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05.08.10

Brennesselsamen, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Brennnesselsamen: Ernte, Geschmack und Verwendung in der Küche

Das Wichtigste in Kürze

Brennnesselsamen sind die kleinen, grünlich-braunen Nüsschen der weiblichen Großen Brennnessel (Urtica dioica). Sie reifen von August bis Oktober in langen, herabhängenden Rispen und werden getrocknet und gesiebt. Sie schmecken mild nussig und leicht grasig, geröstet noch etwas kräftiger. In der Küche streut man sie über Müsli, Salat, Suppe und Brot oder mischt sie in Sesamsalz.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was sind Brennnesselsamen?

Die Brennnessel kennt jeder, spätestens seit der ersten Begegnung mit nackten Beinen. Weniger bekannt ist, dass sie im Spätsommer eine kleine Köstlichkeit bereithält: ihre Samen. Brennnesselsamen sind winzige, flache Nüsschen, kaum einen Millimeter groß, von grüner bis graubrauner Farbe. Sie hängen in langen Rispen an den oberen Blattachseln der Pflanze.

Im Handel und in Suchanfragen begegnet Ihnen oft die Schreibweise Brennesselsamen mit zwei n. Das ist die alte Rechtschreibung. Seit der Reform von 1996 schreibt man Brennnessel mit drei n, beide Schreibweisen meinen aber dasselbe.

Bei uns im Kräuterhof ist der Brennnesselsamen oft die letzte Ernte des Jahres. Wenn Ende Oktober alles eingebracht ist, wird getrocknet, sortiert und abgepackt.

Weiblich oder männlich: Welche Pflanzen tragen die Samen?

Die Große Brennnessel trägt den botanischen Namen Urtica dioica. Das dioica bedeutet „zweihäusig“: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Nur die weiblichen bilden Samen. Wer sammeln möchte, muss sie also unterscheiden können.

  1. Weibliche Pflanzen: Die Blütenstände sind grünlich und hängen im Spätsommer schwer nach unten, weil sich die Samen darin bilden. Sie sehen aus wie kleine, dichte Bärtchen.
  2. Männliche Pflanzen: Die Blütenstände sind gelblich-weiß, stehen eher waagrecht ab und stäuben bei Berührung. Samen gibt es hier nicht.
  3. Kleine Brennnessel: Die niedrige Kleine Brennnessel trägt männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Ihre Samenstände sind kurz, für die Ernte lohnt sich die Große Brennnessel mehr.

Mehr über die Pflanze selbst, ihre Blätter und ihre Geschichte lesen Sie in unserem Porträt der Brennnessel.

Getrocknete Schafgarbenblüten, die zusammen mit Brennnesselsamen über Salat gestreut werden

Schafgarbenblüte, ein Partner für Brennnesselsamen im Salat.

Wann und wie erntet man Brennnesselsamen?

Erntezeit ist von etwa Mitte August bis in den Oktober. Ideal ist der Zeitpunkt, wenn die Samenstände schwer herabhängen und von Grün ins Bräunliche wechseln. Sammeln Sie an einem trockenen Tag, abseits von Straßen und gedüngten Feldern.

  1. Schützen: Ziehen Sie feste Handschuhe und lange Ärmel an. Die Brennhaare sitzen auch an den Stängeln der Samenstände.
  2. Abschneiden: Schneiden Sie die oberen, samentragenden Triebspitzen mit einer Schere ab. Lassen Sie die Pflanze stehen, damit sie im nächsten Jahr wieder austreibt.
  3. Trocknen: Hängen Sie die Triebe kopfüber in eine Papiertüte oder legen Sie sie locker auf ein Tuch. An einem luftigen, schattigen Ort dauert das etwa ein bis zwei Wochen.
  4. Sieben: Reiben Sie die trockenen Rispen mit Handschuhen über einem groben Küchensieb. Die Samen fallen durch, Stängel und Blättchen bleiben im Sieb.
  5. Lagern: Füllen Sie die Samen in ein dicht schließendes Glas und bewahren Sie es dunkel und trocken auf. So bleibt das Aroma bis zur nächsten Ernte erhalten.

Wie das Trocknen auch bei anderen Kräutern gelingt, zeigt unsere Anleitung Kräuter trocknen. Und welche essbaren Pflanzen Sie im Jahreslauf noch am Wegrand finden, lesen Sie im Ratgeber Wildkräuter.

Wie schmecken Brennnesselsamen?

Getrocknete Brennnesselsamen schmecken mild nussig, leicht grasig und ein wenig herb, ähnlich wie Sonnenblumenkerne mit einem Hauch Heu. Roh sind sie zart und knuspern kaum. Wer sie in einer trockenen Pfanne röstet, bekommt ein deutlich kräftigeres, nussigeres Aroma.

