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30.10.26

Myrrhe von Kräuterparadies, Produktfoto

Myrrhe: Harz der Heiligen Drei Könige – Herkunft und Räuchern

Das Wichtigste in Kürze

Myrrhe ist das getrocknete Gummiharz von Commiphora-Bäumen aus Somalia, Äthiopien und Südarabien. Der Name bedeutet „bitter“. Bekannt ist sie als eine der drei Gaben der Weisen aus dem Morgenland: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Beim Räuchern duftet Myrrhe warm, balsamisch und leicht bitter. Sie wird auf glühender Räucherkohle verräuchert, gern zusammen mit Weihrauch.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Myrrhe?

Myrrhe ist das getrocknete Gummiharz kleiner, dorniger Bäume und Sträucher der Gattung Commiphora, vor allem von Commiphora myrrha. Sie wachsen in den trockenen Landschaften rund um das Rote Meer, in Somalia, Äthiopien und im Süden der Arabischen Halbinsel. Zusammen mit Weihrauch gehört Myrrhe zu den ältesten Räucherstoffen der Welt.

Bekannt ist sie den meisten von der Weihnachtsgeschichte: Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten die Weisen aus dem Morgenland dem Kind in der Krippe. Bei uns im Kräuterhof ist Myrrhe deshalb vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit gefragt, und natürlich rund um Dreikönig.

Woher kommt Myrrhe und wie wird sie gewonnen?

Ritzt man die Rinde des Myrrhenbaums ein, tritt ein milchig-gelber Saft aus. An der Luft trocknet er zu unregelmäßigen, rötlich-braunen Körnern und Klumpen. Diese Stücke werden gesammelt, sortiert und getrocknet. Unsere Myrrhe stammt aus Somalia.

Der Name kommt aus den semitischen Sprachen. Das Wort murr bedeutet „bitter“, und genau so schmeckt und duftet das Harz: herb mit einer bitteren Note. Über das Griechische und Lateinische gelangte es als myrrha zu uns.

Myrrhe war im Altertum sehr kostbar. Über die Weihrauchstraße wurde sie von Südarabien bis an das Mittelmeer gehandelt. Im alten Ägypten nutzte man sie zur Einbalsamierung, in der Bibel ist sie Teil des heiligen Salböls.

Weihrauch aus Äthiopien, der klassische Partner von Myrrhe beim Räuchern

Weihrauch und Myrrhe: seit Jahrtausenden ein Paar.

Gold, Weihrauch und Myrrhe: Was bedeuten die Gaben?

Im Matthäus-Evangelium (Mt 2,11) bringen die Weisen dem Jesuskind drei Gaben. Alle drei waren damals außerordentlich wertvoll. Die christliche Tradition hat ihnen früh eine Bedeutung gegeben:

  • Gold für den König,
  • Weihrauch für Gott,
  • Myrrhe für den Menschen, der leiden und sterben wird.

Myrrhe begegnet uns am Ende des Lebens Jesu noch einmal: Nach dem Johannes-Evangelium (Joh 19,39) brachte Nikodemus Myrrhe und Aloe zur Grablegung. Die Bibel nennt übrigens weder ihre Zahl noch ihre Namen. Dass es drei Könige namens Kaspar, Melchior und Balthasar waren, ist spätere Überlieferung.

Myrrhe zu Dreikönig und in den Rauhnächten

Am 6. Januar endet die Weihnachtszeit und mit ihr die Rauhnächte. Rund um diesen Tag ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus, oft mit einem Weihrauchfass. Mit Kreide schreiben sie den Segen an die Tür: C+M+B und die Jahreszahl. Die Buchstaben stehen für „Christus mansionem benedicat“, „Christus segne dieses Haus“.

Wer mag, räuchert an diesem Abend selbst: Myrrhe und Weihrauch zu gleichen Teilen auf der Kohle. Das ist der Duft, den viele aus der Kirche kennen. Mehr über klassische Kirchenmischungen lesen Sie im Beitrag Kirchenweihrauch und Klosterweihrauch. Passend zum Fest gibt es bei uns zwei Mischungen, die nach den Königen benannt sind: Weihrauch Casper und Kirchenweihrauch Balthasar rot. Beide enthalten Myrrhe.

Kirchenweihrauch Balthasar rot mit Myrrhe für das Räuchern an Dreikönig

Kirchenweihrauch Balthasar rot: Weihrauch, Myrrhe, Benzoe und rotes Sandelholz.

Wie duftet Myrrhe?

