Das Wichtigste in Kürze
Schlehenlikör setzen Sie aus 500 g Schlehen, 1 Liter Korn, Wodka oder Gin und 200 g braunem Kandis an. Die Früchte erntet man ab Oktober, idealerweise nach dem ersten Frost oder nach einem Tag im Tiefkühler. Der Ansatz zieht sechs bis acht Wochen an einem dunklen Platz, wird abgeseiht und reift noch einige Wochen in der Flasche. Die Kerne bleiben ganz und werden nicht zerstoßen.
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Inhalt
Woran erkennen Sie die Schlehe?
Die Schlehe (Prunus spinosa) heißt auch Schwarzdorn, Heckendorn oder Haferpflaume. Sie ist ein dorniger Strauch aus der Familie der Rosengewächse und wächst an Waldrändern, Feldwegen und in Hecken. Im März und April blüht sie weiß, noch bevor die Blätter austreiben. Daran erkennen Sie den Strauch schon im Frühjahr. Im Herbst hängen kugelige, etwa erbsengroße Früchte daran. Sie sind blauschwarz und tragen einen feinen, hellen Reif, der sich abwischen lässt.
Roh sind Schlehen sehr herb und ziehen den Mund zusammen. Der Grund sind die Gerbstoffe in der Frucht. Genau deshalb eignet sich die Schlehe so gut für Likör, Sirup und Schnaps: Zucker und Alkohol nehmen ihr die Schärfe, und das Aroma bleibt. Ernten Sie nur, was Sie sicher erkennen. Im Zweifel lassen Sie die Früchte hängen oder fragen jemanden, der den Strauch kennt.
Für den eigenen Bedarf dürfen Sie in kleinen Mengen Früchte pflücken, nicht jedoch in Naturschutzgebieten und nicht auf Privatgrund ohne Erlaubnis. Meiden Sie stark befahrene Straßen und Felder, die gespritzt werden.
Wann erntet man Schlehen?
Reif sind Schlehen ab Oktober, bis in den November hinein. Nach alter Überlieferung pflückt man sie erst nach dem ersten Frost. Die Erfahrung vieler Selbstversorger ist, dass sie danach milder schmecken, weil die Frucht weicher wird. Heute braucht man den Frost nicht abzuwarten: Legen Sie die Früchte ein bis zwei Tage in den Tiefkühler. Das Ergebnis ist ähnlich.
Pflücken Sie vorsichtig, denn die Dornen sind lang und spitz. Handschuhe und lange Ärmel sind sinnvoll. Zu Hause verlesen Sie die Früchte, entfernen Stiele und Blätter und spülen sie kurz ab.
Schlehenlikör selber machen: das Rezept
Ergibt etwa 1 Liter · Vorbereitung 30 Minuten · Ziehzeit 6 bis 8 Wochen
- 500 g Schlehen, gefroren oder nach dem ersten Frost geerntet
- 1 Liter Korn, Wodka oder Gin mit 38 bis 40 % vol.
- 200 g brauner Kandiszucker (nach Geschmack mehr)
- 1 Zimtstange Ceylon
- 1 Streifen Schale einer unbehandelten Orange (nach Belieben)
- 1 Schraubglas mit etwa 2 Litern Inhalt

Eine Zimtstange aus Ceylon gibt dem Likör ein weiches Aroma.
- Früchte vorbereiten: Waschen Sie die Schlehen, tupfen Sie sie trocken und frieren Sie sie bei Bedarf ein bis zwei Tage ein. Lassen Sie sie vor dem Ansetzen antauen.
- Ansetzen: Füllen Sie Schlehen, Kandis, Zimtstange und Orangenschale ins Glas und gießen Sie den Alkohol darüber, bis alles bedeckt ist. Glas fest verschließen.
- Ziehen lassen: Stellen Sie das Glas an einen dunklen Ort bei Zimmertemperatur. Schwenken Sie es in den ersten zwei Wochen alle paar Tage, bis sich der Zucker gelöst hat. Der Ansatz zieht sechs bis acht Wochen.
- Abseihen: Gießen Sie den Likör durch ein feines Sieb und danach durch einen Kaffeefilter. Pressen Sie die Früchte nicht aus, sonst wird der Likör trüb. Die Früchte können Sie entsorgen.
- Abfüllen und reifen lassen: Füllen Sie den Likör in saubere, heiß ausgespülte Flaschen. Er schmeckt nach vier Wochen Ruhe runder.
Wichtig: Lassen Sie die Kerne der Schlehen ganz. Sie dürfen nicht zerstoßen, zerkaut oder im Mixer zerkleinert werden, denn sie enthalten Stoffe, aus denen Blausäure entstehen kann. Größere Mengen roher Früchte sollten Sie ebenfalls nicht essen. Likör gehört zu den alkoholischen Getränken. Genießen Sie ihn in Maßen.

