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30.10.26

Erdbeerblätter, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Erdbeerblätter: Walderdbeere, Tee und Erdbeersirup

Das Wichtigste in Kürze

Erdbeerblätter sind die dreizähligen, gesägten Blätter der Erdbeere, für Tee traditionell vor allem der Walderdbeere (Fragaria vesca). Getrocknet ergeben sie einen milden, leicht herben Tee, der ein wenig an Schwarztee erinnert und seit Langem in Hausteemischungen steckt. Fermentiert schmecken sie voller und dunkler. Nicht verwechseln: Erdbeertee ist meist ein Früchtetee mit Fruchtstücken, Erdbeerblättertee wird aus den Blättern gemacht.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was sind Erdbeerblätter?

Wenn im Juni die ersten Erdbeeren reif werden, schaut kaum jemand auf die Blätter. Dabei sind sie seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Hausteedose. Bei uns im Kräuterhof gehören Erdbeerblätter zu den Klassikern, die schon unsere Großeltern in ihre Mischungen gegeben haben.

Erdbeeren sind Rosengewächse. Ihre Blätter sind dreizählig, das heißt, jedes Blatt besteht aus drei eiförmigen Teilblättchen mit grob gesägtem Rand. Die Unterseite ist hell und fein seidig behaart. Getrocknet werden sie meist geschnitten angeboten und duften dann zart nach Heu.

Für Tee verwendete man traditionell vor allem die Blätter der Walderdbeere. In alten Kräuterbüchern finden sie sich unter dem Namen Fragariae folium. Genauso nennt man die getrockneten Erdbeerblätter auch heute noch.

Walderdbeere und Gartenerdbeere: Was ist der Unterschied?

Die Walderdbeere (Fragaria vesca) ist bei uns heimisch. Sie wächst an Waldrändern, auf Lichtungen, an Böschungen und Wegrainen und breitet sich mit langen Ausläufern aus. Ihre Früchte sind klein, aber unglaublich aromatisch. Wer als Kind einmal eine Handvoll am Waldrand gesammelt hat, kennt diesen Duft.

Die Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa) ist dagegen eine junge Pflanze. Sie entstand im 18. Jahrhundert in Europa aus einer zufälligen Kreuzung zweier amerikanischer Arten, der Scharlach-Erdbeere aus Nordamerika und der Chile-Erdbeere aus Südamerika. Ihre Früchte sind viel größer, aber meist weniger würzig.

Übrigens ist die Erdbeere botanisch gar keine Beere. Das rote Fruchtfleisch ist der verdickte Blütenboden, die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelben Nüsschen auf der Oberfläche. Botaniker sprechen deshalb von einer Sammelnussfrucht.

Gefriergetrocknete Erdbeeren, knusprig und fruchtig-süß

Gefriergetrocknete Erdbeeren bringen das Sommeraroma auch im Winter auf den Tisch.

Wie schmeckt Erdbeerblätter Tee?

Erdbeerblätter Tee schmeckt mild, leicht herb und rund. Viele erinnert er an einen sanften Schwarztee oder an Brombeerblättertee, nur ohne Koffein, denn Erdbeerblätter enthalten keins. Fruchtig nach Erdbeere schmeckt er dagegen nicht. Diesen Unterschied sollten Sie kennen, bevor Sie die erste Tasse aufgießen.

  1. Menge: 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Erdbeerblätter für eine Tasse mit 250 Millilitern.
  2. Aufgießen: Mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen.
  3. Ziehen lassen: 8 bis 10 Minuten, dann abseihen. Je länger, desto kräftiger und herber.
  4. Verfeinern: Wer mag, gibt etwas Honig oder eine Scheibe Zitrone dazu.

Erdbeerblätter sind ein typischer Teil von Familien- und Hausteemischungen. Früher galten Erdbeer-, Brombeer- und Himbeerblätter als heimischer Ersatz für den teuren Schwarztee aus Übersee. Schön passen dazu auch Pfefferminze, Melisse, Lindenblüten und Johannisbeerblätter. Wie Sie eine eigene Mischung zusammenstellen, lesen Sie in unserem Ratgeber Haustee.

Sabines Tipp: Mischen Sie Erdbeer-, Brombeer- und Himbeerblätter zu gleichen Teilen und geben Sie ein paar Pfefferminzblätter dazu. Das ist bei uns die Grundmischung für einen Haustee, den die ganze Familie trinkt, heiß im Winter und kalt mit Zitrone im Sommer.

Getrocknete Brombeerblätter, die klassische Ergänzung zu Erdbeerblättern im Haustee

Brombeerblätter sind die klassische Ergänzung zu Erdbeerblättern im Haustee.

Erdbeerblätter selbst sammeln und fermentieren

Wer Walderdbeeren oder Gartenerdbeeren hat, kann die Blätter selbst ernten. Am besten eignen sich junge, makellose Blätter von Pflanzen, die nicht gespritzt wurden. Gute Zeit ist die Blüte im Mai und Juni oder kurz danach. Pflücken Sie an einem trockenen Vormittag und nehmen Sie nie alle Blätter einer Pflanze.

