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05.08.09

Ringelblume Blüte ohne Kelch, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Naturkosmetik selber machen: alte Rezepte aus dem Kräuterhof

Das Wichtigste in Kürze

Naturkosmetik selber machen gelingt am einfachsten mit Rezepten ohne Wasser: Balsam aus Öl und Wachs, Ölauszüge mit Blüten oder Badesalz. Sie halten einige Monate. Rezepte mit Quark, Honig oder Wasser rühren Sie dagegen frisch an und verbrauchen sie sofort. Wichtig sind saubere Gefäße, kleine Mengen, wenige Tropfen ätherisches Öl und ein Etikett mit Datum.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was muss man beim Naturkosmetik selber machen beachten?

Naturkosmetik selber machen hat bei uns im Kräuterhof eine lange Tradition. Seit vielen Jahren sammeln wir alte Rezepte für Haarwasser, Salben und Handpflege und geben sie an unsere Kundinnen weiter. Damit Ihre eigenen Rezepte gelingen, halten Sie sich an ein paar Grundregeln:

  • Sauber arbeiten: Hände waschen, Gefäße und Werkzeug heiß ausspülen und vollständig trocknen lassen.
  • Kleine Mengen: Selbst gemachte Kosmetik enthält keine Konservierungsstoffe. Rühren Sie nur so viel an, wie Sie in einigen Wochen verbrauchen.
  • Ohne Wasser hält länger: Balsame, Öle und Salze halten Monate. Alles mit Wasser, Quark oder frischen Pflanzen ist nur für den sofortigen Gebrauch.
  • Sparsam beduften: Ätherische Öle nie pur auf die Haut geben. Wenige Tropfen auf eine ganze Portion genügen.
  • Ausprobieren: Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Zutat vertragen, testen Sie das fertige Produkt zuerst an einer kleinen Hautstelle.
  • Beschriften: Zutaten und Herstellungsdatum gehören auf jedes Gefäß.

Übrigens: Selbst gemachte Kosmetik ist für den eigenen Gebrauch und als kleines Geschenk gedacht. Wer sie verkaufen möchte, braucht nach EU-Recht unter anderem eine Sicherheitsbewertung.

Welche Zutaten braucht man für Naturkosmetik?

Für den Anfang reicht ein kleiner Grundstock. Vieles davon haben Sie vielleicht schon in der Küche.

  • Basisöle: Mandelöl ist mild und fast geruchlos, Jojobaöl bleibt besonders lange frisch, Ringelblumenöl bringt eine zartgelbe Farbe.
  • Blüten: Ringelblume, Rose und Lavendel für Ölauszüge, Badesalz und als Schmuck.
  • Ätherische Öle: Geranium für einen blumigen, rosenähnlichen Duft, Lavendel und Orange als Klassiker.
  • Wachse und Butter: Bienenwachs, Sheabutter oder Kakaobutter für feste Balsame. Diese Zutaten führen wir nicht, Sie bekommen sie im Bastel- und Drogeriebedarf.
  • Aus der Küche: Natron, Salz, Quark und Honig.
Flaschen mit Mandelöl und Wildrosenöl neben einem Cremetiegel und Trockenblumen

Mandelöl ist das vielseitigste Basisöl für selbst gemachte Naturkosmetik.

Handmaske selber machen: ein Verwöhn-Ritual fürs Wochenende

Unsere Hände sind den ganzen Tag im Einsatz, im Winter bei Wind und Kälte besonders. Viele Kundinnen erzählen uns davon, auch Frauen, die auf dem Viktualienmarkt bei Wind und Wetter arbeiten. Für sie haben wir diese Handmaske als kleines Verwöhnprogramm fürs Wochenende zusammengestellt:

  • 2 Esslöffel Quark (20 % Fett)
  • 2 Esslöffel Mandelöl
  • 1 Tropfen Geraniumöl
  • ¼ Teelöffel Natron
  • ein Paar Baumwollhandschuhe
  1. Anrühren: Alle Zutaten in einer kleinen Schale glatt verrühren. Das Geraniumöl zuerst ins Mandelöl geben, dann verteilt es sich besser.
  2. Auftragen: Die Masse dick auf beide Hände streichen, auch zwischen die Finger.
  3. Handschuhe an: Baumwollhandschuhe überziehen und die Maske etwa 20 Minuten einwirken lassen. Zeit für eine Tasse Tee und ein gutes Buch.
  4. Abwaschen: Mit lauwarmem Wasser abspülen und die Hände sanft abtrocknen.

Das Ganze funktioniert auch für die Füße, dann einfach ohne Handschuhe. Die Maske wird immer frisch angerührt und nicht aufbewahrt.

Fläschchen Geraniumöl vor grauem Stoff, ätherisches Öl mit rosenähnlichem Duft

Geraniumöl: Ein einziger Tropfen genügt für die Handmaske.

Naturcreme selber machen: Balsam ohne Wasser

Eine echte Creme ist eine Mischung aus Öl und Wasser, die ein Emulgator zusammenhält. Ohne Konservierung hält sie nur wenige Tage im Kühlschrank, und das Anrühren braucht etwas Übung. Für den Anfang empfehlen wir deshalb einen Balsam ohne Wasser. Er ist einfach gemacht und hält einige Monate.

Für ein Glas mit etwa 60 ml:

  • 10 g Bienenwachs
  • 25 g Mandelöl
  • 15 g Jojobaöl
  • nach Wunsch 10 g Sheabutter für eine cremigere Konsistenz
  • 3 bis 4 Tropfen Geraniumöl oder Lavendelöl
  1. Schmelzen: Wachs, Öle und Sheabutter im Wasserbad bei kleiner Hitze schmelzen und umrühren.
  2. Abkühlen: Vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen, dann das ätherische Öl einrühren.
  3. Abfüllen: In ein sauberes, trockenes Glas gießen, offen fest werden lassen und beschriften.

