Das Wichtigste in Kürze
Die Echte Schlüsselblume oder Wiesenschlüsselblume (Primula veris) ist eine der ersten Frühlingsblumen. Sie blüht von April bis Juni dottergelb und duftend auf kalkhaltigen Wiesen. Ihren Namen verdankt sie einer Legende um den heiligen Petrus und seinen Himmelsschlüssel. Wild wachsende Schlüsselblumen sind in Deutschland besonders geschützt und dürfen nicht gepflückt werden. Für Schlüsselblumentee verwenden Sie deshalb Blüten aus dem Garten oder getrocknete Blüten aus dem Fachhandel. Der Tee schmeckt mild, blumig und leicht süßlich.
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Inhalt
Was ist die Schlüsselblume?
Wenn auf den Wiesen noch das alte Gras vom Winter liegt, leuchten sie schon: kleine Büschel aus dottergelben Glöckchen auf einem behaarten Stiel. Für viele Menschen ist die Schlüsselblume der Inbegriff des Frühlings. Der botanische Name sagt es genauso. Primula kommt vom lateinischen primus, „der Erste“, und veris bedeutet „des Frühlings“. Zusammen also: die Erste des Frühlings.
Die Echte Schlüsselblume gehört zu den Primelgewächsen. Aus einer Rosette runzliger, eiförmiger Blätter wächst ein blattloser Stängel mit fünf bis zwanzig nickenden Blüten, die alle zur selben Seite zeigen. Im Schlund jeder Blüte sitzen fünf orangefarbene Flecken. Die Pflanze liebt kalkhaltige, eher magere Wiesen, Waldränder und Böschungen und blüht bei uns von April bis Juni.
Volkstümlich heißt sie auch Wiesenschlüsselblume, Wiesenprimel, Himmelsschlüssel oder Petersschlüssel.

Schlüsselblumenwurzel: Sie wird im Herbst geerntet und getrocknet.
Echte oder Hohe Schlüsselblume: so unterscheiden Sie sie
Bei uns wachsen zwei Schlüsselblumen, die sich auf den ersten Blick ähneln. Mit diesen Merkmalen gelingt die Unterscheidung:
- Echte Schlüsselblume (Primula veris): kräftig dottergelbe, glockige Blüten mit orangen Flecken im Schlund, duftet deutlich. Der Kelch ist bauchig aufgeblasen. Sie wächst auf sonnigen, kalkhaltigen Wiesen.
- Hohe Schlüsselblume (Primula elatior): hellere, schwefelgelbe Blüten, die sich flacher öffnen, ohne orange Flecken und mit kaum spürbarem Duft. Der Kelch liegt eng an. Sie mag es feuchter und schattiger, etwa in Auwäldern und auf feuchten Wiesen.
- Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris): blassgelbe Einzelblüten auf kurzen Stielen direkt aus der Blattrosette. Als Kissenprimel kennen Sie sie in vielen Farben aus dem Gartencenter.
Warum heißt sie Schlüsselblume? Die Legende vom Himmelsschlüssel
Die schönste Erklärung liefert eine alte Legende. Petrus, der Hüter der Himmelspforte, erfuhr eines Tages, dass sich Unholde einen Nachschlüssel zum Himmel angefertigt hatten. Vor Schreck ließ er seinen Schlüsselbund fallen. Der Bund fiel von Stern zu Stern bis auf die Erde. Ein Engel wurde ausgeschickt, um ihn zurückzuholen, doch es war zu spät: Wo die Schlüssel die Wiese berührt hatten, wuchsen goldgelbe Blumen in Gestalt kleiner Schlüsselbunde. Den Himmel schließen sie nicht auf, aber den Frühling, so erzählt man es sich.
Nüchterner betrachtet erinnert der Blütenstand mit seinen vielen herabhängenden Blüten tatsächlich an einen Schlüsselbund. Der Name „Schlüsselblume“ ist mindestens seit dem 15. Jahrhundert belegt, „Himmelsschlüssel“ sogar seit dem 12. Jahrhundert.
Im Volksglauben galt die Schlüsselblume außerdem als Blume, die verborgene Schätze aufschließt, und als Lieblingsblume von Elfen und Feen. Ein hübscher Osterbrauch aus der Schweiz und Österreich: Dort färbte man Ostereier, indem man sie mit Schlüsselblumenblüten in Wasser kochte. Weitere Ideen für das Fest finden Sie im Ratgeber Ostern mit Kräutern.

