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01.08.24

Oolong Tee Huan Jin Gui von Kräuterparadies, Produktfoto

Teesorten im Überblick: Weißer Tee, Oolong, Pu-Erh und mehr

Das Wichtigste in Kürze

Alle echten Teesorten stammen von derselben Pflanze, der Teepflanze Camellia sinensis. Ob daraus weißer, grüner, gelber oder schwarzer Tee, Oolong oder Pu-Erh wird, entscheidet die Verarbeitung, vor allem wie stark die Blätter oxidieren. Kräuter- und Früchtetee, Rooibos und Mate sind dagegen Aufgüsse aus anderen Pflanzen.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Welche Teesorten gibt es und woher kommen sie?

Ob zarter weißer Tee aus China oder kräftiger Assam aus Indien: Alle echten Teesorten kommen von einer einzigen Pflanze, der Teepflanze Camellia sinensis. Sie wächst als immergrüner Strauch in warmen, feuchten Regionen, etwa in China, Indien, Sri Lanka, Japan, Taiwan und Kenia. Die großen Unterschiede in Farbe und Geschmack entstehen erst nach der Ernte.

Entscheidend ist die Oxidation. Werden Teeblätter gewelkt, gerollt oder verletzt, reagieren ihre Inhaltsstoffe mit dem Sauerstoff der Luft, ähnlich wie ein angeschnittener Apfel braun wird. Je länger dieser Vorgang dauert, desto dunkler und kräftiger wird der Tee. Oft spricht man dabei von Fermentation, genau genommen ist es eine Oxidation. Von hell nach dunkel geordnet, ergeben sich diese Teesorten:

  • Weißer Tee: nur gewelkt und getrocknet, kaum oxidiert.
  • Grüner Tee: gleich nach der Ernte durch Dämpfen oder Rösten erhitzt, dadurch nicht oxidiert.
  • Gelber Tee: eine seltene chinesische Spezialität. Die Blätter werden nach dem Erhitzen noch warm und feucht eingehüllt und bekommen so einen besonders weichen Geschmack.
  • Oolong: teilweise oxidiert, zwischen Grün und Schwarz.
  • Schwarzer Tee: vollständig oxidiert.
  • Pu-Erh: nach der Herstellung unter Mitwirkung von Mikroorganismen nachgereift.

Kräutertee, Früchtetee, Rooibos und Mate stammen nicht von der Teepflanze. In Deutschland zählen sie zu den teeähnlichen Erzeugnissen und schmecken ganz nach ihren eigenen Pflanzen.

Was ist weißer Tee?

Weißer Tee ist der ursprünglichste aller Tees. Er wird aus den Knospen und den ersten jungen Blättern gemacht, die nur gewelkt und schonend getrocknet werden. Die Knospen tragen einen feinen, silbrigen Flaum, daher der Name. Traditionell stammt weißer Tee vor allem aus der chinesischen Provinz Fujian.

Unser Pai Mu Tan, auch Bai Mu Dan genannt, heißt übersetzt weiße Pfingstrose. In der Tasse schimmert er hell-golden und schmeckt sanft blumig mit leicht süßlichem Unterton, ein wenig nach frischen Wiesenblumen.

Weißer Tee Zubereitung: Etwa 2 Teelöffel auf 250 ml Wasser mit 75 bis 85 Grad geben und 2 bis 4 Minuten ziehen lassen. Weißer Tee lässt sich mehrmals aufgießen, mit jedem Aufguss zeigen sich neue Nuancen.

Weißer Tee Pai Mu Tan aus China mit Knospen und jungen Blättern

Pai Mu Tan: Knospen und junge Blätter, sanft blumig in der Tasse.

Grüner Tee und Hōjicha: Was ist der Unterschied?

Beim grünen Tee wird die Oxidation gleich nach der Ernte gestoppt. In Japan geschieht das meist durch Dämpfen, in China durch Erhitzen in großen Pfannen. So bleiben Farbe und frischer Geschmack erhalten. Japanischer Sencha schmeckt grasig-frisch und leicht herb. Chinesischer Gunpowder, dessen Blätter zu kleinen Kugeln gerollt sind, ist kräftiger und leicht rauchig.

Hōjicha ist eine japanische Besonderheit: grüner Tee, der nach der Herstellung geröstet wird. Die Blätter werden dabei braun, das Aroma wird nussig und warm, mit feinen Röstnoten und kaum Bitterkeit. In Japan trinkt man Hōjicha gern zum Essen, warm im Winter und kalt im Sommer. Unser Hōjicha wird aus halbschattig angebautem Kabusecha aus Kagoshima im Süden Japans geröstet. Ein gestrichener Teelöffel pro Person, 70 bis 80 Grad und eine Minute Ziehzeit genügen.

Auch Matcha ist grüner Tee, allerdings fein gemahlen und mit dem Bambusbesen aufgeschlagen. Mehr dazu im Ratgeber Matcha, alles über Sencha, Gunpowder und Co. lesen Sie im Ratgeber Grüner Tee.

Hojicha, gerösteter grüner Tee aus Japan, mit braunen Teeblättern

Hōjicha: gerösteter Grüntee mit nussigem, mildem Aroma.

