Das Wichtigste in Kürze
Kardamom (Elettaria cardamomum) sind die grünen Samenkapseln einer Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Er stammt aus Südindien, große Exportländer sind heute auch Guatemala und Indonesien. Sein Aroma ist süßlich-würzig mit Noten von Zitrone und Eukalyptus. Am aromatischsten ist Kardamom, wenn Sie die Samen erst kurz vor der Verwendung aus der Kapsel lösen und im Mörser zerstoßen.
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Inhalt
Was ist Kardamom?
Kardamom ist ein Gewürz, das man zuerst mit der Nase kennenlernt. Kaum ist eine Kapsel aufgebrochen, duftet die ganze Küche frisch, süß und ein wenig nach Zitrone. Viele kennen diesen Duft aus der Weihnachtsbäckerei, aus dem Chai oder aus skandinavischen Zimtschnecken.
Die Pflanze ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Ingwergewächse und wird zwei bis vier Meter hoch. Die Kapseln wachsen an Rispen dicht über dem Boden. In jeder Kapsel stecken etwa 15 bis 20 kleine, dunkle Samen, in denen das Aroma sitzt. Weil die Kapseln nicht gleichzeitig reifen, wird über Wochen immer wieder von Hand gepflückt, kurz bevor sie ganz reif sind. Dieser Aufwand ist der Grund, warum Kardamom als eines der teuersten Gewürze nach Safran und Vanille gilt. Wegen seines edlen Dufts nennt man ihn auch die Königin der Gewürze.

Das Innere der Kapsel: ausgelöste Kardamomsaat.
Woher kommt Kardamom?
Seine Heimat sind die feuchten Bergwälder der Westghats in Südindien. Ein Gebirgszug im Bundesstaat Kerala heißt bis heute Cardamom Hills. Auch auf Sri Lanka wächst Kardamom seit langer Zeit. Im 20. Jahrhundert kam er nach Mittelamerika, und Guatemala gehört inzwischen zu den großen Exportländern. Weitere Anbauländer sind Indonesien, Tansania und Vietnam.
Schon in der Antike gelangte Kardamom über die Handelswege nach Arabien und ans Mittelmeer. In der arabischen Welt ist Kaffee mit Kardamom seit Jahrhunderten ein Zeichen der Gastfreundschaft. In Skandinavien ist Kardamom aus Hefegebäck und Weihnachtsplätzchen nicht wegzudenken. Der Überlieferung nach sollen ihn schon die Wikinger aus Konstantinopel mitgebracht haben.
Wie schmeckt Kardamom?
Grüner Kardamom schmeckt süßlich und würzig, leicht scharf, mit einer frischen Note von Zitrone und Eukalyptus. Das Aroma ist kräftig: Schon zwei oder drei Kapseln reichen für einen Kuchen oder eine Kanne Kaffee.
Kardamom verbindet sich gern mit Zimt, Vanille, Orange, Kaffee, Schokolade und Milch. Herzhaft passt er zu Reis, Linsen, Lamm und Geflügel. In vielen indischen Gewürzmischungen wie dem Garam Masala ist er traditionell dabei.

Kardamom gehört in Indien fest in den Chai.
Grüner oder schwarzer Kardamom: Welche Sorten gibt es?
- Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum): der klassische Kardamom für Gebäck, Kaffee, Chai und Desserts. Die Kapseln sind hellgrün, prall und duften frisch.
- Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum): eine verwandte Pflanze mit großen, runzeligen braunen Kapseln. Sie werden über offenem Feuer getrocknet und schmecken rauchig und kräftig. Er passt zu Schmorgerichten und Currys, nicht zu Plätzchen.
- Weißer Kardamom: gebleichter grüner Kardamom mit milderem Aroma.
Kapseln, Saat oder Pulver?
Ganze Kapseln schützen die Samen vor Licht und Luft, deshalb halten sie ihr Aroma am längsten. Sie eignen sich zum Mitkochen in Reis, Milch, Kaffee oder Punsch. Kardamomsaat sind die bereits ausgelösten Samen. Wer häufig backt, spart sich das Öffnen der Kapseln und zerstößt die Saat frisch im Mörser. Gemahlener Kardamom ist am bequemsten, verliert sein Aroma aber schnell.
Gute Qualität erkennen Sie an kräftig grünen, prallen Kapseln. Die Samen darin sollten dunkel und leicht klebrig sein. Helle, trockene Samen sind ein Zeichen, dass der Kardamom schon lange gelagert wurde.
Wie verwendet man Kardamom?
Für Kaffee, Tee, Reis oder Milch drücken Sie die ganze Kapsel mit der flachen Messerklinge kurz an, damit sie aufspringt, und kochen sie mit. Für Teig und Desserts lösen Sie die Samen aus und zerstoßen sie im Mörser. Ein Beispiel ist der arabische Kaffee, ein anderes der Chai-Tee. Im Norden Europas gehört Kardamom in Kardamomschnecken und Hefezöpfe, bei uns in Spekulatius und Lebkuchen. Weitere Ideen für die Kaffeetasse finden Sie im Beitrag Kaffee würzen.
