Das Wichtigste in Kürze
Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse und damit ein Verwandter von Tomate, Kartoffel und Physalis. Er wächst in trockenen, sonnigen Gegenden von Indien über den Nahen Osten bis Nordafrika und trägt orangerote Beeren in einer lampionartigen Hülle. Verwendet wird die getrocknete Wurzel: Sie schmeckt mild-herb und erdig und wird geschnitten als Aufguss oder gemahlen in warmen Milchgetränken mit Zimt und Kardamom genossen. Der Name kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Geruch des Pferdes“.
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Inhalt
Was ist Ashwagandha?
Ashwagandha ist in den letzten Jahren auch bei uns bekannt geworden. Viele Kundinnen und Kunden fragen im Laden, was das eigentlich für eine Pflanze ist. Die Antwort überrascht oft: Ashwagandha ist ein naher Verwandter von Pflanzen, die wir alle aus dem Gemüsegarten kennen.
Botanisch heißt sie Withania somnifera und gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae), wie Tomate, Kartoffel, Paprika, Aubergine und die Physalis. Im Deutschen nennt man sie auch Winterkirsche oder Schlafbeere. Gelegentlich liest man „Indischer Ginseng“. Dieser Name ist irreführend, denn mit dem echten Ginseng ist Ashwagandha nicht verwandt.
Ashwagandha wächst als aufrechter, verzweigter Strauch, der meist 30 bis 150 Zentimeter hoch wird. Die Zweige und die ovalen, graugrünen Blätter sind fein filzig behaart und wirken samtig. In den Blattachseln sitzen kleine, glockenförmige, grünlich-gelbe Blüten.

Ashwagandha-Pulver: die fein gemahlene, hell beigefarbene Wurzel.
Warum heißt Ashwagandha auch Winterkirsche?
Den Namen Winterkirsche verdankt die Pflanze ihren Früchten. Nach der Blüte wächst der Kelch zu einer papierartigen, hellbraunen Hülle heran, die wie ein kleiner Lampion aussieht. Darin reift eine runde, orangerote Beere von der Größe einer Erbse. Wer die Lampionblume oder die Physalis aus dem Obstregal kennt, erkennt die Verwandtschaft sofort.
Diese Ähnlichkeit fiel schon dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné auf. Er beschrieb die Pflanze im 18. Jahrhundert als Art der Gattung Physalis. Erst später erhielt sie eine eigene Gattung, Withania. Der Name ehrt den englischen Naturforscher Henry Witham, der sich im 19. Jahrhundert mit fossilen Pflanzen beschäftigte.
Ein spannender Verwandter ist Withania coagulans. Seine Beeren bringen Milch zum Gerinnen und werden in Teilen Indiens und Pakistans traditionell genutzt, um Käse herzustellen. Daher trägt er den Beinamen „Indischer Käsemacher“.
Woher kommt der Name Ashwagandha?
Der Name stammt aus dem Sanskrit, der alten Sprache Indiens. Ashva heißt Pferd, gandha heißt Geruch. Ashwagandha bedeutet also „Geruch des Pferdes“. Tatsächlich erinnert der Duft der frischen Wurzel an Pferde und Stall. Wer selbst Pferde hat, so wie wir auf dem Hof, schmunzelt bei diesem Namen.
Dass die Pflanze einen Sanskrit-Namen trägt, zeigt, wie alt sie in der indischen Kultur ist. Ihre Wurzel wird dort seit sehr langer Zeit gesammelt und angebaut.
Wo wächst Ashwagandha?
Ashwagandha liebt Sonne, Wärme und Trockenheit. Wild wächst der Strauch auf steinigen, sandigen Böden in Indien, Pakistan und Sri Lanka, im Nahen Osten, in Nordafrika und rund um das Mittelmeer bis nach Südspanien und auf die Kanarischen Inseln. Angebaut wird er vor allem in Indien, besonders in den trockenen Regionen im Norden und in der Mitte des Landes.
Geerntet wird die Wurzel, wenn die Beeren reif sind und die Blätter zu welken beginnen. Die Wurzeln werden ausgegraben, gewaschen, in Stücke geschnitten und getrocknet. Ein Teil wird anschließend fein gemahlen.
Wie schmeckt Ashwagandha?
Die getrocknete Wurzel ist hell beige bis hellbraun und faserig. Sie riecht erdig und ein wenig nach Heu und Stall. Der Geschmack ist mild-herb, erdig und leicht bitter. Pur ist das nicht jedermanns Sache. Mit Milch, Gewürzen und etwas Süße wird daraus aber ein runder, warmer Genuss.
Ashwagandha gibt es bei uns in zwei Formen. Die geschnittene Wurzel eignet sich als Aufguss und als Begleitwurzel in eigenen Teemischungen. Das Pulver lässt sich direkt in Getränke, Porridge oder Desserts einrühren.

