Das Wichtigste in Kürze
Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein Korbblütler, der von Juni bis Oktober auf Wiesen und an Wegrändern blüht. Sie erkennen sie an den flachen, weißen bis rosa Blütenständen aus vielen kleinen Körbchen und an den fein gefiederten Blättern, die beim Zerreiben würzig duften. Gesammelt werden die blühenden Triebspitzen an einem trockenen Sommertag. Vorsicht: Giftige Doldenblütler sehen ihr auf den ersten Blick ähnlich.
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Inhalt
Was ist die Gemeine Schafgarbe?
Kaum eine Wiesenpflanze begegnet uns im Sommer so oft wie die Schafgarbe. Sie wächst an Feldrainen, auf Weiden und mitten im Rasen, und wer sie einmal bewusst angeschaut hat, findet sie überall wieder. Bei uns im Kräuterhof gehört die Schafgarbe zu den Kräutern, die wir am längsten im Sortiment haben.
Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) gehört zur Familie der Korbblütler, ist also mit Kamille, Ringelblume und Gänseblümchen verwandt. Sie ist eine ausdauernde Pflanze und wird meist 20 bis 80 Zentimeter hoch. Der Stängel ist zäh, kantig und leicht behaart. Verbreitet ist sie in fast ganz Europa und weiten Teilen Asiens, auf trockenen bis frischen Wiesen, an Böschungen und Wegrändern.
Ihr botanischer Name erzählt viel über sie. Millefolium heißt „tausend Blätter“ und beschreibt die fein zerteilten Blätter, die wie viele kleine Fiedern aussehen. Der Gattungsname Achillea geht der Sage nach auf den griechischen Helden Achilles zurück, der die Pflanze gekannt haben soll. Der deutsche Name ist einfacher zu erklären: Schafe fressen das Kraut auf der Weide gern.

Schafgarbenpulver: fein vermahlene Blüten und Kraut.
Wie erkennt man Schafgarbe?
Am sichersten erkennen Sie die Schafgarbe an drei Merkmalen:
- Blütenstand: Was wie eine einzelne flache Dolde aussieht, besteht aus vielen kleinen Blütenkörbchen. Jedes Körbchen hat meist fünf weiße bis zartrosa Zungenblüten rund um eine winzige gelbliche Mitte. Mit einer Lupe sieht man das gut.
- Blätter: Die Blätter sind schmal im Umriss und zwei- bis dreifach fein gefiedert, fast wie eine kleine Feder.
- Duft: Zwischen den Fingern zerrieben riecht das Kraut kräftig würzig und etwas herb.
Wichtig ist die Abgrenzung zu den Doldenblütlern. Pflanzen wie der Gefleckte Schierling, der Wasserschierling oder die Hundspetersilie tragen ebenfalls weiße, schirmartige Blütenstände und sind stark giftig. Ihre Blüten sitzen aber auf Strahlen, die von einem Punkt ausgehen, und nicht in kleinen Körbchen. Ihre Stängel sind oft hohl, beim Gefleckten Schierling zudem rot gefleckt, und sie riechen unangenehm.
Sorgfalt: Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie ganz sicher bestimmen können. Im Zweifel lassen Sie die Pflanze stehen. Meiden Sie Straßenränder, gespritzte Felder und Hundewiesen.
Eine zweite Verwechslung ist harmloser: Der Rainfarn hat ähnlich gefiederte Blätter, trägt aber gelbe, knopfartige Blüten ohne weiße Zungenblüten. Im Garten gibt es außerdem die Goldgarbe mit großen, goldgelben Tellern, eine nahe Verwandte aus dem Kaukasus.
Wann sammelt man Schafgarbe und wie verwendet man sie?
Die beste Sammelzeit ist die Hauptblüte von Juni bis August. Gesammelt werden die oberen, blühenden Triebspitzen, etwa eine Handbreit lang. Den groben, zähen Stiel lassen Sie stehen.
- Tag wählen: Gehen Sie an einem sonnigen, trockenen Tag hinaus, wenn der Tau abgetrocknet ist.
- Schneiden: Schneiden Sie die Triebspitzen mit einer Schere ab und nehmen Sie von jedem Bestand nur einen Teil.
- Bündeln: Binden Sie kleine Sträußchen und hängen Sie sie kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort.
- Prüfen: Nach etwa einer Woche rascheln die Blüten und die Stängel brechen. Dann ist die Schafgarbe fertig getrocknet.
- Aufbewahren: Füllen Sie Blüten und Kraut in eine dunkle Dose oder ein Glas und stellen Sie es lichtgeschützt auf.
Ausführliche Tipps zum Trocknen finden Sie in unserem Ratgeber Kräuter trocknen.
Sabines Tipp
„Ich sammle die Schafgarbe am liebsten um die Mittagszeit an einem heißen Sommertag. Dann duftet sie am stärksten. Den harten Stiel lasse ich gleich draußen, er trocknet schlecht und bringt keinen Geschmack.“
In der Küche verwenden Sie am besten die jungen, zarten Blätter aus dem Frühjahr. Fein gehackt schmecken sie würzig, leicht herb und etwas bitter. Ein kleines Büschel passt in Kräuterquark, in eine Frühlingssuppe oder zusammen mit anderen Wildkräutern in einen bunten Salat. Die Blütenköpfchen sind eine hübsche Dekoration auf Brot und Salaten.
Für einen Kräutertee übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel getrocknete Schafgarbenblüten mit einer Tasse heißem Wasser und lassen ihn etwa fünf bis acht Minuten ziehen. Der Tee schmeckt kräuterwürzig mit einer leicht bitteren Note und passt gut zu milderen Blüten wie Rotklee. Schafgarbenpulver ist die fein vermahlene Form, die sich als würzige Prise in Dips und Kräutersalz unterrühren lässt.

Rotkleeblüten passen mit ihrer milden Note gut zur herben Schafgarbe.
Ist Schafgarbe winterhart und gartentauglich?
Die Schafgarbe ist eine dankbare Gartenpflanze. Sie ist winterhart, verträgt Trockenheit und mag einen sonnigen Platz mit eher magerem, durchlässigem Boden. Zu viel Dünger macht sie weich und kippanfällig. Über ihre Ausläufer breitet sie sich gern aus, in der Blumenwiese ist das erwünscht, im Staudenbeet sollten Sie sie ab und zu bremsen.
Neben der weißen Wildform gibt es viele Gartensorten in Rot, Rosa, Lachs, Flieder und Gelb, etwa ‚Cerise Queen‘, ‚Lachsschönheit‘ oder ‚Moonshine‘. Gepflanzt wird im Frühjahr oder Herbst. Wer aussät, streut die feinen Samen nur auf die Erde, denn die Schafgarbe keimt im Licht. Auch im Kübel und Balkonkasten gedeiht sie, wenn das Gefäß einen Wasserabzug hat und Staunässe vermieden wird. Ihre Blüten werden gern von Schwebfliegen und Wildbienen besucht.

Schafgarbenöl blau: Seine Farbe entsteht erst bei der Destillation.
Welche Bedeutung hat die Schafgarbe im Brauchtum?
Die Schafgarbe gehört zu den Pflanzen, die in vielen Gegenden fest zum Brauchtum zählen. In Bayern ist sie ein traditioneller Bestandteil des Kräuterbuschens, der an Mariä Himmelfahrt am 15. August gebunden und in der Kirche geweiht wird. Danach hing er früher das ganze Jahr im Herrgottswinkel oder auf dem Dachboden.
Weit über Europa hinaus reicht eine andere Tradition: Im alten China wurden für das Orakel des I Ging getrocknete Schafgarbenstängel verwendet. Durch Abzählen der Stängel ermittelte man die Zeichen des Buches. Auch der Duft der Pflanze hat seine Liebhaber gefunden. Aus dem Kraut wird ein ätherisches Öl destilliert, das durch den Stoff Chamazulen tiefblau gefärbt ist. Dieser Farbstoff entsteht erst bei der Wasserdampfdestillation, ähnlich wie bei der Kamille.

Die Kamille ist eine nahe Verwandte der Schafgarbe.
Was Sie dafür brauchen
SchafgarbenblüteGetrocknete Blüten für Tee und KücheAnsehen
SchafgarbenpulverFein gemahlen für Dips und KräutersalzAnsehen
Schafgarbe Pflanzensaft BioPresssaft aus SchafgarbenblätternAnsehen
Schafgarbenöl blauWürziger Duft für die AromalampeAnsehen
RotkleeblütenMilde Blüten für TeemischungenAnsehen
KamilleDie nahe Verwandte aus dem Korbblütler-ReichAnsehenHäufige Fragen zur Schafgarbe
Ist Schafgarbe giftig?
Die Gemeine Schafgarbe selbst ist ein altbekanntes Küchen- und Teekraut. Gefährlich sind giftige Doldenblütler wie der Schierling, die ihr ähneln. Achten Sie deshalb auf die kleinen Blütenkörbchen und die fein gefiederten, würzig duftenden Blätter.
Was ist Schafgarbenpulver?
Schafgarbenpulver ist fein vermahlene Schafgarbe aus Blüten und Kraut. Es schmeckt würzig und leicht bitter und lässt sich in kleinen Mengen in Dips, Kräuterquark oder selbst gemischtes Kräutersalz rühren.
Wie schmeckt Schafgarbentee?
Kräuterwürzig, etwas herb und mit einer leichten Bitternote. Wer es milder mag, mischt die Schafgarbe mit Rotklee, Melisse oder Minze.
Wann blüht die Schafgarbe?
Die Hauptblüte liegt zwischen Juni und August, einzelne Pflanzen blühen bis in den Oktober. Das ist auch die beste Zeit zum Sammeln.
Kann man Schafgarbe im Kübel halten?
Ja. Wählen Sie einen ausreichend großen Topf mit Wasserabzug, durchlässige Erde und einen sonnigen Platz. Staunässe mag die Schafgarbe nicht.
Warum heißt die Schafgarbe Achillea?
Der Gattungsname erinnert an den griechischen Helden Achilles, der die Pflanze der Sage nach gekannt haben soll. Der Artname millefolium bedeutet „tausend Blätter“.