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12.11.24

Fichtenharz, Burgunderharz, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Fichtenharz und Kiefernharz: Waldharze zum Räuchern

Das Wichtigste in Kürze

Fichtenharz, auch Burgunderharz genannt, ist das Harz der Gemeinen Fichte. Kiefernharz stammt von Kiefern wie der Wald- oder Schwarzkiefer. Beide sind heimische Räucherharze: Fichtenharz duftet kräftig, würzig und balsamisch, Kiefernharz warm und etwas weicher. Geräuchert werden sie in kleinen Mengen auf Räucherkohle oder milder auf dem Stövchen mit Räucherplatte.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Fichtenharz?

Fichtenharz ist das Harz der Gemeinen Fichte (Picea abies), des häufigsten Baums in unseren Wäldern. Die Fichte bildet Harz, um Risse und verletzte Stellen in der Rinde zu verschließen. Das zähe, goldgelbe Harz tritt aus, wird an der Luft langsam fest und lässt sich dann vom Stamm lösen.

Im Handel heißt Fichtenharz oft auch Burgunderharz. Beim Räuchern duftet es kräftig, warm und waldig, mit einer balsamischen Tiefe, die an frisch geschlagenes Nadelholz erinnert. Bei uns in Bayern nennen wir es gern den „bayrischen Weihrauch“, denn auf dem Land räucherte man seit jeher mit dem, was der Wald hergab.

In den Rauhnächten ging der Bauer früher mit der Glutpfanne durch Haus und Stall. Neben Kräutern aus dem Garten lag oft Fichtenharz darauf. Der Brauch sollte nach altem Glauben Haus, Hof und Tiere durch das neue Jahr begleiten.

Was ist Kiefernharz?

Kiefernharz stammt von verschiedenen Kiefernarten, etwa der Waldkiefer oder der Schwarzkiefer. Kiefern sind besonders harzreich. In Niederösterreich gibt es dafür sogar ein eigenes altes Handwerk: die Pecherei. Pecher ritzten die Rinde der Schwarzkiefern gezielt an und sammelten das Harz in kleinen Gefäßen. Seit 2011 steht die Pecherei in Niederösterreich im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich.

Aus Kiefernharz wird auch Kolophonium gewonnen, das Musiker zum Bestreichen der Geigenbögen kennen. Beim Räuchern duftet Kiefernharz warm, waldig und harzig, eine behagliche Note für die dunkle Jahreszeit.

Kiefernharz zum Räuchern, goldbraune Harzstücke der Kiefer

Kiefernharz duftet warm, waldig und harzig.

Fichtenharz oder Kiefernharz: Wie unterscheiden sie sich?

Beide Harze sind heimisch, beide duften nach Wald. Und doch hat jedes seinen eigenen Charakter:

  • Fichtenharz: kräftig, würzig und balsamisch. Es raucht auf der Kohle recht stark und passt zu Hausräucherungen und dem Brauchtum im Winter.
  • Kiefernharz: warm, rund und etwas weicher im Duft. Es eignet sich pur oder als Basis in Mischungen, etwa mit Kräutern.
  • Nadeln: Auch Fichtennadeln und Kiefernnadeln lassen sich räuchern. Sie duften frischer und grüner als die Harze und geben Mischungen eine lebendige Waldnote.

Unser Tipp: Probieren Sie beide Harze nacheinander auf dem Stövchen. Dort lassen sich die feinen Unterschiede gut wahrnehmen.

Getrocknete Fichtennadeln zum Räuchern, passend zu Fichtenharz

Fichtennadeln bringen eine frische, grüne Waldnote in Mischungen.

Wie räuchert man Fichtenharz und Kiefernharz?

  1. Harz zerkleinern: Größere Stücke mörsern Sie vor dem Räuchern grob. Weil Harz leicht klebt, legen Sie es vorher kurz ins Gefrierfach. Kalt wird es spröde und lässt sich leichter zerstoßen.
  2. Gefäß vorbereiten: Füllen Sie eine feuerfeste Schale zwei Finger hoch mit Räuchersand.
  3. Kohle anzünden: Halten Sie die Räucherkohle mit der Zange in die Flamme, bis sie Funken sprüht. Legen Sie sie auf den Sand und lassen Sie sie grau durchglühen.
  4. Räuchern: Geben Sie ein erbsengroßes Stück oder eine Prise des gemörserten Harzes auf die Kohle. Waldharze rauchen kräftig, deshalb ist weniger mehr.
  5. Sanfter auf dem Stövchen: Über dem Teelicht duftet das Harz milder. Legen Sie eine Räucherplatte auf das Sieb, denn Fichten- und Kiefernharz werden schnell flüssig und kleben.
  6. Abschließen: Lassen Sie die Kohle ausglühen und lüften Sie gründlich.

Sicherheit: Waldharze erzeugen auf der Kohle viel Rauch. Räuchern Sie in kleinen Mengen, lüften Sie gut und stellen Sie das Gefäß nicht direkt unter einen Rauchmelder. Glut nie unbeaufsichtigt lassen, Kinder und Haustiere fernhalten und eine hitzefeste Unterlage verwenden. Harz ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Fichtenharz passt auch gut in eine Mischung für die Hausräucherung oder als Basis, wenn Sie Ihre Räuchermischung selber machen.

Kiefernnadeln und Kiefernsprossen zum Räuchern mit Kiefernharz

Kiefernnadeln: die feinen Nadeln und Sprossen der Kiefer.

Darf man Fichtenharz selbst sammeln?

Bei Spaziergängen findet man Fichtenharz das ganze Jahr über. Damit der Baum keinen Schaden nimmt, gelten ein paar einfache Regeln:

  • Nur ausgetretenes Harz nehmen: Sammeln Sie nur Harz, das außen am Stamm hängt oder bereits heruntergefallen ist.
  • Nie die Rinde verletzen: Kratzen Sie nicht in die Rinde und schneiden Sie keine Stücke heraus. Das Harz schützt die Stelle, an der der Baum verletzt ist.
  • Maßvoll bleiben: Nehmen Sie nur kleine Mengen für den eigenen Gebrauch mit. Im Zweifel fragen Sie den Waldbesitzer.
  • Trocknen lassen: Frisches Harz ist weich und klebrig. Lassen Sie es an einem luftigen Ort lange trocknen, bevor Sie es räuchern.

Sabines Tipp

Frisches Harz, das ich beim Spazierengehen sammle, lasse ich ein ganzes Jahr trocknen. Und ich bewahre es nie in einem verschlossenen Gefäß auf, damit es in Ruhe nachtrocknen kann.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Fichtenharz und Kiefernharz

Ist Burgunderharz dasselbe wie Fichtenharz?

Ja, im Handel wird Fichtenharz häufig als Burgunderharz bezeichnet. Gemeint ist das Harz der Gemeinen Fichte.

Wie duftet Fichtenharz beim Räuchern?

Kräftig, warm und waldig mit balsamischer Tiefe. Viele fühlen sich an einen Spaziergang durch den Nadelwald erinnert.

Welche Bedeutung hat Kiefernharz beim Räuchern?

Im Brauchtum wurde Kiefernharz vor allem in den Rauhnächten geräuchert, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Der aufsteigende Rauch stand dabei symbolisch für das Loslassen.

Kann man Fichtenharz auf dem Stövchen räuchern?

Ja. Legen Sie eine Räucherplatte auf das Sieb, weil das Harz schnell schmilzt. Auf dem Stövchen ist der Duft milder als auf der Kohle.

Wie lagert man Fichtenharz?

Gekauftes, trockenes Harz lagern Sie trocken und dunkel. Frisch gesammeltes Harz sollte dagegen offen und luftig liegen, damit es weiter trocknen kann.

Kann man Fichtennadeln räuchern?

Ja. Getrocknete Fichtennadeln duften frisch und grün. Sie lassen sich pur oder zusammen mit Fichtenharz räuchern.

Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel

Quellen: Wikipedia: Gemeine Fichte · Wikipedia: Pecherei · Wikipedia: Kolophonium