Das Wichtigste in Kürze
Oregano (Origanum vulgare) ist ein Küchenkraut aus der Familie der Lippenblütler. Auf Deutsch heißt er Dost oder wilder Majoran und wächst auch bei uns wild an sonnigen Wegrändern. Er schmeckt kräftig-würzig, herb und leicht pfeffrig. Anders als viele Kräuter ist Oregano getrocknet aromatischer als frisch und gehört klassisch auf Pizza, in Tomatensauce und in den griechischen Bauernsalat.
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Inhalt
Was ist Oregano?
Oregano ist eine ausdauernde, buschige Staude, die 30 bis 60 Zentimeter hoch wird. Die kleinen, ovalen Blätter sind leicht behaart, im Hochsommer trägt die Pflanze dichte Dolden aus rosa bis violetten Blüten. Sie ist ein Magnet für Bienen und Schmetterlinge.
Viele kennen das Kraut noch aus der Kindheit, ohne es beim Namen zu nennen: Als Dost wächst Oregano an Wegrändern, auf Magerwiesen und an Waldsäumen, auch bei uns in Bayern. Der Name Oregano kommt aus dem Griechischen und wird meist als „Freude der Berge“ gedeutet. Das passt, denn an den sonnigen, steinigen Hängen des Mittelmeerraums ist er zu Hause.

Oregano Pulver: für Saucen, Dips und Pizzateig, wenn keine Blättchen stören sollen.
Woher kommt Oregano?
Oregano ist in ganz Europa und bis nach Zentralasien verbreitet. Schon die alten Griechen und Römer würzten damit. Besonders aromatisch ist der griechische Oregano, eine Unterart, die in Griechenland „Rigani“ heißt und an trockenen Berghängen wächst. Je mehr Sonne und je kargerer Boden, desto kräftiger wird das Aroma.
Seinen Weltruhm verdankt Oregano der Pizza. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten den Geschmack aus Italien mit nach Hause, und das „Pizzakraut“ wurde in den USA und bald auch bei uns bekannt.
Übrigens: Was in Lateinamerika als mexikanischer Oregano verkauft wird, ist eine ganz andere Pflanze aus der Familie der Eisenkrautgewächse. Er schmeckt ähnlich, aber zitroniger und schärfer und passt gut zu Chili und Bohnengerichten.
Oregano und Majoran: Was ist der Unterschied?
Oregano und Majoran gehören zur selben Gattung, daher kommt der Name wilder Majoran. In der Küche verhalten sie sich aber unterschiedlich:
- Oregano: kräftig, herb, leicht pfeffrig und etwas bitter. Typisch für die italienische, griechische und mexikanische Küche.
- Majoran: milder, süßlicher und blumiger. Typisch für deutsche Gerichte wie Kartoffelsuppe, Erbseneintopf und Wurst.
Wenn Sie das eine durch das andere ersetzen, nehmen Sie von Oregano nur etwa die Hälfte. Mehr über den milden Verwandten lesen Sie im Ratgeber Majoran.

Majoran: der süßliche Bruder des Oregano.
Wie verwendet man Oregano in der Küche?
Oregano ist eines der wenigen Kräuter, die getrocknet kräftiger schmecken als frisch. Beim Trocknen konzentrieren sich die Aromastoffe in den Blättern. Deshalb kochen auch Italiener und Griechen fast immer mit getrocknetem Oregano. Reiben Sie die Blättchen vor dem Würzen zwischen den Fingern, dann duftet es sofort.
Oregano passt zu Tomaten in jeder Form, zu Pizza und Pasta, Auberginen, Zucchini und Paprika, zu Lamm, Hähnchen und Gyros, zu Schafskäse, Bohnen und Kartoffeln. In Tomatensauce darf er eine Weile mitköcheln, über Pizza oder Salat streuen Sie ihn erst zum Schluss. Mit Basilikum und Thymian bildet er das Dreigestirn der Mittelmeerküche.
Rezept: Tomatensauce für Pizza und Pasta (für 4 Personen)
Zutaten:
- 1 Dose geschälte Tomaten (400 g)
- 2 EL Olivenöl
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- 1 TL getrockneter Oregano
- Salz, eine Prise Zucker, frisch gemahlener Pfeffer
- nach Wunsch einige Blätter Basilikum
- Anschwitzen: Das Olivenöl in einem Topf erwärmen und den Knoblauch darin bei kleiner Hitze glasig dünsten. Er soll nicht braun werden.
- Tomaten dazu: Die Tomaten mit den Händen oder einer Gabel zerdrücken und in den Topf geben.
- Würzen: Den Oregano zwischen den Handflächen in die Sauce reiben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen.
- Einkochen: Etwa 15 bis 20 Minuten offen leise köcheln lassen, bis die Sauce sämig ist. Für Pizza dünn auf den Teig streichen, für Pasta mit Basilikum vollenden.
Rezept: Griechischer Bauernsalat mit Oregano (für 4 Personen)
Zutaten:
- 4 reife Tomaten
- 1 Salatgurke
- 1 rote Zwiebel
- 1 grüne Paprika
- 1 Handvoll schwarze Oliven
- 200 g Schafskäse (Feta) am Stück
- 4 EL Olivenöl, 1 EL Rotweinessig
- 1 TL getrockneter Oregano, Salz, Pfeffer
- Schneiden: Tomaten in Spalten, die Gurke in dicke Halbmonde, die Zwiebel in feine Ringe und die Paprika in Streifen schneiden.
- Anrichten: Alles mit den Oliven in eine Schüssel geben, leicht salzen und pfeffern. Den Schafskäse als ganzes Stück obenauf legen.
- Würzen: Mit Olivenöl und Essig beträufeln und großzügig mit getrocknetem Oregano bestreuen. Erst am Tisch mischen.

