Das Wichtigste in Kürze
Wer Kräuter kaufen möchte, prüft drei Dinge: Farbe, Duft und Zutatenliste. Gute getrocknete Kräuter haben eine kräftige, natürliche Farbe, duften deutlich, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt, und kommen ohne zugesetzte Aromen aus. Gelagert werden sie dunkel, trocken und luftdicht. Kaufen Sie lieber kleinere Mengen und dafür öfter, dann ist die Ware immer frisch.
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Inhalt
Woran erkennt man gute getrocknete Kräuter?
Getrocknete Kräuter sehen auf den ersten Blick oft ähnlich aus. Beim zweiten Blick zeigen sich große Unterschiede. Mit ein wenig Übung erkennen Sie gute Qualität mit Augen und Nase, ganz ohne Labor.
Die Farbe
Gut getrocknete Kräuter behalten viel von ihrer natürlichen Farbe. Pfefferminze bleibt grün, Lavendel blauviolett, Ringelblumen leuchten orange und Rosenblüten tiefrot bis rosa. Blasse, gräuliche oder braune Ware ist meist zu warm getrocknet, zu lange gelagert oder hat zu viel Licht abbekommen.
Der Duft
Nehmen Sie ein paar Blättchen und zerreiben Sie sie zwischen den Fingern. Ein gutes Kraut duftet sofort und deutlich nach sich selbst. Riecht es flach, muffig oder nach gar nichts, ist das Aroma verflogen.
Schnitt und Reinheit
Der Schnitt sollte gleichmäßig sein. Ein wenig feiner Grus am Boden der Tüte ist normal, viel Staub, auffällig viele Stängel oder Fremdteile sind es nicht.

Kräftige Farbe ist ein gutes Zeichen: Lavendel 1 extra.
Die Zutatenliste
Bei Kräutertees und Mischungen lohnt sich ein Blick auf die Zutaten. Steht dort „Aroma“, wurde beim Geschmack nachgeholfen. Bei uns gibt es keinerlei Aromen, weder natürliche noch naturidentische noch künstliche. Gute Kräuter brauchen das nicht: Pfefferminze soll nach Pfefferminze schmecken und Kamille nach Kamille.
So prüfen Sie Kräuter beim Kauf in wenigen Schritten:
- Ansehen: Ist die Farbe kräftig und natürlich? Sind die Stücke gleichmäßig geschnitten?
- Riechen: Zerreiben Sie eine kleine Menge zwischen den Fingern. Der Duft sollte klar und typisch sein.
- Zutaten lesen: Bei Mischungen gehören nur Pflanzen auf die Liste, keine Aromen.
- Herkunft und Datum prüfen: Gute Händler nennen den botanischen Namen, den Pflanzenteil und ein Mindesthaltbarkeitsdatum.
Woher kommen die Kräuter, und warum ist das wichtig?
Die Qualität eines Krauts entscheidet sich auf dem Feld. Boden, Klima, Erntezeitpunkt und die Sorgfalt beim Trocknen prägen Farbe, Duft und Geschmack. Deshalb hängt am Ende fast alles vom Kräuterbauern ab.
Wir haben seit Jahrzehnten engen, vertrauensvollen Kontakt zu unseren Bauern. Manche Kräuter wachsen in Deutschland, andere dort, wo Klima und Boden besser zu ihnen passen. Kamille kommt zum Teil aus Ägypten, zum Teil aus Deutschland. Beim Majoran liegt eines der bekanntesten deutschen Anbaugebiete rund um Aschersleben in Sachsen-Anhalt.

Majoran hat in Deutschland eine lange Anbautradition.
Wie viel Arbeit in einem Beutel getrockneter Kräuter steckt, ahnen die wenigsten. Dirk Bäumler rechnet es gern so vor: Für einen Hektar Kräuter braucht man etwa 1.000 Arbeitsstunden im Jahr, für einen Hektar Weizen rund acht. Unkraut wird dabei mechanisch entfernt.
Bei Duftkräutern wie Thymian, Pfefferminze oder Lavendel zeigt sich gute Qualität vor allem im Gehalt an ätherischen Ölen. Das muss man nicht messen, man riecht es. Und weil jede Ernte ein wenig anders ausfällt, schmeckt dasselbe Kraut von Jahr zu Jahr nicht ganz gleich. Das ist bei Naturware ganz normal.
Ganz, geschnitten oder gemahlen: Welche Form passt?
Viele Kräuter gibt es in mehreren Formen. Welche die richtige ist, hängt davon ab, was Sie damit vorhaben.
- Ganz: ganze Blüten, Blätter oder Samen behalten ihr Aroma am längsten. Gewürze wie Kümmel, Koriander oder Pfeffer kaufen Sie möglichst ganz und mahlen sie erst kurz vor dem Kochen.
- Geschnitten: die übliche Form für Kräutertee. Grob geschnittene Kräuter ziehen etwas langsamer, fein geschnittene schneller.
- Gemahlen: praktisch für Küche, Backen und Smoothies. Pulver hat eine große Oberfläche und verliert sein Aroma schneller. Kaufen Sie es deshalb in kleinen Mengen.
Wenn Sie sich eigene Teemischungen zusammenstellen möchten, greifen Sie zu geschnittenen Einzelkräutern. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen wir im Ratgeber Kräutertee selber mischen. Einen Überblick über die verschiedenen Arten finden Sie unter Teesorten.

