Das Wichtigste in Kürze
Räuchern im Sommer heißt vor allem: Düfte genießen. Auf Terrasse, Balkon oder im Garten passen helle, würzige Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Thymian, Rosenblüten und Holunderblüten. Geräuchert wird windgeschützt in einem Räuchertopf oder einer Pfanne mit Sand. Bei Trockenheit und Wind gilt: lieber verzichten.
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Inhalt
Warum räuchern im Sommer?
Viele verbinden das Räuchern mit dunklen Winterabenden und den Rauhnächten. Dabei hat auch der Sommer seine Räucherzeit. Wenn die Hitze des Tages nachlässt, die Sonne tief steht und die Terrasse noch warm ist, sitzt man gern draußen. Räuchern im Sommer bringt an solchen Abenden einen feinen Kräuterduft in die Luft, der zu Gartenrosen, frisch gemähtem Gras und einem Glas Wein passt.
Der Sommer ist bei uns in Bayern außerdem reich an Bräuchen. Zur Sommersonnwende um den 21. Juni und am Johannistag am 24. Juni brennen auf Hügeln und an Seen die Sonnwendfeuer. Am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, werden in vielen Kirchen die Kräuterbuschen geweiht. Die Sträuße aus Königskerze, Johanniskraut, Rainfarn, Schafgarbe und anderen Wiesenkräutern wurden früher getrocknet und aufbewahrt. Einen Teil davon räucherte man später in den Rauhnächten.
Mehr zu den Festen im Jahreslauf finden Sie in unserem Überblick Räuchern im Jahreskreis.

Unsere Sommermischung Brummen: Lavendel, Rosmarin, Zitronenmyrte, Zimt und Holunder.
Welche Kräuter duften am Sommerabend?
Im Sommer passen leichte, helle und würzige Düfte. Schwere Harze wie Myrrhe oder dunkler Copal heben Sie sich besser für den Winter auf. Viele der folgenden Kräuter wachsen vielleicht schon in Ihrem Garten oder im Balkonkasten.
- Lavendel: blumig, frisch und unverwechselbar sommerlich. Die Blüten verglimmen sanft und duften lange.
- Rosmarin: würzig, harzig und mediterran. Er erinnert an Urlaub im Süden.
- Thymian: warm, kräuterig und ein wenig wie eine Bergwiese in der Sonne.
- Salbei: herb und kräftig. Schon wenige Blätter reichen.
- Rosenblüten: weich, lieblich und süßlich. Sie runden würzige Kräuter ab.
- Holunderblüten: zart, süß und blumig, ein Duft, den viele vom Holundersirup kennen.
- Wacholder: harzig und waldig. Ein paar Nadeln geben einer Kräutermischung Tiefe.
Wer es einfach mag, greift zu einer fertigen Mischung. Unsere Mischung Brummen ist genau für laue Sommerabende zusammengestellt: Lavendel duftet blumig, Rosmarin würzig, Zitronenmyrte frisch, Zimt und Holunder süß und weich. Eine Übersicht über weitere Pflanzen finden Sie im Ratgeber Kräuter zum Räuchern.

Rosmarin bringt einen würzigen, mediterranen Duft auf die Terrasse.
Wie räuchert man auf Terrasse und Balkon?
Draußen räuchern Sie im Grunde wie drinnen, nur der Wind spielt mit. Er trägt den Duft fort, facht aber auch die Glut an. Die Grundlagen von Kohle und Stövchen erklären wir ausführlich in Räuchern für Anfänger.
- Platz wählen: Stellen Sie das Räuchergefäß auf einen stabilen, feuerfesten Untergrund, etwa einen Steintisch oder eine Fliese, windgeschützt und nicht unter Sonnenschirm oder Markise.
- Gefäß vorbereiten: Ein Räuchertopf oder eine Räucherpfanne mit Deckel eignet sich draußen besonders gut. Füllen Sie eine Schicht Räuchersand ein.
- Kohle anzünden: Halten Sie die Kohle mit der Zange an die Flamme, legen Sie sie auf den Sand und lassen Sie sie durchglühen, bis sie grau überzogen ist.
- Kräuter auflegen: Geben Sie eine kleine Prise getrockneter Kräuter auf die Glut. Draußen dürfen Sie ruhig etwas öfter nachlegen, weil sich der Duft schneller verteilt.
- Ohne Kohle: Auf einem Räucherstövchen über einem Teelicht verglimmen die Kräuter sanfter. Stellen Sie es so, dass der Wind das Teelicht nicht ausbläst.
- Ausglühen lassen: Lassen Sie die Kohle im Sand vollständig ausglühen. Gießen Sie die Glut nie in Rasen, Beet oder Mülltonne.

