Das Wichtigste in Kürze
Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) ist ein heimisches Rosengewächs mit kleinen gelben Blüten, das an Waldrändern, Hecken und in Gärten wächst. Ihre Wurzel duftet nach Gewürznelken, denn sie enthält denselben Duftstoff Eugenol. Früher würzte man damit Bier und Wein und nutzte sie als günstigen Ersatz für teure Nelken. Heute kommt die getrocknete Wurzel in Kräuterliköre, Glühwein und Wintertees.
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Inhalt
Was ist Nelkenwurz?
Die Nelkenwurz gehört zu den Pflanzen, an denen man jahrelang achtlos vorbeigeht. Sie wächst am Waldrand, unter Hecken, in Parks und sehr oft ungefragt im eigenen Garten. Ihr botanischer Name Geum urbanum verrät es schon: urbanum heißt „städtisch“, gemeint ist, dass sie gern in der Nähe von Siedlungen wächst.
Die Echte Nelkenwurz ist ein Rosengewächs und damit mit Erdbeere, Frauenmantel und Odermennig verwandt. Sie wird 20 bis 60 Zentimeter hoch. Von Mai bis in den Herbst trägt sie kleine, leuchtend gelbe Blüten mit fünf Blütenblättern. Zwischen den Blütenblättern sieht man die grünen Kelchblätter hervorschauen.
Die unteren Blätter sind gefiedert und haben ein großes, rundliches Endblättchen. Weiter oben am Stängel sind die Blätter dreiteilig. Nach der Blüte bilden sich kugelige Fruchtstände aus vielen kleinen Nüsschen, jedes mit einem winzigen Haken. Diese Klettfrüchte bleiben an Fell und Hosenbeinen hängen und reisen so weiter, ähnlich wie bei der Klette, die wir im Ratgeber Klettenwurzel vorstellen.

Das Kraut der Nelkenwurz: Blätter und Stängel, getrocknet.
Warum duftet die Nelkenwurz-Wurzel nach Nelken?
Graben Sie im Frühjahr eine Nelkenwurz aus und brechen Sie die Wurzel auf: Sofort steigt Ihnen ein warmer Duft nach Gewürznelken in die Nase. Der kurze, rötlich-braune Wurzelstock mit seinen vielen Fasern enthält eine Vorstufe des Duftstoffs Eugenol. Beim Trocknen und Zerkleinern wird er frei. Eugenol ist genau der Stoff, der auch den Gewürznelken ihr typisches Aroma gibt.
Der Duft der Nelkenwurz ist feiner und weniger scharf als bei echten Nelken, dazu kommt eine herbe, leicht erdige Note. Besonders aromatisch sind die Wurzeln, die im zeitigen Frühjahr oder im Herbst gegraben werden. Im Sommer, wenn die Pflanze ihre Kraft in Blätter und Blüten steckt, duften sie schwächer.

Das Vorbild für den Namen: ganze Gewürznelken.
Woher hat die Nelkenwurz ihre Namen?
Der deutsche Name ist schnell erklärt: Es ist die Wurzel, die nach Nelken riecht. Im Mittelalter hieß die Pflanze Herba benedicta, das gesegnete Kraut. Daraus wurden Volksnamen wie Benediktenkraut oder Benediktenwurz. Nicht verwechseln sollte man sie mit dem Cardobenediktenkraut, einer ganz anderen Pflanze aus der Familie der Korbblütler.
Eine nahe Verwandte ist die Bachnelkenwurz (Geum rivale). Sie wächst auf feuchten Wiesen und an Bächen und hat nickende, rötlich-braune Blüten. Im Staudenbeet finden Sie außerdem viele Gartenformen der Nelkenwurz mit orangen, roten oder gelben Blüten.
Wofür nutzte man Nelkenwurz früher?
Gewürznelken kamen früher von den fernen Molukken und waren entsprechend teuer. Die Nelkenwurz wuchs dagegen vor der Haustür. So wurde ihre Wurzel zum Nelkenersatz der einfachen Leute. Man würzte damit Speisen, Punsch und vor allem Getränke.
Brauer und Winzer gaben die Wurzel ins Bier und in den Wein, um ihnen ein würziges Aroma zu geben. Man glaubte auch, die Getränke würden damit nicht so schnell sauer. In Kräuterlikören und Bitterschnäpsen ist sie bis heute zu finden.
Im Volksglauben hatte die Nelkenwurz einen festen Platz. Man trug die getrocknete Wurzel als Amulett bei sich, hängte sie über die Tür oder legte sie in den Stall. Sie galt als Schutz vor bösen Geistern und allerlei Unheil. Der Name „gesegnetes Kraut“ passt gut zu diesem alten Glauben.
Ist Nelkenwurz essbar? Verwendung in der Küche
Ja, die Nelkenwurz wird seit Langem in der Küche verwendet. Die jungen Blätter im Frühjahr schmecken mild und leicht herb. Man gibt sie fein geschnitten in Wildkräutersalate, Kräuterquark oder Suppen. Ältere Blätter werden schnell zäh.
Die getrocknete Wurzel ist die eigentliche Würze. Ein kleines Stück reicht für einen Topf Rotkraut, eine Kanne Punsch oder ein Glas Apfelkompott. Sie passt auch hervorragend in selbst gemischtes Glühweingewürz. Besonders schön kommt ihr Aroma in einem selbst angesetzten Likör zur Geltung. Viele weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Kräuterlikör selber machen.
Rezept: Nelkenwurz-Likör
- Zutaten bereitlegen: 2 Esslöffel getrocknete Nelkenwurz-Wurzel, 1 Zimtstange, ein Streifen unbehandelte Orangenschale und 0,5 Liter Korn oder Wodka mit etwa 38 Prozent.
- Ansetzen: Alles in ein sauberes Schraubglas geben, verschließen und an einem dunklen Ort zwei bis drei Wochen ziehen lassen. Schwenken Sie das Glas alle paar Tage.
- Abseihen: Den Ansatz durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gießen.
- Süßen: 100 Gramm Zucker in 100 Milliliter Wasser aufkochen, abkühlen lassen und nach Geschmack unter den Ansatz rühren.
- Reifen lassen: In Flaschen füllen und noch zwei Wochen ruhen lassen. So verbinden sich die Aromen.

