Das Wichtigste in Kürze
Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) stammt aus Südamerika und ist bei uns eine einjährige Garten- und Balkonpflanze. Blüten, Blätter und grüne Samen sind essbar und schmecken scharf und pfeffrig wie Kresse. Die Blüten schmücken Salate, die Blätter würzen Quark und Brot, und aus den unreifen Samen lassen sich „falsche Kapern“ einlegen.
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Inhalt
Was ist Kapuzinerkresse?
Leuchtend orange, gelb und rot rankt sie im Sommer über Zäune, Balkonkästen und Beetränder: Die Kapuzinerkresse ist eine der fröhlichsten Pflanzen im Garten. Und sie ist eine der wenigen, die man von der Blüte bis zum Samen auf den Teller bringen kann. Bei uns im Kräuterhof führen wir sie getrocknet für Tee und Küche, im Garten wächst sie bei vielen von uns jedes Jahr neu.
Botanisch gehört die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) zur eigenen Familie der Kapuzinerkressengewächse. Ihre Vorfahren stammen aus dem westlichen Südamerika, vor allem aus dem Gebiet des heutigen Peru. Über Spanien kam sie im 16. und 17. Jahrhundert nach Europa, zunächst als Zierpflanze in Kloster- und Schlossgärten.
In ihrer Heimat ist sie ausdauernd, bei uns übersteht sie keinen Frost und wird deshalb einjährig gezogen. Es gibt rankende Sorten mit Trieben von zwei bis drei Metern und buschige Sorten, die niedrig bleiben.
Woher hat die Kapuzinerkresse ihren Namen?
Der deutsche Name kommt von der Blüte. Ihr langer, nach hinten gebogener Sporn erinnert an die spitze Kapuze der Kapuzinermönche. Und weil die Blätter scharf schmecken wie Kresse, wurde aus beidem die Kapuzinerkresse. Im Volksmund heißt sie auch Salatblume oder Fenstergucker, weil sie gern an Fensterbrettern emporrankt.
Der botanische Name ist noch bildhafter. Carl von Linné leitete Tropaeolum vom griechischen tropaion ab, dem Siegeszeichen auf dem Schlachtfeld, an das man erbeutete Schilde und Helme hängte. Die runden Blätter erinnerten ihn an Schilde, die Blüten an Helme.
An diesen runden Blättern haben Sie bei jedem Regen Freude. Der Stiel sitzt fast in der Mitte des Blattes, das wie ein Schild geformt ist. Die Oberfläche ist so wasserabweisend, dass Tropfen wie kleine Perlen darüber rollen, ähnlich wie bei der Lotusblume.
Übrigens: Mit der Gartenkresse oder der wilden Brunnenkresse ist die Kapuzinerkresse nicht näher verwandt. Ihr ähnlicher Geschmack kommt von den Senfölen, die alle diese Pflanzen bilden. Im Englischen sorgt das für eine hübsche Verwirrung: Dort heißt die Kapuzinerkresse nasturtium, genau wie der botanische Name der Brunnenkresse.

Brunnenkresse: ähnlich scharf, aber botanisch keine Verwandte der Kapuzinerkresse.
Ist Kapuzinerkresse essbar und wie schmeckt sie?
Alle oberirdischen Teile der Kapuzinerkresse sind essbar. Sie schmecken frisch, scharf und pfeffrig, mit einer leicht senfigen Note. Die Blätter sind kräftiger, die Blüten milder und etwas süßlich, vor allem im Sporn, in dem Nektar sitzt.
- Blüten: Ganz über Blattsalate streuen, auf Frischkäsebrote legen oder in Kräuterbutter hacken. Sie sind die Farbtupfer jeder sommerlichen Platte. Mehr Ideen finden Sie im Ratgeber Essbare Blüten.
- Junge Blätter: Fein geschnitten in Quark, Rührei, Kartoffelsalat oder Pesto. Große Blätter lassen sich wie kleine Wraps mit Frischkäse füllen und einrollen.
- Knospen und grüne Samen: Eingelegt als „falsche Kapern“ oder frisch und fein gehackt als scharfe Würze für Saucen.
- Getrocknet: Getrocknete Kapuzinerkresse bringt im Winter eine kresseartige Schärfe in Kräutersalz, Dips und Kräutertee.
Sabines Tipp
„Ich pflücke die Blüten am liebsten am Vormittag, wenn sie ganz offen sind. Statt sie zu waschen, schüttle ich sie nur sanft aus, damit kleine Krabbeltiere herausfallen. So bleiben die zarten Blütenblätter schön und gehen erst kurz vor dem Servieren auf den Salat.“