Ringelblumenblüten ohne Kelch: schön für Teemischungen und Potpourri.
Wie lagert man getrocknete Kräuter richtig?
Getrocknete Kräuter verderben selten, aber sie verlieren mit der Zeit Farbe und Duft. Licht, Wärme, Luft und Feuchtigkeit beschleunigen das. Mit ein paar einfachen Regeln bleiben sie lange aromatisch:
- Dunkel: in Dosen, braunen Gläsern oder im Schrank, nicht im hellen Regal am Fenster.
- Trocken: nicht über dem Herd oder neben dem Wasserkocher, wo Dampf aufsteigt.
- Luftdicht: Tüten gut verschließen oder in ein Schraubglas umfüllen.
- Kühl: normale Zimmertemperatur reicht, der Kühlschrank ist wegen der Feuchtigkeit ungeeignet.
- Beschriftet: Name und Kaufdatum auf das Glas schreiben.
Schauen Sie ab und zu in Ihre Vorräte. Dicht schließende Gläser schützen auch vor ungebetenen Gästen wie Lebensmittelmotten.

Ganze Kamillenblüten: am liebsten dunkel und luftdicht gelagert.
Kräuterladen oder online: Worauf sollten Sie achten?
Unser Kräutergeschäft wurde 1887 in der Münchner Blumenstraße gegründet. Damals brachten Pferdekarren die Kräuter in die Stadt. Heute bestellen viele unserer Kundinnen und Kunden online, und der Paketbote bringt die Kräuter bis an die Haustür.
Im Kräuterladen können Sie riechen, fühlen und sich beraten lassen. Online ist die Auswahl größer und Sie können in Ruhe vergleichen. Für beides gelten dieselben Merkmale. Achten Sie beim Kräuter kaufen online auf diese Angaben:
- den botanischen Namen, zum Beispiel Taraxacum officinale für Löwenzahn
- den Pflanzenteil: Blüte, Blatt, Kraut, Wurzel oder Samen
- die Schnittform: ganz, geschnitten, fein geschnitten oder Pulver
- echte Fotos der Ware statt Symbolbilder
- eine Zutatenliste ohne Aromen bei Mischungen
- Packungsgrößen, die zu Ihrem Verbrauch passen
Frische entsteht durch schnellen Umschlag. Ein Grundsatz aus unserem Haus: Kräuter, die ein Jahr lang kaum gefragt sind, nehmen wir aus dem Programm. Unsere Mischungen stellen wir selbst zusammen. Zugekaufte Fertigmischungen passen nicht zu uns.
Wenn Sie ein einzelnes Kraut näher kennenlernen möchten, finden Sie in unseren Pflanzenporträts mehr über Geschichte und Verwendung, etwa zum Löwenzahn.
Marks Tipp
„Machen Sie einmal den Pur-Test: Brühen Sie ein einzelnes Kraut ohne Zucker, Honig oder Zitrone auf, etwa Pfefferminze oder Lindenblüten. Dann schmecken Sie sofort, was in der Pflanze steckt. Gute Kräuter brauchen keine Hilfe, um nach sich selbst zu schmecken.“
Was Sie dafür brauchen
Einige Kräuter und Hausmischungen, an denen Sie unsere Qualität selbst prüfen können:
7 KräuterteeUnser Haustee aus sieben KräuternAnsehen
JodlerteeKräftige Kräutermischung nach alter RezepturAnsehen
RosenblütenDuftende Blüten für Tee und DekorationAnsehen
Lavendel 1 extraKräftig blauviolette BlütenAnsehen
Ringelblume Blüte ohne KelchLeuchtend orange BlütenblätterAnsehen
KamilleGanze Blüten mit typischem DuftAnsehen
MajoranWürzig für Küche und KräuterteeAnsehen
LöwenzahnwurzelHerb-erdige Wurzel, geschnittenAnsehenHäufige Fragen zum Kräuter kaufen
Wo kann man getrocknete Kräuter kaufen?
Im Kräuterladen, im Fachgeschäft und in Online-Shops, die sich auf Kräuter spezialisiert haben. Wichtig sind klare Angaben zu botanischem Namen, Pflanzenteil, Schnittform und Zutaten. So wissen Sie genau, was Sie bekommen.
Woran erkenne ich, ob getrocknete Kräuter noch gut sind?
An Farbe und Duft. Zerreiben Sie eine kleine Menge zwischen den Fingern: Riecht das Kraut deutlich und typisch, ist es in Ordnung. Ist es blass geworden und riecht kaum noch, ist das Aroma verflogen.
Wie lange sind getrocknete Kräuter haltbar?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf der Packung. Für vollen Duft und Geschmack sollten Sie geöffnete Kräuter möglichst innerhalb eines Jahres verbrauchen. Pulver verliert sein Aroma schneller als ganze oder geschnittene Ware.
Sind lose Kräuter besser als Teebeutel?
Lose Kräuter sind meist gröber geschnitten und behalten ihr Aroma länger. Außerdem sehen Sie, was Sie kaufen, und können die Menge selbst bestimmen. Teebeutel sind dafür unterwegs praktisch.
Warum schmeckt dasselbe Kraut nicht jedes Jahr gleich?
Weil Kräuter Naturware sind. Wetter, Boden und Erntezeitpunkt verändern Duft und Geschmack von Ernte zu Ernte ein wenig. Ohne zugesetzte Aromen schmeckt man diese Unterschiede.
Welche Kräuter sollte man immer im Haus haben?
Für Tee sind Pfefferminze, Kamille, Lindenblüten und Rosenblüten vielseitig. Für die Küche gehören Majoran, Thymian und Lorbeer in fast jeden Vorrat. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und füllen Sie öfter nach.