Das Wichtigste in Kürze
Sandarak ist das Harz des Sandarakbaums (Tetraclinis articulata), auch Berberthuja genannt, eines Zypressengewächses aus Nordafrika, vor allem aus Marokko. Die kleinen, hellgelben Harztränen duften beim Räuchern frisch, harzig und leicht zitronig, ähnlich wie Nadelholz. Weil Sandarak schnell schmilzt, räuchern Sie es am besten auf einem Stövchen mit Räucherplatte.
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Inhalt
Was ist Sandarak?
Sandarak ist ein helles Baumharz. Es tritt aus der Rinde des Sandarakbaums aus, erstarrt an der Luft zu kleinen, länglichen Tropfen und wird dann abgesammelt. Wegen ihrer Form heißen diese Stücke auch Sandarak-Tränen.
Die Tränen sind hellgelb bis bernsteinfarben, durchscheinend und spröde. Sie zerfallen leicht zu Pulver, wenn man sie zwischen den Fingern reibt. Beim Erhitzen schmelzen sie schnell. Das sollten Sie beim Räuchern wissen.
Der Name geht auf das griechische Wort sandarake zurück. In der Antike bezeichnete es allerdings auch ein rotes Mineral, das mit dem Harz nichts zu tun hat.
Woher kommt Sandarak?
Der Sandarakbaum, botanisch Tetraclinis articulata, ist ein immergrünes Zypressengewächs. Er wird auch Berberthuja oder Gliederzypresse genannt. Seine Heimat ist Nordafrika, vor allem Marokko, dazu Algerien und Tunesien. Dort wächst er an trockenen, steinigen Hängen, etwa im Atlasgebirge. Kleine Vorkommen gibt es außerdem in Südspanien und auf Malta, wo er als Nationalbaum gilt.
Schon die Römer schätzten das fein gemaserte Holz des Baumes für kostbare Tische. Das Harz wurde über Jahrhunderte aus Nordafrika nach Europa gehandelt.

Mastix: ein feiner, milder Begleiter für Sandarak.
Wofür wurde Sandarak früher verwendet?
Sandarak war nicht nur Räucherwerk. In Alkohol gelöst ergibt es einen klaren Firnis, mit dem Maler ihre Bilder und Instrumentenbauer ihre Geigen und Lauten überzogen. Schreiber streuten fein gemahlenen Sandarak auf Pergament und Papier, damit die Tinte nicht verlief.
Als Räucherwerk wurde Sandarak im Mittelalter bei religiösen Zeremonien verwendet. Es galt als Sinnbild für Reinheit und Erneuerung. In Nordafrika räuchert man es bis heute in Häusern und bei Festen, oft zusammen mit anderen Harzen.
Wie duftet Sandarak?
Sandarak duftet frisch, hell und harzig, mit einer leicht zitronigen Note. Viele erinnert er an Nadelholz und Zeder. Der Rauch ist fein und nicht schwer, deshalb eignet sich Sandarak gut für einen ruhigen Abend.
Pur ist der Duft eher zurückhaltend. Seine Stärke zeigt sich in Mischungen. Gut passen:
- Mastix: fein, mild und leicht süßlich. Mehr im Ratgeber Mastix.
- Copal weiß: klar und frisch, gemeinsam mit Sandarak besonders hell.
- Weihrauch: gibt der Mischung Tiefe und einen balsamischen Grundton.
- Dammar: ebenfalls leicht zitronig. Mehr dazu im Ratgeber Dammarharz.
Eine einfache Mischung zum Ausprobieren: zwei Teile Sandarak, ein Teil Mastix und ein Teil Copal weiß. Zerstoßen Sie größere Stücke vorher leicht im Mörser, dann verglimmt alles gleichmäßig. Die Mischung hält sich in einem gut verschlossenen Glas, dunkel und kühl aufbewahrt, sehr lange.

Copal weiß ergänzt Sandarak zu einem hellen, klaren Duft.
Wie räuchert man Sandarak?
Weil Sandarak schnell schmilzt, räuchern Sie es am besten auf einem Stövchen mit Räucherplatte. Wie das ohne Kohle gelingt, erklärt unser Ratgeber Räuchern ohne Kohle.
- Stövchen vorbereiten: Stellen Sie das Stövchen auf eine feuerfeste Unterlage, legen Sie eine Räucherplatte auf das Sieb und zünden Sie das Teelicht an.
- Wenig auflegen: Geben Sie drei bis vier Sandarak-Tränen auf die Platte. Sie schmelzen nach kurzer Zeit und beginnen zu duften.
- Nachlegen: Ist der Duft verflogen, schieben Sie die Reste beiseite und legen frische Tränen nach.
- Auf Kohle: Auf einer durchgeglühten Räucherkohle wird der Rauch kräftiger. Legen Sie hier nur wenige Tränen auf, sonst wird der Duft schnell brenzlig.
- Abschließen: Löschen Sie das Teelicht, lassen Sie Platte und Sieb abkühlen und lüften Sie den Raum.

Mit der Räucherplatte bleibt das Sieb sauber, wenn Sandarak schmilzt.

Auf dem Stövchen duftet Sandarak sanft und lange.
Sicherheit: Glut, glimmendes Holz und Teelichter nie unbeaufsichtigt lassen. Stellen Sie Gefäß und Schale immer auf eine feuerfeste Unterlage, halten Sie Kinder und Haustiere fern und räuchern Sie nicht direkt unter einem Rauchmelder. Lüften Sie während und nach dem Räuchern. Räucherwerk ist nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.
Sabines Tipp
„Sandarak schmilzt sehr schnell. Ich lege deshalb immer eine Räucherplatte aufs Sieb und gebe nur drei, vier Tränen darauf. Zusammen mit etwas Mastix ergibt das einen hellen, klaren Duft für den Abend.“
Was Sie dafür brauchen
Sandarak TränenHelle Harztränen aus NordafrikaAnsehen
MastixFein und mild, passt zu SandarakAnsehen
Copal weißKlar und frischAnsehen
Weihrauch Äthiopien 1.GradFür einen balsamischen GrundtonAnsehen
DammarharzHell und leicht zitronigAnsehen
Räucherstövchen B mit HolzgriffSanft räuchern über dem TeelichtAnsehen
Räucherplatte 9 cmHält das Sieb sauberAnsehen
RäucherkohleFür kräftigeren RauchAnsehenHäufige Fragen zu Sandarak
Was ist Sandarak?
Sandarak ist das helle Harz des Sandarakbaums (Tetraclinis articulata), eines Zypressengewächses aus Nordafrika. Es wird in kleinen, tränenförmigen Stücken gesammelt und zum Räuchern verwendet.
Wie riecht Sandarak?
Frisch, harzig und leicht zitronig, ähnlich wie Nadelholz. Der Duft ist hell und nicht aufdringlich.
Welche Bedeutung hat Sandarak beim Räuchern?
Im Mittelalter wurde Sandarak bei religiösen Zeremonien geräuchert und galt als Sinnbild für Reinheit und Erneuerung. Heute schätzen viele den hellen Duft für ruhige Abende und Rituale.
Ist Sandarak dasselbe wie Thuja?
Nein. Der Sandarakbaum wird zwar auch Berberthuja genannt, ist aber eine eigene Gattung. Mit dem Lebensbaum (Thuja) aus unseren Gärten ist er nur entfernt verwandt.
Kann man Sandarak essen?
Nein. Unser Sandarak ist nur zum Räuchern bestimmt. Früher wurde er außerdem für Firnis und Lacke verwendet.
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Quellen: Wikipedia: Sandarak · Wikipedia: Sandarakbaum