Das Wichtigste in Kürze
Eine Räuchermischung besteht meist aus drei Bausteinen: einem Harz als Basis, Kräutern oder Blüten für die Duftnote und etwas Holz, Rinde oder Gewürz für die Tiefe. Für den Anfang empfehlen wir zwei Teile Harz, einen Teil Kräuter und einen halben Teil Holz. Die Zutaten werden im Mörser grob zerkleinert, gemischt und dürfen dann ein bis zwei Wochen in einem dunklen Glas ruhen.
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Inhalt
Woraus besteht eine Räuchermischung?
Eine eigene Räuchermischung selber zu machen ist leichter, als es klingt. Wie bei einem guten Rezept kommt es auf die Zutaten und ihr Zusammenspiel an. Fast jede Mischung baut sich aus drei Gruppen auf:
- Harze als Basis: Weihrauch, Fichtenharz, Copal, Myrrhe oder Benzoe. Sie schmelzen auf der Glut, duften lange und geben der Mischung ihren Körper.
- Kräuter und Blüten als Duftnote: Salbei, Lavendel, Beifuß, Wacholder, Rosenblüten oder Mariengras. Sie verglimmen schneller und bringen Frische oder Süße.
- Hölzer, Rinden und Gewürze für die Tiefe: Sandelholz, Zedernholz, Zimtrinde oder Orangenschalen. Schon kleine Mengen machen den Duft runder und wärmer.
Welche heimischen Kräuter sich eignen und wie sie duften, haben wir in unserem Ratgeber Kräuter zum Räuchern zusammengestellt.

Fichtenharz ist eine schöne heimische Basis für waldige Mischungen.
Wie macht man eine Räuchermischung selber?
- Duft wählen: Überlegen Sie, wonach es duften soll: waldig, blumig, würzig oder festlich. Danach richten sich Harz und Kräuter.
- Einzeln kennenlernen: Räuchern Sie jede Zutat zuerst allein, jeweils nur eine Prise. So lernen Sie die Düfte kennen und merken schnell, was zusammenpasst.
- Harz zerkleinern: Zerstoßen Sie große Harzstücke im Mörser grob, etwa auf Linsen- bis Erbsengröße. Klebrige Harze legen Sie vorher eine Viertelstunde ins Gefrierfach.
- Kräuter zerreiben: Zerreiben Sie Kräuter und Blüten zwischen den Fingern oder grob im Mörser. Zu feines Pulver verbrennt schnell.
- Mischen: Für den Anfang: zwei Teile Harz, ein Teil Kräuter und Blüten, ein halber Teil Holz oder Gewürz. Notieren Sie das Rezept gleich.
- Ruhen lassen: Füllen Sie die Mischung in ein dunkles Schraubglas und lassen Sie sie ein bis zwei Wochen ruhen. Schütteln Sie das Glas ab und zu.
- Probe räuchern: Räuchern Sie eine Prise und passen Sie das Rezept bei Bedarf an: mehr Harz für Tiefe, mehr Kräuter für Frische.
Sorgfalt: Verwenden Sie nur gut getrocknete Pflanzen, die Sie sicher kennen, und niemals lackiertes oder behandeltes Holz. Nehmen Sie für Räucherwerk lieber einen eigenen Mörser, denn Harze lassen sich schwer entfernen. Räuchermischungen sind nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Wacholdernadeln bringen eine warme, holzige Note in die Mischung.
Welche Räuchermischungen kann man selber machen?
Drei Rezepte, mit denen Sie gut starten können. Ein „Teil“ kann ein Teelöffel oder ein Esslöffel sein, wichtig ist nur das Verhältnis.
Waldspaziergang
Zwei Teile Fichtenharz, ein Teil Wacholdernadeln und ein halber Teil Zedernholz. Die Mischung duftet kräftig, harzig und nach Nadelwald, ein Duft wie von einem Spaziergang im Bayerischen Wald.
Sommerwiese
Zwei Teile Copal gold, ein Teil fein geschnittenes Mariengras und ein halber Teil Rosenblüten, dazu eine Prise Lavendel. Hell, weich und blumig, mit einer Note von frischem Heu.

