Das Wichtigste in Kürze
Drachenblut ist ein tiefrotes Pflanzenharz, kein Blut. Unser Drachenblut zum Räuchern stammt von der Drachenblutpalme Daemonorops draco aus Südostasien. Es duftet warm, erdig und leicht süßlich und wird wegen seiner Intensität meist in kleinen Mengen mit Weihrauch, Myrrhe oder Kräutern gemischt. In der Räuchertradition steht es für Erneuerung und Wandel.
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Inhalt
Was ist Drachenblut?
Wer Drachenblut räuchern möchte, hat kein Blut vor sich, sondern ein tiefrotes Pflanzenharz. Der Name Drachenblut ist uralt und wurde im Lauf der Zeit für die roten Harze ganz verschiedener Pflanzen verwendet.
- Drachenblutpalme (Daemonorops draco): eine Rattanpalme aus Südostasien, etwa von Sumatra und Borneo. Ihr Harz bildet sich in spröden Schichten auf den Schuppen der unreifen Früchte. Von ihr stammt unser Drachenblutpulver.
- Drachenbäume (Dracaena): etwa der Sokotra-Drachenbaum von der Insel Sokotra im Golf von Aden oder der Kanarische Drachenbaum, der auf Teneriffa zu den bekanntesten Bäumen der Insel gehört.
- Weitere Pflanzen: Auch rote Harze und Säfte aus Südamerika und der Karibik werden Drachenblut genannt.
Woher kommt der Name?
Schon antike Schriftsteller wie Plinius der Ältere kannten das rote Harz. Er erzählt von einem Kampf zwischen einem Elefanten und einem Drachen, bei dem sich das Blut der beiden vermischt habe. Daher der lateinische Name sanguis draconis, Drachenblut. Das Harz von Sokotra wurde bereits im 1. Jahrhundert über die Weihrauchstraße gehandelt. Später schätzte man Drachenblut in Europa auch als roten Farbstoff, zum Beispiel für Lacke und Firnisse.
Wie duftet Drachenblut?
Pur geräuchert duftet Drachenblut warm, erdig und harzig, mit einer leicht süßlichen und würzigen Note. Manche erinnert er an Vanille und Zimt, andere an einen Wald nach dem Regen. Der Duft ist eher dunkel als hell und bleibt lange im Raum.
Weil Drachenblut so intensiv ist, wird es selten allein geräuchert. In Mischungen gibt schon eine kleine Menge eine tiefe, warme Grundnote und eine schöne rote Farbe.

Myrrhe und Drachenblut ergänzen sich zu einem warmen, balsamischen Duft.
Welche Bedeutung hat Drachenblut im Räucherbrauch?
Drachenblut ist für uns zuerst einmal ein Duft. Spannend ist aber auch, welche Rolle es in der Räuchertradition spielt.
Die rote Farbe hat die Menschen schon immer fasziniert. Rot steht in vielen Kulturen für Lebenskraft, Feuer und Mut, und so wurde auch das Drachenblut zu einem Symbol. In der Räuchertradition steht es für Erneuerung und Wandel. Man räuchert es gern bei Übergängen: am Ende eines Lebensabschnitts, beim Einzug in ein neues Zuhause oder zum Jahreswechsel. Auch in Mischungen für die Hausräucherung ist es beliebt, wie wir im Ratgeber Haus ausräuchern beschreiben.
Im Volksglauben galt Drachenblut außerdem als Schutzharz. Das ist eine schöne alte Geschichte. Was Sie beim Räuchern empfinden, bleibt Ihre ganz persönliche Erfahrung.

