Das Wichtigste in Kürze
Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) ist ein kleines Hahnenfußgewächs, das im März und April als einer der ersten Frühblüher in kalkreichen Laubwäldern blau-violett blüht. In Deutschland ist es besonders geschützt: Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Seinen Namen verdankt es den dreilappigen Blättern, die man früher im Sinne der Signaturenlehre deutete. Für den eigenen Garten gibt es Pflanzen aus der Gärtnerei.
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Inhalt
Was ist das Leberblümchen?
Wenn im März das Laub noch braun am Waldboden liegt und die Buchen kahl sind, leuchten an manchen Hängen plötzlich kleine blaue Sterne. Das ist das Leberblümchen, für viele Menschen bei uns in Bayern der eigentliche Frühlingsbote im Laubwald. Wer es einmal in einem großen Bestand gesehen hat, vergisst den Anblick nicht.
Botanisch heißt die Pflanze Hepatica nobilis, früher auch Anemone hepatica. Sie gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist eng mit dem Buschwindröschen verwandt. Das Leberblümchen wird nur 5 bis 15 Zentimeter hoch. Jede Blüte sitzt einzeln auf einem behaarten Stiel und hat meist sechs bis zehn blau-violette Blütenblätter, in der Mitte stehen viele weiße Staubblätter. Seltener findet man weiße oder rosafarbene Blüten.
Direkt unter der Blüte sitzen drei kleine grüne Hochblätter, die wie ein Kelch aussehen. Die eigentlichen Laubblätter sind ledrig, dreilappig und überwintern. Ihre Unterseite ist oft rötlich-violett gefärbt. Die frischen Blätter des neuen Jahres erscheinen erst nach der Blüte.

Auch die Schlüsselblume gehört zu den Frühlingsboten, die sich im März und April zeigen.
Wann und wo blüht das Leberblümchen?
Die Blütezeit liegt je nach Lage zwischen Ende Februar und April. Das Leberblümchen nutzt die kurze Zeit, in der noch viel Licht durch die kahlen Baumkronen auf den Boden fällt. Sobald sich das Blätterdach schließt, ist seine Saison vorbei.
Es wächst bevorzugt in Buchen- und Eichenmischwäldern, an Waldrändern und in lichten Gebüschen. Die Böden sind meist kalkhaltig, locker und humusreich. In Süddeutschland, am Alpenrand und auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb ist es häufiger zu finden als im Norden.
Schön zu beobachten: Die Blüten öffnen sich bei Sonne und schließen sich am Abend und bei trübem Wetter. Die Samen tragen ein kleines, fettreiches Anhängsel, das Ameisen anlockt. Die Ameisen schleppen die Samen fort und sorgen so dafür, dass sich ein Bestand über viele Jahre langsam ausbreitet. 2013 wurde das Leberblümchen zur Blume des Jahres gewählt, um auf seine Lebensräume aufmerksam zu machen.
Woher hat das Leberblümchen seinen Namen?
Der Name ist ein schönes Stück Kulturgeschichte. Die dreilappigen Blätter erinnerten die Menschen früher an die Form eines inneren Organs mit drei Lappen. Nach der sogenannten Signaturenlehre, die vor allem mit dem Gelehrten Paracelsus im 16. Jahrhundert verbunden wird, glaubte man, die äußere Gestalt einer Pflanze verrate ihre Bestimmung. So kam das Leberblümchen zu seinem Namen.
Auch der wissenschaftliche Name Hepatica geht auf das griechische Wort für dieses Organ zurück. Der Beiname nobilis bedeutet „edel“ oder „vornehm“, wohl wegen der zierlichen, leuchtenden Blüte. Heute weiß man: Die Blattform ist schlicht Botanik und kein Hinweis auf irgendeine Verwendung. Die Signaturenlehre ist eine Denkweise ihrer Zeit, die uns vor allem viele bildhafte Pflanzennamen hinterlassen hat. Mehr über solche Namen und alte Kräuterbücher lesen Sie in unserem Ratgeber Kräuterkunde.