Der Räuchertopf Allgäu lässt sich am Holzgriff sicher tragen, auch nach draußen.
Kräuter aus dem Garten trocknen und bündeln
Der Sommer ist eine gute Zeit, um Räucherkräuter für das ganze Jahr zu sammeln. Schneiden Sie die Kräuter an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Lavendel schneiden Sie, wenn sich die ersten Blüten öffnen.
Binden Sie die Stiele zu kleinen, lockeren Sträußen und hängen Sie diese kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Nach zwei bis drei Wochen sind die Kräuter rascheltrocken. Nur gut getrocknete Kräuter eignen sich zum Räuchern. Frische Kräuter qualmen stark und riechen unangenehm.
Aus Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian lässt sich auch ein Räucherbündel binden. Wickeln Sie dafür die frischen Stiele mit einem Baumwollfaden fest zusammen und lassen Sie das Bündel anschließend trocknen. Zum Räuchern zünden Sie die Spitze an, blasen die Flamme aus und lassen das Bündel über einer feuerfesten Schale glimmen.
Sabines Tipp
„Wenn im Juli der Lavendel blüht, schneide ich immer ein paar Sträuße mehr, als ich brauche. Ein Teil wandert in die Küche, ein Teil in kleine Duftsäckchen und der Rest in mein Räucherglas. Und an einem warmen Abend mische ich Lavendel mit ein paar Rosenblüten und einem Zweig Rosmarin. Mehr braucht es auf der Terrasse nicht.“

Rosenblüten machen jede Kräutermischung weicher.
Worauf Sie draußen achten sollten
Sicherheit: Glut, Teelicht und glimmende Bündel nie unbeaufsichtigt lassen. Räuchern Sie nicht bei starkem Wind und nicht in der Nähe von trockenem Gras, Hecken, Holzdecks, Polstern oder Sonnenschirmen. Bei anhaltender Trockenheit und hoher Waldbrandgefahr verzichten Sie im Garten ganz auf offene Glut und beachten die Vorgaben Ihrer Gemeinde. Halten Sie Kinder und Haustiere fern und stellen Sie einen Eimer Sand oder Wasser bereit. Kräuter und Mischungen sind nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.
Denken Sie auch an Ihre Nachbarn. Auf dem Balkon zieht der Rauch schnell in offene Fenster nebenan. Kleine Mengen und das Stövchen sind hier die freundlichere Wahl. In Mietwohnungen lohnt ein Blick in die Hausordnung.
Was Sie dafür brauchen
BrummenSommermischung mit Lavendel, Rosmarin und HolunderAnsehen
Lavendel 1 extraBlumig und frischAnsehen
RosmarinblätterWürzig und mediterranAnsehen
RosenblütenWeich und lieblichAnsehen
ThymiankrautWarm und kräuterigAnsehen
HolunderblütenZart, süß und blumigAnsehen
Räuchertopf AllgäuRäuchertopf mit Holzgriff, auch für draußenAnsehen
Räucherpfanne E Messing mit HolzgriffMessingpfanne mit Standfuß und HolzgriffAnsehen
RäucherkohleSchnellzündende KohletablettenAnsehen
Räuchersand 200gFüllung für Topf und PfanneAnsehenHäufige Fragen zum Räuchern im Sommer
Darf man auf dem Balkon räuchern?
In kleinen Mengen ist das in der Regel kein Problem. Achten Sie auf eine feuerfeste Unterlage, auf Wind und auf die Nachbarn, und werfen Sie einen Blick in die Hausordnung. Das Stövchen raucht weniger als die Kohle.
Welche Kräuter aus dem Garten kann man räuchern?
Gut geeignet sind Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Rosenblüten, Holunderblüten und Wacholder. Wichtig ist, dass die Kräuter vollständig getrocknet sind.
Kann man frische Kräuter räuchern?
Besser nicht. Frische Kräuter enthalten viel Wasser, qualmen stark und riechen eher verbrannt. Trocknen Sie sie zwei bis drei Wochen an einem luftigen, schattigen Ort.
Wie lösche ich Räucherkohle draußen?
Lassen Sie die Kohle im Sand des Räuchergefäßes vollständig ausglühen oder ersticken Sie sie mit einer dicken Schicht Sand. Entsorgen Sie Asche erst, wenn sie ganz kalt ist.
Was ist ein Kräuterbuschen?
Ein Strauß aus Wiesen- und Gartenkräutern, der in Bayern am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, in der Kirche geweiht wird. Früher wurde er getrocknet aufbewahrt und ein Teil davon im Winter geräuchert.
Kräuterpost: Möchten Sie mehr über das Räuchern erfahren? Mit der Anmeldung zur Kräuterpost schicken wir Ihnen unsere Räucherfibel als E-Book. Zur Räucherfibel
Quellen: Wikipedia: Kräuterbuschen · Wikipedia: Johannisfeuer