Die Räucherpfanne A mit langem Holzgriff, gut für Hausräucherungen.
Wie räuchert man Drachenblut?
Drachenblut gibt es als Stücke, Stangen oder, wie bei uns, als feines Pulver. Das Pulver lässt sich leicht dosieren und gut in Mischungen einarbeiten.
- Gefäß vorbereiten: Füllen Sie eine feuerfeste Schale oder Räucherpfanne zwei Finger hoch mit Räuchersand.
- Kohle anzünden: Halten Sie eine Räucherkohle mit der Zange in die Flamme, bis sie Funken sprüht, und legen Sie sie auf den Sand. Warten Sie, bis sie grau durchgeglüht ist.
- Sparsam dosieren: Geben Sie nur eine Messerspitze Drachenblutpulver auf die Kohle. Es schmilzt sofort und raucht kräftig.
- Lieber gemischt: Mischen Sie das Pulver vorher mit anderen Harzen oder Kräutern, dann wird der Duft runder und weniger rauchig.
- Abschließen: Lassen Sie die Kohle ausglühen und lüften Sie den Raum gut.
Auf dem Räucherstövchen geht es sanfter. Legen Sie dafür eine Räucherplatte auf das Sieb, denn das Pulver schmilzt und würde sonst die Maschen verkleben. Mehr zur Glut erklären wir im Ratgeber Räucherkohle richtig anzünden.
Sicherheit: Drachenblut raucht auf heißer Kohle stark und gibt beim Erhitzen kräftige Dämpfe ab. Nehmen Sie deshalb nur kleine Mengen, lüften Sie gut und räuchern Sie nicht direkt unter einem Rauchmelder. Glut nie unbeaufsichtigt lassen, Kinder und Haustiere fernhalten und eine hitzefeste Unterlage verwenden. Das rote Pulver färbt Finger, Holz und Stoffe, arbeiten Sie deshalb auf einer Unterlage. Nur zum Räuchern, nicht zum Verzehr.
Womit lässt sich Drachenblut mischen?
Drachenblut ist ein dankbarer Partner für viele Räucherstoffe. Diese Verbindungen haben sich bewährt:
- Mit Myrrhe: warm, balsamisch und tief. Mehr über das Harz der Heiligen Drei Könige lesen Sie im Ratgeber Myrrhe.
- Mit Weihrauch: Der helle, zitronige Weihrauch und das dunkle Drachenblut ergänzen sich zu einem feierlichen Duft.
- Mit Rosenblüten: weich und blumig mit dunkler Tiefe, eine schöne Mischung für den Abend.
- Mit Beifuß oder Salbei: kräutrig-herb mit warmer Harznote, passend für Hausräucherungen.

Rosenblüten machen Drachenblut-Mischungen weich und blumig.
Ein einfaches Grundrezept: zwei Teile Weihrauch, ein Teil Myrrhe und eine Messerspitze Drachenblutpulver. Mörsern Sie die Harze grob und vermischen Sie alles in einem Schraubglas. Weitere Rezepte finden Sie im Ratgeber Räuchermischung selber machen.
Sabines Tipp
Weil Drachenblutpulver so ergiebig ist und stark färbt, mische ich es nie direkt auf der Kohle, sondern vorher in einem kleinen Glas. Schon eine Messerspitze auf einen Esslöffel Kräuter oder Harz reicht, damit die Mischung eine warme, dunkle Note bekommt.
Was Sie dafür brauchen
DrachenblutpulverDas tiefrote Harz als feines PulverAnsehen
MyrrheBalsamisch-warmes Harz zum MischenAnsehen
Weihrauch Äthiopien 1.GradHeller Weihrauch als BasisAnsehen
RosenblütenFür weiche, blumige MischungenAnsehen
BeifußkrautHerb-würziges RäucherkrautAnsehen
Räucherpfanne A groß D 11 cmRäucherpfanne mit langem HolzgriffAnsehen
RäucherkohleSchnellzündende KohletablettenAnsehen
Kleine RäucherzangeZum Anzünden und VerteilenAnsehen
Räucherplatte 9 cmAuflage für das SiebAnsehenHäufige Fragen zu Drachenblut
Ist Drachenblut echtes Blut?
Nein. Drachenblut ist ein rein pflanzliches Harz. Den Namen verdankt es seiner tiefroten Farbe und alten Legenden.
Von welcher Pflanze stammt Drachenblut zum Räuchern?
Unser Drachenblutpulver stammt von der Drachenblutpalme (Daemonorops draco) aus Südostasien. Daneben gibt es Drachenblut von Drachenbäumen, etwa von der Insel Sokotra oder von den Kanaren.
Welche Bedeutung hat Drachenblut beim Räuchern?
In der Räuchertradition steht Drachenblut für Erneuerung und Wandel. Man räuchert es gern bei Übergängen, etwa beim Einzug, zum Jahreswechsel oder bei Hausräucherungen.
Kann man Drachenblut pur räuchern?
Ja, aber nur in sehr kleinen Mengen, denn es raucht stark und ist sehr intensiv. Schöner wird der Duft, wenn Sie es mit Weihrauch, Myrrhe oder Kräutern mischen.
Kann man Drachenblut auf dem Stövchen räuchern?
Ja. Legen Sie eine Räucherplatte auf das Sieb, weil das Pulver schmilzt. Auf dem Stövchen ist der Duft milder als auf der Kohle.
Wie lagert man Drachenblutpulver?
Trocken, kühl und gut verschlossen in einem Glas. So bleibt das Pulver rieselfähig und duftet lange.
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Quellen: Wikipedia: Drachenblut (Harz)