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01.11.26

Arganöl, 100 ml – Kräuterparadies seit 1887

Arganöl: Herkunft, Gewinnung und Verwendung

Das Wichtigste in Kürze

Arganöl ist ein Pflanzenöl aus den Kernen des Arganbaums (Argania spinosa), der heute fast nur noch im Südwesten Marokkos wächst. Traditionell pressen Frauen in Kooperativen das Öl in aufwendiger Handarbeit; für einen Liter braucht es nach Angaben aus der Warenkunde rund 30 Kilogramm Früchte. Speiseöl entsteht aus leicht gerösteten Kernen, kosmetisches Öl aus ungerösteten. Unser Arganöl ist ein kosmetisches Basisöl: goldfarben, mild im Duft, mit einer dezent nussigen Note.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was ist Arganöl?

Arganöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Kernen der Früchte des Arganbaums gewonnen wird. Der Baum wird bis zu zehn Meter hoch, kann bis zu 200 Jahre alt werden und ist mit seinen Dornen und der knorrigen Krone auf den ersten Blick kein besonders freundlicher Geselle. Seine Früchte sind klein und enthalten einen harten, etwa haselnussgroßen Kern, in dem wiederum ein bis drei winzige Mandeln stecken. Aus diesen Mandeln entsteht das Öl.

Berühmt ist der Arganbaum auch für seine Ziegen: In Marokko klettern sie in die Kronen, um an die Früchte zu kommen. Ein Anblick, den man als Reisender nicht vergisst und der in keinem Reiseführer fehlt.

In unserem Sortiment gehört Arganöl zu den Basisölen, wie Mandelöl, Jojobaöl oder Aprikosenkernöl. Als Basisöl bezeichnet man ein mildes Pflanzenöl, das man pur oder als Grundlage für eigene Mischungen und Rezepte verwendet.

Woher kommt Arganöl?

Der Arganbaum wächst natürlich nur in einem kleinen Gebiet im Südwesten Marokkos, rund um die Region Souss-Massa. Früher kam er auch in anderen Teilen Nordafrikas vor, heute ist sein Verbreitungsgebiet deutlich kleiner geworden. Die Argan-Wälder, die „Arganeraie“, stehen seit 1998 als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Die Nutzung der Bäume ist geregelt, und das Abholzen ist verboten.

Zur Herkunft gehört auch die Menschen-Seite: Die traditionelle Herstellung liegt seit jeher in den Händen der Frauen der Amazigh (Berber). In Kooperativen sammeln und verarbeiten sie die Früchte und pressen das Öl von Hand. Daneben gibt es heute auch Betriebe, die maschinell pressen. Beim Einkauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Herkunftsangabe.

Flasche Jojobaöl als Basisöl neben Arganöl, beide für eigene Rezepte mit Arganöl geeignet

Jojobaöl ist ein weiteres goldgelbes Basisöl, das sich gut mit Arganöl mischen lässt.

Wie wird Arganöl gewonnen?

Die traditionelle Gewinnung ist Handarbeit in vielen Schritten und erklärt, warum Arganöl zu den aufwendigsten Pflanzenölen zählt:

  1. Ernten: Die reifen Früchte werden gesammelt und das Fruchtfleisch entfernt. Übrig bleiben die harten Nüsse.
  2. Knacken: Die Nüsse werden zwischen zwei Steinen aufgeschlagen. Das ist mühsam, denn die Schale ist sehr hart.
  3. Rösten: Für Speiseöl werden die Mandeln kurz geröstet, das gibt dem Öl sein nussiges Aroma. Für kosmetisches Öl bleiben sie ungeröstet.
  4. Mahlen: Die Mandeln werden in einer Steinmühle zu einer cremigen Paste gemahlen.
  5. Kneten: Die Paste wird mit wenig Wasser etwa eine halbe Stunde geknetet, bis sich das Öl löst und abgeschöpft werden kann.

Die Zahlen dahinter sind eindrucksvoll: Für einen Liter Arganöl werden nach Angaben der Warenkunde rund 30 Kilogramm Früchte benötigt, die Ernte von etwa fünf Bäumen. Und die Frauen brauchen für einen Liter von Hand gepresstes Öl bis zu zwei Tage. Zum Vergleich: Für einen Liter Olivenöl genügen fünf bis zehn Kilogramm Oliven.

Unser Arganöl ist laut Produktangabe kaltgepresst und raffiniert. Es hat eine klare, goldene Farbe und duftet mild mit einer dezent nussigen Note.

Was ist der Unterschied zwischen Speiseöl und kosmetischem Arganöl?

Das ist die häufigste Verwechslung. Es gibt zwei Arten von Arganöl, die man schon am Duft unterscheiden kann:

  • Speise-Arganöl wird aus gerösteten Kernen gepresst. Es ist dunkler und hat ein ausgeprägtes, nussiges Aroma. In Marokko gehört es als Dip zu Brot und in die kalte Küche.
  • Kosmetisches Arganöl stammt aus ungerösteten Kernen. Es ist heller, goldfarben und duftet deutlich milder.

