Das Wichtigste in Kürze
Mate Tee wird aus den getrockneten, zerkleinerten Blättern des Mate-Strauchs (Ilex paraguariensis) aufgegossen, einem Stechpalmengewächs aus Südamerika. Getrunken wird er vor allem in Argentinien, Paraguay, Uruguay und Südbrasilien, wo ihn schon die Guaraní kannten. Traditionell trinkt man Mate aus einer Kalebasse mit dem Metallhalm Bombilla und gießt mit heißem, aber nicht kochendem Wasser von 70 bis 80 °C auf.
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Inhalt
Was ist Mate Tee?
Mate Tee, in Südamerika meist Yerba Mate genannt, ist streng genommen gar kein Tee. Er stammt nicht von der Teepflanze, sondern vom Mate-Strauch Ilex paraguariensis. Der immergrüne Strauch oder Baum gehört zur Familie der Stechpalmen und wächst in den subtropischen Wäldern im Süden des Kontinents. „Yerba“ ist das spanische Wort für Kraut.
Für den Tee werden Blätter und feine Zweige geerntet, kurz erhitzt, getrocknet und zerkleinert. Im Aufguss schmeckt Mate mild-würzig, grasig und leicht herb, ein wenig an grünen Tee erinnernd und doch ganz eigen. Wer zum ersten Mal Mate probiert, ist oft überrascht, wie kräftig die Blätter duften.
Woher kommt Mate? Guaraní, Jesuiten und eine alte Legende
Lange bevor die Europäer nach Südamerika kamen, tranken die Guaraní einen Aufguss aus den Blättern des Mate-Strauchs. Das Gebiet, in dem sie lebten, umfasst heute Teile von Paraguay, Argentinien, Uruguay und Südbrasilien. Nach einer Überlieferung der Guaraní schenkten die Götter den Menschen die Pflanze und zeigten ihnen, wie man die Blätter verarbeitet. So wurde Mate zu einem Geschenk, das man teilt.
Im 17. Jahrhundert legten Jesuiten in ihren Missionssiedlungen die ersten Mate-Pflanzungen an. Lange Zeit sprach man deshalb auch vom „Jesuitentee“. Heute ist Mate in Argentinien, Uruguay und Paraguay so selbstverständlich wie bei uns der Kaffee am Morgen.
Mate als Ritual: Kalebasse, Bombilla und Cebador
Mate ist in Südamerika viel mehr als ein Getränk. Er wird geteilt, unter Freunden, in der Familie, mit Kollegen. Das Gefäß heißt Mate oder Kalebasse und war ursprünglich ein ausgehöhlter Flaschenkürbis. Heute gibt es Kalebassen auch aus Holz, Keramik oder Metall. Getrunken wird durch die Bombilla, einen Metallhalm mit Sieb am unteren Ende.
Die Runde folgt festen Regeln. Der Gastgeber, der Cebador, bereitet den Mate zu und gießt Wasser auf. Er reicht die Kalebasse dem ersten Gast, der sie ganz austrinkt und zurückgibt. Dann gießt der Cebador nach und reicht sie dem Nächsten, und so geht es im Kreis. Wer genug hat, sagt einfach „gracias“. In Buenos Aires sieht man viele Menschen mit Kalebasse und Thermoskanne unterwegs, im Park, im Büro und auf Reisen.
In Paraguay trinkt man Mate an heißen Tagen gern kalt als Tereré, mit Eiswasser, frischen Kräutern oder Fruchtsaft. Ideen für kalte Aufgüsse finden Sie im Ratgeber Eistee selber machen.
Grüner oder gerösteter Mate: Was ist der Unterschied?
Grüner Mate wird nach dem Erhitzen nur getrocknet. Er behält seine grüne Farbe und schmeckt frisch, grasig und angenehm herb. Unser Matetee grün ist ein solcher Klassiker.
Gerösteter Mate wird zusätzlich geröstet. Er ist dunkler, schmeckt rauchig-würzig und milder, ein wenig wie Kaffee oder Malz. In Argentinien und Uruguay trocknet man die Blätter zudem traditionell über offenem Feuer, was dem Mate dort eine leichte Rauchnote gibt.
Wie bereitet man Mate Tee zu?
Klassisch in der Kalebasse
- Füllen: Die Kalebasse zu etwa zwei Dritteln mit Mate füllen.
- Schräg stellen: Die Öffnung mit der Hand abdecken, die Kalebasse umdrehen und leicht schütteln, dann schräg halten, sodass sich die Blätter an einer Seite sammeln.
- Anfeuchten: Etwas lauwarmes Wasser in die Mulde gießen und kurz einziehen lassen.
- Bombilla einsetzen: Die Bombilla mit zugehaltenem Ende in die feuchte Mulde stecken und danach nicht mehr bewegen.
- Aufgießen: Heißes, aber nicht kochendes Wasser von 70 bis 80 °C in die Mulde gießen und trinken. Immer wieder nachgießen, bis der Geschmack nachlässt.
Einfach in der Tasse
Ohne Kalebasse geht es auch: 1 bis 2 Teelöffel Mate mit 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C aufgießen, 3 bis 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Kochendes Wasser macht Mate schnell bitter. Den Unterschied zum grünen Tee aus der Teepflanze erklären wir im Ratgeber Grüner Tee.
Sabines Tipp
„Im Sommer mache ich Mate gern wie in Paraguay als Tereré: Mate in ein großes Glas, Eiswasser darauf, ein paar Minzblätter und eine Scheibe Zitrone dazu. Das ist herb, frisch und ganz anders als die heiße Tasse.“
Erwache und Lache: unser Frühstückstee mit Mate
Wer Mate lieber in einer Kräutermischung mag, findet ihn in unserer Hausmischung Erwache und Lache. Hier treffen grüne Mateblätter auf Pfefferminze und würzigen Rosmarin. Apfel und Hagebutte bringen Frucht, Anis und Fenchel eine sanfte Süße, Kakaoschalen und Sandelholz einen ganz eigenen Charakter.
Schon beim Öffnen der Packung gibt es viel zu entdecken: Lavendel, Melisse und Erikakraut, Rosen- und Orangenblüten, Gänseblümchen und Kornblumen. Der fröhliche Name passt zum Frühstückstisch, an dem man gern noch einen Moment sitzen bleibt. Gießen Sie 1 bis 2 Teelöffel mit 250 ml sprudelnd kochendem Wasser auf und lassen Sie ihn 6 bis 8 Minuten ziehen.

