der erste Schritt bei der Käseherstellung. Früher verwendete man dafür auch Labkraut. Selbst der botanische Name Galium leitet sich vom griechischen Wort für Milch ab.
In England färbte man mit den gelben Blüten des Echten Labkrauts früher Käse. Aus den Wurzeln gewann man, ähnlich wie beim verwandten Krapp, einen roten Farbstoff für Wolle und Stoffe.
Liebfrauenbettstroh: Labkraut im Brauchtum
Wegen seines Dufts stopfte man das getrocknete Kraut früher in Strohsäcke und Matratzen. Eine alte Legende erzählt, dass Labkraut im Stroh der Krippe von Bethlehem gelegen habe. Daher stammen Volksnamen wie Liebfrauenbettstroh oder Unser-Frauen-Bettstroh. Im Englischen heißt das Echte Labkraut bis heute „Lady’s Bedstraw“. Nach altem Brauch legte man das Kraut auch Frauen vor der Niederkunft ins Bett.

Auch in unserem Jodlertee steckt Labkraut.
Wie schmeckt Labkraut als Tee?
Getrocknetes Labkraut ergibt einen milden, krautigen Aufguss. Echtes Labkraut bringt eine leicht blumige, an Honig erinnernde Note mit. Kleblabkraut schmeckt grün, frisch und ein wenig herb. Beide sind sanft im Geschmack und lassen sich gut mit anderen Kräutern verbinden.
- Abmessen: Einen gehäuften Teelöffel Labkraut in ein Teesieb oder eine Kanne geben.
- Aufgießen: Mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: Etwa 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Wer es kräftiger mag, nimmt etwas mehr Kraut.
Schöne Partner sind Pfefferminze für Frische, Rosenblüten für eine blumige Note und eine Prise Lavendel. Labkraut steckt auch in unserem Jodlertee, einer kräftigen Hausmischung mit Malve, Salbei, Königskerzenblüten und Beeren. Mehr über Aufgüsse aus Kräutern lesen Sie in unserem Ratgeber Kräutertee.

Rosenblüten passen gut zum milden Labkraut.
Labkraut im Garten: Was sollte man wissen?
Das Echte Labkraut ist eine schöne Pflanze für den Naturgarten. Es mag einen sonnigen Platz und mageren, durchlässigen Boden und gehört in jede Blumenwiese. Seine Blüten werden von vielen Insekten besucht. Die Raupen des Labkrautschwärmers, eines Nachtfalters, tragen die Pflanze sogar im Namen, und auch die Raupen des Taubenschwänzchens fressen an Labkräutern.
Das Kleblabkraut braucht dagegen niemand zu säen. Wo es zu viel wird, lässt es sich mitsamt der flachen Wurzel leicht herausziehen. Im Schatten unter Gehölzen fühlt sich sein Verwandter, der Waldmeister, wohl.
Labkraut wächst gern in Gesellschaft anderer Wiesenkräuter. Ein weiterer Kandidat für sonnige, trockene Ecken ist der Gamander, den wir in einem eigenen Porträt vorstellen.
Sabines Tipp
„Reiben Sie an einem warmen Sommertag ein paar Blütenrispen vom Echten Labkraut zwischen den Fingern. Der Honigduft ist erstaunlich kräftig. Getrocknet lege ich gern ein paar Rispen in ein Duftsäckchen für den Wäscheschrank.“
Was Sie dafür brauchen
Labkraut gelbEchtes Labkraut mit gelben BlütenAnsehen
KleblabkrautMild und grün-krautig im AufgussAnsehen
JodlerteeHausmischung mit Labkraut, Malve und BeerenAnsehen
Pfefferminze fränkisches BlattkrüllFrischer Partner für Labkraut-TeeAnsehen
RosenblütenBlumige Note für eigene MischungenAnsehen
Lavendel 1 extraEine Prise für den DuftAnsehenHäufige Fragen zum Labkraut
Was ist der Unterschied zwischen Echtem Labkraut und Kleblabkraut?
Echtes Labkraut ist mehrjährig, wächst auf trockenen, sonnigen Wiesen und blüht gelb mit Honigduft. Kleblabkraut ist einjährig, blüht klein und weiß und haftet mit winzigen Widerhaken an Kleidung und Fell.
Warum heißt das Labkraut Labkraut?
Weil man es früher wie Lab verwendete, um Milch für die Käseherstellung gerinnen zu lassen. Auch der botanische Name Galium geht auf das griechische Wort für Milch zurück.
Wie schmeckt Labkraut-Tee?
Mild und krautig. Echtes Labkraut hat eine leicht blumige, an Honig erinnernde Note, Kleblabkraut schmeckt grün und etwas herb.
Wann blüht Echtes Labkraut?
Von Juni bis September. Dann bildet es dichte, leuchtend gelbe Blütenrispen, die nach Honig duften.
Ist Waldmeister mit dem Labkraut verwandt?
Ja. Waldmeister gehört zur selben Gattung und heißt botanisch Galium odoratum. Wie die Labkräuter hat er quirlständige Blätter.
Quellen: Wikipedia: Echtes Labkraut · Wikipedia: Kletten-Labkraut