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01.11.26

Zwetschgenmus, 330 g – Kräuterparadies seit 1887

Zwetschgenmus: Rezept aus dem Backofen mit Zimt und Nelken

Das Wichtigste in Kürze

Zwetschgenmus kochen Sie am einfachsten im Backofen: Entsteinte Zwetschgen mit Zimt und Nelken bei niedriger Temperatur mehrere Stunden einkochen lassen, bis ein dunkles, streichfähiges Mus entsteht. Es braucht kaum Zucker, nur Geduld und gelegentliches Rühren. Zwetschgenmus, in Norddeutschland Pflaumenmus und in Österreich und Böhmen Powidl genannt, schmeckt auf Brot, in Dampfnudeln und in Buchteln.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Zwetschgenmus, und was ist der Unterschied zu Pflaumenmus?

Zwetschgenmus ist ein dickes, dunkles Fruchtmus aus Zwetschgen, das lange eingekocht wird, bis es streichfähig ist. Anders als Konfitüre wird es nicht mit Gelierzucker hergestellt, sondern durch langes Einkochen eingedickt. Süße und Fruchtaroma kommen vor allem aus den Früchten selbst.

Die Namen sind regional verschieden. Im Süden sagt man Zwetschgenmus oder Zwetschgenröster, im Norden Pflaumenmus. Zwetschgen sind länglich, an den Enden spitz und lösen sich gut vom Stein. Pflaumen sind runder und saftiger. Für Mus nimmt man gern Zwetschgen, weil sie fester sind und weniger Wasser enthalten.

Was ist Powidl?

Powidl ist das österreichisch-böhmische Zwetschgenmus. Es wird traditionell ohne oder mit nur sehr wenig Zucker und oft viele Stunden eingekocht, bis es fast schwarz und sehr fest ist. Daher schmeckt es kräftig und intensiv, weniger süß als gewöhnliches Mus. In der österreichischen Küche füllt man Powidl in Buchteln, Germknödel und Powidltascherl. Auch in Bayern ist Zwetschgenmus als Füllung beliebt, etwa in Dampfnudeln oder Hefegebäck.

Zwetschgenmus im Backofen kochen: Rezept

Die Ofenmethode ist bequem, weil das Mus nicht am Topfboden anbrennt. Sie brauchen dafür einen großen Bräter oder ein tiefes Backblech und etwa vier Stunden Zeit. Der Ertrag liegt bei etwa 1 Liter, also vier Gläsern.

Zutaten:

  • 2 kg reife Zwetschgen
  • 100 bis 200 g Zucker, je nach Süße der Früchte
  • 1 Zimtstange (Ceylon) oder 1 Teelöffel Ceylon-Zimtpulver
  • 4 ganze Nelken
  • Saft einer halben Zitrone
  1. Zwetschgen vorbereiten: Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. Die Hälften in einen großen Bräter geben.
  2. Würzen: Zucker, Zitronensaft, Zimtstange und Nelken untermischen. Der Zucker zieht Saft und beschleunigt das Einkochen.
  3. Backen: Im auf 150 °C (Umluft 130 °C) vorgeheizten Ofen etwa 3 bis 4 Stunden garen. Etwa alle 30 bis 40 Minuten durchrühren, damit nichts ansetzt.
  4. Eindicken: Das Mus ist fertig, wenn es dunkel, dick und glänzend ist und sich beim Rühren eine Spur auf dem Boden zeigt. Wer es glatt mag, püriert kurz mit dem Stabmixer.
  5. Gewürze entfernen: Zimtstange und Nelken herausfischen.
  6. Abfüllen: Das heiße Mus sofort in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen, bis zum Rand auffüllen, verschließen und auf den Kopf stellen.

Hinweis: Der Bräter und das Mus sind sehr heiß. Verwenden Sie Topflappen, stellen Sie das Blech auf eine hitzefeste Unterlage und lassen Sie den Ofen nicht unbeaufsichtigt, wenn Kinder und Haustiere in der Nähe sind.

