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30.10.26

Heublumen, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Heublumen: Was drinsteckt und wie man sie verwendet

Das Wichtigste in Kürze

Heublumen sind die feinen Reste, die sich beim Lagern von Heu am Boden des Heustadels sammeln: kleine Blüten, Samen, Grashalme und Blattstückchen von Wiesengräsern und Wiesenblumen. Ihren typischen Duft nach Sommerwiese verdanken sie vor allem dem Cumarin aus Gräsern wie dem Ruchgras. Heublumen werden in Kräuterkissen und Duftsäckchen gefüllt und traditionell für das Heubad verwendet. Bekannt gemacht hat sie im 19. Jahrhundert Pfarrer Sebastian Kneipp.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was sind Heublumen?

Wer als Kind auf einem Heuboden gespielt hat, erinnert sich an diesen Geruch: warm, süßlich, nach Sommer und Wiese. Genau dieser Duft steckt in den Heublumen. Trotz ihres Namens sind sie keine eigene Pflanze und auch keine einzelne Blüte.

Heublumen entstehen, wenn getrocknetes Wiesenheu gelagert und bewegt wird. Dabei rieseln die feinsten Teile nach unten: kleine Blüten, Samen, Ährchen, kurze Grashalme und Blattstückchen. Früher fegten die Bauern diese Reste vom Boden des Heustadels zusammen. Gesiebt und gereinigt ergeben sie die Heublumen, wie Sie sie heute kaufen können.

Welche Pflanzen darin stecken, hängt von der Wiese ab. Typisch sind Wiesengräser wie Ruchgras, Wiesen-Fuchsschwanz, Glatthafer und Knaulgras, dazu Klee, Wiesen-Labkraut, Margeriten, Wiesensalbei und viele andere Wiesenblumen. Jede Mischung ist ein kleines Abbild eines Sommers auf der Wiese.

Heublumenkissen aus dem Kräuterhof, mit Heublumen gefüllt

Unser Heublumenkissen bringt den Duft vom Heuboden ins Haus.

Warum duften Heublumen nach Sommer?

Der typische Heuduft entsteht erst beim Trocknen. Einige Wiesenpflanzen, allen voran das Gewöhnliche Ruchgras, enthalten Vorstufen des Duftstoffs Cumarin. Beim Welken und Trocknen wird er freigesetzt. Frisches Gras riecht deshalb grün und frisch, Heu dagegen warm, süßlich und ein wenig nach Vanille und Mandel.

Derselbe Duftstoff gibt auch dem Waldmeister und der Tonkabohne ihr Aroma. Wer einmal an allen dreien gerochen hat, erkennt die Verwandtschaft sofort. Das Ruchgras trägt seinen Namen übrigens genau deshalb: „Ruch“ ist ein altes Wort für Geruch.

Heublumen in der Tradition: vom Heustadel zu Pfarrer Kneipp

Auf den Bauernhöfen im Alpenraum gehörten Heublumen seit jeher zum Alltag. Man füllte sie in Säckchen und Kissen, legte sie in Truhen und Schränke und genoss den Duft auch im Winter, wenn draußen längst Schnee lag.

Weithin bekannt wurden Heublumen im 19. Jahrhundert durch Pfarrer Sebastian Kneipp aus Bad Wörishofen im Allgäu. In seinen Schriften über das Wasser und die Kräuter spielen Heublumen eine große Rolle, vor allem als Zusatz für Bäder und im Heublumensack, einem Leinensäckchen voller Heublumen. Bis heute verbinden viele den Namen Kneipp mit dem Duft von Heu. Mehr über alte Kräuterbräuche lesen Sie in unserem Ratgeber Kräuterbräuche.

Kräuterkissen für Zuhause, gefüllt mit duftenden Kräutern

Ein Kräuterkissen für Sofa und Lesesessel.

Heublumenkissen und Heublumensack selbst füllen

Ein Heublumenkissen ist schnell gemacht und ein schönes Geschenk. Es duftet auf dem Sofa, im Lesesessel oder auf der Bank vor dem Kachelofen nach Sommerwiese.

