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30.10.26

Traubensilberkerze, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Traubensilberkerze: Botanik, Herkunft und Garten

Das Wichtigste in Kürze

Die Traubensilberkerze (Actaea racemosa, früher Cimicifuga racemosa) ist eine ausdauernde Waldstaude aus dem Osten Nordamerikas. Sie gehört zu den Hahnenfußgewächsen und trägt im Hochsommer weiße, bis zu zwei Meter hohe Blütenkerzen. Im Garten wächst sie am liebsten im Halbschatten auf humusreichem, frischem Boden. Im Handel finden Sie außerdem ihren getrockneten Wurzelstock.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist die Traubensilberkerze?

Die Traubensilberkerze stammt aus den Laubwäldern im Osten Nordamerikas. Ihre Heimat reicht vom Süden Kanadas bis in die Südstaaten der USA. Dort wächst sie an schattigen Hängen und Waldrändern, gern in lockerer, feuchter Laubstreu. Auf Englisch heißt sie Black Cohosh, daneben auch black snakeroot oder bugbane.

Botanisch gehört sie zu den Hahnenfußgewächsen, wie Akelei, Rittersporn und Christrose. Heute führen Botaniker sie unter dem Namen Actaea racemosa. Bekannter ist vielen noch der ältere Name Cimicifuga racemosa, der sich im Handel und in Gärtnereien gehalten hat.

Die indigenen Völker Nordamerikas kannten die Pflanze lange vor den europäischen Siedlern. Nach Europa kam sie als Zierstaude. Bei uns kennt man sie heute vor allem aus Staudengärten und aus Parks.

Wie sieht die Traubensilberkerze aus?

Den größten Teil des Jahres ist die Traubensilberkerze eine stattliche Blattstaude. Ihre großen, mehrfach geteilten Blätter erinnern ein wenig an Holunder oder Astilben. Sie bilden einen dichten Busch von etwa einem Meter Höhe.

Im Juli und August schiebt die Pflanze dann ihre Blütenstände empor. Die schlanken, leicht gebogenen Trauben werden mit dem Stängel bis zu zwei Meter hoch, manchmal mehr. Jede einzelne Blüte besteht vor allem aus vielen weißen Staubblättern. Das gibt den Kerzen ihr fedriges, silbrig schimmerndes Aussehen. Die Blüten verströmen einen süßlich-herben Duft, den manche Menschen als streng empfinden.

Nach der Blüte bleiben kleine, trockene Kapselfrüchte stehen, in denen die Samen bei Wind leise rascheln. Unter der Erde bildet die Pflanze einen dunklen, knorrigen Wurzelstock mit vielen Wurzeln.

Getrockneter Muskatellersalbei, eine duftende Gartenstaude wie die Traubensilberkerze

Auch eine prächtige Gartenstaude: Muskatellersalbei.

Woher kommt der Name Traubensilberkerze?

Der deutsche Name beschreibt einfach, was man sieht: silbrig-weiße Blüten, die in Trauben stehen und wie Kerzen aufragen. Der Gattungsname Actaea geht auf ein altes griechisches Wort für den Holunder zurück, wohl wegen der ähnlichen Blätter. Der Beiname racemosa heißt „traubig“.

Der ältere Name Cimicifuga setzt sich aus den lateinischen Wörtern cimex (Wanze) und fugare (verjagen) zusammen. Er spielt auf den strengen Geruch der Blüten an und ist ein schönes Beispiel dafür, wie bildhaft die alten Pflanzennamen oft waren. Auch das englische bugbane erzählt diese Geschichte. Das Wort Cohosh stammt aus einer Sprache der Algonkin-Völker, seine genaue Bedeutung ist nicht sicher geklärt.

Traubensilberkerze im Garten: Standort und Pflege

Wer einen schattigen Gartenwinkel hat, findet in der Traubensilberkerze eine treue Begleiterin. Sie ist winterhart, langlebig und wird mit den Jahren immer schöner. Wichtig ist ein Standort, der ihrem Zuhause im Wald ähnelt.

