Das Wichtigste in Kürze
Beim Haus ausräuchern gehen Sie mit einer Räucherpfanne Raum für Raum durch Haus oder Wohnung und lassen den Duft von Kräutern und Harzen durch die Zimmer ziehen. Der Brauch stammt aus den Rauhnächten, in denen Bauernfamilien in Bayern und Österreich Haus und Stall ausräucherten. Heute räuchern viele nach einem Umzug, zum Jahreswechsel oder nach einem Abschied. Sie brauchen eine Räuchermischung, eine Pfanne mit Sand, Räucherkohle und etwa 30 bis 60 Minuten Zeit.
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Inhalt
Was bedeutet Haus ausräuchern?
Beim Haus ausräuchern gehen Sie mit einer Räucherpfanne oder einem Stövchen langsam von Zimmer zu Zimmer und lassen den Duft von Kräutern und Harzen durch Ihr Zuhause ziehen. Es ist ein alter Brauch, der bei uns in Bayern nie ganz verschwunden ist. Ob Haus oder Wohnung: Das Vorgehen ist dasselbe.
Für viele Menschen ist die Hausräucherung ein bewusster Moment. Man nimmt sich Zeit für die eigenen vier Wände, schaut in jede Ecke und setzt einen Punkt hinter einen Abschnitt. Was dabei geschieht, bleibt eine persönliche Erfahrung. Sicher ist: Der Duft verändert die Atmosphäre im Raum, und das Ritual selbst schafft einen Augenblick der Ruhe im Alltag.

Unsere Hausräuchermischung aus Beifuß, Salbei, Kiefernharz, Angelikawurzel und Ringelblume.
Woher kommt der Brauch der Hausräucherung?
Geräuchert wird in fast allen Kulturen der Welt. Im Alpenraum ist die Hausräucherung vor allem mit den Rauhnächten verbunden. In der Thomasnacht, an Heiligabend, an Silvester und am Vorabend von Dreikönig ging der Bauer mit der Glutpfanne durch Haus und Stall. Auf der Glut lagen Weihrauch aus der Kirche und getrocknete Kräuter aus dem Kräuterbuschen, der an Mariä Himmelfahrt geweiht worden war.
Die Familie ging mit, betete und besprengte die Räume mit Weihwasser. Im Volksglauben sollte der Rauch Haus, Hof und Vieh im neuen Jahr vor Unheil bewahren. Daher stammt auch eine der Erklärungen für den Namen „Rauhnacht“: die Rauchnacht.
Heute ist das Ausräuchern für viele weniger eine Pflicht des Kalenders als ein persönliches Ritual. Es verbindet uns mit dem, was Großeltern und Urgroßeltern schon getan haben.
Wann räuchert man Haus oder Wohnung aus?
Einen festen Zeitpunkt gibt es nicht. Diese Anlässe werden uns im Kräuterhof am häufigsten genannt:
- Umzug und Einzug: Wer eine neue Wohnung bezieht, möchte sie sich zu eigen machen. Das Ausräuchern der Wohnung gehört für viele zum Ankommen, oft am ersten Abend.
- Jahreswechsel: Die Rauhnächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar sind die klassische Zeit.
- Nach einer Renovierung oder einem großen Frühjahrsputz, wenn sich das Zuhause verändert hat.
- Nach einer schweren Zeit, einem Streit oder einem Abschied, um bewusst einen Schlusspunkt zu setzen.
- Nach dem Mondkalender: Viele wählen die Tage um Vollmond oder Neumond. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Vollmond-Räucherung.
Womit räuchert man das Haus aus?
Traditionell wird mit dem geräuchert, was Haus und Garten hergeben: Beifuß, Salbei, Wacholder, Fichten- und Kiefernharz, dazu Weihrauch. Einen Überblick über die heimischen Räucherpflanzen finden Sie in unserem Ratgeber Kräuter zum Räuchern.
Unsere Hausräuchermischung verbindet Beifuß, Salbei, Kiefernharz, Angelikawurzel und Ringelblume zu einem harzig-klaren und zugleich weichen Duft. Wer es feierlicher mag, nimmt reinen Weihrauch. Die Schutzräucherung mit rotem und schwarzem Weihrauch, schwarzem Copal, Wacholder und Lavendel duftet warm, ernst und kräftig. Weißer Salbei ist beim Ausräuchern ebenfalls sehr gefragt. Er stammt aus Nordamerika und duftet herb und intensiv. Ohne Kohle geht es mit dem Räucherbündel Ausräuchern aus Beifuß, Salbei und Johanniskraut.

