Das Wichtigste in Kürze
Manna ist der getrocknete, süße Saft der Manna-Esche (Fraxinus ornus). Er tritt im Hochsommer aus Einschnitten in der Rinde aus und erstarrt an der Luft zu hellen, zuckrigen Stangen. Traditionell geerntet wird Manna heute fast nur noch in den Madonie-Bergen auf Sizilien. Den Namen trägt es nach dem Manna aus der Bibel, dem „Brot vom Himmel“, von dem sich das Volk Israel in der Wüste ernährte.
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Inhalt
Was ist Manna?
Das Wort Manna hat zwei Bedeutungen. Die erste kennen die meisten aus dem Religionsunterricht: das Manna, das in der Bibel jeden Morgen in der Wüste lag. Die zweite ist ganz handfest und hat mit einem Baum zu tun. Als Manna bezeichnet man auch den süßen Saft der Manna-Esche, der an der Luft eintrocknet und seit dem Mittelalter in Südeuropa gesammelt wird.
Dieses Eschenmanna sieht aus wie helle, leicht cremefarbene Stangen oder Bröckchen, ein wenig wie Kandiszucker oder kleine Tropfsteine. Es fühlt sich trocken an, schmilzt im Mund langsam und schmeckt mild süß. Bei uns im Kräuterhof gehört Manna zu den Raritäten im Regal, nach denen Kundinnen und Kunden gezielt fragen.
Manna in der Bibel: das Brot vom Himmel
Im 2. Buch Mose wird erzählt, wie das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste zieht und Hunger leidet. Eines Morgens liegt rings um das Lager etwas Feines, Körniges auf dem Boden, „wie Reif“. Die Menschen fragen einander: „Man hu?“, auf Deutsch „Was ist das?“. Aus dieser Frage soll der Name Manna entstanden sein.
Laut Bibel war es weiß wie Koriandersamen und schmeckte wie Semmel mit Honig. Jeder sammelte morgens, so viel er brauchte. Was übrig blieb, verdarb über Nacht, nur am Tag vor dem Sabbat durfte man die doppelte Menge sammeln. Vierzig Jahre lang soll das Manna das Volk durch die Wüste begleitet haben. Bis heute steht der Ausdruck „Manna vom Himmel“ für eine unverhoffte Gabe zur rechten Zeit.
Ob es das biblische Manna wirklich gab, beschäftigt Forscher seit Langem. Eine verbreitete Erklärung führt zu den Tamarisken auf der Sinai-Halbinsel. Kleine Schildläuse saugen dort den Pflanzensaft und scheiden süße Tröpfchen aus, die in der kühlen Morgenluft fest werden. Die Beduinen sammeln dieses Tamariskenmanna bis heute. Mit dem Eschenmanna aus Sizilien hat es nur den Namen gemeinsam.
Woher kommt Manna? Die Manna-Esche
Die Manna-Esche, botanisch Fraxinus ornus, heißt auch Blumenesche. Sie gehört wie unsere heimische Esche und der Olivenbaum zu den Ölbaumgewächsen. Der kleine Baum wächst wild in Südeuropa, auf dem Balkan und in Kleinasien. Bei uns sieht man ihn gelegentlich in Parks und als Straßenbaum.
Den Namen Blumenesche verdankt sie ihren Blüten. Während die heimische Esche unscheinbar blüht, trägt die Manna-Esche im Mai dichte, cremeweiße Blütenrispen, die süßlich duften und Bienen anlocken. Ihre Blätter sind gefiedert und etwas kleiner als die der heimischen Esche.

