Das Wichtigste in Kürze
Maria Lichtmess wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert, 40 Tage nach Weihnachten. Kirchlich heißt das Fest Darstellung des Herrn; traditionell werden an diesem Tag die Kerzen für das ganze Jahr geweiht. Früher endete mit Lichtmess die Weihnachtszeit, und auf den Höfen war es Zahltag für Knechte und Mägde. Dazu gehören Bauernregeln, eine Räucherung zum Neubeginn und Pfannkuchen.
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Inhalt
Was wird an Maria Lichtmess gefeiert?
Am 2. Februar ist Maria Lichtmess. Jedes Jahr freue ich mich auf diesen Tag, denn mit ihm endet die lange, dunkle Weihnachtszeit. Jeder merkt es schon ein wenig: Die Tage werden wieder länger, und die Arbeit zieht vom Haus langsam wieder hinaus in den Garten und die Natur.
Das Fest liegt genau 40 Tage nach Weihnachten. Kirchlich heißt es heute Darstellung des Herrn, früher sprach man auch von Mariä Reinigung. Es erinnert an eine Begebenheit aus dem Lukasevangelium: Nach jüdischem Brauch brachten Maria und Josef das Kind in den Tempel nach Jerusalem. Dort nannte der greise Simeon den kleinen Jesus ein Licht, das die Völker erleuchtet.
Aus diesem Bild vom Licht wurde der volkstümliche Name. In der Lichtmesse werden bis heute Kerzen geweiht, und früher holte man sich dort die Kerzen für das ganze Jahr. Vielerorts zieht die Gemeinde mit brennenden Kerzen in die Kirche ein.

Weihrauch gehört zur Lichtmesse wie die geweihten Kerzen.
Bis zur Liturgiereform in den 1960er-Jahren endete mit Lichtmess auch die Weihnachtszeit der Kirche. Heute schließt sie schon im Januar mit dem Fest der Taufe des Herrn. In vielen Familien und Kirchen bleibt die Krippe aber bis zum 2. Februar stehen.
Lichtmess im Bauernjahr: Zahltag und Neubeginn
Auf den Höfen war Lichtmess einer der wichtigsten Tage im Jahr. Knechte und Mägde bekamen ihren Jahreslohn ausbezahlt. Wer die Stelle wechseln wollte, packte sein Bündel und zog auf einen anderen Hof. Für viele Dienstboten begannen damit ein paar freie Tage, bevor das neue Arbeitsjahr anfing.
Ein alter Spruch fasst zusammen, was sich jetzt änderte: „Lichtmess, Spinnen vergess, bei Tag z'Nacht ess.“ Die langen Winterabende am Spinnrad gingen zu Ende, und das Abendessen konnte man wieder bei Tageslicht einnehmen.
Bei uns erzählt man sich noch von einem anderen Brauch: Früher ging man an Lichtmess hinaus und stampfte fest auf den Boden, um die Erde aus ihrer Winterruhe zu wecken. Das Jahr sollte spüren, dass es nun wieder losgeht.
Welche Bauernregeln gibt es zu Lichtmess?
Weil Lichtmess mitten im Übergang vom Winter zum Frühjahr liegt, ranken sich viele Wetterregeln um diesen Tag. Die bekanntesten:
- „Ist's an Lichtmess hell und rein, wird's ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
- „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“
- „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoch', geht er auf vier Wochen wieder ins Loch.“
Hinter allen steckt dieselbe Beobachtung: Ein zu milder, sonniger Februaranfang galt als schlechtes Zeichen für ein frühes Frühjahr. Die Regel vom Dachs ist übrigens mit nach Amerika gewandert. Dort schaut man am 2. Februar beim Murmeltiertag, ob das Tier seinen Schatten sieht. Als Wettervorhersage taugen die Sprüche wenig, als Stück gelebter Überlieferung sind sie umso schöner.
Lichtmess räuchern: Platz machen für Neues
Für mich steht Lichtmess für Erneuerung und Veränderung. Es ist ein guter Tag, um zu räuchern, auszumisten und Platz zu machen. Viele beginnen damit ganz praktisch: Der letzte Weihnachtsschmuck kommt in die Kiste, die Krippe wird verpackt, die Fenster werden geöffnet.
Wer mag, verabschiedet die Weihnachtszeit mit einer letzten Prise Adventsräucherung und wählt danach einen hellen Duft für den Neubeginn. Unsere Mischung Anfang und Neubeginn verbindet Dammarharz, blaue Kornblume und Damiana zu einem sanft harzigen, leicht blumigen Duft. Dazu passt ein Stück Weihrauch, der an die Lichtmesse in der Kirche erinnert.