Wer eine eigene Ölbasis möchte, setzt getrocknete Ringelblumenblüten drei bis vier Wochen in Mandelöl an und seiht sie dann ab. Wie das geht und wie Sie aus denselben Zutaten kleine Döschen füllen, zeigen wir im Ratgeber Lippenbalsam selber machen. Mehr über die Pflanze selbst lesen Sie im Porträt der Ringelblume.

Ein Haarwasser-Rezept von 1913

Zu den ältesten Rezepten in unserer Sammlung gehört ein Brennnessel-Haarwasser aus dem Jahr 1913. Wir geben es hier als Stück Geschichte wieder, so wie es überliefert ist:

100 Gramm frische Brennnessel werden zerkleinert und mit einem Liter Alkohol angesetzt. Acht Tage gut verschlossen stehen lassen und dabei öfter umschütteln. Dann abfiltrieren und auspressen. Von diesem Auszug nimmt man 750 Gramm, gibt 20 Gramm Bergamotteöl dazu und verdünnt mit 250 Gramm Wasser.

Spannend ist, wie selbstverständlich damals mit großen Mengen gearbeitet wurde. Zum Nachmachen ist das Rezept wegen des vielen Alkohols und der kräftigen Menge Bergamotteöl wenig geeignet. Mehr über dieses Zitrusöl erzählen wir im Ratgeber Bergamotteöl.

Fertig gemischt führen wir ein Brennessel-Haarwasser nach traditionellem Rezept und Mosers Haartinktur, die auf eine über hundert Jahre alte Rezeptur zurückgeht. Woher solche Rezepte in unserem Haus stammen, lesen Sie in unserer Kräuterhof-Geschichte.

Was ist Lärchenpechsalbe?

Lärchenpechsalbe ist eine traditionelle Salbe aus dem Alpenraum, besonders aus Österreich und Tirol. „Pech“ ist ein altes Wort für Baumharz. Lärchenpech ist also das Harz der Europäischen Lärche, das man früher an den Stämmen sammelte. Die Salbe duftet harzig, waldig und balsamisch, ein bisschen wie ein Spaziergang durch einen Bergwald.

In unserer Sammlung steht auch ein altes Rezept aus Österreich, so wie es aufgeschrieben wurde: je 10 dag Lärchenpech, Fichtenpech, Bienenwachs und Butterschmalz. Alles langsam schmelzen, zu einer gleichmäßigen Masse verrühren, absieben, abkühlen lassen und in ein Glas füllen. „dag“ steht für Dekagramm, in Österreich bis heute gebräuchlich; 10 dag sind 100 Gramm.

Harz schmilzt erst bei höheren Temperaturen und ist leicht entzündlich. Das Rezept zeigen wir deshalb als Brauchtum. Wer den Duft der Lärchenpechsalbe kennenlernen möchte, findet bei uns die Steinöl Lärchenpechsalbe nach alpiner Tradition, mit Lärchenharz, Lanolin, ätherischen Ölen von Rosmarin, Latschenkiefer und Eukalyptus sowie Tiroler Steinöl.

Geöffneter Tiegel Lärchenpechbalsam mit goldgelber Salbe auf einem Holzspatel

Lärchenpechsalbe nach alpiner Tradition: harzig und waldig im Duft.

Sabines Tipp

„Ich fange immer mit einem Rezept an und mache es ein paar Mal, bevor ich etwas verändere. Dann weiß ich, wie die Masse aussehen und duften muss. Wer gleich fünf Rezepte auf einmal ausprobiert, hat am Ende viele halb volle Gläser, die keiner verbraucht.“

Weitere Ideen zum Selbermachen: Badesalz selber machen und, zusammen mit Kindern, Seife selber machen.

Weißes Natronpulver mit einem Holzlöffel auf einem blau karierten Tuch

Natron aus der Küche gehört in unsere Handmaske.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Naturkosmetik

Was braucht man, um Naturkosmetik selber zu machen?

Für den Anfang ein bis zwei Basisöle wie Mandel- oder Jojobaöl, ein Wachs, ein paar getrocknete Blüten und ein ätherisches Öl. Dazu saubere Gläser, eine genaue Küchenwaage und einen Topf für das Wasserbad.

Wie lange ist selbst gemachte Naturkosmetik haltbar?

Rezepte ohne Wasser wie Balsam, Ölauszug oder Badesalz halten etwa drei bis sechs Monate. Alles mit Wasser, Quark oder Honig wird frisch angerührt und sofort verbraucht.

Kann man Creme ohne Emulgator selber machen?

Eine Creme mit Wasser braucht einen Emulgator, sonst trennen sich Öl und Wasser. Ohne Emulgator gelingt ein Balsam aus Öl und Wachs, der ganz ohne Wasser auskommt.

Wie riecht Lärchenpechsalbe?

Harzig, waldig und balsamisch. Der Duft erinnert an Nadelwald und frisch geschlagenes Holz.

Was bedeutet „dag“ in alten Rezepten?

Dag steht für Dekagramm, eine in Österreich gebräuchliche Einheit. 1 dag sind 10 Gramm, 10 dag also 100 Gramm.

Darf man selbst gemachte Kosmetik verschenken?

Ja, als persönliches Geschenk im Familien- und Freundeskreis. Schreiben Sie Zutaten und Herstellungsdatum auf das Etikett. Für den Verkauf gelten strenge gesetzliche Vorgaben.