Das Wichtigste in Kürze
Guggul ist ein Gummiharz des Guggul-Baums (Commiphora wightii) aus dem Westen Indiens und Pakistan und wird auch indische Myrrhe genannt. In Indien und Nepal wird es seit Jahrhunderten in Tempeln und bei Andachten verräuchert. Beim Räuchern duftet Guggul warm, balsamisch und süßlich. Ein erbsengroßes Stück auf glühender Räucherkohle reicht für einen ganzen Raum.
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Inhalt
Was ist Guggul?
Guggul ist ein duftendes Gummiharz aus Indien. Es stammt vom Guggul-Baum, botanisch Commiphora wightii, oft auch Commiphora mukul genannt. Weil der Baum eng mit dem Myrrhenbaum verwandt ist, nennt man Guggul auch „indische Myrrhe“. In Indien und Nepal wird das Harz seit Jahrhunderten bei Zeremonien in Tempeln und zu Hause verräuchert.
Bei uns ist Guggul weniger bekannt als Weihrauch oder Myrrhe. Wer den Duft einmal kennengelernt hat, greift aber gern wieder danach, vor allem für ruhige Abende.

Myrrhe aus Somalia: die nahe Verwandte des Guggul.
Woher kommt Guggul?
Der Guggul-Baum ist ein dorniger Strauch oder kleiner Baum, der höchstens etwa vier Meter hoch wird. Er wächst im trockenen Westen Indiens, vor allem in Gujarat und Rajasthan, und im Süden Pakistans. Er kommt mit Hitze und kargen Böden gut zurecht.
Um das Harz zu gewinnen, wird die Rinde eingeritzt. Der austretende Saft trocknet zu gelblichen bis dunkelbraunen, leicht klebrigen Klumpen. Weil der Baum in seiner Heimat durch zu starke Ernte selten geworden ist, steht er auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. In Indien und Pakistan wird Guggul inzwischen auch angebaut. Ein Grund mehr, das kostbare Harz sparsam und mit Bedacht zu räuchern.
Welche Bedeutung hat Guggul in der Räuchertradition?
In Indien gehört Guggul zu den klassischen Räucherstoffen. In vielen Tempeln und Haushalten wird es zur Abendandacht verräuchert, oft als lose Räuchermasse, die man Dhoop nennt und auf glühende Kohle legt. Sie gibt einen dichten, duftenden Rauch. Als Opfergabe und zum Räuchern heiliger Stätten hat Guggul dort eine lange Geschichte.
Auch in Europa war das Harz vermutlich schon im Altertum bekannt. Viele Fachleute halten Guggul für das „Bdellium“, das in hebräischen, griechischen und lateinischen Quellen als kostbarer Duftstoff erwähnt wird. Sicher belegen lässt sich das allerdings nicht.
Wie alle Räucherstoffe ist Guggul bei uns heute vor allem ein Duft für besondere Momente: für eine stille Stunde am Abend, zum Lesen, für ein Gebet oder für eine kleine Andacht. Mehr Ideen dazu finden Sie in unserem Beitrag Räuchern und Achtsamkeit.

