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27.04.12

Blütenmischung bunt essbar, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Essbare Blüten: Welche Blüten man essen kann und wie man sie verwendet

Das Wichtigste in Kürze

Zu den bekanntesten essbaren Blüten gehören Rose, Kornblume, Ringelblume, Malve, Veilchen, Gänseblümchen, Kapuzinerkresse, Holunderblüte und Lavendel. Sie geben Salaten, Torten, Butter, Getränken und Plätzchen Farbe und ein feines Aroma. Verwenden Sie nur Blüten, die Sie sicher bestimmen können und die unbehandelt sind, also aus Lebensmittelhandel oder eigenem Garten ohne Spritzmittel. Getrocknete essbare Blüten aus dem Handel sind das ganze Jahr verfügbar.

Lesezeit: etwa 8 Minuten

Was sind essbare Blüten?

Essbare Blüten sind Blüten von Pflanzen, die man ohne Bedenken essen kann. Manche bringen einen eigenen Geschmack mit, etwa die pfeffrige Kapuzinerkresse oder die duftende Rose. Andere, wie die Kornblume, schmecken kaum nach etwas, sind aber durch ihre Farbe ein echter Blickfang auf dem Teller.

Blüten in der Küche haben eine lange Geschichte. In Indien und im Orient landen Rosenblätter und Rosenwasser in Reisgerichten und Süßspeisen, in Thailand duften Desserts nach Jasmin. In Frankreich sind kandierte Veilchen, etwa aus Toulouse, eine alte Spezialität der Konditoren. Holunderblüten werden bei uns seit Generationen zu Sirup und ausgebackenen „Hollerküchle“ verarbeitet.

Getrocknete essbare Blüten blau-violett mit Lavendel, Kornblume, Malve und Rose

Blau und violett: Blütenmischung mit Lavendel, Kornblume, Malve, Rose und Klatschmohn.

Welche Blüten kann man essen?

Die folgende Übersicht zeigt gängige Blüten, die in der Küche gut etabliert sind. Verwenden Sie in der Regel nur die Blütenblätter. Stiele, grüne Kelchteile und bei Rosen der weiße Ansatz am Blütenblatt schmecken bitter und werden entfernt.

BlüteGeschmackSo verwenden Sie sie
Rose (duftende Sorten)blumig, zart süßTorten, Sirup, Sekt, Zucker, Desserts
Kornblumemild, kaum Eigengeschmackleuchtend blaue Deko für Salate, Kuchen, Butter
Ringelblume (Calendula officinalis)leicht herb, würzigBlütenblätter in Salat, Reis, Suppe, Brotaufstrich
Malvemild, weichSalate, Desserts, Eiswürfel
Veilchen, Hornveilchensüßlich, duftendkandiert auf Torten, im Salat, auf Quark
Gänseblümchenleicht nussig, etwas herbSalat, Kräuterbutter, Brot
Kapuzinerkressepfeffrig-scharf wie KresseSalat, gefüllt, Kräuterquark
Lavendel (echter)intensiv blumig, leicht herbsehr sparsam in Gebäck, Zucker, Desserts
Holunderblütesüß, fruchtigSirup, ausgebacken im Teig, Gelee
Zucchini- und Kürbisblütemild, gemüsiggefüllt, ausgebacken, in Risotto
Kräuterblüten (Schnittlauch, Thymian, Basilikum)wie das Kraut, nur milderSalate, Rührei, Butter

Kornblume, Ringelblume und Gänseblümchen gehören botanisch zu den Korbblütlern. Bei der Ringelblume ist die echte Garten-Ringelblume Calendula officinalis gemeint, nicht die ähnlich aussehende Studentenblume (Tagetes). Mehr über einzelne Blüten lesen Sie in unseren Porträts über Rosenblüten, Kapuzinerkresse und Holunderblüten.

Getrocknete essbare Rosenblüten zum Dekorieren von Torten und Desserts

Getrocknete Rosenblüten: duftend und hübsch auf Torten und Sekt.

Woran erkennt man, ob eine Blüte essbar ist?

Nicht jede Blüte ist essbar, und manche schöne Gartenpflanze ist sogar giftig, zum Beispiel Maiglöckchen, Fingerhut, Eisenhut, Goldregen, Oleander und Engelstrompete. Ob eine Blüte essbar ist, können Sie ihr nicht ansehen. Deshalb gilt in der Küche eine einfache Regel: Essen Sie nur Blüten, die Sie ganz sicher kennen.