Myrrhe duftet warm, balsamisch und harzig-erdig, mit einer leicht bitteren, würzigen Note. Sie ist tiefer und dunkler als Weihrauch, der heller und frischer duftet. Pur geräuchert ist Myrrhe eher ernst. Zusammen mit Weihrauch, Rosenblüten oder Benzoe wird der Duft runder und weicher.

Eine Verwandte ist der Opoponax, auch süße Myrrhe genannt. Er stammt ebenfalls von einem Commiphora-Baum, duftet aber süßer und fruchtiger. Auch Guggul, die indische Myrrhe, gehört in diese Familie. Mehr dazu im Beitrag Guggul.

Opoponax, die süße Myrrhe, als braun glänzendes Räucherharz

Opoponax: die süße Verwandte der Myrrhe.

Wie räuchert man Myrrhe?

Myrrhe räuchern Sie vorzugsweise auf glühender Räucherkohle. Sie verglimmt langsam und gibt einen kräftigen Rauch.

  1. Vorbereiten: Füllen Sie eine feuerfeste Schale oder Räucherpfanne zwei Finger hoch mit Räuchersand.
  2. Kohle anzünden: Halten Sie die Räucherkohle mit einer Zange in die Flamme, bis sie Funken sprüht. Legen Sie sie auf den Sand und warten Sie, bis sie grau durchgeglüht ist.
  3. Zerkleinern: Große Myrrhestücke zerstoßen Sie im Mörser auf Erbsengröße. Kleine Körner verglimmen gleichmäßiger.
  4. Auflegen: Legen Sie zwei bis drei Körner auf die Kohle, pur oder zusammen mit Weihrauch.
  5. Nachlegen: Sobald der Duft nachlässt, legen Sie wenige Körner nach. Lieber öfter wenig als einmal viel.
  6. Ausglühen lassen: Lassen Sie die Kohle im Sand vollständig ausglühen und lüften Sie den Raum.

Auf dem Stövchen funktioniert Myrrhe ebenfalls, der Duft bleibt dann milder. Gummiharze werden auf dem Sieb weich und kleben leicht fest. Ein Räucherbürstchen hilft beim Reinigen. Grundlagen zum Räuchern finden Sie in unserem Beitrag Räuchern für Anfänger.

Sicherheit: Räuchern Sie nie unbeaufsichtigt und stellen Sie das Gefäß auf eine hitzefeste Unterlage. Kinder und Haustiere halten Sie bitte fern. Myrrhe raucht kräftig: Lüften Sie gut und achten Sie auf Rauchmelder. Unsere Myrrhe ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Sabines Tipp

„Myrrhe räuchere ich fast nie allein. Mit Weihrauch zu gleichen Teilen bekommt sie die Leichtigkeit, die ihr pur ein wenig fehlt. Die großen Stücke zerstoße ich vorher im Mörser, dann verglimmt alles gleichmäßig. Und an Dreikönig gehört bei uns eine Prise davon einfach dazu.“

Räucherset Advent mit Raunacht-Mischung mit Myrrhe, Stövchen und Räucherlöffel

Räucherset Advent: mit Raunacht-Mischung, in der auch Myrrhe steckt.

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Häufige Fragen zu Myrrhe

Was ist der Unterschied zwischen Myrrhe und Weihrauch?

Beide sind Harze aus der Familie der Balsambaumgewächse, stammen aber von verschiedenen Bäumen: Weihrauch von Boswellia-Arten, Myrrhe von Commiphora-Arten. Weihrauch duftet heller und frischer, Myrrhe dunkler, wärmer und leicht bitter.

Kann man Myrrhe und Weihrauch zusammen räuchern?

Ja, das ist sogar die klassische Mischung. Viele mischen beide zu gleichen Teilen. So entsteht der Duft, den man aus Kirchen kennt.

Woran erkennt man gute Myrrhe zum Räuchern?

Gute Myrrhe besteht aus sauberen, rötlich- bis gelbbraunen Stücken mit wenig Staub. Schon ungeräuchert sollte sie würzig und balsamisch riechen. Achten Sie darauf, dass sie ausdrücklich zum Räuchern angeboten wird.

Was ist süße Myrrhe?

So nennt man den Opoponax. Er stammt von einem verwandten Commiphora-Baum und duftet süßer und fruchtiger als Myrrhe.

Wie lagert man Myrrhe?

Trocken, dunkel und gut verschlossen, zum Beispiel in einem Glas. So hält sie ihren Duft lange.

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Quellen: Wikipedia: Myrrhe · Wikipedia: Heilige Drei Könige · Wikipedia: Sternsingen