Kardamom: blumig-würzig, ein klassischer Partner für Ashwagandha in Milchgetränken.
Wie bereitet man Ashwagandha zu?
Am beliebtesten ist ein warmes Milchgetränk, ähnlich der Goldenen Milch. So bereiten Sie einen Goldenen Wurzeltrunk zu:
- Milch erwärmen: 200 Milliliter Milch oder Pflanzendrink in einem kleinen Topf erwärmen, nicht kochen.
- Einrühren: 1 Teelöffel Ashwagandha-Pulver mit einem Schneebesen einrühren.
- Würzen: Je eine Prise Zimt, Kardamom und Kurkuma dazugeben, wer mag, auch etwas Vanille.
- Süßen: Mit Honig oder Dattelmus abschmecken und warm trinken.
Für einen Aufguss aus der geschnittenen Wurzel geben Sie 1 bis 2 Teelöffel in 250 Milliliter Wasser. Weil Wurzelstücke fest sind, lassen Sie sie leicht köcheln oder 10 bis 15 Minuten ziehen und seihen dann ab. Mit etwas Milch, Honig oder einem Stück Zimtstange wird der erdige Geschmack weicher. Schön passen auch Süßholz, Vanilleschote und ein paar Kardamomkapseln.
Sabines Tipp
„Ich röste die Gewürze für den Wurzeltrunk vorher eine Minute trocken im Topf an, bevor die Milch dazukommt. Eine zerdrückte Kardamomkapsel und ein Stück Zimtrinde reichen. Das duftet herrlich und nimmt der Wurzel ihre Strenge.“

Ceylon-Zimt: rundet den erdigen Geschmack der Ashwagandha-Wurzel weich ab.
Kann man Ashwagandha im Garten anbauen?
Ja, als Kübelpflanze. Ashwagandha ist nicht winterhart und braucht viel Sonne. Die Samen keimen bei 20 bis 25 Grad, die Aussaat erfolgt im Frühjahr auf der warmen Fensterbank. Nach den Eisheiligen darf die Pflanze an einen sonnigen, geschützten Platz ins Freie. Sie mag durchlässige, eher sandige Erde und verträgt keine Staunässe. Vor dem ersten Frost kommt sie ins helle Haus.
Mit ihren Lampion-Früchten ist sie im Herbst ein hübscher Blickfang.
Sorgfalt im Garten: Wie bei vielen Nachtschattengewächsen sind nicht alle Pflanzenteile für die Küche gedacht. Naschen Sie keine Beeren oder Blätter von der Pflanze und stellen Sie sie so, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen.
Was Sie dafür brauchen
Ashwagandha/WithaniaGeschnittene Wurzel für Aufguss und MischungenAnsehen
Ashwagandha/WithaniapulverFein gemahlen für den Goldenen WurzeltrunkAnsehen
Zimtpulver Ceylon 1 ACeylon-Zimt für eine warme, süße NoteAnsehen
Kardamom ganzGanze Kapseln für Milch und TeeAnsehen
CurcumapulverFür die goldene Farbe im GetränkAnsehen
Vanilleschoten BourbonVanilleschote zum Auskochen in MilchAnsehenHäufige Fragen zu Ashwagandha
Zu welcher Pflanzenfamilie gehört Ashwagandha?
Zu den Nachtschattengewächsen. Ashwagandha ist damit mit Tomate, Kartoffel, Paprika und Physalis verwandt. Mit Ginseng hat sie trotz des Beinamens „Indischer Ginseng“ nichts zu tun.
Was bedeutet der Name Ashwagandha?
Er kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Geruch des Pferdes“, nach dem Duft der frischen Wurzel. Botanisch heißt die Pflanze Withania somnifera.
Wie schmeckt Ashwagandha-Pulver?
Mild-herb, erdig und leicht bitter. In warmer Milch mit Zimt, Kardamom und etwas Honig wird der Geschmack rund und weich.
Welcher Teil der Ashwagandha wird verwendet?
Die Wurzel. Sie wird getrocknet und entweder geschnitten für Aufgüsse oder fein gemahlen als Pulver angeboten.
Woher kommt Ashwagandha?
Die Pflanze wächst in trockenen, warmen Regionen von Indien und Sri Lanka über den Nahen Osten bis Nordafrika und in den Mittelmeerraum. Angebaut wird sie vor allem in Indien.