Das Lungenkraut blüht oft in denselben Laubwäldern wie das Leberblümchen.
Ist das Leberblümchen geschützt?
Ja. Das Leberblümchen ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Es darf in der Natur weder gepflückt noch ausgegraben werden, auch nicht einzelne Blüten für die Vase. Das gilt ebenso für Samen und Pflanzenteile.
Die schönste Art, das Leberblümchen zu genießen, ist deshalb ein Frühlingsspaziergang mit Kamera. Bleiben Sie dabei auf den Wegen, denn auch das Zertreten des Laubbodens schadet den Beständen. Wer gern Wildpflanzen sammelt, findet in unserem Ratgeber Wildkräuter sammeln viele Arten, bei denen das in kleinen Mengen erlaubt ist.
Wie viele Hahnenfußgewächse enthält das frische Leberblümchen einen scharfen, reizenden Pflanzensaft. Frische Pflanzenteile gehören deshalb nicht in den Mund. Halten Sie Kinder und Haustiere davon fern.
Wie pflanzt man Leberblümchen im Garten?
Im Garten ist das Leberblümchen ein dankbarer, aber geduldiger Gast. Kaufen Sie Pflanzen ausschließlich in einer Gärtnerei oder Staudengärtnerei, niemals aus dem Wald. Dort gibt es neben der heimischen Wildform auch Sorten mit weißen, rosa oder gefüllten Blüten.
- Standort: Halbschatten unter Laubgehölzen, wo es im Frühling hell und im Sommer schattig ist.
- Boden: Locker, humusreich und gern kalkhaltig. Etwas Laubkompost beim Pflanzen ist ideal.
- Pflanzzeit: Im Herbst oder zeitig im Frühjahr setzen und anschließend gut angießen.
- Ruhe lassen: Nicht mehr umsetzen und das Herbstlaub als natürliche Decke liegen lassen.
Leberblümchen wachsen langsam. Es kann einige Jahre dauern, bis aus einer Pflanze ein kleiner Horst wird. Dafür sind sie sehr langlebig. Gute Nachbarn sind andere Frühblüher wie Schlüsselblumen, Lungenkraut und Veilchen.
Sabines Tipp: Setzen Sie Leberblümchen dorthin, wo Sie im März oft vorbeigehen, etwa neben die Haustür oder an den Gartenweg. Die Blüten sind klein, und man freut sich jeden Morgen, wenn sie sich in der Sonne öffnen.

Duftveilchen passen im Halbschatten gut zu Leberblümchen.
Was Sie dafür brauchen
Wer das Leberblümchen nicht nur im Wald bewundern möchte, findet bei uns das getrocknete Kraut für eigene Kräutermischungen. So bleibt die Pflanze draußen, wo sie hingehört. Dazu passen weitere Frühlingskräuter:
LeberblümchenGetrocknetes Leberblümchen-Kraut, mild bis leicht herbAnsehen
Schlüsselblume BlüteSchlüsselblumenblüten, zarter FrühlingsduftAnsehen
LungenkrautLungenkraut, ein altes Kraut der KräuterkundeAnsehen
Veilchenblätter/odorataVeilchenblätter vom DuftveilchenAnsehenHäufige Fragen zum Leberblümchen
Darf man Leberblümchen pflücken?
Nein. Das Leberblümchen ist in Deutschland besonders geschützt. Pflücken, Ausgraben und das Sammeln von Samen in der Natur sind verboten. Pflanzen für den Garten bekommen Sie in Gärtnereien.
Wann blüht das Leberblümchen?
Je nach Lage von Ende Februar bis April, also bevor die Bäume austreiben. Die Blüten öffnen sich bei Sonne und schließen sich abends und bei Regen.
Ist das Leberblümchen giftig?
Die frische Pflanze enthält wie viele Hahnenfußgewächse einen scharfen Saft, der reizen kann. Frische Pflanzenteile sollten Sie deshalb nicht in den Mund nehmen und Kinder sowie Haustiere fernhalten.
Wie schmeckt Leberblümchen-Tee?
Das getrocknete Kraut ist mild bis leicht herb im Geschmack. Traditionell wird es eher als Zutat in Kräutermischungen verwendet als pur. Verwenden Sie dafür getrocknete Ware aus dem Handel und nie Pflanzen aus dem Wald.
Wie vermehrt sich das Leberblümchen?
In der Natur über Samen, die von Ameisen verbreitet werden. Im Garten sät es sich an guten Standorten manchmal selbst aus. Bis aus einem Sämling eine blühende Pflanze wird, vergehen meist einige Jahre.