Das Wichtigste in Kürze
Die Kirchweih, in Altbayern Kirta oder Kirda genannt, ist das Fest zum Jahrestag der Weihe der Ortskirche. In vielen Gegenden Bayerns wird die Allerweltskirchweih am dritten Sonntag im Oktober gefeiert, mit Gottesdienst, Gasthaus, Tanz und Gebäck. Zum Fest gehören der geschmückte Kirtabaum, die Kirtahutschn und Kirchweihnudeln, die in Schmalz ausgebackenen ausgezogenen Hefenudeln. Mit einem Hefeteig, Schmalz und Zimtzucker gelingen sie auch zu Hause.
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Inhalt
Was ist die Kirchweih?
Die Kirchweih ist das Fest, mit dem eine Pfarrgemeinde den Jahrestag der Weihe ihrer Kirche feiert. Ursprünglich ein kirchlicher Gedenktag, wurde sie auf dem Land zu einem der wichtigsten Feste des Jahres, an dem Familien zusammenkamen, Verwandte zu Besuch kamen und man nach der Ernte gut aß und feierte. Daher kommt die Bezeichnung „Kirta“ oder „Kirda“ in Altbayern, „Kerwa“ in Franken und „Kirmes“ in anderen Regionen.
Die Namen sind regional verschieden, der Kern ist gleich: Ein Tag und oft mehrere Tage mit Gottesdienst, Festessen und Geselligkeit.
Wann ist Kirchweih in Bayern?
Jeder Ort hat eigentlich seinen eigenen Kirchweihtermin, nämlich den Tag der Kirchenweihe. Als gemeinsamer Termin gilt in Altbayern die Allerweltskirchweih, auch Kirchweihsonntag genannt, am dritten Sonntag im Oktober. 2026 war das der 18. Oktober, 2027 ist es der 17. Oktober. Daneben gibt es Orte, die ihre eigene Kirchweih zu einem anderen Termin im Jahr feiern. Der Kirchweihmontag, der „Kirda-Montag“, war traditionell ebenfalls ein Festtag.

Vanille und Zimt gehören zu den klassischen Gewürzen für süßes Festtagsgebäck.
Welche Bräuche gehören zur Kirchweih?
Die Kirchweih lebt von Bräuchen, die sich je nach Ort unterscheiden. Häufig begegnen Sie diesen:
- Der Kirtabaum: Ein hoher, geschmückter Baum, ähnlich dem Maibaum, der auf dem Dorfplatz oder vor dem Wirtshaus aufgestellt wird. Er zeigt an, dass im Ort Kirta gefeiert wird.
- Die Kirtahutschn: Eine große Schaukel, die zur Kirchweih aufgestellt wurde. Sie gehört in vielen Gegenden bis heute zum Bild einer ländlichen Kirchweih.
- Das Festessen: Zum Kirtasonntag gab es etwas Besonderes, oft Braten, Gans oder Ente, dazu Knödel und Blaukraut. Gans und Ente gelten als klassische Festbraten im Herbst.
- Die Kirchweihnudeln: Süßes Hefegebäck aus dem Schmalz, ein fester Teil des Festes.
- Tanz und Musik: Am Abend wurde im Wirtshaus getanzt.
Wie viel davon heute noch gelebt wird, ist von Ort zu Ort verschieden. Viele Gemeinden pflegen den Kirtabaum, andere Vereine haben die Hutschn neu aufgestellt. Auch die Kirchweihnudeln sind vielerorts erhalten geblieben. In der Herbstzeit passt auch der Martinstag zur Reihe der Feste im Kalender, mehr dazu im Beitrag Martinstag.
Was sind Kirchweihnudeln, und wie macht man sie?
Kirchweihnudeln, auch Schmalznudeln, Kirta-Nudeln oder Ausgezogene genannt, sind ein Hefegebäck in Schmalz. Der Teig wird zu einem Fladen auseinandergezogen, sodass die Mitte hauchdünn ist und der Rand dick bleibt, und dann schwimmend ausgebacken. Beim Backen bleibt der Rand schön locker, die dünne Mitte wird knusprig. Gegessen werden sie warm, mit Zimtzucker oder Vanillezucker bestreut oder mit Zwetschgenmus, wie im Beitrag Zwetschgenmus beschrieben.
Das Rezept ergibt etwa zehn Nudeln. Rechnen Sie mit 30 Minuten Arbeit und rund einer Stunde Gehzeit.
Zutaten:
- 500 g Weizenmehl
- 250 ml lauwarme Milch
- 1 Würfel frische Hefe (42 g)
- 60 g Zucker
- 50 g weiche Butter
- 2 Eier
- 1 Prise Salz
- abgeriebene Schale einer halben unbehandelten Zitrone
- etwa 1 kg Butterschmalz oder Schweineschmalz zum Ausbacken
- zum Bestreuen: Zimtzucker (Ceylon-Zimt) oder Vanillezucker
- Vorteig: Die Hefe in der lauwarmen Milch mit einem Teelöffel Zucker auflösen und zehn Minuten stehen lassen.
- Teig kneten: Mehl, restlichen Zucker, Butter, Eier, Salz und Zitronenschale zufügen und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten.
- Gehen lassen: Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45 bis 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
- Formen: Den Teig in zehn Stücke teilen, zu Kugeln formen und kurz ruhen lassen. Jede Kugel zu einem runden Fladen auseinanderziehen, die Mitte dünn, den Rand dicker.
- Ausbacken: Das Schmalz in einem hohen Topf auf etwa 170 °C erhitzen. Die Nudeln einzeln mit der schönen Seite nach unten einlegen, 2 bis 3 Minuten backen, wenden und fertig backen.
- Abtropfen und bestreuen: Auf Küchenpapier abtropfen lassen und noch warm mit Zimtzucker oder Vanillezucker bestreuen.
Sicherheit: Heißes Fett kann sich entzünden. Erhitzen Sie es nur in einem hohen Topf, lassen Sie es nie unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder und Haustiere fern. Brennt das Fett, ersticken Sie die Flammen mit einem Deckel. Löschen Sie niemals mit Wasser.