Weihrauch aus Äthiopien: ein klassisches Harz für die Hausräucherung.
Wie räuchert man eine Wohnung aus? Schritt für Schritt
Planen Sie für eine Wohnung etwa eine halbe Stunde ein, für ein ganzes Haus eher eine Stunde. Gehen Sie in Ruhe vor.
- Vorbereiten: Räumen Sie ein wenig auf und öffnen Sie ein Fenster einen Spalt, damit der Rauch abziehen kann. Legen Sie Räucherwerk, Räucherlöffel und Zange bereit.
- Gefäß füllen: Geben Sie zwei Finger hoch Räuchersand in eine Räucherpfanne mit Griff. So bleibt der Griff kühl, und Sie können gut damit gehen.
- Kohle anzünden: Halten Sie die Räucherkohle mit der Zange in eine Flamme, bis sie Funken sprüht, und legen Sie sie auf den Sand. Warten Sie, bis sie grau durchgeglüht ist. Wie das gelingt, zeigt unser Beitrag Räucherkohle anzünden.
- Räucherwerk auflegen: Eine kleine Prise genügt. Lieber öfter nachlegen als zu viel auf einmal.
- Raum für Raum gehen: Beginnen Sie an der Haustür und gehen Sie im Uhrzeigersinn durch alle Zimmer, auch durch Flur, Keller und Abstellkammer. Bleiben Sie in Ecken, an Fenstern und an Türen kurz stehen.
- Zur Tür zurückkehren: Am Ende stehen Sie wieder an der Haustür. Viele öffnen jetzt alle Fenster weit, damit, wie es im Brauch heißt, das Alte hinausziehen kann.
- Ausglühen lassen: Stellen Sie die Pfanne auf eine feuerfeste Unterlage und lassen Sie die Kohle vollständig ausglühen. Lüften Sie gründlich.
Sicherheit: Glut nie unbeaufsichtigt lassen und die Pfanne nur am Griff tragen. Halten Sie Abstand zu Vorhängen und Papier. Kinder und Haustiere sollten während der Räucherung nicht im Raum sein. Rauchmelder können bei kräftigem Rauch anschlagen. Räuchern Sie deshalb sparsam, und in Mietwohnungen mit Rücksicht auf die Nachbarn. Räuchermischungen sind nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.
Sabines Tipp
„Ich gehe immer von der Haustür aus im Uhrzeigersinn und komme dort auch wieder an. In jeder Ecke bleibe ich einen Moment stehen. Wer mag, sagt dabei leise, wofür dieser Raum im neuen Abschnitt stehen soll. Und wenn es schnell gehen muss, nehme ich das Stövchen: Das duftet milder und raucht weniger.“

Die Schutzräucherung: warm, ernst und kräftig im Duft.
Haus ausräuchern nach einem Todesfall
Wenn ein Mensch gestorben ist, der in einem Haus gelebt hat, suchen viele nach einer Form, um Abschied zu nehmen. Früher öffnete man nach einem Todesfall im Haus das Fenster, damit die Seele hinausgehen konnte. Auch das Räuchern gehört in vielen Familien zu diesem stillen Abschied.
Lassen Sie sich dafür Zeit. Räuchern Sie nicht, um etwas „loszuwerden“, sondern um dem Abschied einen Ort zu geben. Viele zünden dazu eine Kerze an, stellen ein Foto auf und gehen in Ruhe durch die Räume, in denen der Mensch gelebt hat. Unsere Abschiedsräucherung aus Weihrauch, Rosenblüten, Salbei und Beifuß duftet warm, harzig und fein blumig. Im Räucherset Abschied ist alles enthalten, was Sie dafür brauchen.

Die Abschiedsräucherung für die stillen Momente.
Was Sie dafür brauchen
Räucherset HausreinigungMischungen, Stövchen und Löffel für die HausräucherungAnsehen
HausräuchermischungBeifuß, Salbei, Kiefernharz, Angelika, RingelblumeAnsehen
SchutzräucherungWeihrauch, Copal, Wacholder und LavendelAnsehen
Weihrauch Äthiopien 1.GradReiner Weihrauch, süß-würzig und balsamischAnsehen
Salbei weißHerb und intensiv, aus NordamerikaAnsehen
AbschiedsräucherungFür Erinnerung und AbschiedAnsehen
Räucherpfanne A groß D 11 cmMit langem Holzgriff zum Gehen durch die RäumeAnsehen
RäucherkohleSchnellzündende KohletablettenAnsehen
Räuchersand 200gHält die Hitze vom Gefäß fernAnsehen
Kleine RäucherzangeZum sicheren Halten der KohleAnsehenHäufige Fragen zum Haus ausräuchern
Wie oft sollte man die Wohnung ausräuchern?
Dafür gibt es keine Regel. Viele räuchern zu festen Zeiten im Jahr, etwa in den Rauhnächten und im Frühling, dazu bei besonderen Anlässen wie einem Umzug. Andere räuchern einmal im Monat um Vollmond.
Kann man die Wohnung mit Salbei ausräuchern?
Ja. Sowohl Gartensalbei als auch weißer Salbei werden gern zum Ausräuchern verwendet. Weißer Salbei duftet herber und intensiver. Er lässt sich als Blatt auf der Kohle oder als Bündel räuchern.
Fenster auf oder zu beim Ausräuchern?
Während der Räucherung genügt ein Fenster, das einen Spalt offen steht. Danach lüften Sie gründlich und öffnen alle Fenster weit.
In welcher Richtung geht man durch das Haus?
Überliefert ist vor allem der Weg im Uhrzeigersinn, beginnend und endend an der Haustür. Manche gehen auch vom Keller bis unters Dach. Wichtig ist, dass Sie keinen Raum auslassen.
Was tun, wenn der Rauchmelder angeht?
Räuchern Sie sparsam und halten Sie Abstand zum Melder. Das Stövchen mit Sieb erzeugt deutlich weniger Rauch als die Kohle. Mehr dazu in unserem Beitrag Räuchern ohne Kohle.
Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel