Das Wichtigste in Kürze
Cayennepfeffer ist ein Gewürz aus getrockneten, fein gemahlenen Chilischoten der Sorte Cayenne (Capsicum annuum). Mit dem echten Pfeffer hat er botanisch nichts zu tun. Er schmeckt leicht rauchig und ist mit 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten deutlich schärfer als Paprika. Eine Messerspitze genügt für einen Topf Chili con Carne, eine Marinade oder eine Tomatensauce.
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Inhalt
Was ist Cayennepfeffer?
Cayennepfeffer, auch Cayenne Pfeffer oder Cayennepulver genannt, sind gemahlene Chilis. Die Grundlage bilden meist die schlanken, roten Schoten der Chilisorte Cayenne, die reif geerntet, getrocknet und fein vermahlen werden. Woher der Name der Sorte stammt, ist nicht ganz sicher. Oft wird die Stadt Cayenne in Französisch-Guayana genannt.
Der Zusatz „Pfeffer“ ist ein Erbe der Seefahrer. Als die Spanier im 15. Jahrhundert die scharfen Schoten in Amerika kennenlernten, nannten sie sie pimienta, also Pfeffer, weil sie ähnlich scharf waren wie das kostbare Gewürz aus Indien. Der Name blieb, obwohl Chilis zu den Nachtschattengewächsen gehören und mit dem echten Pfeffer nicht verwandt sind.
Woher kommt der Chili?
Die Heimat aller Chilis liegt in Mittel- und Südamerika. Funde in Peru zeigen, dass Menschen dort schon vor vielen tausend Jahren Chilis nutzten. Die Azteken richteten ihre ganze Küche nach der scharfen Schote aus. Aus ihrer Sprache, dem Nahuatl, stammt auch das Wort Chili. Sogar ihre Trinkschokolade aus Kakao würzten sie damit.
Mit den Spaniern und Portugiesen kam der Chili im 16. Jahrhundert nach Europa und von dort rasch bis nach Indien, Afrika und Südostasien. Heute ist er aus Currys, Wokgerichten und Saucen in aller Welt nicht mehr wegzudenken. In England war gemahlener Cayennepfeffer schon im 18. Jahrhundert beliebt, um die Gerichte zu würzen, die man aus Indien kannte.

Bird Eye Chilis: klein, rot und mit rund 100.000 Scoville sehr scharf.
Wie scharf ist Cayennepfeffer?
Für die Schärfe sorgt der Stoff Capsaicin, der vor allem in den hellen Scheidewänden und Kernen der Schoten sitzt. Gemessen wird sie in Scoville-Einheiten. Die Skala geht auf den amerikanischen Chemiker Wilbur Scoville zurück, der 1912 Chiliauszüge so lange mit Zuckerwasser verdünnte, bis Testpersonen keine Schärfe mehr schmeckten. Heute misst man den Capsaicin-Gehalt im Labor, die Einheit ist geblieben.
Cayennepfeffer liegt bei 30.000 bis 50.000 Scoville. Unser Chilipulver und unser Cayennepulver werden beide aus scharfen Chilis der Cayenne-Art gemahlen und liegen bei 35.000 bis 45.000 Scoville. Zum Vergleich:
| Gewürz | Scoville-Einheiten (ungefähr) | Schärfe |
|---|---|---|
| Paprika edelsüß | kaum messbar | mild |
| Jalapeño | 2.500–8.000 | leicht scharf |
| Chilis geschrotet (unsere) | 15.000–20.000 | scharf |
| Cayennepfeffer, Chilipulver | 30.000–50.000 | sehr scharf |
| Bird Eye Chilis | rund 100.000 | extrem scharf |
| Habanero | 100.000–350.000 | extrem scharf |
Streng genommen ist Schärfe keine Geschmacksrichtung wie süß, sauer oder salzig, sondern ein Hitzereiz auf der Zunge. Deshalb löscht Wasser sie kaum. Besser eignen sich Milchprodukte wie Joghurt, Sahne oder Schmand, ein Stück Brot oder etwas Zucker.