Unsere Bruschetta bella Italia: Oregano, Basilikum und Rosmarin für geröstetes Brot.
Für einen schnellen italienischen Abend passt Oregano auch zu einfachen Nudelgerichten. Wie das mit Knoblauch und Olivenöl gelingt, lesen Sie im Rezept für Aglio e Olio.
Wie pflanzt man Oregano im Garten oder Topf?
Oregano ist ein dankbarer Gartenbewohner. Er ist winterhart, mehrjährig und braucht wenig Pflege. Wichtig sind ihm nur drei Dinge: viel Sonne, ein durchlässiger, eher magerer Boden und keine Staunässe. In fetter, nasser Erde wächst er zwar üppig, schmeckt aber fad.
- Pflanzen: Setzen Sie Oregano im Frühjahr ab Mitte April an einen vollsonnigen Platz. Im Topf mischen Sie Kräutererde mit etwas Sand und sorgen für ein Abzugsloch.
- Gießen: Nur bei längerer Trockenheit gießen. Oregano verträgt Trockenheit deutlich besser als nasse Füße.
- Ernten: Am aromatischsten ist er kurz vor und zu Beginn der Blüte im Juli. Schneiden Sie die Triebe an einem trockenen Vormittag etwa eine Handbreit über dem Boden ab.
- Zurückschneiden: Im zeitigen Frühjahr die alten Stängel bodennah abschneiden. Dann treibt die Pflanze kräftig und buschig neu aus.
Marks Tipp
„Unseren Dost im Garten schneide ich im Juli, wenn die ersten Blüten aufgehen. Die Büschel hängen dann ein paar Tage kopfüber in der Scheune. Danach rebele ich Blätter und Blüten ab, die Blüten kommen mit ins Glas. Sie haben genauso viel Aroma.“
Wie trocknet und lagert man Oregano?
Binden Sie die geernteten Triebe zu kleinen Sträußen und hängen Sie sie kopfüber an einem luftigen, schattigen und warmen Ort auf. Nach einer bis zwei Wochen rascheln die Blätter. Jetzt streifen Sie Blätter und Blüten ab und füllen sie in dunkle Gläser oder Dosen.
Getrocknete Oreganoblätter halten ihr Aroma luftdicht, trocken und dunkel gelagert etwa ein bis zwei Jahre. Oregano Pulver sollten Sie innerhalb eines Jahres verbrauchen. Ein einfacher Test: Riecht der Oregano nach dem Zerreiben zwischen den Fingern kaum noch, ist es Zeit für frischen.

Klassisch italienisch: unsere Kräutermischung mit Oregano als Basis.
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MajoranMajoran, der milde VerwandteAnsehenHäufige Fragen zu Oregano
Ist Oregano dasselbe wie Majoran?
Nein, aber die beiden sind eng verwandt. Oregano wird deshalb auch wilder Majoran genannt. Er schmeckt kräftiger und herber, Majoran milder und süßlicher.
Was ist Dost?
Dost ist der deutsche Name für Oregano (Origanum vulgare). Die Pflanze wächst auch bei uns wild an sonnigen Wegrändern und auf Magerwiesen.
Oregano frisch oder getrocknet?
Für die meisten Gerichte getrocknet. Oregano gehört zu den Kräutern, die beim Trocknen an Aroma gewinnen. Frischer Oregano schmeckt milder und passt gut in Salate und Kräuterbutter.
Wann gibt man Oregano in die Tomatensauce?
Oregano darf ruhig 15 bis 20 Minuten mitköcheln. Für Pizza, Salat und Gegrilltes streuen Sie ihn dagegen erst kurz vor dem Servieren darüber.
Was ist griechischer Oregano?
Eine besonders aromatische Unterart, die an sonnigen Berghängen in Griechenland wächst. Dort heißt sie Rigani und wird oft samt Blüten getrocknet.
Kann man Oregano einfrieren?
Ja, frischen Oregano können Sie gehackt in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl einfrieren. Für Pizza und Saucen ist getrockneter Oregano aber meist die bessere Wahl.
Quellen: Wikipedia: Oregano