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30.10.26

Stollengewürz, 25 g – Kräuterparadies seit 1887

Stollengewürz: Was hineingehört und wie Christstollen gelingt

Das Wichtigste in Kürze

Stollengewürz ist eine feine Mischung aus Muskatblüte (Macis), Kardamom, Zimt, Piment, Nelke und oft Vanille, ergänzt durch Zitronen- und Orangenschale. Für einen Stollen mit 500 g Mehl genügen 1 bis 2 Teelöffel. Ein Christstollen sollte nach dem Backen zwei bis drei Wochen kühl reifen.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist im Stollengewürz?

Stollengewürz ist eine feine Mischung für Christstollen und anderes Hefegebäck der Adventszeit. Typisch sind Muskatblüte (Macis), Kardamom, Zimt, Piment, Nelke und Vanille. Dazu kommt die abgeriebene Schale von Zitronen und Orangen, entweder frisch oder getrocknet im Gewürz.

Im Vergleich zum Lebkuchengewürz ist Stollengewürz zurückhaltender. Es soll den Geschmack von Butter, Rosinen und Mandeln unterstreichen, nicht überdecken. Unser Stollengewürz mischen wir aus Zimt, Tonkabohne, Anis, Nelken, Fenchel, Piment und Macis. Die Tonkabohne bringt eine weiche, vanillig-mandelige Tiefe.

Muskatblüte Macis als typische Zutat im Stollengewürz

Macis, die Muskatblüte, ist feiner als die Muskatnuss und gehört in fast jedes Stollengewürz.

Stollengewürz selber machen

Wenn Sie Ihr Stollengewürz selbst mischen möchten, nehmen Sie gemahlene Gewürze und vermengen sie gründlich. Die Menge reicht für etwa drei Stollen.

Stollengewürz (alles gemahlen):

  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Muskatblüte (Macis)
  • 1 TL Kardamom
  • ½ TL Piment
  • ½ TL Anis
  • ¼ TL Gewürznelken
  • ¼ TL Muskatnuss
  • 1 TL getrocknete Zitronen- oder Orangenschale, fein gemahlen

Vanille geben wir lieber frisch in den Teig, als Mark aus einer Schote oder als Vanillezucker. So bleibt ihr Duft am feinsten. Mehr zu den beiden Gewürzen lesen Sie in unseren Ratgebern Vanille und Muskatnuss.

Woher kommt der Christstollen?

Der Stollen ist ein sehr altes Gebäck. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1329 aus Naumburg an der Saale. Berühmt wurde er aber in Dresden. Dort heißt er bis heute auch „Striezel“, und der Dresdner Weihnachtsmarkt trägt danach seinen Namen: Striezelmarkt. Er gilt als einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands.

Ursprünglich war der Stollen ein schlichtes Fastengebäck aus Mehl, Hefe, Öl und Wasser. Butter war in der Adventsfastenzeit verboten. Erst der sogenannte Butterbrief von Papst Innozenz VIII. erlaubte im Jahr 1491 den Gebrauch von Butter. Seither wurde der Stollen immer reichhaltiger. Seine Form mit dem weißen Puderzucker gilt im Volksmund als Sinnbild für das in Windeln gewickelte Christkind.

Bourbon-Vanilleschoten für Christstollen und Stollengewürz

Das Mark einer Bourbon-Vanilleschote gibt dem Stollenteig einen feinen Duft.

Christstollen backen: unser Rezept

Dieses Rezept ergibt einen großen Stollen von etwa 1,5 Kilogramm. Planen Sie Zeit ein: Die Rosinen ziehen über Nacht, der Teig braucht mehrere Gehzeiten.

Für die Früchte (am Vortag):

  • 250 g Rosinen
  • 4 EL Rum oder Orangensaft
  • 50 g Zitronat
  • 50 g Orangeat
  • 100 g gehackte Mandeln

Für den Teig:

  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 70 g Zucker
  • 200 g weiche Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 bis 2 TL Stollengewürz
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • abgeriebene Schale von ½ unbehandelten Zitrone

Zum Bestreichen:

  • 100 g Butter, geschmolzen
  • 2 EL Vanillezucker mit 2 EL Zucker gemischt
  • reichlich Puderzucker
  1. Früchte einweichen: Rosinen mit Rum oder Orangensaft mischen, Zitronat, Orangeat und Mandeln dazugeben. Abgedeckt über Nacht ziehen lassen.
  2. Vorteig: Hefe in der lauwarmen Milch mit 1 TL Zucker auflösen, mit 100 g Mehl verrühren und 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  3. Teig kneten: Restliches Mehl, Zucker, Butter, Salz, Stollengewürz, Vanillemark und Zitronenschale zugeben. Etwa 10 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten. Abgedeckt 1 Stunde gehen lassen.
  4. Früchte einarbeiten: Die Früchte kurz und vorsichtig unterkneten, damit sie nicht zerdrückt werden. Weitere 30 Minuten ruhen lassen.
  5. Formen: Den Teig zu einem Oval von etwa 30 × 20 cm ausrollen. Mit dem Rollholz in der Mitte der Länge nach eine Mulde drücken und eine Seite so überklappen, dass die typische Stollenform entsteht. Herausstehende Rosinen entfernen, sie verbrennen leicht. Auf dem Blech noch einmal 20 Minuten gehen lassen.
  6. Backen: Bei 170 °C Ober- und Unterhitze etwa 55 bis 60 Minuten backen. Wird er zu dunkel, nach 30 Minuten mit Backpapier abdecken.
  7. Buttern und zuckern: Den heißen Stollen sofort mit der Hälfte der Butter bestreichen und mit Vanillezucker bestreuen. Nach dem Abkühlen die restliche Butter auftragen und dick mit Puderzucker bestäuben.

Die Butterschicht ist kein Zierrat. Sie umschließt den Stollen und hält ihn beim Reifen saftig.

Wie lange muss Stollen reifen und wie lagert man ihn?

Ein frisch gebackener Christstollen schmeckt noch nicht so gut wie nach einigen Wochen. Lassen Sie ihn zwei bis drei Wochen reifen. In dieser Zeit verbinden sich die Aromen von Gewürzen, Butter und Früchten, und der Stollen wird mürber.

Wickeln Sie den vollständig abgekühlten Stollen zuerst in Backpapier und dann in Alufolie. Lagern Sie ihn kühl und trocken, etwa im Keller oder in der Speisekammer bei 10 bis 15 °C. Angeschnitten legen Sie die Schnittfläche gegeneinander oder decken sie mit Folie ab.

Marks Tipp

„Wir backen den Stollen am liebsten Ende November, damit er zum dritten oder vierten Advent schön durchgezogen ist. Den Puderzucker frischen wir vor dem Anschneiden noch einmal auf, dann sieht er aus wie frisch beschneit.“

Weitere Gewürze für die Adventsbäckerei stellen wir im Ratgeber Weihnachtsgewürze vor.

Getrocknete Zitronenschalen für Stollen und Weihnachtsgebäck

Zitronenschale bringt Frische in den reichhaltigen Teig.

Was Sie dafür brauchen

Alle Gewürzmischungen ansehen

Häufige Fragen zum Stollengewürz

Wie viel Stollengewürz kommt in einen Stollen?

Für einen Stollen mit 500 g Mehl genügen 1 bis 2 Teelöffel. Wer es dezent mag, nimmt einen Teelöffel, wer es würziger mag, zwei.

Stullengewürz oder Stollengewürz: Was ist richtig?

Richtig ist Stollengewürz, benannt nach dem Christstollen. „Stullengewürz“ oder „Stullen Spice“ sind verbreitete Schreibweisen bei der Suche, gemeint ist dieselbe Mischung.

Was ist der Unterschied zu Lebkuchengewürz?

Stollengewürz ist feiner und betont Macis, Kardamom und Vanille. Lebkuchengewürz ist kräftiger, mit mehr Nelke, Piment und Koriander.

Kann man Stollen ohne Rum backen?

Ja. Weichen Sie die Rosinen einfach in Orangen- oder Apfelsaft ein. Der Stollen schmeckt dann fruchtiger und ist auch für Kinder geeignet.

Kann man Christstollen einfrieren?

Ja, gut verpackt hält er sich eingefroren etwa drei Monate. Lassen Sie ihn langsam im Kühlschrank auftauen und bestäuben Sie ihn danach frisch mit Puderzucker.

Quellen: Wikipedia: Stollen (Gebäck) · Wikipedia: Dresdner Striezelmarkt