Das Wichtigste in Kürze
Mariengras (Hierochloe odorata), auch Süßgras oder Sweetgrass genannt, ist ein Gras mit süßem, heuartigem Duft nach Vanille und Sommerwiese. Der Duft kommt vom Inhaltsstoff Cumarin. Man räuchert es in kleinen Stücken auf Kohle oder lässt einen geflochtenen Zopf glimmen. In Nordamerika hat Süßgras für viele indigene Völker eine tiefe Bedeutung. Wer es nutzt, tut das mit Respekt vor dieser Herkunft.
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Inhalt
Was ist Mariengras?
Mariengras ist ein mehrjähriges Gras, das auf feuchten Wiesen, an Ufern und in Mooren der kühleren Regionen wächst. Der botanische Name ist Hierochloe odorata, heute wird es auch als Anthoxanthum nitens geführt. Es ist in Nordeuropa, Asien und Nordamerika verbreitet. Im Deutschen heißt es Mariengras, Süßgras oder Wohlriechendes Mariengras. Die englische Bezeichnung Sweetgrass hat sich auch bei uns durchgesetzt.
Der typische süße Duft entwickelt sich beim Trocknen. Hierzulande ist das Gras selten, deshalb sollte man es nicht wild sammeln.
Wie duftet Mariengras?
Getrocknetes Mariengras duftet süßlich-warm. Viele erinnert der Duft an frisches Heu, Vanille und eine Sommerwiese. Er ist weich und rund, ohne Schärfe. Beim Räuchern entsteht ein sanfter, milder Rauch, der deutlich leichter ist als der von Harzen.
Verantwortlich für den Duft ist der Inhaltsstoff Cumarin. Dieselbe Duftnote kennen Sie von Waldmeister, Steinklee und der Tonkabohne. Mariengras ist ein Räucher- und Duftgras, es ist weder Tee noch Gewürz und nicht zum Verzehr bestimmt.
Woher kommt der Name Mariengras?
Der deutsche Name erinnert an die Marienverehrung. Es heißt, dass das duftende Gras früher an Marienfesten in Kirchen gestreut oder an Marienbildern niedergelegt wurde, der Duft gehörte zum Festtag dazu. Zu den bekanntesten Marienfesten zählt Mariä Himmelfahrt am 15. August. Zu diesem Tag bindet man in Bayern und Österreich auch den Kräuterbuschen, doch das ist ein eigener Brauch.
Ob das Gras tatsächlich überall so verwendet wurde, lässt sich nicht für jede Region belegen. Als Streugras und Festschmuck in Kirchen ist es aber aus verschiedenen Gegenden Nord- und Osteuropas überliefert.
Welche Bedeutung hat Süßgras in Nordamerika?
In Nordamerika wird Süßgras von vielen indigenen Völkern seit langer Zeit geachtet, zum Beispiel von den Anishinaabe, den Cree und den Lakota. Es wird zu Zöpfen geflochten und bei Zeremonien verräuchert. Die Zeremonien gehören den Gemeinschaften, die sie pflegen. Sie sind kein Rezept, das man nachmachen könnte.
Wenn Sie Mariengras zu Hause für eigene, stille Räucherstunden nutzen, ist das erlaubt und üblich. Ein respektvoller Umgang heißt für uns: die Herkunft des Brauchs nennen, keine Zeremonien nachahmen, die Ihnen nicht überliefert wurden, und behutsam mit der Pflanze umgehen. Wer mehr erfahren möchte, kann das Buch „Braiding Sweetgrass“ der Botanikerin Robin Wall Kimmerer lesen, die dem Volk der Potawatomi angehört.

Weißer Salbei stammt aus dem Westen Nordamerikas und wird oft zusammen mit Süßgras genannt.
Wie flechtet man einen Mariengras-Zopf?
Ein Zopf aus Mariengras ist ein schönes Stück für den Schrank oder den Räuchertisch. Er gelingt mit langen Halmen, die mindestens 20 bis 30 Zentimeter messen.
- Halme ordnen: Legen Sie die Halme mit den Enden bündig nebeneinander und teilen Sie sie in drei gleich dicke Stränge.
- Anbinden: Binden Sie die drei Stränge am dicken Ende mit Naturgarn oder Bast zusammen und befestigen Sie das Bündel an einem Haken oder einer Türklinke.
- Anfeuchten: Sind die Halme sehr trocken und brüchig, streichen Sie einmal mit einem leicht feuchten Tuch darüber. Sie brechen dann weniger.
- Flechten: Flechten Sie wie einen Zopf, locker und gleichmäßig, bis zum Ende der Halme.