Duftveilchen: Ein Frühlingsbote, der wie die Schlüsselblume schon die Antike beschäftigte.
Ist die Schlüsselblume geschützt?
Ja. Die wild wachsenden Schlüsselblumen stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Sie dürfen sie weder pflücken noch ausgraben, auch nicht für einen kleinen Strauß. Früher waren Schlüsselblumen beliebte Schnittblumen, und viele Bestände sind durch Pflücken, Düngung und frühes Mähen kleiner geworden. In manchen Gegenden ist die Echte Schlüsselblume heute gefährdet. 2016 wurde sie von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres gekürt.
Dabei ist die Pflanze ein kleines Meisterwerk der Natur, das man lieber mit den Augen genießt. Charles Darwin hat an Primeln erforscht, dass es zwei Blütenformen gibt: Bei der einen sitzt die Narbe oben und die Staubbeutel tief in der Röhre, bei der anderen ist es umgekehrt. So wird sichergestellt, dass Hummeln und Falter den Pollen von einer Pflanze zur anderen tragen. Die Raupen des seltenen Schlüsselblumen-Würfelfalters fressen vor allem an Schlüsselblumen.
Bitte beachten: Pflücken Sie keine Schlüsselblumen in der freien Natur. Für Tee, Dekoration oder Blütenküche verwenden Sie nur Pflanzen aus dem eigenen Garten oder getrocknete Blüten aus dem Fachhandel.
Schlüsselblumen im Garten ansiedeln
Wer Schlüsselblumen liebt, holt sie sich einfach in den eigenen Garten. Sie sind pflegeleicht und vermehren sich über die Jahre von selbst, wenn sie sich wohlfühlen.
- Pflanzen oder Saatgut besorgen: Kaufen Sie Jungpflanzen oder Samen aus der Gärtnerei, möglichst aus regionaler Herkunft. Wildpflanzen auszugraben ist verboten.
- Standort wählen: Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz mit durchlässigem, gern kalkhaltigem Boden, etwa am Gehölzrand, im Steingarten oder in einer Blumenwiese.
- Im Herbst säen: Schlüsselblumen sind Kalt- und Lichtkeimer. Streuen Sie die Samen im Herbst oder Winter auf die Erde, drücken Sie sie nur an und decken Sie sie nicht mit Erde ab.
- Spät mähen: Mähen Sie die Wiese erst, wenn die Samenkapseln reif sind, meist ab Ende Juni. Verzichten Sie auf Dünger.
Schlüsselblumentee: Geschmack und Zubereitung
Getrocknete Schlüsselblumenblüten duften zart nach Frühling und ergeben einen hellen, goldgelben Tee. Er schmeckt mild, blumig und leicht süßlich, mit einem Hauch von Honig. Pur ist er ein feiner Frühlingstee, er macht sich aber auch gut in Blütenmischungen.
- Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Schlüsselblumenblüten in eine Kanne oder ein Teesieb geben.
- Aufgießen: Mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: Zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Wer mag, süßt mit etwas Honig.
Schön kombinieren lässt sich die Schlüsselblume mit anderen Frühlingsblüten wie Schlehdornblüten, Gänseblümchen und Veilchen, für eine rosige Note auch mit ein paar Rosenblüten. Wie Sie solche Mischungen zusammenstellen, zeigt der Ratgeber Kräutertee selber mischen. Die Schlüsselblumenwurzel wird im Herbst geerntet und schmeckt herber und erdiger als die Blüten. Sie ist eher etwas für Mischungen.
Frische Blüten aus dem eigenen Garten sind übrigens eine hübsche Dekoration für Frühlingssalate und Desserts. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Essbare Blüten.

Schlehdornblüten: zarter Partner im Frühlingstee.
Sabines Tipp
„Im Frühling mische ich gern einen Blütentee aus Schlüsselblumen, Schlehdornblüten und Gänseblümchen zu gleichen Teilen. Mit einem Löffel Honig ist das für mich der Geschmack der ersten warmen Tage.“

Gänseblümchen bringen eine liebliche Note in den Blütentee.
Was Sie dafür brauchen
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GänseblümchenLieblicher Blütentee von der WieseAnsehen
Veilchenblätter/odorataBlätter des DuftveilchensAnsehen
RosenblütenFür eine rosige Note im BlütenteeAnsehenHäufige Fragen zur Schlüsselblume
Wie schmeckt Schlüsselblumentee?
Mild, blumig und leicht süßlich mit einem Hauch von Honig. Der Aufguss ist hell goldgelb. Er passt gut zu anderen Frühlingsblüten wie Schlehdorn, Veilchen und Gänseblümchen.
Darf man Schlüsselblumen pflücken?
Nein, wild wachsende Schlüsselblumen sind in Deutschland besonders geschützt. Pflücken und Ausgraben sind verboten. Verwenden Sie Pflanzen aus dem eigenen Garten oder getrocknete Blüten aus dem Handel.
Was bedeutet die Schlüsselblume?
Sie gilt als Frühlingsbote und Symbol für den Neubeginn. Der Legende nach entstand sie aus dem Schlüsselbund, den Petrus fallen ließ. Im Volksglauben öffnete sie verborgene Schätze.
Wann blühen Schlüsselblumen?
In Deutschland meist von April bis Juni, in milden Lagen in Österreich und der Schweiz schon ab Februar oder März.
Was ist der Unterschied zwischen Echter und Hoher Schlüsselblume?
Die Echte Schlüsselblume blüht dottergelb, duftet und hat orange Flecken im Blütenschlund. Die Hohe Schlüsselblume ist heller schwefelgelb, duftet kaum und wächst eher an feuchten, schattigen Stellen.
Kann man Schlüsselblumen essen?
Blüten aus dem eigenen Garten werden gern als essbare Dekoration für Salate und Desserts verwendet. Getrocknet sind sie vor allem als Tee bekannt. Wildpflanzen bitte stehen lassen.