Auf glühender Räucherkohle entfaltet Guggul seinen vollen Duft.
Wie duftet Guggul?
Guggul duftet warm, balsamisch und süßlich, mit einer würzig-harzigen Tiefe. Der Duft ist der Myrrhe sehr ähnlich, ist aber weicher und weniger bitter. Manche erinnert er an Honig oder Vanille, andere an Leder und Holz. Im Rauch ist Guggul dicht und kräftig, eine kleine Menge reicht für einen ganzen Raum.
Gut passt Guggul zu anderen Harzen: Mit Weihrauch wird der Duft heller, mit Myrrhe dunkler, mit Benzoe noch süßer.
Wie räuchert man Guggul?
- Gefäß vorbereiten: Füllen Sie eine Räucherschale oder Räucherpfanne zwei Finger hoch mit Räuchersand.
- Kohle anzünden: Halten Sie eine Räucherkohle mit der Zange in die Flamme, bis sie Funken sprüht. Legen Sie sie auf den Sand und warten Sie, bis sie ganz grau überzogen ist.
- Ein kleines Stück auflegen: Ein erbsengroßes Stück genügt. Guggul schmilzt auf der Kohle, schäumt leicht auf und gibt dann seinen Duft ab.
- Genießen und nachlegen: Bleiben Sie dabei und legen Sie erst nach, wenn der Duft nachlässt.
- Abschließen: Lassen Sie die Kohle im Sand ausglühen und lüften Sie den Raum gründlich.
Auf dem Stövchen mit Sieb wird Guggul nur erwärmt. Der Duft bleibt sanfter, das Harz wird dabei weich und klebrig. Legen Sie es deshalb auf ein Stück Alufolie oder eine kleine Räucherplatte. Wie das Räuchern ohne Kohle funktioniert, lesen Sie im Beitrag Räuchern ohne Kohle.
Sicherheit: Glut nie unbeaufsichtigt lassen und das Gefäß auf eine feuerfeste Unterlage stellen. Guggul raucht kräftig: Räuchern Sie sparsam, lüften Sie gut und achten Sie auf Rauchmelder. Kinder und Haustiere halten Sie bitte fern. Unser Guggul ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.
Sabines Tipp
„Guggul klebt, deshalb zerkleinere ich es nicht im Mörser. Ich zupfe mit den Fingern ein erbsengroßes Stück ab und lege es direkt auf die Kohle. Wenn es leicht aufschäumt, ist es richtig. Am liebsten räuchere ich es abends, wenn das Haus still wird.“

Eine kleine Räucherpfanne mit Holzgriff genügt für Guggul.
Guggul, Myrrhe und Opoponax: verwandte Harze
Alle drei stammen von Bäumen der Gattung Commiphora und duften ähnlich warm und balsamisch. Myrrhe aus Somalia ist herber und leicht bitter. Opoponax, die süße Myrrhe, duftet fruchtig-süß. Guggul liegt dazwischen: süßlich, weich und mit einer würzigen Tiefe. Wer die drei nacheinander räuchert, lernt die feinen Unterschiede schnell kennen.
Was Sie dafür brauchen
GuggulIndische Myrrhe, balsamisch und süßAnsehen
MyrrheDie nahe Verwandte aus SomaliaAnsehen
OpoponaxOpoponax, die süße MyrrheAnsehen
Weihrauch Äthiopien 1.GradWeihrauch zum Mischen mit GuggulAnsehen
Räucherpfanne F mit Holzgriff L 17cmKompakte Räucherpfanne mit HolzgriffAnsehen
RäucherkohleSchnellzündende KohletablettenAnsehen
Räuchersand 200gHält die Hitze vom Gefäß fernAnsehen
Kleine RäucherzangeZum sicheren Halten der KohleAnsehen
Räucherstövchen D verstellbar H 12 cmHöhenverstellbares StövchenAnsehenAlle Harze zum Räuchern ansehen
Häufige Fragen zu Guggul
Wofür wird Guggul beim Räuchern verwendet?
In Indien und Nepal wird Guggul traditionell in Tempeln und bei häuslichen Andachten verräuchert. Bei uns schätzen viele den warmen, süßlichen Duft für ruhige Abende, Rituale und besinnliche Stunden.
Ist Guggul dasselbe wie Myrrhe?
Nein, aber ein enger Verwandter. Guggul stammt vom indischen Commiphora wightii, Myrrhe vor allem von Commiphora myrrha aus Ostafrika. Deshalb heißt Guggul auch indische Myrrhe.
Warum ist Guggul so klebrig?
Guggul ist ein Gummiharz und wird schon bei Zimmerwärme etwas weich. Bewahren Sie es deshalb kühl und gut verschlossen auf.
Kann man Guggul mit anderen Harzen mischen?
Ja. Mit Weihrauch wird der Duft heller, mit Myrrhe dunkler, mit Benzoe noch süßer. Mischen Sie in kleinen Mengen und probieren Sie aus, was Ihnen gefällt.
Wie lagert man Guggul?
Kühl, trocken und in einem gut schließenden Glas. So bleibt der Duft lange erhalten und das Harz klebt nicht zusammen.
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