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25.07.24

Matchapulver von Kräuterparadies, Produktfoto

Matcha Tee: Herkunft, Qualität und Zubereitung mit dem Bambusbesen

Das Wichtigste in Kürze

Matcha Tee ist fein gemahlener grüner Tee aus Japan. Die Teesträucher werden vor der Ernte rund vier Wochen beschattet, die Blätter gedämpft, getrocknet, von Stielen und Blattadern befreit und in Steinmühlen vermahlen. Für eine Schale schlagen Sie einen halben bis einen Teelöffel Pulver mit 70 bis 100 ml Wasser von etwa 80 °C auf, bis feiner Schaum entsteht.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Matcha Tee?

Matcha ist ein grüner Tee aus Japan, der nicht aufgegossen, sondern als feines Pulver aufgeschlagen wird. Der Name bedeutet übersetzt „gemahlener Tee“. Anders als beim Sencha, bei dem die Blätter nach dem Ziehen im Sieb bleiben, trinken Sie beim Matcha Tee das ganze, fein vermahlene Blatt mit.

Das gibt ihm seinen eigenen Charakter: samtig und cremig im Mund, mild-süßlich, pflanzlich und mit einer feinen herben Note. Gute Qualitäten schmecken rund und kaum bitter. Die Farbe ist ein leuchtendes, frisches Grün.

Der Begriff Matcha ist nicht geschützt. Entsprechend groß sind die Unterschiede zwischen einzelnen Pulvern. Wer weiß, wie Matcha entsteht, kann Qualität besser einschätzen.

Woher kommt Matcha?

Die Idee, Teeblätter zu Pulver zu mahlen und aufzuschlagen, stammt ursprünglich aus China. Nach Japan gelangte der Tee mit buddhistischen Mönchen: Der Mönch Eisai brachte 1191 Teesamen aus China mit. In den Zen-Klöstern wurde der pulverisierte Tee fester Bestandteil des Alltags.

Im 16. Jahrhundert prägte der Teemeister Sen no Rikyū die japanische Teezeremonie, die Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille in den Mittelpunkt stellt. Bis heute ist Matcha der Tee dieser Zeremonie. Mehr darüber erzählen wir im Ratgeber Teezeremonie.

Bekannte Anbaugebiete sind Uji bei Kyoto, Nishio in der Präfektur Aichi und die Präfektur Fukuoka. Auch im südlichen Kagoshima wird Matcha hergestellt.

Wie wird Matcha hergestellt?

Das Besondere beginnt schon auf dem Feld. Etwa vier Wochen vor der Ernte werden die Teesträucher beschattet. Die Blätter wachsen dadurch zarter und färben sich dunkelgrün.

Nach der Ernte werden die Blätter kurz gedämpft und getrocknet. Anschließend trennt man Stiele und Blattadern ab, übrig bleibt das reine Blattgewebe. Dieses Zwischenprodukt heißt Tencha.

Zum Schluss wird der Tencha zwischen Mahlsteinen aus Granit langsam vermahlen. Eine traditionelle Steinmühle schafft in einer Stunde nur etwa 30 Gramm Pulver. Dieser Aufwand erklärt, warum guter Matcha seinen Wert hat.

Gerösteter Hōjicha Grüntee aus Japan als milde Alternative zu Matcha Tee

Ebenfalls aus Japan, aber geröstet: Hōjicha schmeckt mild und nussig.

Woran erkennt man guten Matcha?

Ein paar Merkmale helfen bei der Einschätzung:

  • Farbe: Frischer Matcha leuchtet intensiv grün. Ein gelbliches oder olivbraunes Pulver ist meist älter oder von späterer Ernte.
  • Duft: frisch, grün und leicht süßlich, ohne muffige Noten.
  • Textur: sehr fein und seidig, fast wie Puder zwischen den Fingern.
  • Geschmack: mild, rund und leicht süß. Frühe Ernten sind meist aromatischer und weniger bitter als spätere.

Bezeichnungen wie „Zeremonie-Qualität“ sind nicht einheitlich geregelt. Verlassen Sie sich lieber auf Farbe, Duft und Geschmack.

Matcha verliert durch Luft, Licht und Wärme schnell an Aroma. Bewahren Sie ihn deshalb gut verschlossen, kühl und dunkel auf und verbrauchen Sie ihn nach dem Öffnen zügig. Im Kühlschrank hält er länger. Lassen Sie die Dose dann vor dem Öffnen kurz Zimmertemperatur annehmen, damit sich keine Feuchtigkeit niederschlägt.

Matcha Zubereitung: So gelingt die Schale mit dem Bambusbesen

Für die klassische Zubereitung brauchen Sie eine Schale, ein feines Sieb und einen Bambusbesen, japanisch Chasen. Ein kleiner Schneebesen oder Milchaufschäumer funktioniert für den Anfang auch.