Zum Abschied der Weihnachtszeit: eine letzte Prise Adventsräucherung.
Während der Rauch aufsteigt, können Sie sich ein paar Fragen stellen:
- Was darf sich in diesem Jahr ändern?
- Wo sollte ich genauer hinsehen?
- Für was möchte ich Platz machen?
- Was darf ich loslassen, im Kopf und im Alltag?
- Vorbereiten: Stellen Sie ein Räucherstövchen auf eine hitzefeste Unterlage und zünden Sie das Teelicht an.
- Auflegen: Geben Sie eine kleine Prise der Räuchermischung auf das Sieb oder die Schale.
- Durch die Räume gehen: Tragen Sie das Stövchen langsam von Raum zu Raum oder lassen Sie es an einem ruhigen Platz stehen.
- Abschließen: Löschen Sie das Teelicht und lüften Sie gründlich.
Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen. Stellen Sie das Räuchergefäß auf eine feuerfeste Unterlage, halten Sie Kinder und Haustiere fern und lüften Sie nach dem Räuchern. Räuchern Sie nicht direkt unter einem Rauchmelder.

Sanft räuchern auf dem Stövchen: ideal für eine Lichtmess-Räucherung.
Welche Räuchertage es im Lauf des Jahres noch gibt, lesen Sie im Beitrag Räuchern im Jahreskreis. Ideen für Räucherungen zu jedem Anfang finden Sie unter Räuchern für den Neubeginn. Und wer in den Rauhnächten geräuchert hat, schließt an Lichtmess den Bogen der dunklen Zeit.
Was isst man an Lichtmess? Pfannkuchen mit Spekulatiusgewürz
Und was kommt an Lichtmess auf den Tisch? Früher gab es traditionell Pfannkuchen oder Gemüse. In Frankreich ist der 2. Februar sogar der Tag der Crêpes: Rund und golden erinnern sie an die Sonne, die nun wieder an Kraft gewinnt.
Mein Tipp für die übrig gebliebenen Weihnachtsgewürze: Pfannkuchenteig mit Spekulatiusgewürz schmeckt herrlich. Kardamom, Orangenschale, Vanille, Zimt, Piment, Nelken und Macis machen aus einem einfachen Pfannkuchen etwas Besonderes.
Lichtmess-Pfannkuchen für 4 Personen
- 250 g Mehl
- 500 ml Milch
- 3 Eier
- 1 Esslöffel Zucker und 1 Prise Salz
- 1 bis 2 Teelöffel Spekulatiusgewürz, nach Geschmack
- Butter zum Ausbacken
- Teig rühren: Mehl, Zucker, Salz und Spekulatiusgewürz mischen. Milch und Eier dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren.
- Ruhen lassen: Den Teig etwa eine halbe Stunde quellen lassen.
- Ausbacken: Etwas Butter in der Pfanne erhitzen, eine Kelle Teig hineingeben und von beiden Seiten goldbraun backen.
- Servieren: Mit Apfelmus, Zimtzucker oder Preiselbeeren genießen.
Sabines Tipp
„Wer noch Spekulatiusgewürz von der Weihnachtsbäckerei im Schrank hat, braucht an Lichtmess nicht lange zu überlegen. Ein Löffel davon in den Pfannkuchenteig, und die Küche duftet noch einmal nach Advent. Augen zu und einfach nur genießen.“

Spekulatiusgewürz gibt dem Pfannkuchenteig eine feine Weihnachtsnote.
Was Sie dafür brauchen
Anfang und NeubeginnHeller Duft für den NeubeginnAnsehen
Weihrauch Äthiopien 1.GradKlassischer Weihrauch wie in der KircheAnsehen
AdventsräucherungZum Abschied der WeihnachtszeitAnsehen
Räucherstövchen B mit HolzgriffSanft räuchern über dem TeelichtAnsehen
RäucherkohleFür das Räuchern auf GlutAnsehen
Räuchersand 200gFür die RäucherschaleAnsehen
SpekulatiusgewürzFür Pfannkuchen mit WeihnachtsnoteAnsehen
Erwache und LacheFrühstückstee für die hellen TageAnsehenAlle Räuchermischungen ansehen
Häufige Fragen zu Maria Lichtmess
Wann ist Maria Lichtmess?
Immer am 2. Februar, also genau 40 Tage nach Weihnachten. Das Datum ist jedes Jahr gleich, unabhängig vom Wochentag.
Ist Maria Lichtmess ein Feiertag?
In Deutschland und Österreich ist Lichtmess kein gesetzlicher Feiertag. In der katholischen Kirche ist es ein Fest mit Kerzenweihe und Lichterprozession.
Was bedeutet der Name Lichtmess?
Der Name kommt von der Messe mit den Lichtern: An diesem Tag werden in der Kirche die Kerzen geweiht. Kirchlich heißt das Fest heute Darstellung des Herrn.
Wie lange bleibt die Krippe stehen?
Nach altem Brauch bis Lichtmess, denn früher endete an diesem Tag die Weihnachtszeit. Viele Familien und Kirchen halten es bis heute so.
Was isst man an Lichtmess?
Traditionell Pfannkuchen oder Gemüse. In Frankreich gibt es am 2. Februar Crêpes. Mit einem Löffel Spekulatiusgewürz im Teig bekommen die Pfannkuchen eine feine Weihnachtsnote.
Was räuchert man an Lichtmess?
Gern einen hellen, harzigen Duft für den Neubeginn, etwa unsere Mischung Anfang und Neubeginn, dazu Weihrauch. Wer mag, verabschiedet vorher die Weihnachtszeit mit einer letzten Adventsräucherung.