Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Ausgewählte Lieferanten & kleine Ernten
Handverlesene Premium-Qualität
Schneller Versand mit DHL

15.07.21

Haustee Helvetia von Kräuterparadies, Produktfoto

Kräutertee: Sorten, Geschichte und was eine gute Mischung ausmacht

Das Wichtigste in Kürze

Kräutertee ist ein Aufguss aus getrockneten Blättern, Blüten, Früchten, Samen oder Wurzeln von Pflanzen, nicht aber aus der Teepflanze Camellia sinensis. In den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs zählt er deshalb zu den teeähnlichen Erzeugnissen. Kräutertee wird mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und zieht je nach Mischung 5 bis 10 Minuten.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Kräutertee?

Streng genommen ist Kräutertee gar kein Tee. Als Tee gilt nur, was von der Teepflanze Camellia sinensis stammt: grüner, schwarzer und weißer Tee oder Oolong. Alles andere, was wir mit heißem Wasser aufgießen, nennt man teeähnliche Erzeugnisse. Im Alltag sagt aber jeder Kräutertee, und das ist auch gut so.

Ein Kräutertee kann aus einer einzigen Pflanze bestehen, etwa Pfefferminze oder Kamille. Oder er ist eine Mischung aus vielen Zutaten wie unsere Haustees. Manche vereinen fünf Kräuter, andere mehr als ein Dutzend Blätter, Blüten und Früchte. Allen gemeinsam ist: Sie schmecken ganz nach den Pflanzen, aus denen sie gemacht sind.

Bei uns im Kräuterhof sprechen wir oft auch von Genusstee. Damit meinen wir eine Mischung, die man einfach trinkt, weil sie schmeckt: zum Frühstück, am Nachmittag oder in der großen Kanne für die ganze Familie.

Woher kommt der Kräutertee?

Pflanzen mit heißem Wasser aufzugießen, gehört zu den ältesten Küchentechniken überhaupt. Schon im alten Ägypten und in der griechischen und römischen Antike kannte man Aufgüsse aus Kräutern.

Im Mittelalter pflegten vor allem die Klöster das Wissen über Kräuter. Ein berühmter Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert, gezeichnet im Kloster Reichenau am Bodensee, zeigt einen eigenen Kräutergarten mit Beeten für Salbei, Rosmarin, Minze und viele andere Pflanzen. Von den Klostergärten wanderten die Kräuter nach und nach in die Bauerngärten.

In Bayern und im Alpenraum hatte bald jeder Hof seine eigenen Teekräuter: Lindenblüten vom Dorfplatz, Holunder am Stadel, Minze und Melisse im Garten. Daraus entstanden die Hausmischungen, wie wir sie im Kräuterhof seit 1887 weiterführen. Mehr über unsere Familienrezepte lesen Sie im Ratgeber Haustee.

7 Kräutertee: lose Kräutertee-Hausmischung aus sieben Kräutern

Unser 7 Kräutertee: würzig, krautig und angenehm herb, wie die alten Hausmischungen.

Welche Kräutertee-Sorten gibt es?

Am einfachsten lassen sich Kräutertees nach dem Pflanzenteil ordnen, der in die Tasse kommt. Jeder bringt seinen eigenen Geschmack mit.

Blättertees

Pfefferminze, Melisse, Salbei sowie Brombeer-, Himbeer- und Erdbeerblätter. Sie schmecken frisch, krautig oder leicht herb und bilden die Basis vieler Mischungen.

Blütentees

Kamille, Linde, Holunder, Rose, Lavendel oder Hibiskus. Blüten duften und machen eine Mischung weich und farbenfroh. Unser Blütenzauber besteht zu einem Viertel aus Blüten und ist schon im Glas ein Blickfang.

Früchte- und Samentees

Hagebutte, Apfel, Orangenschale, Fenchel oder Anis geben Süße und Fülle. Reine Früchtetees sind eine eigene Familie, mehr dazu im Ratgeber Früchtetee.

Wurzel- und Rindentees

Süßholz, Ingwer oder Zimt brauchen etwas länger, bis sie ihr Aroma abgeben, und schmecken würzig oder süßlich.

Kräutertee Blütenzauber mit Rosenblüten, Kornblumen und Lavendel

Blütenzauber: ein Viertel der Mischung sind Blüten von Rose, Linde, Kornblume und Lavendel.

Kräutertees aus aller Welt

Manche Pflanzen haben eine eigene Teekultur. Griechischer Bergtee (Sideritis) wächst wild in den Bergen Griechenlands, etwa rund um den Olymp, im Taygetos-Gebirge und auf Kreta. Dort heißt er Tsai tou vounou, Tee vom Berg, und wird seit Jahrhunderten getrunken. Er schmeckt würzig und blumig zugleich. Rooibos aus Südafrika ist ein weiteres Beispiel, ebenso Mate aus Südamerika, der traditionell aus der Kalebasse getrunken wird.

Griechischer Bergtee, ein wild wachsender Kräutertee aus Griechenland

Griechischer Bergtee: wild gewachsen in den Bergen Griechenlands.