Cayennepfeffer, Chilipulver und Paprika: der Unterschied
Die drei roten Pulver sehen sich ähnlich, werden aber ganz unterschiedlich eingesetzt:
- Cayennepfeffer: reine, gemahlene scharfe Chilis. Sehr scharf, leicht rauchig, wenig süß.
- Chilipulver: In Deutschland meist ebenfalls reiner gemahlener Chili, je nach Sorte mild bis sehr scharf. In amerikanischen Rezepten ist mit chili powder dagegen oft eine Mischung mit Kreuzkümmel, Oregano und Knoblauch gemeint. Unser Chilipulver ist reiner Chili aus der Cayenne-Pflanze und lässt sich wie Cayennepfeffer verwenden.
- Paprika: gemahlene Gemüsepaprika, mild und fruchtig-süß. Paprika edelsüß färbt und würzt, schärft aber kaum. Rosenpaprika ist etwas schärfer.
Im Rezept lassen sich Cayennepfeffer und reines Chilipulver also austauschen. Paprika dagegen kann Cayenne nicht ersetzen, ohne dass die Schärfe fehlt. Wer es gern rauchig mag, kombiniert beides: Paprika für Farbe und Süße, eine Messerspitze Cayenne für die Schärfe.

Chilis geschrotet: gröber und etwas milder als Cayennepfeffer.
Wie verwendet man Cayennepfeffer?
Cayennepfeffer ist ein Gewürz für die Prise. Fangen Sie mit einer Messerspitze an, probieren Sie und würzen Sie lieber nach. Er passt zu Chili con Carne, Gulasch und Bohneneintopf, zu Currys, Linsensuppe und Wokgemüse, zu Marinaden für Hähnchen, Garnelen und Grillgemüse, zu Rührei, Kürbissuppe und Käsedips. In der Cajun-Küche aus Louisiana gehört er fest dazu, mehr dazu im Ratgeber Cajun-Gewürz.
Auch Süßes verträgt Cayenne: Eine Prise in heißer Schokolade, in Schokoladenmousse oder über Mango und Ananas erinnert an die Azteken. Und manche würzen damit Getränke, etwa eine Bloody Mary oder eine Limonade aus Limetten mit einem Hauch Chili.
Geben Sie Cayennepfeffer lieber in der zweiten Hälfte der Garzeit dazu. Zu lange in heißem Fett angebraten, kann er bitter werden. Für Marinaden rühren Sie ihn einfach mit Öl, Zitrone, Knoblauch und Salz an. Auch Cayennepulver aus unserem Sortiment ist für alle diese Gerichte gedacht.
Rezept: Chili con Carne mit Cayennepfeffer (für 4 Personen)
Wer es einfacher mag, nimmt statt der einzelnen Gewürze unsere Chili con Carne Gewürzmischung und schärft mit Cayenne nach.
Zutaten:
- 500 g Rinderhackfleisch
- 2 EL Öl
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- 1 rote Paprikaschote, gewürfelt
- 1 EL Tomatenmark
- 2 Dosen stückige Tomaten (à 400 g)
- 1 Dose Kidneybohnen (ca. 250 g abgetropft)
- 1 kleine Dose Mais (ca. 140 g abgetropft)
- 1 TL Paprika edelsüß
- 1 TL Kreuzkümmel gemahlen
- ½ TL Oregano
- ¼ bis ½ TL Cayennepfeffer
- 1 Stück Zartbitterschokolade (ca. 10 g)
- Salz
- Anbraten: Das Öl in einem großen Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig braun braten. Zwiebeln, Knoblauch und Paprika dazugeben und 3 Minuten mitbraten.
- Würzen: Tomatenmark, Paprika, Kreuzkümmel und Oregano einrühren und kurz anrösten.
- Schmoren: Die Tomaten dazugeben und alles zugedeckt 30 Minuten leise köcheln lassen.
- Schärfen: Bohnen und Mais abspülen und unterrühren. Mit einer Messerspitze Cayennepfeffer beginnen, probieren und nach Geschmack nachwürzen. Die Schokolade darin schmelzen lassen und weitere 10 Minuten köcheln.
