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27.04.12

Löwenzahnwurzel, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Löwenzahn: Wurzel, Blätter und Blüten in Küche und Brauchtum

Das Wichtigste in Kürze

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist ein Korbblütler, der auf fast jeder Wiese wächst. Verwendet werden Wurzel, Blätter und Blüten: Die Löwenzahnwurzel schmeckt herb und erdig und wird als Tee oder geröstet als Kaffee-Ersatz aufgebrüht, die jungen Blätter kommen in den Salat, aus den Blüten wird Sirup gekocht. Löwenzahnpulver aus fein gemahlenen Blättern verfeinert Smoothies und Dips.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Löwenzahn?

Kaum eine Pflanze kennt jedes Kind so gut wie den Löwenzahn. Im April und Mai färbt er Wiesen und Wegränder leuchtend gelb, im Herbst blüht er oft ein zweites Mal. Botanisch heißt er Taraxacum officinale und gehört zur großen Familie der Korbblütler.

Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wahrheit ein Körbchen aus sehr vielen kleinen Zungenblüten. Morgens öffnet es sich mit der Sonne, abends und bei Regen schließt es sich wieder. Für Bienen und andere Insekten ist der Löwenzahn im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle.

Nach der Blüte entsteht die bekannte Pusteblume. Jeder Same hängt an einem feinen Schirmchen und kann mit dem Wind weit fliegen. Deshalb findet man Löwenzahn selbst in den kleinsten Ritzen zwischen Pflastersteinen. Im Boden hält ihn eine kräftige, tief reichende Pfahlwurzel. Alle Teile der Pflanze enthalten einen weißen Milchsaft, der auf den Fingern braune Flecken hinterlässt.

Getrocknetes Löwenzahnkraut in einer Glasschale mit Holzlöffel, geschnittene Blätter vom Löwenzahn

Löwenzahnkraut: die getrockneten, geschnittenen Blätter.

Woher hat der Löwenzahn seinen Namen?

Der Name kommt von den Blättern. Ihre tief gezackten Ränder erinnern an die Zähne eines Löwen. Dasselbe Bild steckt im französischen „dent-de-lion“, aus dem das englische „dandelion“ wurde.

Daneben hat der Löwenzahn viele Volksnamen: Pusteblume, Kuhblume, Butterblume oder Pfaffenröhrlein. Manche davon sind ziemlich derb, was zeigt, wie vertraut den Menschen diese Pflanze immer war. Schon im Mittelalter wurde der Löwenzahn als Nahrungsmittel geschätzt. In Notzeiten röstete man die Wurzeln und brühte daraus einen Ersatz für Bohnenkaffee auf.

Auch im Kinderspiel ist der Löwenzahn zu Hause. Wer alle Schirmchen der Pusteblume mit einem einzigen Atemzug fortbläst, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Aus den hohlen Stängeln stecken Kinder lange Ketten zusammen, und legt man einen der Länge nach eingeschnittenen Stängel ins Wasser, rollt er sich zu Locken auf.

Löwenzahnwurzel, Löwenzahnkraut, Löwenzahnpulver: Was ist was?

Im Kräuterhandel begegnen Ihnen drei Formen. Sie unterscheiden sich im Pflanzenteil und im Geschmack:

  • Löwenzahnwurzel ist die getrocknete, geschnittene Pfahlwurzel. Sie schmeckt kräftig, herb, leicht bitter und erdig. Man brüht sie als Wurzeltee auf oder röstet sie als koffeinfreien Kaffee-Ersatz.
  • Löwenzahnkraut sind die getrockneten Blätter. Der Aufguss schmeckt grün, herb und etwas milder als die Wurzel. Das Kraut eignet sich gut für eigene Kräutertee-Mischungen.
  • Löwenzahnpulver wird bei uns aus fein vermahlenen Blättern hergestellt. Es lässt sich in Smoothies, Joghurt, Dips oder Brotteig einrühren.
Feines grünes Löwenzahnpulver auf Holzlöffeln, aus gemahlenen Blättern vom Löwenzahn

Löwenzahnpulver aus gemahlenen Blättern, fein wie Mehl.

Wer ein Wurzelpulver möchte, kann die geschnittene Löwenzahnwurzel in einer kräftigen Gewürzmühle selbst mahlen. Mahlen Sie nur kleine Mengen, denn Pulver verliert sein Aroma schneller als geschnittene Ware.

Wie verwendet man Löwenzahn in Küche und Tee?

Löwenzahnwurzel als Tee

Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel geschnittene Wurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 5 bis 7 Minuten ziehen. Nicht länger, sonst wird er sehr bitter. Der Wurzeltee schmeckt auch kalt. Wer es milder mag, mischt Löwenzahnkraut mit Pfefferminze und ein paar Rosenblüten. Mehr Anregungen finden Sie im Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Getrocknete rote Rosenblüten, die zusammen mit Löwenzahnkraut und Pfefferminze eine milde Teemischung ergeben

Ein paar Rosenblüten machen eine Löwenzahn-Mischung runder.

Löwenzahnkaffee aus der Wurzel

Rösten Sie geschnittene Löwenzahnwurzel in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze, bis sie dunkelbraun ist und kräftig duftet. Abkühlen lassen, mahlen und wie Filterkaffee aufbrühen. Das Ergebnis schmeckt röstig und herb, ganz ohne Koffein.