Eschenblätter stammen von der heimischen Esche, der Verwandten der Manna-Esche.
Wie wird Manna geerntet?
Früher wurde Manna in vielen Gegenden Süditaliens gewonnen. Heute hat sich die Tradition fast nur noch in den Madonie-Bergen im Norden Siziliens gehalten, rund um Orte wie Castelbuono und Pollina. Die Ernte ist reine Handarbeit und hängt ganz vom Wetter ab.
- Warten auf den Hochsommer: Geerntet wird in den heißen, trockenen Wochen von etwa Juli bis September.
- Rinde einritzen: Die Mannasammler schneiden mit einem gebogenen Messer kleine, waagrechte Kerben in die Rinde der Stämme, jeden Tag ein Stück weiter.
- Saft trocknen lassen: Aus den Kerben tritt ein bläulich schimmernder Saft aus. In der Sonne wird er innerhalb weniger Stunden weiß und fest.
- Röhrenmanna: An manchen Stellen wachsen lange, tropfsteinartige Stangen. Dieses Röhrenmanna, auf Italienisch Manna cannelata, gilt als die feinste Qualität.
- Einsammeln: Die Stangen werden vorsichtig abgenommen, der Rest wird von der Rinde gekratzt. Ein einziger Regenschauer kann die Arbeit von Tagen wegspülen.
Der wichtigste Bestandteil des Manna ist Mannit, ein Zuckeralkohol. Er ist sogar nach dem Manna benannt. Mannit schmeckt süß, aber weniger süß als Haushaltszucker.
Wie schmeckt Manna und wie verwendet man es?
Manna schmeckt zart süß und erinnert ein wenig an Honig. Es ist nicht klebrig, sondern eher trocken und mürbe und zergeht langsam auf der Zunge. Auf Sizilien wird es in Konditoreien zu Gebäck, Süßigkeiten und Likör verarbeitet.
Zu Hause können Sie ein kleines Stückchen einfach im Mund zergehen lassen, in eine Tasse Kräutertee oder warme Milch rühren oder über Joghurt bröseln. Manna ist eine besondere Süße, die man in kleinen Mengen genießt. Wer gern mit süßen Pflanzen experimentiert, findet in unserem Ratgeber zu Süßholz eine weitere spannende Zutat.
Sabines Tipp
„Ein Bröckchen Manna lasse ich gern in einer Tasse Kräutertee zergehen, statt Zucker oder Honig. Das gibt eine ganz feine, runde Süße. Bewahren Sie Manna unbedingt trocken auf, in feuchter Luft wird es klebrig.“

Auch Süßholz bringt eine natürliche Süße mit.
Eschenblätter und die heimische Esche
Viele, die nach Manna suchen, interessieren sich auch für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die bei uns heimisch ist. Sie wird bis zu 40 Meter hoch und wächst gern in Auwäldern und an Bachläufen. Erkennen können Sie sie an den gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern mit meist 9 bis 15 gesägten Fiederblättchen. Im Winter verraten sie die tiefschwarzen Knospen. Ihre geflügelten Früchte hängen oft bis ins Frühjahr in Büscheln am Baum.
Die Esche spielte in der Überlieferung eine große Rolle. In der nordischen Mythologie ist Yggdrasil, der Weltenbaum, der Himmel, Erde und Unterwelt verbindet, eine Esche. Auf dem Land wurden Eschen früher regelmäßig zurückgeschnitten, und ihr Laub wurde als Winterfutter für das Vieh getrocknet. Seit einigen Jahren setzt das Eschentriebsterben, eine Pilzkrankheit der Bäume, vielen Beständen in Europa zu.
Getrocknete Eschenblätter ergeben einen milden, leicht herben Aufguss, der sich gut mit anderen Kräutern mischen lässt. Wie Sie selbst gesammelte Blätter richtig trocknen, zeigt unsere Anleitung Kräuter trocknen.

Ebereschenbeeren: Die Eberesche ist trotz ihres Namens keine Esche.
Übrigens: Die Eberesche oder Vogelbeere ist trotz ihres Namens keine Esche, sondern ein Rosengewächs. Den Namen hat sie wegen ihrer ähnlich gefiederten Blätter. Ihre roten Beeren werden traditionell gekocht zu Gelee, Mus oder Likör verarbeitet.
Was Sie dafür brauchen
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Süßholz StangenNatürlich süße WurzelAnsehen
Süßkraut-SteviaSüße Blätter für TeeAnsehenHäufige Fragen zu Manna
Gibt es Manna wirklich?
Ja. Eschenmanna ist der getrocknete Saft der Manna-Esche und wird auf Sizilien bis heute geerntet. Für das biblische Manna gibt es verschiedene Erklärungen, eine verbreitete führt zu süßen Ausscheidungen von Schildläusen an Tamarisken auf dem Sinai.
Wie sieht Manna aus?
Eschenmanna besteht aus hellen, cremeweißen Stangen oder Bröckchen, die an Tropfsteine oder Kandiszucker erinnern. Die langen Stangen heißen Röhrenmanna oder Manna cannelata. Das biblische Manna wird als weiß und körnig wie Koriandersamen beschrieben.
Wie schmeckt Manna?
Mild süß mit einer leichten Honignote. Es ist trocken und mürbe und zergeht langsam im Mund. Die Süße ist feiner und weniger intensiv als die von Zucker.
Was bedeutet das Wort Manna?
Nach der Bibel geht es auf die Frage „Man hu?“ zurück, auf Deutsch „Was ist das?“. So fragten die Israeliten, als sie das Manna zum ersten Mal am Boden liegen sahen.
Wie lagert man Manna?
Trocken, kühl und gut verschlossen, etwa in einem Glas oder einer Dose. Bei Feuchtigkeit wird Manna klebrig und verliert seine Form.
Wo kann man Manna kaufen?
Echtes Eschenmanna aus Sizilien ist eine Rarität. Sie finden es bei uns im Shop unter den Einzelkräutern.
Quellen: Wikipedia: Manna · Wikipedia: Manna-Esche