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31.05.23

Wacholdernadeln, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Kräuter zum Räuchern: 15 beliebte Räucherkräuter im Porträt

Das Wichtigste in Kürze

Zu den bekanntesten Kräutern zum Räuchern gehören Beifuß, Salbei, Wacholder, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Johanniskraut und Fichte. Viele davon wachsen bei uns in Garten und Wald und wurden schon von unseren Vorfahren verräuchert. Kräuter verglimmen schneller als Harze: Legen Sie wenig auf, am sanftesten auf einem Stövchen mit Sieb, kräftiger auf glühender Räucherkohle.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Welche Kräuter eignen sich zum Räuchern?

Kräuter zum Räuchern wachsen oft direkt vor der Haustür: am Wegrand, im Wald oder im Garten. Viele Räucherkräuter kennen Sie aus der Küche. Bevor es Weihrauch aus fernen Ländern gab, räucherte man bei uns mit dem, was die Natur hergab. Bis heute sind Beifuß, Wacholder und Fichte die Grundlage vieler alter Mischungen.

Beim Räuchern mit Kräutern zählen vor allem zwei Dinge: der Duft und die Geschichte, die eine Pflanze mitbringt. Unsere 15 Steckbriefe beschreiben beides. Bitte beachten Sie: Die Bedeutungen stammen aus Brauchtum und Volksglauben und sind keine Versprechen.

Getrocknetes Beifußkraut, eines der ältesten Kräuter zum Räuchern

Beifuß: das wohl älteste Räucherkraut in unserer Gegend.

Heimische Räucherkräuter aus Wald, Wiese und Garten

Beifuß

Herb, würzig und etwas bitter im Rauch. Beifuß gehört zur Sommersonnwende: Früher trug man Gürtel aus Beifuß beim Johannisfeuer und warf sie danach in die Flammen. Alles Weitere lesen Sie im Beitrag Beifuß räuchern. Bei uns: Beifuß.

Wacholder

Nadeln, Beeren und Holz duften warm, harzig und waldig. In Bayern und Österreich heißt der Strauch Kranewitt. Er war fester Bestandteil der Stallräucherung in den Rauhnächten und galt im Volksglauben als starke Schutzpflanze. Bei uns: Wacholder.

Johanniskraut

Krautig und leicht süßlich. Es blüht um den Johannistag am 24. Juni und wurde als Sonnwendkraut gesammelt. Im Volksglauben hängte man Büschel an Fenster und Türen, um Haus und Hof vor Unwetter zu bewahren. Bei uns: Johanniskraut.

Fichte

Nadeln und Harz bringen den Duft des Waldes ins Haus. Das Harz nennen wir gern den bayrischen Weihrauch. Mehr dazu im Ratgeber Fichtenharz und Kiefernharz. Bei uns: Fichte.

Holunder

Die Rinde duftet fein holzig und erdig, die Blüten süßlich. Der Holler war der Hausbaum vieler Höfe. Man glaubte, in ihm wohnten gute Hausgeister, und brachte ihn mit Frau Holle in Verbindung. Holunderrinde räuchern Sie bitte sparsam. Bei uns: Holunder.

Alant

Die Wurzel duftet würzig und leicht süßlich. Der botanische Name Inula helenium erinnert an die schöne Helena: Der Sage nach wuchs der Alant dort, wo ihre Tränen auf die Erde fielen. Er gehört in manchen Gegenden in den Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt. Bei uns: Alant.

Angelika (Engelwurz)

Die Wurzel gibt einen erdigen, würzigen, leicht moschusartigen Rauch. Ihr Name geht auf eine Legende zurück, nach der ein Engel die Pflanze den Menschen gezeigt haben soll. Angelikawurzel steckt auch in unserer Hausräuchermischung. Bei uns: Angelika (Engelwurz).

Thymian

Kräftig und würzig. Sein Name wird oft vom griechischen Wort für „räuchern“ oder „opfern“ abgeleitet. In der Antike soll er auf Altären verbrannt worden sein. In der Räuchertradition steht er für Schutz und Mut. Bei uns: Thymian.

Fein geschnittene Salbeiblätter als Kräuter zum Räuchern

Gartensalbei: herb, würzig und vielseitig.

Mediterrane Klassiker und besondere Räucherpflanzen

Salbei

Gartensalbei duftet herb und würzig, Muskatellersalbei weicher und süßlicher. Der weiße Salbei aus Nordamerika ist intensiver und wird oft als Bündel verräuchert. Mehr im Ratgeber Weißer Salbei räuchern. Bei uns: Salbei.

Rosmarin

Frisch, harzig und leicht kampferartig. Der Name wird als „Tau des Meeres“ gedeutet. Früher gehörte Rosmarin in den Brautkranz und zu Hochzeiten. Schöne Nebensache: Er ist auch in der Küche ein Klassiker. Bei uns: Rosmarin.

Lavendel

Die Blüten verglimmen blumig, frisch und etwas krautig. Lavendel legt man seit jeher wegen seines Duftes zur Wäsche. Beim Räuchern macht er schwere Harzmischungen leichter. Bei uns: Lavendel.