Brauner Kandis löst sich langsam und gibt dem Likör ein rundes Aroma.
Welche Varianten gibt es: Sloe Gin, Schlehenfeuer und mehr?
Sloe Gin ist die englische Version des Schlehenlikörs. Er wird mit Gin angesetzt, meist mit etwas mehr Zucker. Das Prinzip ist dasselbe: Schlehen, Zucker und Alkohol ziehen mehrere Wochen, dann wird abgeseiht. Wollen Sie Sloe Gin machen, nehmen Sie das obige Rezept und ersetzen den Korn durch Gin. Lassen Sie dann die Zimtstange weg, damit der Wacholder-Geschmack im Vordergrund bleibt.
„Schlehenfeuer“ ist eine verbreitete Bezeichnung für Schlehenlikör und wird auch von Herstellern als Produktname verwendet. Mit Vanilleschote und Zimt schmeckt der Likör weicher, mit Orangenschale fruchtiger. Wer keine frischen Schlehen findet, kann getrocknete Schlehdornfrüchte nehmen. Als Richtwert genügen etwa 120 g auf 1 Liter Alkohol. Probieren Sie nach zwei Wochen und lassen Sie den Ansatz bei Bedarf länger ziehen.

Eine Vanilleschote macht den Likör weicher im Geschmack.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Rezepte in den Ratgebern Kräuterlikör selber machen, Hagebuttenlikör und Quittenlikör. Der Likör hält dunkel und kühl gelagert lange. Mit der Zeit wird sein Geschmack runder. In einer braunen Flasche mit selbst gestaltetem Etikett ist er auch ein schönes Geschenk.
Marks Tipp
Setzen Sie gleich zwei Gläser an: eines nur mit Kandis, eines mit Kandis und Vanille. Nach dem Abseihen vergleichen Sie beide. So finden Sie heraus, welche Variante Ihnen schmeckt, und können im nächsten Jahr gezielt ansetzen.

Braunglas schützt den Likör vor Licht.
Was Sie dafür brauchen
SchlehdornfrüchteGetrocknete Schlehdornfrüchte für LiköransätzeAnsehen
Kandiszucker braunBrauner Kandiszucker, langsam löslichAnsehen
Zimtstangen ganz CeylonZimtstangen aus CeylonAnsehen
Vanilleschoten BourbonBourbon-Vanilleschoten aus MadagaskarAnsehen
OrangenschalenOrangenschalen für Liköre und AnsätzeAnsehen
Weithalsflasche braun 250 ml DN 55Weithalsflasche aus Braunglas, 250 mlAnsehenFrische Schlehen führen wir nicht. Sie finden sie im Herbst an Hecken und Wegrändern. Im Shop gibt es getrocknete Schlehdornfrüchte, Kandis, Gewürze und Flaschen für Ihren Ansatz.
Passend dazu: Ebereschenbeeren
Häufige Fragen
Wann erntet man Schlehen?
Ab Oktober bis in den November. Nach der Überlieferung pflückt man sie nach dem ersten Frost, weil sie dann milder schmecken. Alternativ legen Sie die Früchte ein bis zwei Tage in den Tiefkühler.
Wie lange muss Schlehenlikör ziehen?
Rechnen Sie mit sechs bis acht Wochen. Danach wird abgeseiht, und der Likör sollte noch einige Wochen in der Flasche ruhen.
Muss man Schlehen einfrieren?
Nötig ist es nicht, aber es ist üblich. Der Frost macht die Früchte weicher und milder. Wenn Sie nach dem ersten Frost ernten, können Sie den Tiefkühler überspringen.
Darf man Schlehen roh essen?
Schlehen schmecken roh sehr herb. Kleine Mengen kann man probieren, größere nicht. Die Kerne gehören nicht zerkaut oder zerstoßen. Am bekanntesten ist die Verwendung im Likör oder Sirup.
Was ist der Unterschied zwischen Schlehenlikör und Sloe Gin?
Sloe Gin ist die englische Variante mit Gin als Alkohol. Schlehenlikör wird bei uns meist mit Korn oder Wodka angesetzt. Die Herstellung ist sonst gleich.
Was ist Schlehenfeuer?
Schlehenfeuer ist eine übliche Bezeichnung für Schlehenlikör und wird auch als Produktname verwendet.