Was ist Oolong Tee?

Oolong, auf Chinesisch Wulong, bedeutet schwarzer Drache. Er wird nur teilweise oxidiert und liegt damit zwischen grünem und schwarzem Tee. Je nach Sorte und Verarbeitung kann er blumig-frisch oder dunkel und geröstet schmecken. Die bekanntesten Anbaugebiete sind die chinesische Provinz Fujian und Taiwan.

Unser Huang Jin Gui kommt aus den Bergen von Fujian. Der Name bedeutet Goldener Osmanthus, nach der duftenden Blüte, an die sein Aroma erinnert. Er schmeckt zart nach Pfirsichblüten, blumig, mit einer feinen Süße und einem Hauch von Honig.

Oolong wird mit 85 bis 95 Grad heißem Wasser aufgegossen und zieht 3 bis 5 Minuten. Er verträgt mehrere Aufgüsse, oft zeigt sich sein Charakter erst im zweiten richtig. Im Sommer schmeckt er leicht abgekühlt mit einer Scheibe Zitrone und einem frischen Minzblatt.

Sabines Tipp

„Nehmen Sie sich für Oolong ein wenig Zeit. Ich gieße ihn gern in einer kleinen Kanne mehrmals hintereinander auf und vergleiche die Tassen. Der erste Aufguss ist oft der blumigste, die späteren werden weicher und süßer.“

Schwarzer Tee und Pu-Erh: die dunklen Teesorten

Schwarzer Tee wird vollständig oxidiert. Dadurch bekommt er seine dunkle Farbe und sein kräftiges, oft malziges Aroma. In China heißt er übrigens Hong Cha, roter Tee, nach der Farbe des Aufgusses. Wichtige Anbaugebiete sind Indien mit Assam und Darjeeling, Sri Lanka mit seinen Ceylon-Tees, China und Ostafrika. Assam schmeckt kräftig und malzig, Darjeeling feiner und blumiger. Mehr dazu in den Ratgebern Schwarztee und Darjeeling Tee.

Schwarzer Tee Assam aus Indien, lose Blätter

Assam: kräftig, würzig und malzig, ein klassischer Frühstückstee.

Pu-Erh stammt aus der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas und ist nach der gleichnamigen Stadt benannt. Nach der eigentlichen Herstellung reift er nach, wobei Mikroorganismen beteiligt sind. Oft wird er zu Fladen gepresst und kann über Jahre lagern. Er schmeckt tief, erdig und holzig, gereifter Pu-Erh manchmal nach dunkler Schokolade oder Trockenfrüchten.

So bereiten Sie Pu-Erh zu: Etwa 4 bis 5 Gramm kurz mit heißem Wasser übergießen und dieses nach wenigen Sekunden abgießen. Dann mit 95 bis 100 Grad aufgießen und 2 bis 3 Minuten ziehen lassen. Pu-Erh verträgt viele Aufgüsse. Eine Übersicht aller Temperaturen und Ziehzeiten finden Sie im Ratgeber Tee zubereiten.

Pu-Erh Tee aus Yunnan mit dunklen Teeblättern

Pu-Erh aus Yunnan: erdig, tief und von Aufguss zu Aufguss anders.

Was Sie dafür brauchen

Alle Grün- und Schwarztees ansehen

Häufige Fragen zu Teesorten

Welche Teesorten gibt es?

Aus der Teepflanze entstehen weißer, grüner, gelber und schwarzer Tee, Oolong und Pu-Erh. Dazu kommen Spezialitäten wie Hōjicha oder Matcha, die aus grünem Tee gemacht werden. Kräuter- und Früchtetees, Rooibos und Mate zählen nicht zu den echten Teesorten.

Was ist der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee?

Beide stammen von derselben Pflanze. Grüner Tee wird gleich nach der Ernte erhitzt und oxidiert nicht, schwarzer Tee oxidiert vollständig. Deshalb schmeckt grüner Tee frisch und grasig, schwarzer Tee kräftig und malzig.

Ist Oolong ein grüner Tee?

Nein. Oolong ist teilweise oxidiert und liegt zwischen grünem und schwarzem Tee. Leicht oxidierte Oolongs erinnern an grünen Tee, stärker oxidierte und geröstete eher an schwarzen.

Wie schmeckt Hōjicha?

Nussig, mild und warm, mit feinen Röstnoten und kaum Bitterkeit. Durch das Rösten wird der grüne Tee braun und verliert seine grasige Frische.

Welche Teesorten enthalten Koffein?

Alle Tees aus der Teepflanze enthalten von Natur aus Koffein, also auch weißer Tee, Oolong, Pu-Erh und Matcha. Kräuter- und Früchtetees sowie Rooibos enthalten kein Koffein.

Was bedeutet Pu-Erh?

Pu-Erh ist nach der gleichnamigen Stadt in der chinesischen Provinz Yunnan benannt, die früher ein wichtiger Handelsplatz für diesen Tee war.

Quellen: Wikipedia: Tee · Wikipedia: Oolong · Wikipedia: Pu-Erh-Tee