- Servieren: Mit Salz abschmecken. Dazu passen Reis, Baguette oder ein Klecks Schmand, der die Schärfe abrundet.

Fertig gemischt: unsere Chili con Carne Gewürzmischung.
Vorsicht beim Würzen: Cayennepfeffer ist sehr scharf. Waschen Sie nach dem Umgang mit Chilis gründlich die Hände und fassen Sie sich nicht an die Augen. Dosieren Sie für Kinder besonders sparsam oder würzen Sie erst am Teller nach.
Wie lagert man Cayennepfeffer?
Licht lässt das leuchtende Rot verblassen, und mit der Farbe schwindet auch das Aroma. Bewahren Sie Cayennepfeffer deshalb in einer dunklen Dose oder einem Glas im Schrank auf, trocken und gut verschlossen. So bleibt er etwa ein Jahr lang kräftig. Ganze Chilischoten halten länger und lassen sich bei Bedarf frisch zerstoßen.

Chilifäden sind leicht scharf und ein schöner Blickfang auf Suppen.
Marks Tipp
„Ist ein Gericht zu scharf geraten, rühre ich einen Löffel Crème fraîche oder Schmand unter, oder ich strecke es mit etwas mehr Tomaten. Und für Gäste stelle ich lieber ein Schälchen Cayenne auf den Tisch, dann kann jeder selbst nachschärfen.“
Was Sie dafür brauchen
ChilipulverReiner Chili aus der Cayenne-Pflanze, 35.000–45.000 ScovilleAnsehen
Chilis ganz Bird Eyes MalawiKleine ganze Schoten mit rund 100.000 ScovilleAnsehen
Chilis geschrotet 15 % SamenGrobe Chiliflocken für Pizza und PastaAnsehen
ChilifädenLeicht scharf, zum Würzen und DekorierenAnsehen
Chili con Carne GewürzmischungFertige Mischung für Chili con CarneAnsehen
kreolisches Cajun BBQCajun-Mischung mit Cayenne, Ancho und Bird EyesAnsehenAlles zu Chili und Schärfe ansehen
Häufige Fragen zu Cayennepfeffer
Ist Cayennepfeffer dasselbe wie Chili?
Ja, Cayennepfeffer ist gemahlener Chili, meist aus der Sorte Cayenne. Mit echtem Pfeffer ist er nicht verwandt. Den Namen Pfeffer bekam er von den spanischen Seefahrern, weil er ähnlich scharf ist.
Kann ich Cayennepfeffer durch Chilipulver ersetzen?
Ja, wenn das Chilipulver aus reinem Chili besteht. Unser Chilipulver stammt aus der Cayenne-Pflanze und ist gleich scharf. Amerikanisches chili powder ist dagegen oft eine Gewürzmischung und schmeckt anders.
Wie viele Scoville hat Cayennepfeffer?
Cayennepfeffer liegt meist bei 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten, unser Cayennepulver bei 35.000 bis 45.000. Damit ist er etwa zehnmal schärfer als eine Jalapeño.
Was tun, wenn das Essen zu scharf ist?
Rühren Sie Sahne, Joghurt, Schmand oder Kokosmilch unter, oder vergrößern Sie die Menge mit Tomaten, Bohnen oder Brühe. Auch eine Prise Zucker oder ein Spritzer Zitrone rundet die Schärfe ab. Wasser bringt dagegen wenig.
Ist Cayennepfeffer schärfer als Paprika?
Ja, deutlich. Paprika edelsüß ist kaum scharf und vor allem zum Färben und für fruchtige Süße da. Cayennepfeffer bringt dagegen kräftige Schärfe, schon eine Messerspitze reicht.
Wo kann ich Cayennepfeffer kaufen?
Bei uns im Shop gibt es Cayennepulver, Chilipulver aus der Cayenne-Pflanze, ganze und geschrotete Chilis sowie Mischungen wie Chili con Carne Gewürz. Alles finden Sie in der Kategorie Chili und Schärfe.
Quellen: Wikipedia: Cayennepfeffer · Wikipedia: Scoville-Skala