Unsere bunte Blütenmischung ergänzt frische Kapuzinerkresse auf dem Teller.
Getrocknete Kapuzinerkresse ist eine schöne Zutat für eigenes Kräutersalz. Wie Sie es mischen, zeigt der Ratgeber Kräutersalz selber machen. Als Tee schmeckt sie würzig und leicht scharf und lässt sich gut mit Melisse oder Thymian kombinieren.
Wie macht man Kapern aus Kapuzinerkresse?
Echte Kapern sind die Blütenknospen des Kapernstrauchs, der am Mittelmeer wächst. Eine heimische Alternative sind die grünen, unreifen Samen oder die festen Knospen der Kapuzinerkresse. Eingelegt schmecken sie würzig, säuerlich und angenehm scharf.
Für ein kleines Glas brauchen Sie etwa 100 g grüne Samen, 2 Esslöffel Salz, 150 ml Weißweinessig, 50 ml Wasser, 1 Teelöffel Zucker, ein paar Senfkörner und ein Lorbeerblatt.
- Ernten: Pflücken Sie die Samen, solange sie noch grün und fest sind. Sie fallen meist zu dritt als kleine Teilfrüchte ab.
- Salzen: Samen waschen, mit dem Salz mischen und abgedeckt einen Tag stehen lassen. Das mildert die Schärfe und macht sie fester.
- Abspülen: Das Salz gründlich abspülen und die Samen gut abtropfen lassen.
- Sud kochen: Essig, Wasser, Zucker, Senfkörner und Lorbeer kurz aufkochen.
- Einfüllen: Die Samen in ein sauberes, heiß ausgespültes Glas füllen, mit dem heißen Sud bedecken und sofort verschließen.
- Ziehen lassen: Mindestens drei bis vier Wochen kühl und dunkel lagern. Angebrochene Gläser kommen in den Kühlschrank.
Die falschen Kapern passen überall dorthin, wo sonst echte Kapern hingehören: in Königsberger Klopse, Remoulade, Tomatensauce oder auf eine Pizza.

Gelbe Senfkörner geben dem Sud für die falschen Kapern Würze.
Wie pflanzt man Kapuzinerkresse?
Die Kapuzinerkresse ist ideal für alle, die schnelle Erfolge mögen. Die großen Samen lassen sich gut greifen, auch Kinder haben Spaß daran.
- Aussäen: Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, direkt ins Beet oder in Balkonkästen säen, etwa zwei Zentimeter tief. Auf der Fensterbank können Sie ab April vorziehen.
- Standort: Sonnig bis halbschattig. Auf magerem Boden blüht sie üppiger, auf fettem, stark gedüngtem Boden bildet sie vor allem Blätter.
- Gießen: Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe.
- Klettern lassen: Rankende Sorten brauchen einen Zaun, ein Gitter oder dürfen einfach über die Mauer hängen.
- Samen ernten: Im Spätsommer reife, braune Samen sammeln, trocknen und für das nächste Jahr aufheben.
Kapuzinerkresse blüht von Juni bis zum ersten Frost. Oft sät sie sich auch selbst aus und erscheint im nächsten Frühjahr wieder an derselben Stelle. Gemeinsam mit Ringelblumen bringt sie leuchtende Farben in jedes Gemüsebeet.

Löffelkraut: eine alte Küstenpflanze mit Kresse- und Senfnote.
Was Sie dafür brauchen
KapuzinerkresseGetrocknet für Tee und KücheAnsehen
BrunnenkressekrautWürzig-scharfes WildkrautAnsehen
LöffelkrautKresse- und SenfnoteAnsehen
Blütenmischung bunt essbarBunte Blüten für Salat und DessertAnsehen
Ringelblume Blüte ohne KelchLeuchtende Blütenblätter für die KücheAnsehen
Senf gelb ganzFür den Sud der falschen KapernAnsehen
Kräutersalz grünFertiges Kräutersalz für jeden TagAnsehenHäufige Fragen zur Kapuzinerkresse
Welche Teile der Kapuzinerkresse sind essbar?
Blüten, Blätter, Knospen und die grünen, unreifen Samen. Blätter und Samen sind schärfer, die Blüten milder und leicht süßlich.
Wie schmeckt Kapuzinerkresse?
Frisch, scharf und pfeffrig, ähnlich wie Kresse oder Rucola mit einer leichten Senfnote. Die Schärfe kommt von den Senfölen der Pflanze.
Kann man Kapuzinerkresse als Tee trinken?
Ja, getrocknete Kapuzinerkresse ergibt einen würzigen, leicht scharfen Kräutertee. Viele mögen ihn gemischt mit Melisse oder Thymian und etwas Honig.
Ist Kapuzinerkresse winterhart?
Nein. Sie verträgt keinen Frost und wird bei uns jedes Jahr neu ausgesät. Oft sät sie sich aber selbst aus und kommt im Frühjahr von allein wieder.
Was ist der Unterschied zwischen Kapuzinerkresse und Brunnenkresse?
Die Kapuzinerkresse ist eine Garten- und Rankpflanze aus Südamerika, die Brunnenkresse ein heimisches Wildkraut an klaren Bächen. Beide schmecken scharf, sind aber nicht näher verwandt.
Wann blüht die Kapuzinerkresse?
Von Juni bis zum ersten Frost im Herbst. Je magerer der Boden, desto mehr Blüten bildet sie.