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20.12.12

Adventsräucherung, 7 g – Kräuterparadies seit 1887

Räuchern an Weihnachten: Bräuche und Mischungen für die Festtage

Das Wichtigste in Kürze

Räuchern an Weihnachten hat besonders in Bayern und Österreich eine lange Tradition. Geräuchert wird an den Adventssonntagen, in der Thomasnacht am 21. Dezember, an Heiligabend, an Silvester und am Vorabend von Dreikönig. Typisch sind Weihrauch, Fichtenharz, Nadeln und Gewürze wie Zimt. Sie brauchen dafür nur eine Räuchermischung, ein Stövchen oder Räucherkohle und eine feuerfeste Schale.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Wann räuchert man an Weihnachten?

Räuchern an Weihnachten beginnt bei vielen Familien nicht erst am Heiligen Abend. Schon im Advent, der „staaden Zeit“, wie man bei uns in Bayern sagt, wird am Sonntagnachmittag gern eine Schale mit Glut auf den Tisch gestellt. Das Haus riecht dann nach Harz, Zimt und Tannengrün, und draußen wird es früh dunkel.

Nach altem Brauch gibt es dazu vier besondere Nächte: die Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember, die Christnacht, die Silvesternacht und die Nacht vor Dreikönig. Sie gelten als die großen Rauhnächte. Wie die zwölf Nächte zwischen den Jahren zusammenhängen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Rauhnächten. Hier geht es um die Festtage selbst: Advent, Heiligabend und den Jahreswechsel.

Räucherset Advent mit Stövchen, Räucherlöffel und zwei Räuchermischungen für das Räuchern an Weihnachten

Unser Räucherset Advent: Stövchen, Löffel und zwei Mischungen für die Festtage.

Welche Bräuche gehören zum Räuchern an Weihnachten?

Auf den Höfen war das Räuchern am Heiligen Abend früher Sache des Hausherrn. Mit einer Glutpfanne ging er durch alle Räume und hinüber in den Stall, die Familie folgte und betete. Auf die Glut kamen Weihrauch aus der Kirche und Kräuter aus dem eigenen Garten, oft auch die getrockneten Kräuter vom Kräuterbuschen, der an Mariä Himmelfahrt geweiht worden war. Man wünschte sich damit Segen für Haus, Hof und Tiere im kommenden Jahr.

Am 6. Januar ziehen bis heute die Sternsinger von Tür zu Tür. Sie tragen ein Weihrauchfass mit sich und schreiben mit Kreide den Segen über die Haustür: C+M+B, „Christus mansionem benedicat“, Christus segne dieses Haus. Für viele ist damit die Weihnachtszeit und auch die Räucherzeit zu Ende.

Heute räuchern die meisten nicht mehr in Stall und Scheune, sondern im Wohnzimmer. Geblieben ist das Gefühl, das der Duft mitbringt: Ruhe, Erinnerung und ein Abend, an dem man zusammenkommt.

Welche Räuchermischung passt zu Weihnachten?

Für die Festtage passen Düfte, die an Wald, Gebäck und Kerzenlicht erinnern. Ich mische sie gern selbst. Zwei meiner Lieblingsrezepte stelle ich Ihnen hier vor, dazu unsere fertige Adventsräucherung für alle, die gleich loslegen möchten.

Waldduft für die Weihnachtsfeiertage

Fichtenharz nenne ich gern unseren „bayrischen Weihrauch“. Zusammen mit Nadeln und ein paar Gartenkräutern duftet es wie ein Spaziergang im verschneiten Wald.

  • 2 Teile Fichtenharz
  • 2 Teile getrocknete Fichten- oder Tannennadeln
  • 1 Teil Rosenblüten
  • je eine Prise Beifuß, Salbei und Waldmeister
Goldgelbe Stücke Fichtenharz für eine Weihnachtsräucherung mit Waldduft

Fichtenharz, der „bayrische Weihrauch“, gibt der Mischung ihren waldigen Duft.

Mischung für Silvester und Neujahr

Diese Mischung habe ich für den Jahreswechsel zusammengestellt, wenn Freunde zu Besuch kommen und man das neue Jahr gemeinsam begrüßt. Sie duftet weich nach Vanille, Kakao und Heu.

  • 4 g Tonkabohne, gemahlen
  • 4 g Kakaoschalen
  • 6 g Mariengras, klein geschnitten
  • 2 g Rosenblüten
  • 2 g Muskatnuss, gemahlen
  • 2 g Copal weiß

Unsere Adventsräucherung

Lindenblüte, Styrax, Zimtblüten, Rosenblüten, Myrrhe und Myrtenblätter: Unsere Adventsräucherung duftet warm, balsamisch und würzig, ein wenig nach Weihnachtsgebäck und Harz. Wer es klassischer mag, nimmt reinen Weihrauch, etwa aus Äthiopien. Er gehört seit jeher zur Christmette.

Gemahlene Tonkabohne für die Räuchermischung an Silvester

Gemahlene Tonkabohne bringt eine weiche Vanillenote in die Neujahrsmischung.

Wie räuchert man an Weihnachten richtig?