  1. Hülle wählen: Nehmen Sie eine Hülle aus Baumwolle oder Leinen, etwa 30 mal 30 Zentimeter, mit Reißverschluss oder zum Zunähen.
  2. Füllen: Füllen Sie die Heublumen locker ein, sodass das Kissen weich bleibt. Für ein kleines Kissen reichen einige Handvoll.
  3. Verschließen: Zunähen oder schließen. Damit nichts herausrieselt, können Sie die Heublumen zuerst in ein dünnes Inlett geben.
  4. Auffrischen: Kneten und schütteln Sie das Kissen ab und zu kräftig durch. So wird wieder Duft frei.
  5. Erneuern: Wenn der Duft nach einigen Monaten nachlässt, füllen Sie frische Heublumen nach.

Ein Heublumensack ist im Grunde dasselbe in einfacher Form: ein Leinensäckchen, locker mit Heublumen gefüllt und zugebunden. Als Duftsäckchen im Wäscheschrank oder in der Schublade erinnert er an alte Bauernstuben. Viele weitere Ideen für Kissen mit Lavendel, Zirbe und Hopfen finden Sie in unserem Ratgeber Kräuterkissen.

Sabines Tipp

„Ich mische gern eine Handvoll Heublumen mit ein paar Zirbenspänen und etwas Lavendel. Das duftet nach Bergwiese und Almhütte zugleich. Und wenn das Kissen nachlässt, einfach kräftig durchkneten, dann kommt der Duft zurück.“

Das Heubad als Duft-Ritual

Ein Heubad ist eine alte bäuerliche Tradition, die heute viele als kleines Ritual für einen Abend zu Hause entdecken. Das Badewasser duftet danach wie eine Sommerwiese nach dem Mähen.

  1. Säckchen füllen: Geben Sie zwei Handvoll Heublumen in ein Baumwollsäckchen oder einen großen Teefilter und binden Sie es gut zu.
  2. Aufgießen: Übergießen Sie das Säckchen in einem großen Topf mit etwa zwei Litern kochendem Wasser und lassen Sie es zugedeckt 15 Minuten ziehen.
  3. Ins Bad geben: Gießen Sie den Aufguss in das angenehm temperierte Badewasser und legen Sie das Säckchen dazu.
  4. Genießen: Kerze an, Licht gedämpft, und den Duft der Wiese genießen.
  5. Aufräumen: Das Säckchen hält Halme und Samen zurück. Spülen Sie die Wanne danach kurz aus.

Sorgfalt: Heublumen sind ein Naturprodukt aus Gräsern, Samen und Blüten und enthalten auch Blütenstaub. Wer Gräser und Heu nicht gut verträgt, verzichtet besser auf Heubad und Heublumenkissen. Nehmen Sie für das Bad immer ein Säckchen, damit kein Heu in den Abfluss gelangt.

Wer gern selbst Badezusätze mischt, findet in unserem Ratgeber Badesalz selber machen weitere Rezepte.

Zirbenkissen, passend zu Heublumen für eine Duftmischung

Zirbe und Heublumen ergänzen sich im Duftkissen.

Was Sie dafür brauchen

Alle Kissen ansehen

Häufige Fragen zu Heublumen

Was sind Heublumen?

Heublumen sind die feinen Reste vom Heuboden: kleine Blüten, Samen, Grashalme und Blattstückchen von Wiesengräsern und Wiesenblumen. Sie werden gesiebt und gereinigt und vor allem für Kissen, Duftsäckchen und das Heubad verwendet.

Wonach riechen Heublumen?

Nach frisch eingebrachtem Heu: warm, süßlich, mit einem Hauch Vanille und Mandel. Dafür sorgt vor allem der Duftstoff Cumarin aus dem Ruchgras, der beim Trocknen frei wird.

Wie lange duftet ein Heublumenkissen?

Je nach Gebrauch einige Monate. Durchkneten und Schütteln frischt den Duft auf. Lässt er deutlich nach, füllen Sie frische Heublumen nach.

Was ist ein Heublumensack?

Ein Säckchen aus Leinen oder Baumwolle, locker mit Heublumen gefüllt. Bekannt wurde er durch Pfarrer Sebastian Kneipp. Heute verwenden ihn viele als Duftsäckchen oder für das Heubad.

Wie lagert man Heublumen?

Trocken, dunkel und luftig, etwa in einer Papiertüte oder einer Dose. In Plastik und bei Feuchtigkeit können sie muffig werden.

Wo kann man Heublumen kaufen?

Lose Heublumen finden Sie bei uns im Shop unter den Einzelkräutern, ein fertiges Heublumenkissen bei den Kissen.

Quellen: Wikipedia: Heublumen · Wikipedia: Gewöhnliches Ruchgras