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10.01.14

Mariendistelsamen, 50 g – Kräuterparadies seit 1887

Mariendistelsamen: Legende, Botanik und Samen in der Küche

Das Wichtigste in Kürze

Mariendistelsamen sind die glänzend braun gesprenkelten Früchte der Mariendistel (Silybum marianum), einer Distel aus dem Mittelmeerraum mit weiß geaderten Blättern. Sie schmecken mild nussig mit leicht herber Note. Frisch gemahlen oder als fertiges Mariendistelpulver kommen sie in Müsli, Joghurt, Porridge, Smoothies sowie in Brot- und Keksteig. Ihren Namen verdankt die Pflanze einer Marienlegende um die weißen Blattadern.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist die Mariendistel?

Unter den Disteln ist die Mariendistel eine der schönsten. Ihre großen Blätter glänzen dunkelgrün und sind von weißen, wie aufgemalten Adern durchzogen. Im Sommer trägt sie purpurviolette Blütenköpfe, die von einem Kranz kräftiger Dornen bewacht werden. Wer sie einmal im Garten hatte, vergisst sie nicht so schnell.

Botanisch heißt die Mariendistel Silybum marianum und gehört zu den Korbblütlern, wie Artischocke, Sonnenblume und Kornblume. Sie ist ein- bis zweijährig und wird je nach Standort 50 Zentimeter bis über einen Meter hoch. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum, aus Nordafrika und Vorderasien. Sie liebt Sonne, Wärme und trockene Böden. Damit ihre Samen im Blütenkorb ausreifen, braucht sie einen langen, warmen Sommer.

Bei uns wächst sie vor allem in Gärten, wird aber auch auf Feldern angebaut. Gelegentlich verwildert sie an warmen Wegrändern.

Woher hat die Mariendistel ihren Namen?

Die weißen Adern auf den Blättern haben die Menschen schon früh beschäftigt. Eine alte Legende erzählt, dass Maria auf der Flucht nach Ägypten unter einer Distel rastete, um ihr Kind zu stillen. Dabei seien ein paar Tropfen Milch auf die Blätter gefallen, und seitdem trage die Pflanze diese weißen Zeichnungen. Daher kommen auch Namen wie Frauendistel und Milchdistel. Im Englischen heißt sie bis heute milk thistle.

Ein weiterer alter Volksname ist Stechkörner. Er beschreibt treffend, wie mühsam es früher war, die Samen aus den stacheligen Köpfen zu holen.

Mariendistel Samen Pulver, fein gemahlen, hellbraun

Mariendistelpulver: fein gemahlen und sofort bereit für Müsli, Joghurt und Teig.

Wie sehen Mariendistelsamen aus?

Was wir Mariendistelsamen nennen, sind botanisch kleine Früchte, sogenannte Achänen. Sie sind etwa sechs bis sieben Millimeter lang, länglich, glatt und glänzen braun bis schwarz mit heller Sprenkelung. An der Pflanze trägt jeder Samen einen seidig weißen Haarkranz, mit dem er vom Wind davongetragen wird. Bei getrockneter Ware ist dieser Flaum entfernt.

Die Samen sind sehr hart. Ganz bleiben sie lange aromatisch, zum Essen werden sie aber fast immer gemahlen. Das geht am besten in einer Gewürz- oder Kaffeemühle. Mahlen Sie nur so viel, wie Sie in den nächsten Tagen brauchen, denn gemahlen verlieren sie ihr nussiges Aroma schneller. Wer sich das Mahlen sparen möchte, greift zum fertigen Mariendistel Samen Pulver.

Geschmacklich sind Mariendistelsamen mild nussig, mit einer feinen, leicht herben Note im Abgang. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund und passen deshalb zu süßen wie zu herzhaften Gerichten.

Mariendistelsamen in der Küche

In der Küche behandeln Sie Mariendistelsamen am besten wie Leinsamen oder gemahlene Nüsse. Bei uns im Kräuterhof kommen sie vor allem morgens auf den Tisch:

  1. Im Müsli: Einen Teelöffel frisch gemahlene Samen über Haferflocken, Obst und Joghurt streuen. Zusammen mit Brennnesselsamen und Kürbiskernen wird daraus eine nussige Körnermischung.
  2. Im Porridge: Das Pulver erst zum Schluss unterrühren, so bleibt das Aroma frisch.
  3. Im Smoothie: Zu Beeren und Banane gibt es eine leicht nussige Note und macht den Smoothie etwas sämiger.
  4. Im Brot: Zwei bis drei Esslöffel Pulver pro Kilogramm Mehl in Brot- oder Brötchenteig einarbeiten. Ganze Samen eignen sich gemahlen auch zum Bestreuen, ähnlich wie Schwarzkümmel.
  5. In Pfannkuchen und Waffeln: Ein Esslöffel Pulver im Teig gibt Farbe und einen dezent nussigen Geschmack.

Früher aß man in Südeuropa übrigens nicht nur die Samen. Auch die jungen, entdornten Blätter und die fleischigen Blütenböden kamen auf den Tisch, ähnlich wie bei ihrer Verwandten, der Artischocke.