So rösten Sie Brennnesselsamen

Geben Sie die Samen ohne Fett in eine Pfanne und rösten Sie sie bei mittlerer Hitze zwei bis drei Minuten unter ständigem Rühren, bis sie duften. Sofort auf einen Teller geben, damit sie nicht nachbräunen. Geröstet passen sie besonders gut zu herzhaften Gerichten.

Sesamkörner natur für Sesamsalz mit Brennnesselsamen

Sesam und Brennnesselsamen werden zusammen zu einem würzigen Sesamsalz.

Brennnesselsamen in der Küche: Müsli, Salat und Brot

Brennnesselsamen sind ein unkompliziertes Würzkraut. Man streut sie einfach über das fertige Gericht oder backt sie mit. Ein paar Ideen aus unserer Küche:

  • Müsli und Porridge: Ein Teelöffel Brennnesselsamen über Haferflocken, Joghurt oder Quark gibt eine nussige Note. Zusammen mit Leinsamen und Nüssen wird daraus ein eigenes Frühstück, mehr Ideen finden Sie im Ratgeber Müsli selber machen.
  • Salat: Grüner Salat, angemacht mit Essig, Öl und Salz, bekommt mit Brennnesselsamen und Blüten eine ganz neue Seite.
  • Brot und Brötchen: Zwei bis drei Esslöffel in den Brotteig kneten oder vor dem Backen auf die Oberfläche streuen.
  • Suppe und Gemüse: Geröstet über Kürbissuppe, Ofengemüse oder Rührei.
  • Butter und Aufstrich: In weiche Butter oder Frischkäse rühren, mit etwas Salz und Schnittlauch.

Rezept: Sesamsalz mit Brennnesselsamen

Gomasio, ein japanisches Sesamsalz, lässt sich gut mit Brennnesselsamen abwandeln. Rösten Sie 8 Esslöffel Sesam in einer trockenen Pfanne goldgelb. Geben Sie zum Schluss 2 Esslöffel Brennnesselsamen dazu und rösten Sie sie eine Minute mit. Mit 1 Teelöffel grobem Meersalz im Mörser grob zerstoßen und abkühlen lassen. Im Schraubglas hält es sich einige Wochen. Es passt zu Reis, Gemüse, Avocadobrot und Salaten. Wer lieber mit Kräutern würzt, findet im Ratgeber Kräutersalz selber machen weitere Mischungen.

Sabines Tipp

„Mein liebster Sommersalat ist ganz schlicht: grüner Salat mit Essig, Öl und Salz, und darüber je ein Teelöffel Schafgarbenblüten, Brennnesselsamen und Holunderblüten. Das sieht hübsch aus und schmeckt nach Wiese.“

Getrocknete Holunderblüten als Topping für Salat mit Brennnesselsamen

Holunderblüten bringen Farbe und Duft in den Salat.

Sorgfalt beim Sammeln: Sammeln Sie nur an sauberen Standorten und nur so viel, wie Sie brauchen. Brennnesseln sind wichtige Futterpflanzen für die Raupen vieler Schmetterlinge, etwa von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Brennnesselsamen

Brennesselsamen oder Brennnesselsamen: Was ist richtig?

Nach heutiger Rechtschreibung schreibt man Brennnesselsamen mit drei n. Die Schreibweise Brennesselsamen stammt aus der Zeit vor 1996 und ist im Handel weiterhin verbreitet. Gemeint ist dasselbe.

Brennen Brennnesselsamen?

Getrocknete und gesiebte Samen brennen nicht. Beim Ernten sollten Sie aber Handschuhe tragen, denn an den frischen Stängeln der Samenstände sitzen Brennhaare.

Kann man Brennnesselsamen roh essen?

Ja, getrocknete Brennnesselsamen werden meist roh über Müsli, Salat oder Brot gestreut. Wer es nussiger mag, röstet sie kurz in einer trockenen Pfanne.

Wann sind Brennnesselsamen reif?

Von etwa Mitte August bis Oktober. Reife Samenstände hängen schwer nach unten und färben sich von Grün ins Bräunliche. Nur weibliche Pflanzen tragen Samen.

Wie lange sind Brennnesselsamen haltbar?

Gut getrocknet, dunkel und luftdicht gelagert bleiben sie bis zur nächsten Ernte aromatisch. Riechen sie muffig oder ranzig, sollten Sie sie nicht mehr verwenden.

Wo kann man Brennnesselsamen kaufen?

Getrocknete Brennnesselsamen finden Sie bei uns im Shop unter den Einzelkräutern, im Produktnamen in der alten Schreibweise Brennesselsamen.

Quellen: Wikipedia: Große Brennnessel