Mariengras duftet süßlich nach Heu und Sommerwiese.
Winterabend
Zwei Teile Weihrauch, je ein halber Teil Zimtbruch und getrocknete Orangenschalen, dazu ein kleines Stück Benzoe. Warm, würzig und festlich, ideal für den Advent und die Rauhnächte. Mehr über das vanillig duftende Harz lesen Sie im Ratgeber Benzoe.

Zimtbruch macht Mischungen für die Winterabende warm und würzig.
Wie bewahrt man eine Räuchermischung auf?
Räucherwerk mag es dunkel, trocken und kühl. Gut geeignet sind Schraubgläser aus braunem Glas oder Dosen, die Sie fern von Herd und Heizung aufbewahren. Beschriften Sie jedes Glas mit Namen, Zutaten und Datum.
Harze halten sich sehr lange. Kräuter und Blüten verlieren mit der Zeit an Duft, deshalb verbrauchen Sie Ihre Mischung idealerweise innerhalb eines Jahres. Lieber öfter kleine Mengen mischen als einen großen Vorrat anlegen.
Sabines Tipp
„Ich führe ein kleines Räucherbuch. Jede Mischung bekommt eine Seite mit Zutaten, Verhältnis und ein paar Worten zum Duft. Selbst gesammeltes Fichtenharz lasse ich vorher ein Jahr offen trocknen und fülle es erst dann in ein Glas.“
Wie räuchert man eine selbst gemachte Mischung?
Mischungen mit viel Harz entfalten sich auf glühender Räucherkohle besonders schön. Wie Sie die Kohle anzünden und sicher räuchern, zeigt unsere Anleitung Räucherkohle richtig anzünden. Mischungen mit viel Kräutern und Blüten räuchern Sie lieber auf einem Sieb über dem Teelicht. Dort verglimmen sie langsamer und duften milder.
Geben Sie immer nur eine kleine Prise auf die Glut und legen Sie nach, wenn der Duft nachlässt. Lüften Sie den Raum, lassen Sie die Glut nie unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder und Haustiere fern.
Was Sie dafür brauchen
Weihrauch Äthiopien 1.GradGoldgelbe Weihrauch-BasisAnsehen
Fichtenharz, BurgunderharzHeimisches Harz, waldigAnsehen
Copal goldWeich und warm für helle MischungenAnsehen
Benzoe SiamVanillige TiefeAnsehen
WacholdernadelnWarm und holzigAnsehen
MariengrasSüßlich nach HeuAnsehen
RosenblütenFür blumige MischungenAnsehen
Zimtbruch 4-7 mmFür winterliche MischungenAnsehen
Kleine RäucherzangeZum Auflegen auf die KohleAnsehen
RäucherkohleGlut für harzreiche MischungenAnsehenAlle Harze und Räucherkräuter ansehen
Häufige Fragen zum Selbermischen
Welche Kräuter eignen sich zum Räuchern?
Beliebt sind Salbei, Beifuß, Lavendel, Wacholder, Rosmarin, Rosenblüten und Mariengras. Wichtig ist, dass die Kräuter gut getrocknet sind und Sie die Pflanze sicher kennen.
Kann ich Kräuter aus dem eigenen Garten verwenden?
Ja, sehr gern. Ernten Sie an einem trockenen Tag, trocknen Sie die Kräuter luftig und schattig und verwenden Sie nur ungespritzte Pflanzen, die Sie sicher bestimmen können.
Wie lange ist eine selbst gemachte Räuchermischung haltbar?
Dunkel, trocken und gut verschlossen hält sie sich lange. Weil Kräuter und Blüten mit der Zeit an Duft verlieren, verbrauchen Sie die Mischung idealerweise innerhalb eines Jahres.
Braucht eine Räuchermischung immer Harz?
Nein. Reine Kräutermischungen sind möglich und duften auf dem Stövchen sehr fein. Harz gibt der Mischung aber Tiefe und sorgt dafür, dass der Duft länger im Raum bleibt.
Wie zerkleinere ich Harz ohne Mörser?
Schlagen Sie die Harzstücke in ein festes Tuch ein und zerstoßen Sie sie vorsichtig mit einem Nudelholz. Vorher ins Gefrierfach gelegt, kleben sie weniger.
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