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12.03.23

Weihrauch Ecclesia Oman Boswellia Sacra, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Weihrauch: Sorten, Herkunft und richtig räuchern

Das Wichtigste in Kürze

Weihrauch, auch Olibanum genannt, ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaums (Boswellia). Die wichtigsten Sorten kommen aus dem Oman, aus Somalia, Äthiopien und Indien. Zum Räuchern legen Sie ein bis zwei Körner auf eine durchgeglühte Räucherkohle oder auf ein Räuchersieb mit Platte über einem Teelicht.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Weihrauch?

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaums. Die Bäume gehören zur Gattung Boswellia aus der Familie der Balsambaumgewächse. Es gibt etwa zwei Dutzend Boswellia-Arten, doch nur wenige liefern das Harz, das wir zum Räuchern kennen. Die getrockneten Harzstücke heißen wegen ihrer Form auch „Tränen“ oder „Körner“.

Der deutsche Name erzählt schon viel: Das althochdeutsche Wort wīhrouh bedeutet „heiliger Rauch“. Die zweite Bezeichnung, Olibanum, geht auf das griechische líbanos und das arabische lubān zurück. Weihrauch und Olibanum meinen also dasselbe Harz.

Grüne Tränen Weihrauch Hojari aus dem Oman, Boswellia sacra zum Räuchern

Grüner Hojari aus dem Dhofar im Oman, eine besonders klare und frische Weihrauchsorte.

Woher kommt Weihrauch?

Weihrauchbäume wachsen in heißen, trockenen und steinigen Gegenden. Die bekanntesten Herkunftsländer sind der Oman und der Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel, Somalia, Äthiopien, Eritrea und der Sudan in Ostafrika sowie Indien.

Geerntet wird das Harz von Hand. Die Sammler ritzen die Rinde der Bäume vorsichtig ein. Aus den Schnitten tritt ein milchiger Saft, der an der Luft langsam zu festen Tränen trocknet. Danach werden die Stücke gesammelt und nach Größe und Farbe sortiert. Daher kommen Bezeichnungen wie „1. Grad“ für besonders schöne, große und helle Stücke.

Schon in der Antike war Weihrauch ein wertvolles Handelsgut. Auf der Weihrauchstraße zogen Karawanen von Südarabien bis ans Mittelmeer. Die alten Weihrauchstätten in der Region Dhofar im Oman gehören heute zum UNESCO-Welterbe.

Welche Weihrauchsorten gibt es?

Jede Sorte duftet ein wenig anders. Es lohnt sich, mehrere auszuprobieren.

  • Weihrauch aus dem Oman (Boswellia sacra): klar, frisch und leicht zitronig. Dazu gehören der grüne und der weiße Hojari aus dem Dhofar und unser Weihrauch Ecclesia mit dem klassischen Duft von Kirchenweihrauch.
  • Weihrauch aus Somalia (Boswellia carterii): balsamisch und harzig mit erdiger Tiefe. Der Name wird oft gleichbedeutend mit Boswellia sacra verwendet.
  • Weihrauch aus Äthiopien (Boswellia papyrifera): goldgelbe Stücke mit süß-würzigem, balsamischem und frischem Duft. Er kommt auch aus Eritrea und dem Sudan.
  • Indischer Weihrauch (Boswellia serrata): beige bis leicht grünlich, warm, balsamisch und leicht süß.
  • Harrabi (Boswellia dalzielii): eine seltene Sorte aus Nigeria, fruchtig, waldig und leicht minzig.

Daneben gibt es Weihrauchmischungen. Sie verbinden verschiedene Weihrauchsorten mit Hölzern, Blüten oder anderen Harzen. Unser Weihrauch Arabisch Dunkel ist so eine Mischung, würzig und intensiv. Mehr über die Mischungen aus Kirche und Kloster lesen Sie im Ratgeber Kirchenweihrauch und Klosterweihrauch. Und das Sal-Harz, oft „tibetanischer Weihrauch“ genannt, stammt gar nicht vom Weihrauchbaum, sondern vom Salbaum.

Goldgelber Weihrauch aus Äthiopien, Boswellia papyrifera 1. Grad

Weihrauch aus Äthiopien: leuchtend goldgelbe Körner der Sortierung 1. Grad.

Wie räuchert man Weihrauch?

Weihrauch räuchern Sie auf Kohle oder über einem Teelicht. Auf der Kohle wird der Duft kräftig und festlich, über dem Teelicht feiner und rauchärmer. Wer zum ersten Mal räuchert, findet alle Grundlagen in Räuchern für Anfänger.

  1. Auf Kohle: Füllen Sie eine feuerfeste Schale mit Räuchersand. Zünden Sie die Räucherkohle mit der Zange an und lassen Sie sie durchglühen, bis sie grau überzogen ist.
  2. Harz auflegen: Legen Sie ein bis zwei Körner auf die Glut. Weihrauch schmilzt, beginnt zu duften und verglimmt dann langsam.
  3. Mit dem Teelicht: Stellen Sie ein Räucherstövchen auf eine hitzefeste Unterlage, legen Sie das Sieb und darauf eine Räucherplatte. Geben Sie ein bis zwei Körner auf die Platte und zünden Sie das Teelicht an.
  4. Nachlegen: Wenn der Duft nachlässt, schieben Sie die Reste zur Seite und legen ein neues Korn nach.
  5. Abschließen: Kohle in der Schale ausglühen lassen, das Teelicht löschen und den Raum lüften.

Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen. Schale, Sieb und Platte werden heiß, stellen Sie sie auf eine feuerfeste Unterlage und fassen Sie sie erst nach dem Abkühlen an. Halten Sie Kinder und Haustiere fern, lüften Sie nach dem Räuchern und denken Sie an den Rauchmelder. Weihrauch ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Sabines Tipp

„Weihrauch wird auf dem Sieb flüssig und tropft sonst durch. Deshalb lege ich immer eine kleine Räucherplatte darunter. Und wenn es auf der Kohle zu stark qualmt, streue ich einfach etwas Sand über die Glut. Dann schmilzt das Harz langsamer und duftet feiner.“

Weihrauch Harrabi aus Nigeria, Boswellia dalzielii in bernsteinfarbenen Stücken

Harrabi aus Nigeria: eine seltene Weihrauchsorte mit fruchtig-waldigem Duft.

Wie duftet Weihrauch und welche Bedeutung hat er?

Weihrauch duftet harzig, balsamisch und je nach Sorte frisch-zitronig oder warm und süßlich. Viele verbinden mit dem Duft sofort die Kirche, die Christmette oder den Besuch der Sternsinger, die mit ihrem Weihrauchfass von Haus zu Haus ziehen.

Weihrauch zählt zu den ältesten Räucherstoffen. Im alten Ägypten wurde er in Tempeln verbrannt. In der Bibel bringen die Weisen aus dem Morgenland dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. In der Kirche steht der aufsteigende Rauch seit jeher als Bild für Gebete, die zum Himmel steigen. Über die Partnerin des Weihrauchs lesen Sie mehr im Ratgeber Myrrhe.

Bei uns in Bayern gehört Weihrauch fest zu den Rauhnächten. Früher brachten die Familien Weihrauch aus der Kirche mit nach Hause und räucherten damit zwischen Weihnachten und Dreikönig durch Haus und Stall.

Sal-Harz, auch tibetanischer Weihrauch genannt, in kleinen Körnern zum Räuchern

Sal-Harz vom Salbaum: kein echter Weihrauch, aber in Indien und Tibet ein traditionelles Räucherharz.

Wie lagert man Weihrauch?

Weihrauch ist sehr lange haltbar. Bewahren Sie ihn dunkel, trocken und nicht zu warm auf, zum Beispiel in einem gut verschlossenen Glas oder einer Dose. So bleibt der Duft lange erhalten. Mit der Zeit wird das Harz etwas trockener und duftet milder, verräuchern können Sie es aber trotzdem.

Was Sie dafür brauchen

Alle Weihrauchsorten ansehen

Häufige Fragen zu Weihrauch

Was ist der Unterschied zwischen Weihrauch und Olibanum?

Es gibt keinen. Olibanum ist die alte, aus dem Griechischen und Arabischen stammende Bezeichnung für das Harz des Weihrauchbaums.

Kann man Weihrauch mit einem Teelicht räuchern?

Ja. Legen Sie auf das Sieb Ihres Räucherstövchens eine Räucherplatte und geben Sie ein bis zwei Körner darauf. Der Duft ist so feiner und es entsteht weniger Rauch als auf der Kohle.

Was bedeutet „1. Grad“ beim Weihrauch?

Die Angabe beschreibt die Sortierung. Die Körner des ersten Grades sind meist größer, heller und reiner. Kleinere Stücke wie unser Olibanum in Grad 2 lassen sich dafür gut dosieren.

Welcher Weihrauch duftet wie in der Kirche?

Den typischen Kirchenduft haben Weihrauch aus dem Oman, etwa unser Ecclesia, und viele Kirchen- und Klosterweihrauch-Mischungen.

Wo kann man Weihrauch kaufen?

Reinen Weihrauch bekommen Sie bei uns im Kräuterparadies, sortiert nach Herkunft und Qualität. Achten Sie auf die Angabe der Boswellia-Art und des Herkunftslandes.

Warum wird Weihrauch auf der Kohle schwarz?

Dann ist die Glut zu heiß und das Harz verbrennt statt zu schmelzen. Streuen Sie etwas Sand über die Kohle oder räuchern Sie über dem Teelicht.

Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel

Quellen: Wikipedia: Weihrauch · UNESCO: Land of Frankincense