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30.10.26

Katzenkralle, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Katzenkralle: Die Liane aus dem Regenwald

Das Wichtigste in Kürze

Die Katzenkralle (Uncaria tomentosa) ist eine verholzende Liane aus dem tropischen Regenwald Süd- und Mittelamerikas, vor allem aus dem Amazonasgebiet. Ihren Namen verdankt sie den paarigen, gebogenen Dornen in den Blattachseln, mit denen sie sich an Bäumen festhält und die an Katzenkrallen erinnern. Auf Spanisch heißt sie Uña de Gato. Bei uns ist vor allem die getrocknete, geschnittene Rinde bekannt, die als herb-holziger Tee aufgebrüht wird.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Katzenkralle?

Wer den Namen zum ersten Mal hört, denkt eher an ein Haustier als an eine Pflanze. Tatsächlich steckt hinter der Katzenkralle eine Kletterpflanze aus dem Regenwald. Botanisch heißt sie Uncaria tomentosa und gehört zur Familie der Rötegewächse. Zu dieser großen Familie zählen übrigens auch der Kaffeestrauch und unser heimisches Labkraut.

Die Katzenkralle ist eine immergrüne Liane. Im Schatten des Regenwaldes wurzelt sie im feuchten Boden und klettert an den Stämmen anderer Bäume nach oben, dem Licht entgegen. Ihre verholzten Triebe können dabei über 30 Meter lang werden. In Kultur bleibt sie dagegen meist klein und buschig.

Die Blätter sind eiförmig bis elliptisch, leicht ledrig und bis zu 16 Zentimeter lang. Auf der Unterseite sind sie heller und fein behaart. Die kleinen, gelblichen Blüten sitzen dicht gedrängt in kugeligen Köpfchen und duften. Aus ihnen entstehen kleine Kapseln mit winzigen, geflügelten Samen, die der Wind verbreitet.

Woher hat die Katzenkralle ihren Namen?

Das auffälligste Merkmal der Pflanze sitzt dort, wo die Blätter am Trieb ansetzen. Hier wachsen paarweise holzige, sichelförmig gebogene Dornen. Mit diesen Haken hält sich die Liane an der Rinde der Bäume fest, an denen sie emporklettert. In Form und Größe erinnern sie verblüffend an die Krallen einer Katze.

Kein Zufall also, dass die Pflanze in vielen Sprachen gleich heißt: Uña de Gato auf Spanisch, Unha de Gato auf Portugiesisch, Cat’s Claw auf Englisch und Griffe de Chat auf Französisch. Auch der botanische Name erzählt davon. Uncaria geht auf das lateinische uncus für „Haken“ zurück. Der Beiname tomentosa bedeutet „filzig“ und beschreibt die fein behaarte Blattunterseite.

Nicht verwechseln sollten Sie die Katzenkralle mit der Teufelskralle. Die stammt aus dem südlichen Afrika, gehört zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie und hat ihren Namen von den hakenbesetzten Früchten. Auch in Südamerika gibt es eine zweite Art, die Uña de Gato genannt wird: Uncaria guianensis. Sie hat stärker gebogene Dornen, kahle Blätter und orangerote Blüten.

Getrocknete Lapacho-Rinde, wie Katzenkralle eine Rinde aus Südamerika für Tee

Lapacho ist wie die Katzenkralle eine Rinde aus Südamerika, die als Tee aufgebrüht wird.

Wo wächst die Katzenkralle?

Die Heimat der Katzenkralle ist das Amazonasgebiet. Sie kommt in Peru, Bolivien, Brasilien, Ecuador und Kolumbien vor, außerdem in Surinam und Guayana und nördlich bis nach Panama. Am wohlsten fühlt sie sich auf feuchtem, schattigem Boden im ursprünglichen Regenwald. Ihre Wurzeln laufen flach unter der Oberfläche, in der lockeren Schicht aus Laub und Humus.

Für die Menschen im Amazonasgebiet ist die Liane keine Unbekannte. Indigene Völker, etwa im peruanischen Regenwald, kennen sie seit Generationen, und das Wissen um die Pflanze wurde mündlich weitergegeben. In Europa wurde die Katzenkralle erst im 20. Jahrhundert bekannt. Seitdem wird die getrocknete Rinde auch bei uns gehandelt, meist geschnitten als Tee.

Aus derselben Region stammen übrigens viele Pflanzen, die heute in deutschen Küchen angekommen sind. Die Acai-Beere wächst an einer Palme des Amazonas, die Maca-Knolle kommt aus den Hochlagen der peruanischen Anden, und die Papaya hat ihre Wurzeln im tropischen Mittelamerika.

Maca Pulver in einer Schale, eine Knolle aus den Anden Perus wie die Katzenkralle aus Südamerika

Maca stammt wie die Katzenkralle aus Peru, allerdings aus dem Hochland der Anden.

Wie wird die Rinde der Katzenkralle geerntet?

Verwendet wird die Rinde der Katzenkralle. Bei unserer Ware handelt es sich um Wurzelrinde, im Fachhandel Uncariae tomentosae radicis cortex genannt. Sie wird abgelöst, getrocknet und anschließend zerkleinert. Was bei uns im Shop ankommt, sind grob geschnittene Rindenstücke mit holziger Struktur.