Kräutertee ohne Aroma: warum wir pur mischen

In unsere Tees kommen keine zugesetzten Aromen, weder natürliche noch künstliche. Das ist eine Haltung, die bei uns seit Generationen gilt: Gute Kräuter bringen ihren Geschmack selbst mit. Man muss sie nur sorgfältig ernten, trocknen und mischen.

Ich sage dazu gern: Pfefferminze soll nach Pfefferminze schmecken und Kamille nach Kamille. Ein Tee braucht Tiefe und Vollmundigkeit, er soll einfach guad schmecken. Das gelingt mit dem richtigen Verhältnis der Zutaten, nicht mit Zusätzen. Wer es ausprobieren möchte, sammelt im Sommer einmal Lindenblüten, trocknet sie und gießt sie auf. Dann merkt man schnell, dass in diesen Blüten schon alles steckt.

Woran erkennen Sie einen guten losen Kräutertee? Schauen und riechen Sie: Die Zutaten sollten ihre Farbe behalten haben, Blüten noch leuchten, und beim Öffnen der Dose sollte es nach Kräutern duften, nicht nach Staub. Je mehr ganze oder grob geschnittene Teile zu sehen sind, desto mehr Aroma steckt meist noch darin.

Sabines Tipp

„Decken Sie Tasse oder Kanne beim Ziehen ab. So bleiben die Duftstoffe im Tee und steigen nicht mit dem Dampf davon. Gerade bei Minze und Blüten schmecken Sie den Unterschied sofort.“

Wie bereitet man Kräutertee zu?

Kräutertee ist unkompliziert. Die Faustregel lautet: ein gehäufter Teelöffel bis ein Esslöffel pro Tasse (250 ml), sprudelnd kochendes Wasser und 5 bis 10 Minuten Ziehzeit. Zarte Blüten brauchen eher weniger Zeit, Wurzeln, Rinden und Früchte eher mehr.

  1. Abmessen: Die Mischung ins Tee-Ei, Teenetz oder in einen Papierfilter geben. Lassen Sie Platz, damit sich die Kräuter entfalten können.
  2. Aufgießen: Frisch aufgekochtes Wasser darübergießen.
  3. Abdecken: Tasse oder Kanne zudecken.
  4. Ziehen lassen: 5 bis 10 Minuten, je nach Mischung und Geschmack.
  5. Genießen: pur, mit etwas Honig oder einem Spritzer Zitrone.

Griechischer Bergtee ist eine Ausnahme: 1 bis 2 Teelöffel mit 250 ml Wasser in einen Topf geben, langsam aufkochen und 5 bis 10 Minuten leicht köcheln lassen, dann abseihen. Ausführliche Angaben für alle Sorten finden Sie im Ratgeber Tee zubereiten. Und wer Lust auf eine eigene Mischung bekommen hat: So können Sie Kräutertee selber mischen.

Kräutertee Bergtee Alpenduft mit Holunderblüten, Lindenblüten und Gänseblümchen

Bergtee Alpenduft: mild und blumig, schmeckt heiß und kalt.

Was Sie dafür brauchen

Alle Tees ansehen

Häufige Fragen zum Kräutertee

Ist Kräutertee ein richtiger Tee?

Im strengen Sinn nicht. Als Tee gelten nur Erzeugnisse aus der Teepflanze Camellia sinensis. Kräutertee zählt zu den teeähnlichen Erzeugnissen, im Alltag spricht man trotzdem selbstverständlich von Tee.

Enthält Kräutertee Koffein?

Reine Kräutertees enthalten keine Blätter der Teepflanze und damit von Natur aus kein Koffein. Anders ist es bei Mischungen mit Mate, grünem oder schwarzem Tee.

Was bedeutet Kräutertee lose?

Loser Kräutertee wird nicht in Beuteln, sondern als lose Mischung verkauft. Die Kräuter sind meist gröber geschnitten, Sie dosieren selbst und brühen ihn im Tee-Ei, Teenetz oder Papierfilter auf.

Wie bereitet man griechischen Bergtee zu?

1 bis 2 Teelöffel mit etwa 250 ml Wasser in einen Topf geben, langsam zum Kochen bringen und 5 bis 10 Minuten leicht köcheln lassen. Dann abseihen und nach Geschmack mit Honig oder Zitrone verfeinern.

Kann man Kräutertee kalt trinken?

Ja. Brühen Sie den Tee etwas kräftiger auf, lassen Sie ihn abkühlen und servieren Sie ihn mit Eiswürfeln. Fruchtige Mischungen wie Isarplausch eignen sich dafür besonders. Rezepte finden Sie im Ratgeber Eistee selber machen.

Wie lange ist Kräutertee haltbar?

Dunkel, trocken und luftdicht gelagert, bleibt Kräutertee lange aromatisch. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und riechen Sie vor dem Aufgießen kurz an der Mischung: Duftet sie kaum noch, ist es Zeit für eine neue Packung.

Quellen: Wikipedia: Karolingischer Klosterplan · Wikipedia: Kräutertee