Rezept: Kaffee mit Kardamom (4 Tassen)
Zutaten:
- 4 bis 5 grüne Kardamomkapseln
- 30 g Kaffeepulver, mittelfein gemahlen
- 600 ml Wasser
- nach Wunsch etwas Zucker
- Kapseln anquetschen: Die Kapseln im Mörser oder mit der Messerklinge leicht anquetschen, bis sie aufspringen.
- Aufbrühen: Kapseln mit dem Kaffeepulver in den Filter oder die Kanne geben und wie gewohnt aufbrühen.
- Servieren: Den Kaffee in kleinen Tassen servieren. In arabischen Ländern trinkt man ihn ohne Milch und reicht Datteln dazu.
Rezept: Kardamom-Mandel-Plätzchen (etwa 35 Stück)
Zutaten:
- 200 g Mehl
- 100 g gemahlene Mandeln
- 150 g weiche Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 TL Backpulver
- 1 TL frisch gemörserte Kardamomsaat
- 1 Prise Salz
- Vorheizen: Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen, ein Blech mit Backpapier auslegen.
- Rühren: Butter und Zucker cremig rühren, dann das Ei unterrühren.
- Teig kneten: Mehl, Mandeln, Backpulver, Kardamom und Salz mischen, zur Butter geben und zu einem glatten Teig verarbeiten.
- Formen: Walnussgroße Kugeln formen, aufs Blech setzen und leicht flach drücken.
- Backen: Etwa 12 bis 15 Minuten goldgelb backen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Für Lebkuchen nach skandinavischer Art: Lebkuchengewürz mit einer Prise Kardamom.
Wie lagert man Kardamom?
Bewahren Sie Kardamom luftdicht, trocken und dunkel auf. Ganze Kapseln halten ihr Aroma ein bis zwei Jahre, ausgelöste Saat etwas kürzer. Gemahlenen Kardamom sollten Sie innerhalb weniger Monate aufbrauchen, denn seine feinen Duftstoffe verfliegen schnell. Deshalb mahlen wir in der eigenen Küche immer nur so viel, wie wir gerade brauchen.
Marks Tipp
„Rösten Sie die Kapseln vor dem Mörsern ein bis zwei Minuten ohne Fett in der Pfanne, bis sie duften. Dann lassen sich die Samen leichter auslösen, und das Aroma wird runder. Für den schnellen Kaffee zwischendurch nehme ich unseren Kaffeeschmeichler, da ist der Kardamom schon fein gemahlen mit Vanille und Macis gemischt.“
Was Sie dafür brauchen
Kardamom ganzGrüne Kapseln, ganz, zum Mitkochen und frisch MörsernAnsehen
KardamomsaatAusgelöste Samen für Gebäck und DessertsAnsehen
KaffeeschmeichlerKardamom, Vanille und Macis für die KaffeetasseAnsehen
Chai Latte GewürzChai-Mischung, gern mit einer zerstoßenen Kapsel ergänztAnsehen
Nürnberger LebkuchengewürzFür Lebkuchen, mit einer Prise Kardamom verfeinertAnsehen
Garam MasalaUnsere würzige Hausmischung für CurrysAnsehenHäufige Fragen zu Kardamom
Was ist der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Kardamom?
Grüner Kardamom ist frisch, süßlich und zitronig und passt zu Gebäck, Kaffee und Desserts. Schwarzer Kardamom stammt von einer verwandten Pflanze, wird über Feuer getrocknet und schmeckt rauchig. Er gehört in herzhafte Schmorgerichte.
Kardamom ganz oder gemahlen: Was ist besser?
Ganze Kapseln halten das Aroma am längsten und eignen sich zum Mitkochen. Für Teige zerstoßen Sie die Saat frisch im Mörser. Gemahlener Kardamom ist bequem, verliert aber nach einigen Monaten deutlich an Duft.
Kann man die Kardamomkapsel mitessen?
Die grüne Schale ist essbar, aber faserig und schmeckt kaum. Ganze Kapseln kochen Sie deshalb mit und nehmen sie vor dem Servieren heraus. Für Gebäck und Cremes verwenden Sie nur die Samen.
Wie öffnet man Kardamomkapseln?
Drücken Sie die Kapsel mit der flachen Seite eines Messers an, bis sie aufspringt. Dann lassen sich die Samen mit dem Finger herauslösen. Kurzes Anrösten in der Pfanne macht es noch leichter.
Wofür ist Kardamom bekannt?
Vor allem für seinen unverwechselbaren Duft. In arabischen Ländern steht Kaffee mit Kardamom für Gastfreundschaft, in Indien gehört er in den Chai und in Skandinavien in Zimtschnecken und Hefegebäck.
Wo kann ich Kardamom kaufen?
Bei uns im Shop finden Sie Kardamom als ganze grüne Kapseln, als ausgelöste Saat und in Mischungen wie dem Kaffeeschmeichler. Achten Sie beim Kauf auf kräftig grüne, pralle Kapseln.
Quellen: Wikipedia: Grüner Kardamom