Das Wichtigste in Kürze
Ebereschenbeeren sind die Vogelbeeren der Eberesche (Sorbus aucuparia). Sie sind roh nicht zum Verzehr geeignet, weil sie Parasorbinsäure enthalten, die erst durch Kochen abgebaut wird. Erhitzt eignen sie sich für Gelee, Marmelade, Sirup und Tee. Vogelbeeren schmecken herb und aromatisch, getrocknete Beeren gibt es das ganze Jahr.
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Inhalt
Was sind Ebereschenbeeren und wie erkennt man sie?
Ebereschenbeeren, besser bekannt als Vogelbeeren, sind die kleinen Früchte der Eberesche, eines Rosengewächses, das an Waldrändern, in Gärten und an Straßen wächst. Regional heißen sie auch Drosselbeeren, Eibschen, Kronawetterbeeren oder Trüffelbeeren. Der Name Vogelbeere kommt daher, dass Drosseln und andere Vögel die Beeren gerne fressen.
Die Eberesche ist leicht zu erkennen:
- Blätter: unpaarig gefiedert, also mit vielen kleinen Blättchen an einem Stiel. Sie erinnern an die Blätter der Esche. Der Name Eberesche wird meist als „unechte Esche“ erklärt.
- Blüten: kleine weiße Blüten in Schirmen, die im Mai und Juni blühen.
- Beeren: erbsengroß, leuchtend orangerot, in dichten Büscheln, die ab dem Spätsommer reifen.
Verwechseln Sie die Eberesche nicht mit anderen Bäumen und Sträuchern mit roten Beeren. Die Mehlbeere (Sorbus aria) zum Beispiel ist mit ihr verwandt, hat aber ungeteilte Blätter. Sammeln Sie nur, was Sie sicher bestimmen können, und ziehen Sie im Zweifel ein Bestimmungsbuch oder eine kundige Person zu Rate. Getrocknete Ebereschenbeeren aus dem Fachhandel sparen Ihnen die Bestimmung.
Sind Vogelbeeren essbar?
Ja, aber nicht roh. Frische Vogelbeeren enthalten Parasorbinsäure. Sie schmecken roh sehr bitter-herb, und der Stoff ist roh schlecht verträglich. Beim Kochen und Erhitzen wird die Parasorbinsäure in Sorbinsäure umgewandelt, einen Stoff, den man auch als Konservierungsstoff kennt. Deshalb gilt die alte Regel: Vogelbeeren immer erhitzen, bevor man sie isst.
Lebensmittelhinweis: Essen Sie Ebereschenbeeren nicht roh. Verarbeiten Sie sie gekocht zu Marmelade, Gelee, Sirup oder Tee. Frost macht die Beeren zwar milder im Geschmack, ersetzt das Erhitzen aber nicht. Es gibt Auslesen wie die Mährische Eberesche, deren Beeren milder schmecken, aber auch diese erhitzt man besser.
Wann erntet man Vogelbeeren?
Die Beeren reifen ab dem Spätsommer und werden im Herbst geerntet, meist von September bis Oktober. Früher erntete man sie gern nach dem ersten Frost, da sie dann etwas von ihrer Herbe verlieren und eine dezente Süße entwickeln. Schneiden Sie ganze Fruchtstände ab und lösen Sie die Beeren zu Hause von den Stielen. Wer einen Baum im Garten hat, lässt einen Teil gern für die Vögel hängen, die im Winter darauf angewiesen sind.
Wer nicht selbst sammeln kann, nutzt getrocknete Ebereschenbeeren. Sie sind das ganze Jahr verfügbar und lassen sich wie frische Beeren verarbeiten.

Auch Schlehen sind sehr herb: Sie werden ebenfalls für Liköransätze und Sirup verwendet.
Wie verarbeitet man Ebereschenbeeren?
Vogelbeergelee und Vogelbeermarmelade
Vogelbeeren sind sehr herb, deshalb mischt man sie in Marmelade und Gelee gern mit milderem Obst wie Äpfeln oder Quitten. Zuerst werden die Beeren in Wasser weichgekocht, erst dann werden sie passiert oder abgeseiht. Danach gehen Sie nach der Packungsanleitung Ihres Gelierzuckers vor. Ein Vogelbeergelee passt, ähnlich wie Preiselbeeren, zu Wild und kräftigem Käse. Allgemeine Tricks zum Verfeinern finden Sie im Ratgeber Marmelade verfeinern, und ein Gelee aus Früchten mit viel Eigenaroma beschreibt der Ratgeber Quittengelee.
Vogelbeersirup mit Gewürzen
Mit getrockneten Beeren gelingt ein aromatischer Sirup, den Sie verdünnt als Getränk oder zu Pfannkuchen und Eis genießen.
Zutaten:
- 100 g getrocknete Ebereschenbeeren
- 750 ml Wasser
- 500 g Zucker
- 1 Zimtstange (Ceylon)
- 2 Kardamomkapseln
- 1 Sternanis
- Beeren waschen: Spülen Sie die Beeren gründlich ab.
- Kochen: Geben Sie die Beeren mit Wasser und den Gewürzen in einen Topf, bringen Sie alles zum Kochen und lassen Sie es zugedeckt etwa 20 Minuten leise köcheln.
- Abseihen: Gießen Sie den Sud durch ein feines Sieb und entfernen Sie Beeren und Gewürze.
- Zucker einrühren: Rühren Sie den Zucker in den heißen Sud, bis er sich gelöst hat, und lassen Sie alles noch einmal kurz aufkochen.
- Abfüllen: Füllen Sie den heißen Sirup in saubere, heiß ausgespülte Flaschen und verschließen Sie sie sofort. Kühl und dunkel lagern.