Ceylon-Zimtpulver in einer kleinen Schale, ein klassisches Gewürz für Zwetschgenmus

Ceylon-Zimt gibt dem Zwetschgenmus Wärme.

Welche Gewürze passen zu Zwetschgenmus?

Zimt und Nelken sind die Klassiker, denn sie unterstreichen das dunkle Fruchtaroma. Wir empfehlen Ceylon-Zimt, der feiner schmeckt als Cassia. Ein Stück Sternanis oder eine aufgeschlitzte Vanilleschote ergänzen das Aroma auf eine weihnachtliche Art. Verwenden Sie Gewürze am besten ganz und fischen Sie sie nach dem Kochen heraus, dann bleibt das Mus fein. Wie man Konfitüren mit Gewürzen abrundet, steht auch im Beitrag Marmelade verfeinern.

Ganze Zimtstangen aus Ceylon, die im Backofen mit Zwetschgenmus mitgaren

Eine Zimtstange gart im Mus mit und wird am Ende herausgenommen.

Ganze Gewürznelken für Zwetschgenmus, handverlesen

Nelken sind sparsam zu verwenden: vier Stück genügen für zwei Kilo Früchte.

Mehr zu den einzelnen Gewürzen lesen Sie in den Beiträgen Zimt, Gewürznelken und Sternanis.

Wozu isst man Zwetschgenmus?

Zwetschgenmus schmeckt nicht nur auf Brot. Probieren Sie es:

  • als Füllung für Dampfnudeln, Buchteln und Hefeklöße
  • in Pfannkuchen und Palatschinken
  • zu Grießbrei, Milchreis oder Quark
  • als Füllung für Krapfen und Plätzchen
  • zu Wild- oder Schweinebraten als herb-süße Beilage

Dampfnudeln mit Zwetschgenmus und Vanillesauce sind in Bayern ein Klassiker. Wer lieber zum Frühstück Fruchtiges mag, findet bei uns fertiges Zwetschgenmus, das in manchen Regionen früher in großen Kupferkesseln stundenlang gerührt wurde. Mehr zum Backen mit Konfitüren steht im Beitrag Krapfen.

Marks Tipp

Kochen Sie gleich die doppelte Menge. Zwetschgenmus ist in Gläsern lange haltbar, und ein Glas im Vorrat ist im Winter schnell zur Hand, wenn Dampfnudeln oder Buchteln auf den Tisch sollen.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen

Wann ist die Zwetschgenzeit?

Die Haupternte liegt in Süddeutschland meist im August und September. Je nach Sorte und Lage gibt es Früchte schon Ende Juli oder noch bis Anfang Oktober.

Muss man Zwetschgen für Mus schälen?

Nein. Die Schale löst sich beim langen Einkochen auf oder wird beim Pürieren fein. Sie gibt dem Mus außerdem Farbe.

Wie lange hält selbst gemachtes Zwetschgenmus?

Heiß in saubere Gläser gefüllt und gut verschlossen, hält es dunkel und kühl gelagert oft ein Jahr. Angebrochene Gläser gehören in den Kühlschrank.

Geht Zwetschgenmus auch im Topf?

Ja. Im Topf mit dickem Boden köcheln Sie das Mus bei kleiner Hitze unter häufigem Rühren, etwa 2 bis 3 Stunden. Im Backofen ist es bequemer, weil Sie weniger rühren müssen.

Kann man Zwetschgenmus ohne Zucker machen?

Ja, so wird traditionell Powidl gekocht. Dann brauchen Sie reife, süße Früchte und mehr Zeit, damit das Mus ausreichend eindickt und seine Süße entfaltet.

Was ist der Unterschied zwischen Zwetschgenmus und Zwetschgenkonfitüre?

Mus wird lang eingekocht und ist dunkel und fest. Konfitüre wird in der Regel mit Gelierzucker kurz gekocht, bleibt heller und hat oft Fruchtstücke.