Erwache und Lache: Mate, Pfefferminze und Rosmarin mit bunten Blüten.
Weitere Tees aus Südamerika: Lapacho
Aus Südamerika stammt auch Lapacho, manchmal Inkatee genannt. Er wird nicht aus Blättern, sondern aus der inneren Rinde des Lapacho-Baumes gewonnen, der in den Wäldern Südamerikas wächst und für seine prächtigen rosa Blüten bekannt ist. Lapacho schmeckt nussig, mild und vollmundig und ist von Natur aus koffeinfrei.
Weil es sich um Rinde handelt, wird Lapacho nicht nur aufgegossen, sondern gekocht: 1 Esslöffel auf 250 ml Wasser 10 bis 15 Minuten köcheln lassen und abseihen. Mit Orangenschale, Kardamom oder Zimt wird er besonders aromatisch.

Lapacho: Rindentee aus Südamerika, nussig und mild.
Wer milde, leicht süßliche Aufgüsse mag, sollte außerdem Rooibos und Honeybush probieren. Sie stammen zwar aus Südafrika, passen geschmacklich aber gut neben Lapacho. Mehr Teespezialitäten aus aller Welt stellen wir im Ratgeber Teesorten vor.

Rooibos: mild, leicht nussig, mit Anklängen von Karamell.
Was Sie dafür brauchen
Matetee grünDer Klassiker aus SüdamerikaAnsehen
Erwache und LacheFrühstückstee mit Mate und PfefferminzeAnsehen
LapachoRindentee, nussig und mildAnsehen
Rooibos TeeRotbuschtee aus SüdafrikaAnsehen
Honey BushFeine Honigsüße, heiß und kaltAnsehenHäufige Fragen zum Mate Tee
Wie schmeckt Mate Tee?
Grüner Mate schmeckt grasig, mild-würzig und leicht herb, ein wenig an grünen Tee erinnernd. Gerösteter Mate ist dunkler und rauchiger. Wer es weicher mag, gibt etwas Honig oder einen Spritzer Zitrone dazu.
Warum darf das Wasser für Mate nicht kochen?
Kochendes Wasser holt vor allem die herben Stoffe aus den Blättern und macht den Mate bitter. Mit 70 bis 80 °C bleibt der Geschmack rund, und die Blätter lassen sich viele Male aufgießen.
Kann man Mate auch ohne Kalebasse trinken?
Ja. Gießen Sie Mate wie Tee in der Tasse oder Kanne auf, lassen Sie ihn 3 bis 5 Minuten ziehen und seihen Sie ihn ab. Die Kalebasse gehört zum Ritual, für den Geschmack ist sie nicht nötig.
Was ist Tereré?
Tereré ist kalt aufgegossener Mate, wie man ihn vor allem in Paraguay trinkt. Statt heißem Wasser kommen Eiswasser, frische Kräuter oder Fruchtsaft in die Kalebasse.
Enthält Mate Koffein?
Ja, Mate enthält von Natur aus Koffein, ähnlich wie Tee aus der Teepflanze und Kaffee. Wer einen koffeinfreien Aufguss aus Südamerika sucht, greift zu Lapacho.
Wie lagert man Mate Tee?
Trocken, lichtgeschützt und gut verschlossen, damit die Blätter ihr frisches Aroma behalten. Wie jeder Tee nimmt Mate leicht fremde Gerüche an.
Quellen: Wikipedia: Mate-Tee