Wichtig: Verwenden Sie nur unbehandelte Blüten, die Sie sicher bestimmen können. Schnittblumen vom Floristen, Topfpflanzen aus dem Gartencenter und Blumen vom Friedhof sind fast immer mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und nicht zum Verzehr gedacht. Pflücken Sie nicht am Straßenrand oder an gedüngten Feldrändern. Sicher sind Blüten aus dem eigenen Garten ohne Spritzmittel oder ausdrücklich als Lebensmittel verkaufte Blüten. Im Zweifel lassen Sie eine Blüte lieber weg.

Für frische Blüten aus dem Garten gilt: Am Vormittag pflücken, wenn der Tau getrocknet ist, Insekten vorsichtig abschütteln und nur kurz und sanft abbrausen oder mit einem Pinsel säubern. Frische Blüten welken schnell. In einer verschlossenen Dose mit feuchtem Küchenpapier halten sie sich im Kühlschrank ein bis zwei Tage.

Getrocknete essbare Blüten haben den Vorteil, dass sie das ganze Jahr verfügbar sind, auch im Winter, wenn im Garten nichts blüht. Unsere bunte Blütenmischung mit Kornblumen, Rosenblüten und Ringelblumen ist als Lebensmittel für die Küche gedacht. Lichtgeschützt und gut verschlossen aufbewahrt behält sie lange ihre Farbe.

Blaue Kornblumenblüten ohne Kelch als essbare Blüten zum Dekorieren

Kornblumen ohne Kelch: leuchtendes Blau für Kuchen und Salat.

Wie verwendet man essbare Blüten?

Essbare Blüten sind empfindlich. Streuen Sie sie erst kurz vor dem Servieren über das Essen. Auf warmen oder feuchten Speisen fallen sie sonst schnell zusammen und verlieren ihre Farbe. Ein paar Ideen aus unserer Küche:

  • Salat: Blattsalat, Feldsalat oder Kräutersalat mit einer Handvoll Blüten bestreuen. Ringelblume und Kapuzinerkresse bringen Würze, Kornblume und Malve Farbe.
  • Torte und Kuchen: Auf weißer Sahne, Frischkäsecreme oder Zuckerguss leuchten Blüten besonders schön. Auch für Macarons sind sie eine hübsche Deko.
  • Blütenbutter: 125 g weiche Butter mit 1 bis 2 EL getrockneten Blüten und einer Prise Salz verkneten, in Frischhaltefolie rollen und kalt stellen.
  • Blütensalz: Grobes Meersalz mit getrockneten Blüten und Kräutern mischen. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber Kräutersalz selber machen.
  • Eiswürfel: Je eine Blüte oder ein paar Blütenblätter in die Eiswürfelform legen, mit abgekochtem, abgekühltem Wasser auffüllen und einfrieren. Hübsch in Limonade, Bowle oder Sekt.
  • Getränke: Hibiskusblüten färben Limonade und Eistee tiefrot und geben ihnen eine fruchtige Säure.
  • Frischkäsebällchen: Frischkäse mit etwas Salz und geräuchertem Paprika würzen, zu Kugeln formen und in der blau-violetten Blütenmischung wälzen.
Blaue Malvenblüten getrocknet als essbare Blüten für Salat und Desserts

Blaue Malve: mild im Geschmack, schön auf Salat und Dessert.

Essbare Blüten für Plätzchen und Weihnachtsdeko

Auch im Advent haben essbare Blüten ihren Platz. Auf Plätzchen mit weißem Zuckerguss sehen getrocknete Rosenblätter, Kornblumen und ein paar Lavendelblüten aus wie kleine Gemälde. Bei uns im Kräuterhof backen wir dafür gern einfache Butterplätzchen und verzieren sie erst nach dem Backen.

Blütenplätzchen mit Zuckerguss (etwa 40 Stück)

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 150 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • für den Guss: 150 g Puderzucker und 2 bis 3 EL Zitronensaft
  • nach Wunsch 1 TL Himbeerpulver für einen rosa Guss
  • 2 bis 3 EL getrocknete essbare Blüten
  1. Teig kneten: Mehl, Butter in Stücken, Puderzucker, Eigelb und Salz rasch verkneten und 1 Stunde kalt stellen.
  2. Ausstechen: Den Teig 3 bis 4 mm dick ausrollen, Kreise oder Sterne ausstechen und auf ein Blech mit Backpapier legen.
  3. Backen: Bei 180 °C Ober- und Unterhitze 8 bis 10 Minuten hell backen und auskühlen lassen.
  4. Guss rühren: Puderzucker mit Zitronensaft zu einem dicken Guss verrühren. Für Rosa einen Teil mit Himbeerpulver färben.
  5. Verzieren: Plätzchen mit Guss bestreichen und die Blüten sofort auflegen, solange der Guss noch feucht ist. Gut trocknen lassen und in Dosen zwischen Backpapier aufbewahren.
Getrockneter Lavendel in Blüte zum sparsamen Verwenden in Gebäck und Zucker

Lavendel: wenige Blüten genügen für Gebäck und Zucker.