Wichtig: Unser Arganöl ist ein kosmetisches Öl und nicht zum Verzehr bestimmt. Wer Arganöl für die Küche sucht, achtet beim Kauf ausdrücklich auf die Bezeichnung „Speiseöl“.

Wie verwendet man Arganöl in eigenen Rezepten?

Als mildes Basisöl lässt sich Arganöl wie Mandelöl verwenden. Zwei einfache Rezepte zum Ausprobieren:

Duftendes Badeöl

Mischen Sie 20 ml Basisöl (davon die Hälfte Arganöl, die andere Hälfte Mandelöl) mit 5 Tropfen ätherischem Öl, zum Beispiel Lavendel, und rühren Sie einen Teelöffel Honig oder einen Schuss Milch als Vermittler unter. Die Mischung geben Sie ins einlaufende Badewasser. Das ausführliche Rezept mit weiteren Duftideen finden Sie im Ratgeber Badeöl selber machen.

Lippenbalsam mit Arganöl

Schmelzen Sie 5 g Bienenwachs, 10 g Mandelöl und 5 g Arganöl im Wasserbad, füllen Sie die Masse in zwei kleine Döschen und lassen Sie sie offen fest werden. Alle Schritte und die Faustregel für Öl und Wachs beschreiben wir im Ratgeber Lippenbalsam selber machen. Bienenwachs führen wir nicht, Sie bekommen es im Bastel- und Drogeriebedarf.

Mandelöl süß in der Flasche als Basisöl für Rezepte mit Arganöl

Mandelöl: das klassische Basisöl, mit dem sich Arganöl gut kombinieren lässt.

Mehr Rezepte und Grundregeln für sauberes Arbeiten finden Sie im Ratgeber Naturkosmetik selber machen. Alles, was Sie mischen, ist für den eigenen Gebrauch und als kleines Geschenk gedacht.

Wie lagert man Arganöl und wie lange hält es?

Pflanzenöle mögen es kühl, dunkel und gut verschlossen. Stellen Sie die Flasche deshalb nicht neben die Heizung oder aufs Fensterbrett, sondern in einen Schrank. Verschließen Sie sie nach jeder Entnahme sofort wieder. Auf dem Etikett steht ein Mindesthaltbarkeitsdatum; nach dem Öffnen sollten Sie das Öl innerhalb einiger Monate verbrauchen. Riecht es ranzig oder muffig, gehört es nicht mehr in Ihre Rezepte.

Aprikosenkernöl in der Flasche, ein helles Basisöl neben Arganöl

Aprikosenkernöl: ein helles, mildes Basisöl, das sich ebenfalls für eigene Mischungen eignet.

Sabines Tipp

Kaufen Sie lieber eine kleine Flasche und verbrauchen Sie sie in Ruhe, als eine große, die lange offen steht. Schreiben Sie das Datum der Öffnung mit einem Stift auf die Flasche. So wissen Sie auch nach Wochen noch, wie alt das Öl ist.

Wer sich für weitere Basisöle interessiert, liest als Nächstes über Traubenkernöl, ein Nebenprodukt der Weinherstellung, oder über das Wildrosenöl aus den Kernen der Hagebutte.

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Häufige Fragen

Was ist Arganöl und woher kommt es?

Arganöl wird aus den Kernen der Früchte des Arganbaums gewonnen, der fast nur im Südwesten Marokkos wächst. Die Gewinnung ist aufwendig: Nüsse knacken, Mandeln mahlen, Paste kneten und das Öl abschöpfen.

Wie unterscheiden sich Arganöl und Mandelöl?

Beide sind milde Basisöle. Arganöl stammt von einem marokkanischen Baum und duftet leicht nussig, Mandelöl wird aus Mandeln gepresst und ist fast geruchlos. In Rezepten lassen sie sich gut mischen.

Kann man Arganöl essen?

Es gibt Arganöl als Speiseöl aus gerösteten Kernen. Unser Arganöl ist jedoch ein kosmetisches Öl und nicht zum Verzehr bestimmt. Für die Küche kaufen Sie ausdrücklich ein Öl, das als Speiseöl gekennzeichnet ist.

Warum ist Arganöl so aufwendig herzustellen?

Der Grund liegt in der Gewinnung: Für einen Liter werden rund 30 Kilogramm Früchte gebraucht, und die traditionelle Handarbeit dauert Tage. Dazu kommt, dass der Baum nur in einem kleinen Gebiet wächst und nicht beliebig vermehrt werden kann.

Wie bewahrt man Arganöl auf?

Kühl, dunkel und gut verschlossen, zum Beispiel im Schrank. Nach dem Öffnen verbrauchen Sie es innerhalb einiger Monate. Riecht es ranzig, entsorgen Sie es.

Welche Farbe hat gutes Arganöl?

Kosmetisches Arganöl ist hell- bis goldgelb, Speiseöl aus gerösteten Kernen dunkler. Die Farbe allein sagt wenig über die Herkunft; achten Sie auf die Angaben auf dem Etikett.