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30.10.26

Majoran, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Majoran: Geschmack, Unterschied zu Oregano und klassische Rezepte

Das Wichtigste in Kürze

Majoran (Origanum majorana) ist ein Küchenkraut aus der Familie der Lippenblütler und stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Er schmeckt warm-würzig, leicht süßlich und milder als sein naher Verwandter Oregano, der auch wilder Majoran heißt. In der deutschen Küche gehört er so fest zur Wurst, dass man ihn Wurstkraut nennt, außerdem in Kartoffelsuppe, Erbseneintopf, Bratkartoffeln und die Füllung der Martinsgans.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Majoran?

Majoran ist ein kleines, buschiges Kraut mit graugrünen, fein behaarten Blättern. Er gehört zu den Lippenblütlern und zur selben Gattung wie Oregano, die auf Deutsch Dost heißt. Im Sommer trägt er winzige weiße bis zartrosa Blüten in kleinen, knubbeligen Köpfchen. In seiner warmen Heimat ist Majoran mehrjährig, bei uns übersteht er den Winter im Freien meist nicht und wird deshalb jedes Jahr neu ausgesät.

Ursprünglich stammt Majoran aus dem östlichen Mittelmeerraum, etwa aus Zypern und der Südtürkei. Heute wird er unter anderem in Ägypten, Frankreich und auch in Deutschland angebaut. In Bayern und Österreich sagt man vielerorts auch Mairan oder Meiran.

Warum heißt Majoran Wurstkraut?

Schon die alten Griechen kannten Majoran. Er galt als Kraut der Liebesgöttin Aphrodite, und Brautpaare sollen Kränze daraus getragen haben. Spätestens im Mittelalter kam er nach Mitteleuropa und wurde hier zu einem echten Küchenkraut der einfachen Leute.

Seinen Spitznamen verdankt er der Wurst. Ob Thüringer Rostbratwurst, Blutwurst oder viele Brühwürste: Majoran gibt ihnen ihre typische Würze. Auch in der Hausschlachtung auf dem Land war er früher unverzichtbar. Bis heute steht Majoran deshalb in fast jedem deutschen Gewürzregal.

Majoran Pulver aus fein gemahlenem getrocknetem Majoran

Majoran Pulver: fein gemahlen für Hackfleisch, Teige und Saucen.

Wie schmeckt Majoran?

Majoran duftet intensiv, warm und blumig. Im Geschmack ist er würzig und leicht süßlich, mit einer feinen Bitternote und einem Anklang an Thymian. Anders als viele Kräuter ist getrockneter Majoran sehr aromatisch, manche finden ihn sogar kräftiger als frischen. Deshalb kochen die meisten mit getrocknetem Majoran.

Sein Aroma ist allerdings empfindlich. Bei langem Kochen verfliegt es. Majoran gehört deshalb, anders als Lorbeer oder Thymian, erst gegen Ende in den Topf.

Majoran und Oregano: der Unterschied

Majoran und Oregano sind enge Verwandte. Oregano (Origanum vulgare) wird deshalb auch wilder Majoran oder Dost genannt. In der Küche unterscheiden sie sich aber deutlich:

  • Majoran: milder, süßlicher und blumiger. Typisch für deutsche und mitteleuropäische Gerichte: Wurst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Braten.
  • Oregano (wilder Majoran): kräftiger, herber und pfeffriger. Typisch für die italienische und griechische Küche: Pizza, Tomatensauce, Gyros, Bauernsalat. Mehr dazu im Ratgeber Oregano.

Im Notfall können Sie das eine durch das andere ersetzen. Nehmen Sie dann aber nur etwa die Hälfte Oregano, sonst wird das Gericht zu herb. Andere gute Nachbarn des Majorans sind Thymian und Bohnenkraut, die ebenfalls gern in Eintöpfe und zu Hülsenfrüchten kommen.

Getrocknete Oreganoblätter, auch wilder Majoran genannt

Oregano, der wilde Majoran: kräftiger und herber als sein Verwandter.

Wie verwendet man Majoran?

Geben Sie Majoran erst in den letzten fünf bis zehn Minuten ins Essen. Reiben Sie das getrocknete Kraut dabei zwischen den Handflächen über dem Topf. So zerbrechen die Blättchen und geben ihr Aroma sofort frei. Majoran Pulver ist praktisch für Hackfleisch, Teige und Saucen, in denen man keine Blättchen sehen möchte.

Majoran passt zu Kartoffelsuppe, Erbsensuppe, Linsen und Bohneneintopf, zu Bratkartoffeln und Kartoffelpuffern, zu Schweinebraten, Hackfleisch und Pilzen. Im November darf er in der Füllung der Martinsgans nicht fehlen, zusammen mit Äpfeln, Zwiebeln und Beifuß. Mehr Ideen für die Festtage finden Sie im Ratgeber Weihnachtsessen würzen.