  1. Vorwärmen: Spülen Sie die Schale mit heißem Wasser aus und trocknen Sie sie ab. Tauchen Sie die Borsten des Bambusbesens kurz in warmes Wasser, damit sie geschmeidig werden.
  2. Sieben: Sieben Sie einen halben bis einen Teelöffel Matcha, also etwa 1 bis 2 Gramm, in die Schale. So entstehen keine Klümpchen.
  3. Wasser: Gießen Sie 70 bis 100 ml Wasser mit etwa 80 °C dazu. Lassen Sie gekochtes Wasser dafür einige Minuten abkühlen.
  4. Aufschlagen: Schlagen Sie den Matcha zügig aus dem Handgelenk in Zickzack-Bewegungen auf, nicht im Kreis. Nach etwa 15 bis 30 Sekunden bildet sich ein feiner, gleichmäßiger Schaum.
  5. Genießen: Trinken Sie den Matcha gleich, sonst setzt sich das Pulver am Boden ab.

Gut zu wissen: Kochendes Wasser macht Matcha bitter, deshalb lieber etwas kühler aufgießen. Matcha enthält von Natur aus Koffein.

In Japan unterscheidet man zwei Arten: Usucha, den „dünnen Tee“ mit mehr Wasser und feinem Schaum, und Koicha, den „dicken Tee“ mit viel Pulver und wenig Wasser. Für den Alltag ist Usucha die übliche Form. Wer lieber klassisch aufgegossenen Grüntee trinkt, findet im Ratgeber Grüner Tee passende Sorten.

Grüner Tee Sencha, gedämpfte japanische Teeblätter neben Matcha Tee

Sencha heißt „gedämpfter Tee“ und wird klassisch aufgegossen.

Matcha Latte zubereiten

Für viele ist der Matcha Latte der schönste Einstieg. Die Milch rundet die herbe Note ab, und das Grün sieht im Glas einfach hübsch aus.

  1. Matcha aufschlagen: Einen halben bis einen Teelöffel Matcha mit etwa 50 ml Wasser von 80 °C schaumig schlagen.
  2. Milch schäumen: 150 bis 200 ml Milch oder Pflanzendrink erwärmen und aufschäumen.
  3. Zusammengießen: Den Matcha in ein Glas geben und den Milchschaum darüber gießen. Nach Geschmack mit Honig oder etwas Vanillezucker süßen.

Im Sommer schmeckt die kalte Variante: Den aufgeschlagenen Matcha über Eiswürfel und kalte Milch gießen. Besonders hübsch ist der Erdbeer-Matcha-Latte. Dafür pürieren Sie eine Handvoll Erdbeeren mit etwas Zucker, geben das Püree ins Glas, darauf Eis und Milch und zum Schluss langsam den Matcha. So entstehen drei Schichten in Rot, Weiß und Grün. Weitere Ideen vom Tiramisu bis zur Torte finden Sie in unseren Matcha Rezepten.

Sabines Tipp

Wer Matcha zum ersten Mal probiert, dem empfehle ich den Matcha Latte mit Hafer- oder Mandeldrink. Die cremige Milch fängt die herbe Note schön ab. Nach und nach können Sie dann weniger Milch nehmen und sich an den puren Matcha herantasten.

Grüner Tee Gunpowder mit zu Perlen gerollten Blättern aus China

Gunpowder aus China: Die Blätter sind zu kleinen Perlen gerollt.

Was Sie dafür brauchen

Neben dem Matchapulver führen wir weitere Grüntees zum Aufgießen. Hōjicha ist ein gerösteter Grüntee aus Kagoshima mit mildem, nussigem Röstaroma. Sencha schmeckt frisch und leicht grasig, Gunpowder kräftig mit feiner Rauchnote.

Alle Grün- und Schwarztees ansehen

Häufige Fragen zu Matcha Tee

Ist Matcha grüner Tee?

Ja. Matcha wird aus den Blättern des Teestrauchs hergestellt wie jeder grüne Tee. Der Unterschied: Die Pflanzen werden vor der Ernte beschattet, und die Blätter werden zu Pulver vermahlen und mitgetrunken.

Wie schmeckt Matcha?

Guter Matcha schmeckt mild, cremig und pflanzlich mit einer leichten Süße und feiner Herbe. Ist er sehr bitter, war das Wasser meist zu heiß oder das Pulver zu alt.

Wie viel Matcha nimmt man für eine Tasse?

Für eine Schale reicht ein halber bis ein Teelöffel, etwa 1 bis 2 Gramm, auf 70 bis 100 ml Wasser von rund 80 °C.

Brauche ich unbedingt einen Bambusbesen?

Der Bambusbesen schlägt den feinsten Schaum. Für den Anfang klappt es auch mit einem kleinen Schneebesen oder einem Milchaufschäumer.

Wie reinige ich den Bambusbesen?

Spülen Sie ihn nach dem Gebrauch nur mit warmem Wasser aus, ohne Spülmittel. Lassen Sie ihn mit den Borsten nach unten oder auf einem Halter gut trocknen.

Wie lagert man Matcha richtig?

Gut verschlossen, kühl, trocken und dunkel. Nach dem Öffnen verbrauchen Sie ihn innerhalb weniger Wochen. Im Kühlschrank bleibt er länger frisch.

Quellen: Wikipedia: Matcha