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19.03.22

Räucherbündel innere Gelassenheit, 1 Stück – Kräuterparadies seit 1887

Räuchern im Jahreskreis: Die acht Jahresfeste und ihre Räucherungen

Das Wichtigste in Kürze

Der Jahreskreis teilt das Jahr in acht Feste: die vier Sonnenfeste (Sommer- und Wintersonnwende, Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche) und vier Feste dazwischen, nämlich Lichtmess, Walpurgis, das Schnitterfest am 1. August und Samhain. Zu jedem Fest gehört traditionell eine eigene Räucherung mit Kräutern und Harzen der Jahreszeit. Das nächste Fest nach Samhain ist die Wintersonnwende am 21. Dezember 2026.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist der Jahreskreis?

Lange bevor es Kalender an der Wand gab, richteten sich die Menschen nach Sonne, Saat und Ernte. Die längsten und kürzesten Tage, die Aussaat im Frühjahr und das Einbringen der Ernte im Herbst waren Anlass für Feste, Feuer und Bräuche. Viele davon haben sich bis heute erhalten, oft unter christlichem Namen.

Der Jahreskreis, auch Jahresrad genannt, fasst acht solcher Feste zusammen. Vier sind Sonnenfeste: die beiden Sonnwenden und die beiden Tagundnachtgleichen. Dazwischen liegen vier Feste, die aus dem keltischen und bäuerlichen Jahr überliefert sind. In dieser Form mit genau acht Festen ist der Jahreskreis eine Zusammenstellung aus dem 20. Jahrhundert. Die einzelnen Bräuche dahinter sind aber viel älter.

Bei uns in Bayern begegnen sie einem überall: im Johannisfeuer, im Maibaum, in der Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt und natürlich im Räuchern in den Rauhnächten.

Die acht Jahreskreisfeste im Überblick

  • Lichtmess (Imbolc): 1. und 2. Februar
  • Frühlings-Tagundnachtgleiche (Ostara): um den 20. März, in der Nähe von Ostern
  • Walpurgisnacht (Beltane): Nacht vom 30. April auf den 1. Mai
  • Sommersonnwende (Litha): um den 21. Juni, dazu der Johannistag am 24. Juni
  • Schnitterfest (Lughnasadh, Lammas): 1. August, Beginn der Getreideernte
  • Herbst-Tagundnachtgleiche (Mabon): um den 22. September, nahe Erntedank
  • Samhain: Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, nahe Allerheiligen
  • Wintersonnwende (Jul): um den 21. Dezember, kurz vor den Rauhnächten

Die genauen Tage der Sonnenfeste verschieben sich von Jahr zu Jahr um einen Tag. 2026 fällt die Wintersonnwende auf den 21. Dezember.

Welche Räucherung passt zu welchem Fest?

Traditionell räuchert man zu jedem Fest mit dem, was die Jahreszeit hergibt. Hier unsere Anregungen.

Lichtmess: helles Harz für den Neubeginn

An Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit. In der Kirche wurden die Kerzen für das ganze Jahr geweiht, und für Knechte und Mägde begann oft ein neues Dienstjahr. Dazu passen helle, leichte Düfte wie Dammarharz oder unsere Mischung Anfang und Neubeginn mit Dammar, blauer Kornblume und Damiana.

Räuchermischung Anfang und Neubeginn mit blauen Kornblumenblüten und hellem Dammarharz

Anfang und Neubeginn: hell und leicht, passend zu Lichtmess.

Frühlings-Tagundnachtgleiche und Ostern

Tag und Nacht sind gleich lang, die Natur erwacht. Rund um Ostern wurde vielerorts von Gründonnerstag bis Ostermontag geräuchert. Frische, krautige Düfte wie Rosmarin oder Lavendel passen gut, ebenso unsere Mischung Energiefluss mit Kamille, Weißdorn und arabischem Weihrauch. Mehr dazu im Ratgeber Osterbräuche.

Walpurgisnacht

In der Nacht zum 1. Mai, der Hexennacht, wird der Frühling gefeiert, am nächsten Tag steht der Maibaum. Unsere Mischung Hexenbesen duftet kräutrig-harzig nach Wacholder und Mastix. Alles über die Bräuche lesen Sie im Ratgeber Walpurgisnacht.

Sommersonnwende

Der längste Tag des Jahres wird mit Sonnwend- und Johannisfeuern gefeiert. Nach altem Brauch trug man einen Gürtel aus Beifuß und warf ihn ins Feuer, um Unglück für das kommende Jahr dort zurückzulassen. Beifuß ist darum das klassische Räucherkraut der Sonnwende.

Getrocknetes Beifußkraut in Blechförmchen und einer Messingschaufel auf einer alten Buchseite

Beifuß: das alte Räucherkraut der Sommersonnwende.

Schnitterfest und Kräuterweihe

Am 1. August begann die Getreideernte. Zwei Wochen später, an Mariä Himmelfahrt, werden in Bayern bis heute Kräuterbuschen in der Kirche geweiht. Die getrockneten Kräuter bewahrte man auf und gab in den Rauhnächten oder bei schweren Gewittern einen Teil davon in die Glut.