Ceylon-Zimtstangen: ein mildes, feines Zimtaroma für den Sirup.

Ein Sternanis rundet den Sirup mit einer lakritzartigen Süße ab.
Tee und Likör
Für einen Tee übergießen Sie die getrockneten Beeren mit heißem Wasser und lassen sie 5 bis 7 Minuten ziehen. Der Tee schmeckt herb und aromatisch und lässt sich mit etwas Honig oder Apfelsaft abrunden. In vielen Haushalten war es außerdem Brauch, Vogelbeeren für Likör anzusetzen. Wie ein Ansatz grundsätzlich funktioniert, beschreibt der Ratgeber Schlehenlikör. Vogelbeerbrand ist eine Spezialität aus den Alpenländern; er wird in Brennereien hergestellt und darf in Deutschland nicht zu Hause selbst gebrannt werden.

Auch Holunderbeeren isst man nicht roh. Sie werden immer gekocht, zum Beispiel zu Mus oder Saft.
Sabines Tipp: Weil Vogelbeeren so herb sind, lohnt es sich, sie mit einer fruchtig-säuerlichen Zutat zu kombinieren, etwa mit Äpfeln, Quitten oder den roten Früchten der Berberitze. Probieren Sie die Mischung nach dem Kochen und süßen Sie lieber in kleinen Schritten nach.

Berberitzen schmecken fruchtig-säuerlich und runden herbe Früchte ab.
Welche Bräuche gibt es rund um die Eberesche?
Die Eberesche hat in der europäischen Volkskultur einen festen Platz. Im Volksglauben galt sie als Schutzbaum, den man gern bei Haus und Hof pflanzte. Auch ein Zweig über der Tür oder im Stall sollte nach altem Brauch Unheil fernhalten. Die roten Beerendolden schmücken im Herbst viele Kränze und Gestecke, und mit den Beeren kann man Ketten auffädeln.
Hinweis: Bewahren Sie Zweige, Kränze und Beeren, die als Schmuck dienen, außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf. Roh sind die Beeren nicht zum Verzehr geeignet.
Was Sie dafür brauchen
EbereschenbeerenGetrocknete Vogelbeeren für Tee, Sirup und MarmeladeAnsehen
SchlehdornfrüchteHerbe Schlehen für Likör und SirupAnsehen
Holunder Beeren schwarzFür Mus, Saft und Tee, immer erhitzenAnsehen
BerberitzenfrüchteFruchtig-säuerlich zum AbrundenAnsehen
Zimtstangen ganz CeylonFür den GewürzsirupAnsehen
SternanisFür den GewürzsirupAnsehen
Kardamom ganzKardamom für den SirupAnsehenHäufige Fragen
Sind Ebereschenbeeren giftig?
Roh sind sie nicht zum Verzehr geeignet, weil sie Parasorbinsäure enthalten. Durch Kochen und Erhitzen wird sie abgebaut. Verarbeiten Sie die Beeren deshalb immer erhitzt, zum Beispiel zu Gelee, Marmelade oder Sirup.
Sind Vogelbeeren und Ebereschenbeeren dasselbe?
Ja. Vogelbeere ist der gebräuchliche Name für die Frucht der Eberesche. Regional sagt man auch Drosselbeere oder Eibschen.
Wie schmecken Vogelbeeren?
Herb und aromatisch, nach dem ersten Frost etwas milder und mit dezenter Süße. Roh sind sie bitter, erhitzt und gesüßt werden sie zu einer aromatischen Beerennote.
Wann sind Vogelbeeren reif?
Ab dem Spätsommer, meist im September und Oktober. Dann sind sie leuchtend orangerot.
Kann man Vogelbeeren trocknen?
Ja, getrocknete Ebereschenbeeren sind lange haltbar und das ganze Jahr verfügbar. Auch getrocknete Beeren verarbeiten Sie erhitzt, zum Beispiel als Tee oder Sirup.
Was kann man aus Vogelbeeren machen?
Gelee, Marmelade, Sirup, Tee und Likör. Wegen ihrer Herbe kombiniert man sie gern mit Äpfeln oder Quitten.