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Nelkenwurz im Garten und beim Sammeln
Wer die Nelkenwurz im Garten hat, wird sie so schnell nicht wieder los. Sie sät sich gern selbst aus und kommt mit Halbschatten und fast jedem Boden zurecht. Für Liebhaber von Wildkräutern ist das ein Glück. Die Wurzeln gräbt man im März und April oder im Oktober aus, wäscht sie gründlich und trocknet sie in Stücken an einem luftigen Ort.
Sorgfalt beim Sammeln: Die gelben Blüten ähneln auf den ersten Blick denen des Hahnenfußes, der giftig ist. Die Nelkenwurz erkennen Sie an den Kelchblättern zwischen den Blütenblättern, an den gefiederten Blättern mit großem Endblatt, an den Klettfrüchten und am Nelkenduft der Wurzel. Sammeln Sie nur, was Sie sicher erkennen, und graben Sie in der freien Natur nur einzelne Pflanzen dort aus, wo es erlaubt ist.
Sabines Tipp
„Ein kleines Stück getrocknete Nelkenwurz lege ich gern in die Dose mit dem Glühweingewürz oder in das Glas mit dem Wintertee. Nach ein paar Tagen hat alles diesen feinen, warmen Nelkenduft. Und wenn ich im Garten eine Nelkenwurz ausgrabe, rieche ich als Erstes an der Wurzel. Das ist für mich jedes Mal ein kleiner Glücksmoment.“
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Ist Nelkenwurz essbar?
Ja. Die jungen Blätter werden im Frühjahr in Salaten, Quark und Suppen gegessen. Die getrocknete Wurzel dient als Gewürz, zum Beispiel für Punsch, Glühwein, Rotkraut oder Liköre.
Wie riecht Nelkenwurz?
Die Wurzel duftet nach Gewürznelken, nur feiner und etwas erdiger. Der Grund ist der Duftstoff Eugenol, der beim Trocknen und Zerkleinern frei wird. Blätter und Blüten riechen dagegen kaum.
Wann erntet man die Wurzel der Nelkenwurz?
Am aromatischsten ist sie im zeitigen Frühjahr, bevor die Pflanze austreibt, und im Herbst. Graben Sie die Wurzel aus, waschen Sie sie und trocknen Sie sie in Stücken an einem luftigen Ort.
Kann man Nelkenwurz als Tee trinken?
Ja, die geschnittene Wurzel lässt sich wie andere Wurzeln aufkochen und ziehen lassen. Der Tee schmeckt würzig, herb und leicht nach Nelke. Besonders gut passt er in Wintermischungen mit Zimt und Orangenschale.
Was ist der Unterschied zwischen Nelkenwurz und Cardobenediktenkraut?
Es sind zwei verschiedene Pflanzen. Die Nelkenwurz wurde früher Benediktenkraut genannt und ist ein Rosengewächs mit gelben Blüten. Das Cardobenediktenkraut ist ein distelartiger Korbblütler aus dem Mittelmeerraum.
Ist die Nelkenwurz geschützt?
Die Echte Nelkenwurz ist bei uns weit verbreitet und nicht besonders geschützt. Trotzdem gilt beim Sammeln: nur einzelne Pflanzen, nur wo es erlaubt ist und nie in Naturschutzgebieten.
Quellen: Wikipedia: Echte Nelkenwurz