Herbst-Tagundnachtgleiche und Erntedank

Die Ernte ist eingebracht, die Abende werden länger. Warme, harzige Düfte wie Fichtenharz und Copal passen jetzt. Ein Ritual zum Erntedank finden Sie im Ratgeber Räuchern im Herbst.

Samhain und Allerheiligen

Samhain galt als Beginn der dunklen Jahreshälfte. Um Allerheiligen und Allerseelen gedenkt man der Verstorbenen. Unsere Ahnenräucherung ist für diesen stillen Abend gedacht. Bräuche und ein Ritual lesen Sie im Ratgeber Samhain.

Dunkle Ahnenräucherung mit Rosenblüten und Harz auf Schiefer, daneben ein Holzlöffel

Die Ahnenräucherung für Samhain und Allerheiligen.

Wintersonnwende und Rauhnächte

Nach der längsten Nacht werden die Tage wieder länger. Kurz darauf beginnen die zwölf Rauhnächte, die wichtigste Räucherzeit des Jahres. Unsere Adventsräucherung mit Lindenblüte, Styrax, Zimtblüten, Rose und Myrrhe duftet warm und würzig.

Adventsräucherung mit Rosenblüten, Lindenblüten und Myrtenblättern auf Schiefer mit Holzlöffel

Warm und würzig: die Adventsräucherung für die Wintersonnwende.

Wie räuchert man zu einem Jahresfest?

  1. Zeitpunkt wählen: Viele räuchern am Vorabend des Festes, wenn es dunkel wird.
  2. Platz schmücken: Legen Sie etwas aus der Jahreszeit dazu: Zweige im Frühjahr, Blüten im Sommer, Ähren oder Laub im Herbst, Tannengrün im Winter.
  3. Stövchen anzünden: Zünden Sie das Teelicht im Räucherstövchen an und geben Sie eine kleine Prise Räucherwerk auf das Sieb.
  4. Innehalten: Blicken Sie auf die vergangenen Wochen zurück: Was ist gewachsen, was darf gehen, worauf freuen Sie sich?
  5. Abschließen: Lassen Sie das Räucherwerk verglimmen, löschen Sie das Teelicht und lüften Sie den Raum.

Sicherheit: Glut, glimmendes Holz und Teelichter nie unbeaufsichtigt lassen. Stellen Sie Gefäß und Schale immer auf eine feuerfeste Unterlage, halten Sie Kinder und Haustiere fern und räuchern Sie nicht direkt unter einem Rauchmelder. Lüften Sie während und nach dem Räuchern. Räucherwerk ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Räucherkräuter für das Jahr selbst sammeln

Früher räucherte man vor allem mit dem, was vor der Haustür wuchs: Beifuß, Salbei, Melisse, Birkenblätter, Wacholder, Fichten- und Kiefernharz. Sammeln lässt sich vom Frühjahr bis in den Herbst, am besten an trockenen, sonnigen Tagen.

Binden Sie die Kräuter zu kleinen Bündeln und hängen Sie sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Sind sie ganz trocken, bewahren Sie sie in Papiertüten oder Holzschachteln auf. Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie sicher kennen, und nur dort, wo es erlaubt ist.

Sabines Tipp

„Ein Räucherritual braucht nicht viel: ein wenig Zeit, die richtige Stimmung und einen schönen Platz. Ich lege mir zu jedem Fest etwas aus dem Garten dazu, im Sommer ein paar Blüten, im Herbst einen Zweig mit Hagebutten. So spürt man den Lauf des Jahres auch beim Räuchern.“

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zum Jahreskreis

Wie viele Jahreskreisfeste gibt es?

Der Jahreskreis kennt acht Feste: die beiden Sonnwenden, die beiden Tagundnachtgleichen sowie Lichtmess, Walpurgis, das Schnitterfest und Samhain.

Welches Jahreskreisfest ist als Nächstes?

Nach Samhain in der Nacht zum 1. November folgt die Wintersonnwende, 2026 am 21. Dezember. Kurz danach beginnen die Rauhnächte.

Sind die Jahreskreisfeste keltisch?

Zum Teil. Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh sind keltische Namen. Die Sonnenfeste wurden in vielen Kulturen gefeiert. Die Zusammenstellung zu einem Rad aus acht Festen stammt aus dem 20. Jahrhundert.

Muss ich zu jedem Fest räuchern?

Nein. Viele beginnen mit einem oder zwei Festen, etwa der Sommersonnwende und den Rauhnächten. Wichtig ist, dass das Ritual zu Ihnen passt.

Was räuchert man zur Wintersonnwende?

Traditionell Weihrauch, heimische Harze wie Fichtenharz und Kräuter aus dem Garten. Warme, würzige Mischungen mit Zimt, Myrrhe und Rose passen gut zur dunkelsten Zeit des Jahres.

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