Weil die Nachfrage nach Katzenkralle in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, spielt eine schonende Ernte eine große Rolle. Eine Liane, die bis in die Baumkronen reicht, wächst nicht in einem Sommer. Damit die Bestände im Regenwald erhalten bleiben, sollte nie an einem Standort alles geerntet werden, und junge Pflanzen bleiben stehen, damit sie nachwachsen können.

Wir finden: Wer eine Pflanze aus einem so empfindlichen Lebensraum wie dem Regenwald genießt, darf ruhig wissen, woher sie kommt und wie viel Zeit in jedem Stück Rinde steckt.

Wie schmeckt Katzenkralle-Tee?

Wir schätzen die Rinde vor allem für ihren eigenen Geschmack. Und der ist ganz anders als bei Blüten- oder Blättertees.

Katzenkralle-Tee schmeckt herb, holzig und leicht nussig, mit einer bitteren und etwas zusammenziehenden Note, wie man sie von Gerbstoffen kennt. Der Duft ist zurückhaltend, ein wenig an feuchtes Holz und Waldboden erinnernd. Die Farbe des Aufgusses reicht von goldbraun bis rötlich, je nachdem, wie lange die Rinde gekocht hat.

Wer den kräftigen Charakter mag, trinkt ihn pur. Mildere Gaumen mischen ihn gern mit anderen Zutaten: Ein Stück Zimtrinde und etwas Orangenschale machen ihn runder, ein Löffel Honig nimmt die Herbe. Gut passt auch Lapacho, eine weitere Rinde aus Südamerika mit mild-nussiger Note. Aus Südamerika kommt auch der Mate-Tee, der mit seinem grasig-rauchigen Geschmack eine ganz andere Seite des Kontinents zeigt.

Getrocknete Papayablätter, ein Tee aus tropischen Blättern neben Katzenkralle

Papayablätter ergeben einen milden, grasigen Aufguss.

Katzenkralle-Tee: Zubereitung

Rinden, Wurzeln und Hölzer geben ihr Aroma langsamer ab als zarte Blätter. Deshalb werden sie nicht nur übergossen, sondern kurz gekocht. Fachleute sprechen von einer Abkochung.

  1. Ansetzen: Geben Sie die geschnittene Rinde in einen kleinen Topf mit kaltem Wasser.
  2. Aufkochen: Bringen Sie das Wasser langsam zum Kochen.
  3. Köcheln: Lassen Sie die Rinde bei kleiner Hitze mit Deckel etwa zehn Minuten leise köcheln. Je länger, desto kräftiger und dunkler wird der Tee.
  4. Abseihen: Gießen Sie den Tee durch ein feines Sieb oder einen Teefilter in die Tasse.
  5. Verfeinern: Nach Geschmack mit Honig, Zimt oder einem Spritzer Zitrone abrunden.

Wie Sie Kräuter, Blüten und Rinden jeweils richtig aufbrühen, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber Tee richtig zubereiten. Und wer gern eigene Mischungen zusammenstellt, findet Anregungen unter Kräutertee selber mischen.

Sabines Tipp

„Rindentee mache ich gern auf Vorrat für den Nachmittag: morgens kurz abkochen, abseihen und in eine Thermoskanne füllen. Im Sommer stelle ich ihn kalt, mit einer Scheibe Orange und ein paar Minzblättern. So wird aus der herben Rinde ein erfrischender Eistee.“

Acai Pulver, aus den Beeren einer Palme im Amazonas, der Heimat der Katzenkralle

Acai wächst wie die Katzenkralle im Amazonasgebiet.

Wie lagert man Katzenkralle?

Getrocknete Rinde ist robust und lange haltbar. Bewahren Sie sie in einer gut schließenden Dose oder einem dunklen Glas auf, trocken und vor Licht geschützt. So bleiben Geschmack und Farbe über viele Monate erhalten. Feuchtigkeit ist der größte Feind, deshalb gehört die Rinde nicht direkt neben den Wasserkocher.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Katzenkralle

Was ist Katzenkralle?

Katzenkralle (Uncaria tomentosa) ist eine Liane aus dem Amazonas-Regenwald. Sie gehört zu den Rötegewächsen und klettert mit krallenförmigen Dornen an Bäumen empor. Bei uns kennt man vor allem die getrocknete Rinde als Tee.

Wie bereitet man Katzenkralle-Tee zu?

Die geschnittene Rinde wird in kaltem Wasser angesetzt, aufgekocht und etwa zehn Minuten leise geköchelt. Danach abseihen und nach Geschmack mit Honig, Zimt oder Zitrone verfeinern.

Wie schmeckt Katzenkralle-Tee?

Herb, holzig und leicht nussig, mit einer bitteren, zusammenziehenden Note. Mit Zimt, Orangenschale oder Honig wird er runder und milder.

Was bedeutet Uña de Gato?

Uña de Gato ist spanisch und heißt „Katzenkralle“. So nennt man die Pflanze in Südamerika wegen ihrer gebogenen, krallenartigen Dornen.

Ist Katzenkralle das Gleiche wie Teufelskralle?

Nein. Die Teufelskralle ist eine ganz andere Pflanze aus dem südlichen Afrika. Die Katzenkralle stammt aus dem Regenwald Südamerikas. Die Namen klingen nur ähnlich.

Quellen: Wikipedia: Katzenkralle (Uncaria tomentosa)