Lorbeer

Blätter und Früchte duften kräftig und aromatisch. In der Antike bekränzte man Sieger und Dichter mit Lorbeer, er war dem Gott Apollon geweiht. Er gilt bis heute als Zeichen für Ruhm und Ehre. Bei uns: Lorbeer.

Ysop

Würzig, klar und frisch. Ysop wird in der Bibel mehrfach erwähnt und steht dort für Reinheit. Im Psalm 51 heißt es: „Entsündige mich mit Ysop“. Viele räuchern ihn in den Rauhnächten. Bei uns: Ysop.

Rose

Rosenblüten verglimmen weich, süßlich und mild. Die Rose ist ein altes Zeichen der Liebe und in der christlichen Tradition ein Sinnbild für Maria. Zusammen mit Harzen ergibt sie einen runden Duft, wie beim Rosenweihrauch. Bei uns: Rose.

Mariengras

Süßlich und warm, mit einem Duft nach Heu und Vanille. Das duftende Gras wächst in Nordamerika und selten auch in Nord- und Mitteleuropa. In vielen Kulturen Nordamerikas wurde es zu Zöpfen geflochten und bei Zeremonien verräuchert. Bei uns: Mariengras.

Getrocknete Lavendelblüten zum Räuchern

Lavendel macht Harzmischungen leichter.

Wie räuchert man mit Kräutern?

Kräuter verglimmen schneller als Harze und geben mehr Rauch. Deshalb gilt beim Räuchern mit Kräutern: wenig auflegen, oft nachlegen.

  1. Auf dem Stövchen: Legen Sie eine Prise Kräuter auf ein Räuchersieb über einem Teelicht. Die Pflanzen werden erwärmt und duften sanft. Für den Einstieg ist das ideal.
  2. Auf der Kohle: Zünden Sie eine Räucherkohle auf Sand an und lassen Sie sie durchglühen. Streuen Sie wenige Blätter oder Nadeln darauf. Der Duft ist kräftiger und rauchiger.
  3. Als Bündel: Gebundene Kräuter werden an der Spitze angezündet, die Flamme wird ausgeblasen. Halten Sie stets eine feuerfeste Schale darunter.
  4. Mischen: Kombinieren Sie ein Kraut mit einem Harz, etwa Wacholder mit Fichtenharz oder Rose mit Weihrauch. Wie Sie eigene Mischungen zusammenstellen, zeigt unser Beitrag Räuchermischung selber machen.

Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen, das Gefäß auf eine feuerfeste Unterlage stellen und nach dem Räuchern lüften. Halten Sie Kinder und Haustiere fern und achten Sie auf Rauchmelder. Kräuter, die zum Räuchern gedacht sind, gehören nicht in Tee oder Essen. Umgekehrt verwenden Sie Küchenkräuter zum Räuchern bitte getrennt von Ihrem Vorrat.

Lorbeerfrüchte als kräftig duftendes Räucherwerk

Lorbeerfrüchte: kräftig und aromatisch im Rauch.

Wie trocknet und lagert man Räucherkräuter?

Selbst gesammelte Kräuter binden Sie zu kleinen Sträußen und hängen sie kopfüber an einen luftigen, schattigen Ort. Nach zwei bis drei Wochen rascheln sie trocken. Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie sicher kennen, und nur dort, wo es erlaubt ist.

Getrocknete Kräuter bewahren Sie dunkel und trocken in Gläsern oder Papiertüten auf. So halten sie ihren Duft gut ein Jahr.

Sabines Tipp

„Viele Räucherkräuter haben Sie schon im Küchenschrank: Rosmarin, Thymian, Salbei, Lorbeer. Probieren Sie jedes Kraut zuerst einzeln auf dem Stövchen. Dann wissen Sie genau, wie es duftet, und können später nach Ihrer Nase mischen. Ysop zum Beispiel hat eine würzige, klare Note, die man sofort wiedererkennt.“

Was Sie dafür brauchen

Alle Harze, Hölzer und Kräuter zum Räuchern

Häufige Fragen zu Kräutern zum Räuchern

Welche Kräuter kann man im Garten zum Räuchern sammeln?

Salbei, Thymian, Rosmarin, Lavendel und Ysop wachsen in vielen Gärten. Am Wegrand finden Sie Beifuß und Johanniskraut, im Wald Fichtennadeln und Harz. Sammeln Sie nur, was Sie sicher bestimmen können.

Kann man Küchenkräuter zum Räuchern nehmen?

Ja, getrocknete Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Lorbeer lassen sich gut räuchern. Bewahren Sie die Räucherportion getrennt vom Küchenvorrat auf.

Wacholder räuchern: Nadeln, Beeren oder Holz?

Alle drei werden verräuchert. Die Nadeln duften frisch und waldig, die geschroteten Beeren süßlich-harzig, das Holz warm und mild.

Kohle oder Stövchen für Kräuter?

Auf dem Stövchen duften Kräuter sanfter und rauchen weniger. Auf der Kohle wird der Rauch kräftiger. Für Einsteiger empfehlen wir das Stövchen.

Welche Kräuter räuchert man in den Rauhnächten?

Überliefert sind vor allem Wacholder, Beifuß, Fichtennadeln und -harz sowie Kräuter aus dem geweihten Kräuterbuschen, oft zusammen mit Weihrauch. Mehr dazu im Leitartikel Rauhnächte.

Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel