Das Wichtigste in Kürze
Gewürznelken sind die getrockneten, noch geschlossenen Blütenknospen des Nelkenbaums (Syzygium aromaticum). Sie stammen ursprünglich von den Molukken in Indonesien und werden heute vor allem in Indonesien, Madagaskar, Tansania und Sri Lanka angebaut. Ihr Aroma ist intensiv, süßlich-scharf und holzig. Schon zwei bis drei Nelken reichen für einen Topf Rotkohl oder einen Liter Glühwein.
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Inhalt
Was sind Gewürznelken?
Gewürznelken sind kleine Blütenknospen, ohne die keine Adventsküche duftet. Sie wachsen am Nelkenbaum, einem immergrünen Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Gepflückt werden die Knospen, bevor sie sich öffnen. Der lange Stiel und das runde Köpfchen geben ihnen die Form eines kleinen Nagels. Daher kommt der Name: Aus dem mittelhochdeutschen „Nägelein“ wurde mit der Zeit die Nelke.
Nicht verwechseln: Nelkenwurz und Gartennelke
Wer nach „Nelken“ sucht, landet oft bei ganz anderen Pflanzen. Die Gartennelke ist eine Zierblume und bekam ihren Namen, weil ihr Duft an das Gewürz erinnert. Die Nelkenwurz ist eine heimische Wildpflanze, deren Wurzel ebenfalls nach Nelke duftet. Mehr über sie lesen Sie in unserem Beitrag zur Nelkenwurz. In der Küche meint man mit Nelken fast immer die Gewürznelke.

Fein gemahlen und sehr intensiv: Nelkenpulver aus Madagaskar.
Woher kommen Gewürznelken?
Die Heimat der Gewürznelke sind die Molukken, eine Inselgruppe im Osten Indonesiens, die man früher die Gewürzinseln nannte. Lange wuchs der Nelkenbaum nur dort. Arabische Händler und später Venedig brachten die Knospen nach Europa, wo sie ein Vermögen wert waren.
Im 17. Jahrhundert beherrschten die Niederländer den Handel und ließen Nelken nur auf wenigen Inseln anbauen, um die Preise hochzuhalten. Im 18. Jahrhundert gelang es den Franzosen, Setzlinge herauszuschmuggeln. Von dort kam der Nelkenbaum nach Sansibar und Madagaskar, die bis heute wichtige Anbaugebiete sind.
Geerntet wird von Hand. Sobald sich die Knospen von Grün zu Rosarot färben, werden sie gepflückt und einige Tage in der Sonne getrocknet. Dabei werden sie dunkelbraun und hart.
Wie schmecken Gewürznelken?
Nelken schmecken kräftig, süßlich und scharf zugleich, mit einer holzigen, leicht pfeffrigen Note. Kaum ein Gewürz ist so intensiv. Eine einzelne Nelke zu viel kann ein Gericht dominieren, deshalb gilt: lieber vorsichtig beginnen.
Nelken verbinden sich gern mit Zimt, Sternanis, Piment, Lorbeer, Orange und Rotwein. Sie passen zu Rotkohl, Sauerbraten, Wild, Schinken, Apfel- und Pflaumenkompott und natürlich zu Lebkuchen.

Orange und Nelke: ein Duftpaar für den Advent.
Woran erkennt man gute Gewürznelken?
Gute Nelken sind dunkelbraun, prall und haben ein vollständiges Köpfchen. Drücken Sie mit dem Fingernagel in den Stiel: Tritt ein wenig Öl aus und duftet es sofort kräftig, sind die Nelken frisch. Bei uns sind sie handverlesen, Stiele ohne Köpfchen und Bruch werden aussortiert.
Ein alter Küchentest ist die Schwimmprobe: Geben Sie einige Nelken in ein Glas Wasser. Frische Nelken sinken oder stehen aufrecht mit dem Köpfchen nach oben. Alte, ausgetrocknete Nelken treiben flach an der Oberfläche.
Ganz oder gemahlen? Ganze Nelken kochen Sie in Saucen, Rotkohl und Glühwein mit und nehmen sie danach heraus. Gemahlene Nelken verteilen sich in Teig und Gewürzmischungen. Sie sind sehr intensiv, eine Messerspitze reicht oft.
Wie verwendet man Gewürznelken?
In der bayerischen Küche gehören Nelken in den Rotkohl, in die Beize für den Sauerbraten und an Wildgerichte. In der Adventszeit kommen sie in Glühwein, Punsch und Lebkuchen. Für Glühwein reichen drei bis vier Nelken pro Liter, mehr dazu in unserem Ratgeber zum Glühweingewürz. Wie Nelken das Festessen abrunden, lesen Sie im Beitrag Weihnachtsessen würzen.
Rezept: Apfelrotkohl mit Nelken (6 Portionen)
Am nächsten Tag aufgewärmt schmeckt Rotkohl noch runder. Er lässt sich gut vorbereiten.
Zutaten:
- 1 Kopf Rotkohl (etwa 1 kg)
- 2 säuerliche Äpfel
- 1 Zwiebel
- 2 EL Butterschmalz
- 2 EL Zucker
- 4 EL Rotweinessig
- 200 ml Apfelsaft
- 3 Gewürznelken
- 1 Lorbeerblatt
- 1 kleine Zimtstange
- Salz, Pfeffer
- 1 bis 2 EL Johannisbeergelee
- Vorbereiten: Rotkohl vierteln, den Strunk entfernen und den Kohl in feine Streifen schneiden. Äpfel und Zwiebel würfeln.
- Anschwitzen: Butterschmalz erhitzen, Zucker darin leicht karamellisieren, Zwiebel und Äpfel kurz mitdünsten.
- Schmoren: Rotkohl, Essig, Apfelsaft, Nelken, Lorbeer und Zimtstange dazugeben, salzen und zugedeckt bei kleiner Hitze 50 bis 60 Minuten schmoren. Gelegentlich umrühren.
- Abschmecken: Nelken, Lorbeer und Zimt herausnehmen, mit Johannisbeergelee, Salz und Pfeffer abschmecken.
Brauch im Advent: die gespickte Duftorange
Mit Nelken gespickte Orangen, auch Pomander genannt, sind ein alter Adventsschmuck. Der Name kommt vom französischen „pomme d’ambre“, Ambra-Apfel. Die Orangen trocknen langsam und duften wochenlang.
- Muster vorstechen: Mit einem Zahnstocher Löcher in eine feste, unbehandelte Orange stechen, zum Beispiel in Spiralen oder Sternen.
- Spicken: In jedes Loch eine ganze Nelke stecken. Für eine Orange brauchen Sie 30 bis 60 Nelken.
- Trocknen: Die Orange an einem warmen, luftigen Ort zwei bis drei Wochen trocknen lassen, mit einem Band aufhängen oder in eine Schale legen.
Hinweis: Die gespickte Orange ist reine Dekoration und nicht zum Verzehr gedacht.