  1. Standort wählen: Halbschatten bis lichter Schatten, etwa unter Gehölzen oder an der Nordseite des Hauses. Pralle Mittagssonne mag sie nicht.
  2. Boden vorbereiten: Humusreich, locker und gleichmäßig frisch. Arbeiten Sie reichlich Laubkompost ein, schwere Böden lockern Sie zusätzlich auf.
  3. Pflanzen: Gute Pflanzzeiten sind Frühjahr und Herbst. Setzen Sie die Pflanze so tief, wie sie im Topf stand, und gießen Sie sie gründlich an.
  4. Mulchen und gießen: Eine Schicht Laub oder Rindenhumus hält den Boden feucht. In trockenen Sommern regelmäßig gießen.
  5. Geduld haben: In den ersten Jahren wächst sie langsam. Lassen Sie sie an ihrem Platz, denn Umsetzen mag sie nicht.
  6. Rückschnitt: Die Samenstände sehen im Winter mit Raureif sehr hübsch aus. Schneiden Sie die Pflanze erst im späten Winter bodennah zurück.

Gute Nachbarn sind Farne, Funkien, Astilben, Herbstanemonen und Waldgräser. Eine nahe Verwandte ist die Oktober-Silberkerze (Actaea simplex), die noch später blüht und als Sorte mit dunkelrotem Laub angeboten wird. Die Blüten werden gern von Insekten besucht und bringen Licht in die dunkle Ecke des Gartens.

Getrocknete Lavendelblüten, ein Gartenklassiker zum Trocknen und Duften

Ein Gartenklassiker für die Sonnenseite: Lavendel.

Der Wurzelstock im Handel

Wer nach Traubensilberkerze sucht, stößt oft auf den getrockneten Wurzelstock. Bei uns finden Sie ihn geschnitten unter den Einzelkräutern. Er ist dunkelbraun, holzig und riecht erdig. Der Geschmack ist herb und bitter. Ganz anders als die luftigen Blütenkerzen im Garten, und doch ist es dieselbe Pflanze.

Mehr über die Welt der getrockneten Kräuter, Wurzeln und Blüten im Becher lesen Sie in unserem Ratgeber Kräutertee. Wer lieber mit Blüten aus dem eigenen Garten etwas Duftendes gestalten möchte, findet Ideen unter Potpourri selber machen.

Getrocknete Rotkleeblüten in kräftigem Purpur

Purpurne Wiesenblüten: getrockneter Rotklee.

Sabines Tipp

„Pflanzen Sie die Traubensilberkerze vor einen dunklen Hintergrund, zum Beispiel vor eine Eibenhecke oder eine dunkle Holzwand. Dann leuchten die weißen Kerzen in der Abenddämmerung, als hätte jemand Lichter angezündet. Ein Spaziergang durch den Garten an einem Augustabend ist dann etwas ganz Besonderes.“

Was Sie dafür brauchen

Alle Einzelkräuter ansehen

Häufige Fragen zur Traubensilberkerze

Ist Cimicifuga dasselbe wie Traubensilberkerze?

Ja. Cimicifuga racemosa ist der ältere botanische Name der Traubensilberkerze. Heute heißt sie Actaea racemosa, im Handel ist aber oft noch Cimicifuga zu lesen.

Ist die Traubensilberkerze winterhart?

Ja, sie übersteht unsere Winter ohne Schutz. Eine Mulchschicht aus Laub hält den Boden feucht und tut ihr das ganze Jahr über gut.

Wann blüht die Traubensilberkerze?

Die weißen Blütenkerzen erscheinen meist im Juli und August. Je nach Lage und Witterung blüht sie bis in den September hinein.

Welcher Standort passt zur Traubensilberkerze?

Im Halbschatten auf humusreichem, frischem Boden, ähnlich wie in ihrer Heimat, den Laubwäldern Nordamerikas. Pralle Sonne und Trockenheit verträgt sie schlecht.

Kann man die Traubensilberkerze vermehren?

Am einfachsten durch Teilung im Frühjahr, wenn der Horst groß genug ist. Die Aussaat ist möglich, braucht aber Kälte zum Keimen und viel Geduld.

Wo kann man Traubensilberkerze kaufen?

Pflanzen bekommen Sie in Staudengärtnereien. Den getrockneten, geschnittenen Wurzelstock finden Sie bei uns unter den Einzelkräutern.

Quellen: Wikipedia: Trauben-Silberkerze