- Abbinden und trocknen: Binden Sie das Ende mit Garn ab und lassen Sie den Zopf an einem luftigen Ort ganz durchtrocknen, bevor Sie ihn räuchern.
Unser Mariengras ist lose abgepackt (10 g). Ob die Halme für einen Zopf lang genug sind, hängt vom Beutel ab. Für kleine Stücke zum Räuchern auf der Kohle reicht es in jedem Fall.
Wie räuchert man Mariengras?
Mariengras verglimmt schnell, ein kleines Stück genügt. Es duftet am schönsten in einem Raum, in dem es ruhig zugeht.
- Gefäß vorbereiten: Eine feuerfeste Schale zwei Finger hoch mit Räuchersand füllen.
- Kohle anzünden: Eine Räucherkohle mit der Zange anzünden, auf den Sand legen und warten, bis sie durchgeglüht und grau ist. Eine genaue Anleitung finden Sie im Ratgeber Räucherkohle anzünden.
- Mariengras auflegen: Ein kleines Stück auf die Kohle legen und verglimmen lassen.
- Alternativ als Zopf: Die Spitze mit dem Streichholz anzünden, die Flamme ausblasen und den glimmenden Zopf über einer feuerfesten Schale halten.
- Abschluss: Alles in der Schale vollständig ausglimmen lassen und den Raum lüften.
Sicherheit: Räuchern Sie nur in einem feuerfesten Gefäß auf einer hitzefesten Unterlage und lassen Sie Glut oder Zopf nie unbeaufsichtigt. Lüften Sie vorher und nachher. Halten Sie Kinder und Haustiere fern und achten Sie auf Ihren Rauchmelder. Mariengras ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Palo Santo Holz: ein weiteres süßes Räucherholz für ruhige Abende.
Mariengras duftet allein, passt aber auch zu weißem Salbei und Palo Santo. Weitere Räucherkräuter und ihre Herkunft stellt der Ratgeber Weißer Salbei räuchern vor, und über das Holz lesen Sie im Beitrag Palo Santo. Wenn Sie ein Räucherbündel suchen, schauen Sie sich das Räucherbündel Ausräuchern aus heimischen Kräutern an.
Sabines Tipp: Räuchern Sie Mariengras auf dem Sieb über dem Stövchen, wenn Sie den Duft lange genießen möchten. Auf der heißen Kohle verglimmt das dünne Gras nach wenigen Augenblicken, auf dem Sieb hält der Duft deutlich länger an.

Die Räucherpfanne mit Deckel: praktisch, wenn Sie sicher durch den Raum gehen wollen.
Was Sie dafür brauchen
MariengrasSüßes, heuartiges Gras zum Räuchern, 10 gAnsehen
Salbei weißRäucherkraut aus dem Westen NordamerikasAnsehen
Salbeibündel weißKleines Räucherbündel, 5–7 cmAnsehen
Palo Santo Holz heiliges HolzSüß duftendes RäucherholzAnsehen
Räucherpfanne A groß D 11 cmMit langem HolzgriffAnsehen
RäucherkohleSchnellzündend, Ø 40 mmAnsehen
Räuchersand 200gAls Unterlage für die KohleAnsehenHäufige Fragen
Was ist Mariengras?
Mariengras (Hierochloe odorata) ist ein duftendes Gras, das auch Süßgras oder Sweetgrass heißt. Getrocknet duftet es süß und heuartig. Man verwendet es zum Räuchern und als Duftgras.
Wie duftet Mariengras?
Süßlich-warm nach Heu, Vanille und Sommerwiese. Der Duft kommt vom Inhaltsstoff Cumarin, den Sie auch von Waldmeister kennen.
Wie räuchert man Mariengras?
Ein kleines Stück kommt auf eine durchgeglühte Räucherkohle oder auf ein Räuchersieb. Ein geflochtener Zopf wird an der Spitze angezündet, die Flamme ausgeblasen und der Zopf über einer feuerfesten Schale gehalten. Lüften Sie danach.
Woher kommt der Name Mariengras?
Der Name erinnert an die Marienverehrung: Das Gras soll früher an Marienfesten in Kirchen gestreut worden sein. Die Bezeichnung Süßgras bezieht sich auf den süßen Duft.
Kann man Mariengras essen?
Nein. Mariengras ist ein Räucher- und Duftgras und nicht zum Verzehr bestimmt.
Was bedeutet Süßgras für indigene Völker Nordamerikas?
Süßgras hat für viele indigene Gemeinschaften eine tiefe, überlieferte Bedeutung und wird bei Zeremonien verwendet. Diese Bräuche gehören den Gemeinschaften selbst. Wer Mariengras zu Hause räuchert, tut das mit Respekt vor dieser Herkunft.