Nelken sind ein fester Bestandteil unseres Glühweingewürzes.
Wie lagert man Gewürznelken?
Ganze Nelken sind sehr lange haltbar. Luftdicht, trocken und dunkel aufbewahrt, behalten sie ihr Aroma zwei bis drei Jahre. Gemahlene Nelken sollten Sie innerhalb eines Jahres verwenden. Ein Glas mit Schraubdeckel eignet sich besser als eine Tüte, denn der kräftige Duft zieht sonst auch in benachbarte Gewürze.
Marks Tipp
„Spicken Sie eine halbe Zwiebel mit einem Lorbeerblatt und zwei Nelken. So ziehen sie in Rotkohl, Béchamel oder Brühe mit, und Sie können sie später mit einem Griff herausnehmen. Niemand beißt aus Versehen auf eine Nelke.“

Auch im Nürnberger Lebkuchengewürz sorgen Nelken für die typische Würze.
Was Sie dafür brauchen
Nelken ganz handverlesenHandverlesen, ganz, für Rotkohl, Beize und GlühweinAnsehen
Nelken Pulver MadagaskarFein gemahlen aus Madagaskar, für Lebkuchen und SaucenAnsehen
GlühweingewürzNelken, Zimt, Sternanis und Orange für den GlühweinAnsehen
Nürnberger LebkuchengewürzMit Nelken, Zimt, Piment und Macis für LebkuchenAnsehen
OrangenschalenGetrocknete Orangenschalen, ein Duftpaar mit NelkenAnsehen
WildgewürzFür Wildgerichte, in der Beize gern mit Nelken ergänztAnsehenHäufige Fragen zu Gewürznelken
Was ist der Unterschied zwischen Nelken und Gewürznelken?
In der Küche ist beides dasselbe: die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums. Die Gartennelke ist dagegen eine Zierblume, die Nelkenwurz eine heimische Wildpflanze. Beide sind mit dem Gewürz nicht verwandt.
Wie viele Nelken nimmt man für Glühwein?
Für einen Liter Glühwein reichen drei bis vier ganze Nelken zusammen mit einer Zimtstange und etwas Orangenschale. Lassen Sie den Wein nur ziehen, nicht kochen, und nehmen Sie die Gewürze vor dem Servieren heraus.
Nelken ganz oder gemahlen?
Ganze Nelken kochen Sie mit und nehmen sie danach heraus, etwa in Rotkohl, Beizen und Glühwein. Gemahlene Nelken kommen in Teige und Gewürzmischungen. Sie sind sehr intensiv, beginnen Sie mit einer Messerspitze.
Woran erkenne ich frische Nelken?
Frische Nelken sind dunkelbraun, haben ein ganzes Köpfchen und geben auf Druck mit dem Fingernagel etwas Öl ab. Im Wasserglas sinken sie oder stehen aufrecht. Alte Nelken treiben flach an der Oberfläche.
Wo kann ich Gewürznelken kaufen?
Bei uns im Shop gibt es handverlesene ganze Nelken und Nelkenpulver aus Madagaskar. Fertig gemischt stecken Nelken außerdem im Glühweingewürz und im Nürnberger Lebkuchengewürz.
Quellen: Wikipedia: Gewürznelkenbaum