Leinsamen ganz, goldbraune Samen, passend zu Mariendistelsamen im Müsli

Leinsamen und Mariendistelsamen: ein nussiges Paar für Müsli und Brot.

Rezept: Kräuterkekse mit Mariendistelpulver

Diese Kekse haben wir bei uns im Kräuterhof gebacken. Das Rezept verbindet Mariendistelsamen mit anderen Kräutern aus dem Sortiment. Die Kekse schmecken mürbe, nussig und leicht würzig. Für etwa zwei Bleche brauchen Sie:

  1. Zutaten: 200 g Emmermehl, 50 g Roggenmehl, 125 g kalte Butter, 100 g Honig, 1 Ei, 40 g gemahlene Walnüsse, 1 Teelöffel Brennnesselsamen, ½ Teelöffel Mariendistelpulver, ½ Teelöffel Brennnesselpulver, je eine Prise Zimt und Ingwer sowie 2 bis 4 Esslöffel Wasser.
  2. Teig kneten: Alle Zutaten rasch zu einem glatten Mürbteig verarbeiten. Nur so viel Wasser zugeben, dass der Teig zusammenhält.
  3. Kühlen: Den Teig in Folie wickeln und eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  4. Ausstechen: Dünn ausrollen und Plätzchen ausstechen.
  5. Backen: Bei 170 Grad Ober- und Unterhitze etwa 15 Minuten goldgelb backen.

Sabines Tipp

„Ich mahle mir immer nur ein kleines Glas Mariendistelsamen auf Vorrat, gerade so viel, wie für eine Woche Müsli reicht. Dann duften sie beim Öffnen noch nach Nuss. Die ganzen Samen bleiben im Vorratsschrank dunkel und gut verschlossen.“

Mariendistel im Garten

Die Mariendistel ist eine dankbare Gartenpflanze für sonnige, trockene Ecken. Säen Sie die Samen im April oder Mai direkt ins Beet, etwa zwei Zentimeter tief und mit einem halben Meter Abstand. Sie braucht wenig Pflege, verträgt keine Staunässe und blüht von Juli bis August. Hummeln und Bienen besuchen die großen Blütenköpfe gern.

Zur Samenernte schneiden Sie die Blütenköpfe ab, sobald sie vertrocknen und der weiße Flaum sichtbar wird. Lassen Sie sie in einer Papiertüte nachtrocknen und reiben Sie die Samen dann vorsichtig heraus. Handschuhe sind dabei Pflicht. Wer einige Köpfe stehen lässt, freut sich im nächsten Jahr über neue Pflanzen, denn die Mariendistel sät sich gern selbst aus.

Eine ganz andere Distel finden Sie in den Alpen: die Silberdistel. Sie heißt auch Wetterdistel, weil sie ihre silbrigen Hüllblätter bei feuchter Luft schließt und bei Sonne öffnet. In Deutschland steht sie unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden.

Getrocknete Eberwurz, Wurzel der Silberdistel, geschnitten

Eberwurz, die Wurzel der Silberdistel: eine Verwandte der Mariendistel aus den Bergen.

Ein Stück Distelwissen zum Schluss: Mariendistel ist nicht gleich Färberdistel. Die Färberdistel, auch Saflor genannt, hat orangerote Blüten, die früher zum Färben verwendet wurden, und gehört zu einer anderen Gattung.

Brotgewürz altbayrisch für Körnerbrot mit Mariendistelsamen

Unser altbayrisches Brotgewürz passt gut zu Körnerbrot mit Mariendistelsamen.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Mariendistelsamen

Kann man Mariendistelsamen ganz essen?

Möglich ist es, aber die Samen sind sehr hart. Gemahlen lassen sie sich viel besser genießen und entfalten ihr nussiges Aroma. Eine Gewürz- oder Kaffeemühle reicht dafür aus.

Wie schmeckt Mariendistelpulver?

Mild nussig mit einer leicht herben Note. Es passt in Müsli, Joghurt und Smoothies ebenso wie in Brot, Brötchen und Kekse.

Was ist der Unterschied zwischen Mariendistelsamen und Mariendistelpulver?

Das Pulver besteht aus den fein gemahlenen Samen. Ganze Samen halten ihr Aroma länger, das Pulver ist dafür sofort einsatzbereit.

Wie lagert man Mariendistelsamen?

Ganze Samen dunkel, trocken und gut verschlossen aufbewahren, dann bleiben sie lange aromatisch. Gemahlene Samen und Pulver möglichst kühl lagern und zügig aufbrauchen.

Warum hat die Mariendistel weiße Flecken auf den Blättern?

Botanisch entstehen die weißen Adern durch Lufteinschlüsse unter der Blattoberfläche. Die Legende erklärt sie mit Milchtropfen der Gottesmutter Maria, daher der Name.

Kann man Mariendisteln im Garten anbauen?

Ja, an einem sonnigen, trockenen Platz. Ausgesät wird im April oder Mai direkt ins Beet. Die Pflanze blüht im Sommer und sät sich danach meist selbst aus.

Quellen: Wikipedia: Mariendistel · Wikipedia: Silberdistel