Zum einfachen Trocknen legen Sie die Blätter locker auf ein Tuch oder Gitter an einen schattigen, luftigen Ort. Nach einer Woche sind sie raschelig trocken. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Kräuter trocknen.

Noch aromatischer werden Erdbeerblätter, wenn Sie sie fermentieren. Dabei verändern sich die Inhaltsstoffe ähnlich wie beim Schwarztee, und der Tee wird dunkler, voller und leicht fruchtig:

  1. Welken: Die frischen Blätter einige Stunden welken lassen, bis sie weich sind.
  2. Rollen: Portionsweise zwischen den Händen rollen oder kneten, bis sie dunkel werden und etwas Saft austritt.
  3. Fermentieren: Fest in ein Glas drücken oder in ein feuchtes Tuch wickeln und ein bis drei Tage an einem warmen Ort stehen lassen, bis sie fruchtig duften.
  4. Trocknen: Auf einem Blech ausbreiten und im Backofen bei höchstens 50 Grad mit leicht geöffneter Tür vollständig trocknen.

Riechen die Blätter beim Fermentieren muffig oder zeigt sich Schimmel, werfen Sie die Charge weg. Lagern Sie fertige Erdbeerblätter trocken, lichtgeschützt und gut verschlossen.

Erdbeertee oder Erdbeerblättertee?

Im Laden steht oft beides nebeneinander, und die Namen werden gern verwechselt. Erdbeerblättertee wird aus den getrockneten Blättern gemacht und schmeckt mild-herb. Erdbeertee ist meist ein Früchtetee mit Erdbeerstücken, der fruchtig und süßlich schmeckt.

Unser Erdbeertee enthält 28 Prozent gefriergetrocknete Erdbeeren, dazu Apfel, Hagebutte, Sultaninen und Melissenblätter. Er schmeckt heiß und kalt. An heißen Tagen gießen wir ihn etwas kräftiger auf, lassen ihn abkühlen und servieren ihn mit Eiswürfeln und ein paar frischen Erdbeeren.

Erdbeertee mit gefriergetrockneten Erdbeeren, Apfel und Hagebutte

Erdbeertee: ein Früchtetee mit 28 Prozent gefriergetrockneten Erdbeeren.

Rezept: Erdbeersirup selber machen

Wenn im Juni die Erdbeeren in Hülle und Fülle reif sind, kochen wir einen Sirup. Er ist eine herrlich einfache Grundlage für Schorlen, Bowlen und Sommergetränke und schmeckt über Joghurt, Müsli oder Eis.

  1. Ansetzen: 1 Kilogramm reife Erdbeeren kurz waschen, putzen und halbieren. Mit 500 Millilitern Wasser und 10 Gramm Zitronensäure vermischen.
  2. Ziehen lassen: Zugedeckt etwa 24 Stunden im Kühlschrank oder an einem kühlen Ort ziehen lassen.
  3. Abseihen: Durch ein feines Tuch filtern und die Früchte gut ausdrücken.
  4. Aufkochen: Den Saft mit 1 Kilogramm Zucker und der Schale einer halben unbehandelten Zitrone verrühren und eine Minute sprudelnd aufkochen.
  5. Abfüllen: Heiß in saubere, heiß ausgespülte Flaschen füllen und sofort verschließen. Kühl und dunkel lagern, angebrochen im Kühlschrank.

Die ausgedrückten Fruchtreste müssen Sie übrigens nicht wegwerfen. Mit etwas Zucker kurz aufgekocht ergeben sie ein schnelles Kompott für Pfannkuchen.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Erdbeerblättern

Kann man Erdbeerblätter als Tee trinken?

Ja. Getrocknete Erdbeerblätter ergeben einen milden, leicht herben Tee, der an Schwarztee erinnert. Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel mit 250 Millilitern kochendem Wasser und lassen Sie ihn 8 bis 10 Minuten ziehen.

Kann man Blätter von Gartenerdbeeren verwenden?

Ja, auch die Blätter der Gartenerdbeere lassen sich trocknen und aufgießen, sofern die Pflanzen nicht gespritzt wurden. Traditionell nahm man vor allem die Blätter der Walderdbeere.

Wann erntet man Erdbeerblätter?

Am besten während der Blüte im Mai und Juni oder kurz danach. Nehmen Sie junge, makellose Blätter an einem trockenen Vormittag und lassen Sie der Pflanze genug Laub.

Schmeckt Erdbeerblättertee nach Erdbeeren?

Nein. Er schmeckt mild-herb und etwas nach Schwarztee. Wer einen fruchtigen Geschmack sucht, greift zu einem Erdbeertee mit Fruchtstücken.

Wie lange hält selbst gemachter Erdbeersirup?

Heiß in saubere Flaschen gefüllt und verschlossen hält er kühl und dunkel gelagert mehrere Monate. Angebrochene Flaschen gehören in den Kühlschrank und sollten bald verbraucht werden.