Junge Blätter im Salat

Im Frühling sind die Blätter zart und nur leicht bitter. Je jünger, desto milder. Mit warmen Kartoffeln, gekochtem Ei und einem kräftigen Dressing wird daraus ein Frühlingssalat. Wer die Bitternote abmildern möchte, legt die Blätter vorher eine Viertelstunde in kaltes Wasser.

Löwenzahnsirup aus den Blüten

Aus den Blüten wird ein goldgelber Sirup, der an Honig erinnert:

  1. Blüten sammeln: Pflücken Sie zwei bis drei Handvoll voll geöffnete Blüten an einem sonnigen Vormittag. Schütteln Sie kleine Insekten vorsichtig aus.
  2. Auskochen: Geben Sie die Blüten in einen dreiviertel Liter Wasser, kochen Sie alles 10 Minuten und gießen Sie es durch einen Kaffeefilter ab.
  3. Einkochen: Rühren Sie 1 kg Zucker und den Saft einer Zitrone in die Flüssigkeit. Bei milder Hitze rühren, bis der Zucker gelöst ist, dann ohne Deckel mindestens 15 Minuten leise köcheln lassen.
  4. Abfüllen: Heiß in saubere Gläser füllen und verschließen. Der Sirup schmeckt auf Pfannkuchen, im Joghurt und im Tee.

Grüner Smoothie mit Löwenzahnpulver

Für ein Glas mixen Sie eine Handvoll Spinat, eine halbe Banane, einen halben Apfel, einen Teelöffel Löwenzahnpulver, einen Teelöffel Chiasamen und 200 ml Wasser oder Haferdrink. Zum Schluss ein paar gehackte Nüsse darüberstreuen.

Wie trocknet man Löwenzahn für Tee?

Wer Löwenzahn selbst sammeln möchte, findet ihn fast überall. Wählen Sie saubere Plätze: nicht am Straßenrand, nicht auf gedüngten oder gespritzten Flächen und nicht dort, wo Hunde ausgeführt werden. Erkennen können Sie den Löwenzahn am hohlen, unverzweigten Stängel mit nur einer Blüte und am Milchsaft. Ähnliche Korbblütler wie Ferkelkraut oder Pippau haben meist verzweigte, nicht hohle Stängel.

  1. Blätter ernten: Schneiden Sie im Frühjahr junge, saubere Blätter, möglichst vor oder zu Beginn der Blüte.
  2. Wurzeln ausgraben: Die Wurzeln graben Sie im Herbst aus, wenn die Pflanze ihre Kraft in den Boden zurückgezogen hat. Gründlich abbürsten und waschen.
  3. Zerkleinern: Die Wurzeln längs halbieren und in kleine Stücke schneiden. Die Blätter können ganz bleiben.
  4. Trocknen: Blätter luftig an einem schattigen Ort ausbreiten. Wurzelstücke im Dörrgerät oder im Backofen bei höchstens 40 °C und leicht geöffneter Tür trocknen, bis sie hart sind und brechen.
  5. Aufbewahren: Gut getrocknet in ein dunkles, luftdicht verschlossenes Glas füllen und beschriften.

Wenn Sie lieber auf fertige Ware zurückgreifen, achten Sie auf Farbe, Duft und saubere Verarbeitung. Worauf es dabei ankommt, erklärt unser Ratgeber Kräuter kaufen. Einen Überblick über die Welt der Aufgüsse finden Sie unter Kräutertee.

Sabines Tipp

„Schauen Sie sich im Frühling einmal die Blätter auf einer Löwenzahnwiese genau an. Kein Blatt gleicht dem anderen, jedes hat seine eigenen Zacken. Und beim Wurzeltee gilt: Lieber nach fünf Minuten abseihen und nachkosten. Bitter wird er schnell, mild wird er nicht mehr.“

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zum Löwenzahn

Welche Teile vom Löwenzahn kann man verwenden?

Wurzel, Blätter und Blüten. Die Wurzel wird als Tee oder geröstet als Kaffee-Ersatz aufgebrüht, junge Blätter kommen in den Salat, aus den Blüten wird Sirup gekocht.

Wie schmeckt Löwenzahnwurzel?

Kräftig, herb, leicht bitter und erdig. Geröstet bekommt sie eine röstige Note, die an Kaffee erinnert. Je länger der Tee zieht, desto bitterer wird er.

Ist Löwenzahnpulver aus der Wurzel oder aus den Blättern?

Unser Löwenzahnpulver wird aus fein gemahlenen Blättern hergestellt. Ein Wurzelpulver können Sie aus geschnittener Löwenzahnwurzel in einer Gewürzmühle selbst mahlen.

Wann erntet man Löwenzahn?

Die Blätter im Frühjahr, solange sie jung und zart sind. Die Blüten im April und Mai an sonnigen Vormittagen. Die Wurzeln im Herbst, wenn sie kräftig sind.

Wie lange muss Löwenzahntee ziehen?

Etwa 5 bis 7 Minuten. Längeres Ziehen macht den Tee deutlich bitterer. Er schmeckt warm und kalt.

Warum heißt der Löwenzahn auch Pusteblume?

Nach der Blüte bildet er eine Kugel aus Samen mit feinen Schirmchen. Pustet man darauf, fliegen sie davon. Daher der Name, den fast jedes Kind kennt.