Mit Ceylon-Zimt und Zucker vermischt: der klassische Belag für Kirchweihnudeln.
Wie macht man Zimtzucker und Vanillezucker für Kirchweihnudeln?
Für Zimtzucker mischen Sie 100 g Zucker mit einem gehäuften Teelöffel Ceylon-Zimtpulver. Ceylon-Zimt hat einen feinen, milden Geschmack. Für Vanillezucker vermischen Sie Zucker mit ein wenig gemahlener Bourbon-Vanille oder greifen zu fertigem Sternen-Vanillezucker. Wenn Sie mehr über Zimt wissen möchten, lesen Sie den Beitrag Zimt.
Ein Glas Honig, etwa unser Wald- und Blütenhonig aus Niederbayern, passt ebenfalls zu warmen Nudeln.

Zitronenschale gibt dem Hefeteig ein frisches Aroma.
Marks Tipp
Der Teig lässt sich am Vorabend vorbereiten. Lassen Sie ihn zugedeckt im Kühlschrank gehen und holen Sie ihn eine Stunde vor dem Ausbacken heraus. So können Sie am Kirchweihsonntag frisch backen, ohne vorher lange in der Küche zu stehen.
Was Sie dafür brauchen
Sternen-VanillezuckerSternen-Vanillezucker mit Bourbon-Vanille zum BestreuenAnsehen
Vanille Pulver Bourbon MadagaskarVanillepulver aus Madagaskar für selbst gemachten VanillezuckerAnsehen
Zimtpulver Ceylon 1 ACeylon-Zimtpulver für ZimtzuckerAnsehen
ZitronenschalenGeschnittene Zitronenschalen als Aroma für den TeigAnsehenAlle Gewürze zum Backen ansehen
Häufige Fragen
Wann ist Kirchweih in Bayern?
Die Allerweltskirchweih wird in Altbayern am dritten Sonntag im Oktober gefeiert. Viele Orte feiern zusätzlich ihre eigene Kirchweih zum Tag ihrer Kirchenweihe.
Was bedeutet Kirta?
Kirta ist die altbayerische Mundartform von Kirchweih. In Franken sagt man Kerwa, in anderen Regionen Kirmes.
Was ist ein Kirtabaum?
Ein hoher, geschmückter Baum, der zur Kirchweih im Ort aufgestellt wird, ähnlich dem Maibaum. Er zeigt an, dass Kirta gefeiert wird.
Was ist eine Kirtahutschn?
Eine große Schaukel, die zur Kirchweih aufgestellt wurde. Sie gehört in vielen Gegenden zum traditionellen Bild des Festes.
Was sind Kirchweihnudeln?
Hefegebäck, das in Schmalz ausgebacken wird. Der Teig wird so auseinandergezogen, dass die Mitte dünn und der Rand dick ist. Gegessen werden sie warm mit Zimtzucker oder Vanillezucker.
Kann man Kirchweihnudeln ohne Schmalz backen?
Ja, auch Pflanzenfett zum Frittieren ist möglich. Der Geschmack ist dann etwas neutraler. Nach Überlieferung gehört Schmalz zur traditionellen Zubereitung.