Rezept: Bayerische Kartoffelsuppe mit Majoran (für 4 Personen)

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Bund Suppengrün (Möhre, Sellerie, Lauch) oder 2 EL getrocknetes Suppengrün
  • 1 Zwiebel und 2 EL Butter
  • 1,2 l Gemüse- oder Fleischbrühe und 1 Lorbeerblatt
  • 150 ml Sahne
  • 2 TL getrockneter Majoran
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss, nach Belieben Wiener Würstchen oder gebratene Speckwürfel
  1. Schneiden: Kartoffeln schälen und würfeln, das Suppengrün putzen und klein schneiden, die Zwiebel fein würfeln.
  2. Andünsten: Die Butter in einem großen Topf zerlassen und Zwiebel und Suppengemüse darin einige Minuten andünsten.
  3. Kochen: Kartoffeln und Lorbeerblatt dazugeben, mit Brühe aufgießen und etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  4. Pürieren: Das Lorbeerblatt herausnehmen. Die Suppe grob oder fein pürieren, ganz wie Sie es mögen, und die Sahne einrühren.
  5. Majoran zum Schluss: Den Majoran zwischen den Handflächen in die Suppe reiben, fünf Minuten ziehen lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Nach Belieben Würstchenscheiben oder Speck darin erwärmen.

Rezept: Fleischpflanzerl mit Majoran (für 4 Personen)

  • 1 altbackene Semmel und etwas Milch zum Einweichen
  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt und in etwas Butter angedünstet
  • 1 Ei und 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 bis 2 TL getrockneter Majoran
  • 1 EL gehackte Petersilie, Salz, Pfeffer, Butterschmalz zum Braten
  1. Einweichen: Die Semmel in Scheiben schneiden, mit lauwarmer Milch übergießen, zehn Minuten einweichen und gut ausdrücken.
  2. Mischen: Hackfleisch, Semmel, Zwiebel, Ei, Senf, Majoran und Petersilie mit Salz und Pfeffer gründlich verkneten.
  3. Formen: Mit nassen Händen acht flache Pflanzerl formen.
  4. Braten: Im heißen Butterschmalz bei mittlerer Hitze von jeder Seite etwa fünf Minuten goldbraun braten. Dazu passen Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln.

Marks Tipp

„Getrockneten Majoran reibe ich immer zwischen den Handflächen über dem Topf. Das Kraut zerbröselt, die ganze Küche duftet, und man braucht weniger, als man denkt. Und weil Majoran das lange Kochen nicht mag, kommt er bei mir erst ganz am Schluss dazu.“

Bratkartoffelgewürz mit Majoran, Kümmel und Paprika

Unser Bratkartoffelgewürz: Majoran, Kümmel, Paprika und Muskat.

Wie lagert man Majoran?

Getrockneter Majoran hält sein Aroma etwa ein bis zwei Jahre, wenn Sie ihn luftdicht, trocken und lichtgeschützt aufbewahren. Majoran Pulver verliert schneller an Duft und sollte innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden. Reiben Sie vor dem Kochen eine Prise zwischen den Fingern: Duftet es kräftig, ist der Majoran noch gut.

Frischen Majoran aus dem Garten schneiden Sie am besten kurz vor der Blüte. Dann ist das Aroma besonders kräftig. Bündeln Sie die Stängel und hängen Sie sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen auf. Danach die Blättchen abstreifen und in Dosen füllen.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Majoran

Ist wilder Majoran dasselbe wie Oregano?

Ja. Als wilder Majoran oder Dost wird Oregano (Origanum vulgare) bezeichnet. Er ist mit dem Majoran eng verwandt, schmeckt aber kräftiger und herber.

Kann ich Oregano statt Majoran nehmen?

Im Notfall ja. Nehmen Sie etwa die Hälfte der Menge, weil Oregano kräftiger ist. Für typisch deutsche Gerichte wie Kartoffelsuppe oder Erbseneintopf schmeckt Majoran aber passender.

Wann gibt man Majoran ins Essen?

Erst gegen Ende der Garzeit, etwa fünf bis zehn Minuten vor dem Servieren. Bei langem Kochen verfliegt sein feines Aroma.

Majoran frisch oder getrocknet?

Getrockneter Majoran ist sehr aromatisch und wird in den meisten Rezepten verwendet. Frischer Majoran schmeckt milder und eignet sich gut für Salate, Kräuterbutter und zum Bestreuen.

Wofür nimmt man Majoran Pulver?

Für Hackfleisch, Fleischpflanzerl, Füllungen, Teige und Saucen, also überall dort, wo sich das Gewürz fein verteilen soll und keine Blättchen sichtbar sein sollen.

Warum heißt Majoran Wurstkraut?

Weil er seit jeher in vielen Wurstsorten steckt, etwa in der Thüringer Rostbratwurst. Bei der Hausschlachtung auf dem Land war Majoran früher unverzichtbar.

Quellen: Wikipedia: Majoran