Ob Advent oder Silvester: Der Ablauf ist immer gleich. Wenn Sie zum ersten Mal räuchern, finden Sie in unserem Ratgeber Räuchern für Anfänger noch mehr Hintergrund.

  1. Platz wählen: Stellen Sie das Räuchergefäß auf eine feuerfeste Unterlage, mit Abstand zu Adventskranz, Tannenzweigen, Vorhängen und Geschenkpapier.
  2. Stövchen vorbereiten: Zünden Sie ein Teelicht im Stövchen an und legen Sie das Räuchersieb oder die Räucherplatte auf. Für den Anfang ist das die sanfteste Art.
  3. Oder Kohle anzünden: Halten Sie eine Räucherkohle mit der Zange in die Flamme, legen Sie sie auf Räuchersand und warten Sie, bis sie außen grau durchgeglüht ist.
  4. Räucherwerk auflegen: Geben Sie eine kleine Prise der Mischung auf. Harze zuerst, Blüten und Kräuter erst später, denn sie verbrennen schneller.
  5. Zeit nehmen: Setzen Sie sich dazu, zünden Sie eine Kerze an, hören Sie Musik oder erzählen Sie sich vom vergangenen Jahr.
  6. Abschließen: Lassen Sie Glut und Teelicht ganz ausgehen und lüften Sie anschließend kurz durch.

Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen, gerade in der Nähe von trockenen Tannenzweigen. Räuchergefäße werden heiß, deshalb immer auf eine feuerfeste Unterlage stellen. Kinder und Haustiere fernhalten. Während des Räucherns gut lüften und darauf achten, dass der Rauchmelder nicht direkt über der Schale hängt, abschalten sollten Sie ihn aber nicht. Räuchermischungen sind nur zum Räuchern bestimmt, nicht zum Verzehr.

Räucherstövchen mit Holzgriff und Teelicht zum sanften Räuchern im Advent

Mit dem Stövchen verglimmt das Räucherwerk langsam und duftet milder.

Räuchern an Silvester: Wie verabschiedet man das alte Jahr?

Für viele ist der Silvesterabend der schönste Räuchertermin des Jahres. Ein kleines Ritual, das wir in der Familie mögen: Jeder schreibt auf einen Zettel, was er im alten Jahr zurücklassen möchte. Die Zettel werden nacheinander in der Räucherschale verbrannt, dann kommt die Neujahrsmischung auf die Glut. Kurz vor Mitternacht öffnen wir die Fenster, lassen den Rauch hinaus und das neue Jahr herein.

Wer mag, räuchert am Neujahrsmorgen noch einmal mit einer frischen, hellen Mischung. Ideen dafür finden Sie in unserem Ratgeber Räuchern für einen Neubeginn. Und wer über der Tür einen Mistelzweig hängen hat, weiß um noch einen alten Brauch zum Jahreswechsel.

Sabines Tipp

„Das Mariengras für die Neujahrsmischung schneide ich mit der Küchenschere ganz fein, sonst lodert es auf der Kohle zu schnell auf. Die gemahlene Tonkabohne lege ich am liebsten aufs Stövchen. Dort bleibt ihr vanilliger Duft weich und hält den ganzen Abend.“

Was Sie dafür brauchen

Alle Räuchermischungen ansehen

Häufige Fragen zum Räuchern an Weihnachten

Wann räuchert man an Weihnachten?

Traditionell an den Adventssonntagen, in der Thomasnacht am 21. Dezember, an Heiligabend, an Silvester und am Vorabend von Dreikönig. Sie können aber auch an jedem anderen Abend der Festzeit räuchern, wenn Ihnen danach ist.

Was räuchert man an Heiligabend?

Klassisch Weihrauch, wie er auch in der Christmette verwendet wird, dazu heimisches Fichtenharz und getrocknete Kräuter aus dem Garten. Fertige Mischungen wie unsere Adventsräucherung verbinden Harze, Blüten und Gewürze.

Was ist der Unterschied zwischen Adventsräucherung und Rauhnachtsräucherung?

Die Adventsräucherung begleitet die Wochen vor Weihnachten und duftet meist würziger, nach Zimt und Gebäck. Rauhnachtsmischungen sind für die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig gedacht und enthalten oft mehr Harze und Hölzer.

Darf man an Silvester in der Wohnung räuchern?

Ja, wenn Sie ein paar Regeln beachten: feuerfeste Unterlage, nie unbeaufsichtigt, Kinder und Haustiere fernhalten und danach gut lüften. Halten Sie Abstand zu Deko, Kerzen und Tannengrün.

Kohle oder Stövchen?

Auf der Kohle wird der Rauch kräftiger, das passt zu Harzen wie Weihrauch und Fichtenharz. Auf dem Stövchen verglimmt das Räucherwerk langsam und duftet sanfter. Für Blüten und gemahlene Gewürze empfehlen wir das Stövchen.

Wie lange dauert eine Räucherung?

Eine Prise Räucherwerk duftet etwa zehn bis zwanzig Minuten. Eine Räucherkohle glüht rund eine Stunde, Sie können also mehrmals nachlegen.

Quellen: Wikipedia: Sternsingen · Wikipedia: Rauhnacht