Kandierte Blüten selber machen

Kandierte Blüten halten sich, gut verpackt, mehrere Wochen und sind ein schöner Blickfang auf Torten, Cupcakes und Desserts. Dafür brauchen Sie frische, ganz trockene Blüten, zum Beispiel Veilchen, Hornveilchen, Rosenblätter oder Malven. Die Schönheit der kandierten Blüten hängt von ihrer Frische ab.

Kandierte Blüten

Zutaten:

  • etwa 20 frische, unbehandelte essbare Blüten oder Rosenblätter
  • 1 sehr frisches Eiweiß oder 50 ml Rosenwasser mit 5 TL Gummi arabicum aus dem Backbedarf
  • 100 g feinster Zucker
  • 1 feiner, sauberer Pinsel, Backpapier
  1. Vorbereiten: Die Blüten vorsichtig säubern, Stiele und grüne Teile entfernen. Bei Rosenblättern den weißen Ansatz abschneiden.
  2. Lösung anrühren: Das Eiweiß mit einigen Tropfen Wasser leicht verquirlen, nicht aufschlagen. Oder das Rosenwasser in ein Glas mit Deckel füllen, das Gummi arabicum zugeben und 2 bis 3 Minuten schütteln, bis es sich gelöst hat.
  3. Bestreichen: Jede Blüte mit dem Pinsel hauchdünn von beiden Seiten einstreichen.
  4. Zuckern: Die Blüte von allen Seiten mit feinstem Zucker bestreuen und überschüssigen Zucker sanft abschütteln.
  5. Trocknen: Auf Backpapier an einem warmen, trockenen Ort 1 bis 2 Tage trocknen lassen, bis sie sich hart anfühlen.
  6. Aufbewahren: Schichtweise zwischen Backpapier in einer luftdichten Dose lagern.

Marks Tipp

„Wenn es schnell gehen muss, nehme ich die getrocknete Blütenmischung und streue sie über einen Klecks Quark mit Honig oder über die Sahne auf dem Sonntagskuchen. Kinder lieben es, wenn sie die Blüten selbst verteilen dürfen. Ein Glas Blütenzucker, also feiner Zucker mit Rosenblättern, ist außerdem ein schönes Mitbringsel.“

Was Sie dafür brauchen

Alle Gewürzmischungen ansehen

Passend dazu: Salatkräuter

Häufige Fragen zu essbaren Blüten

Welche Blüten sind essbar?

Gängige essbare Blüten sind Rose, Kornblume, Ringelblume, Malve, Veilchen und Hornveilchen, Gänseblümchen, Kapuzinerkresse, Holunderblüte, Lavendel sowie Zucchini- und Kräuterblüten. Essen Sie nur Blüten, die Sie sicher bestimmen können und die nicht gespritzt wurden.

Wo kann man essbare Blüten kaufen?

Getrocknete essbare Blüten bekommen Sie bei uns im Shop als Blütenmischung bunt oder blau-violett sowie als einzelne Sorten. Frische essbare Blüten gibt es saisonal auf Wochenmärkten oder bei Gärtnereien, die sie ausdrücklich als Lebensmittel anbauen.

Kann man Blumen aus dem Blumenladen essen?

Nein. Schnittblumen und Zierpflanzen aus dem Handel werden in der Regel mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und sind nicht für den Verzehr bestimmt. Für die Küche eignen sich nur Blüten aus Lebensmittelhandel oder eigenem, unbehandeltem Garten.

Wie lange halten getrocknete essbare Blüten?

Trocken, dunkel und gut verschlossen gelagert halten sie viele Monate. Mit der Zeit verblasst die Farbe etwas. Im Licht bleichen vor allem blaue Blüten wie Kornblume und Malve schneller aus.

Schmecken essbare Blüten nach etwas?

Das ist ganz unterschiedlich. Rose und Veilchen schmecken blumig-süß, Kapuzinerkresse pfeffrig, Ringelblume leicht herb. Kornblume und Malve sind sehr mild und vor allem für die Farbe da.